Horodok (Lwiw)

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Horodok
(Городок)
Wappen von Horodok
Horodok (Ukraine)
Horodok
Horodok
Basisdaten
Oblast: Oblast Lwiw
Rajon: Rajon Horodok
Höhe: keine Angabe
Fläche: 29,62 km²
Einwohner: 15.993 (2004)
Bevölkerungsdichte: 540 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 81504
Vorwahl: +380 3231
Geographische Lage: 49° 47′ N, 23° 39′ O49.7823.65Koordinaten: 49° 46′ 48″ N, 23° 39′ 0″ O
KOATUU: 4620910100
Verwaltungsgliederung: 1 Stadt
Bürgermeister: Iwan Sahan
Adresse: майданн Гайдамаків 6
81500 м. Городок
Website: місто Городок (Ukrainisch)
Statistische Informationen
Horodok (Oblast Lwiw)
Horodok
Horodok
i1

Horodok (ukrainisch Городок; russisch Gorodok, polnisch Gródek bzw. früher Gródek Jagielloński, deutsch selten Grodeck [1]) ist eine ukrainische Stadt mit etwas mehr als 16.000 Einwohnern. Sie liegt an der Wereschyzja in der Oblast Lwiw und befindet sich an der Verbindungsstraße M11/E40, 24 km südwestlich der Bezirkshauptstadt Lemberg. Die nächstgrößere Stadt ist Lemberg.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde 1213 zum ersten Mal schriftlich erwähnt, 1389 erhielt er das Magdeburger Stadtrecht. Bis 1772 gehörte der Ort zur Woiwodschaft Ruthenien des Königreichs Polen und kam durch die polnischen Teilungen bis 1918 als Teil von Galizien unter österreichische Herrschaft. Seit 1850 war der Ort Sitz einer Bezirkshauptmannschaft.

Seit 1444 ist die Anwesenheit von Juden in der Stadt bezeugt, die seit 1662 in einem besonderen Viertel (Gnin) angesiedelt wurden. Im Jahr 1900 gehörten 3.610 Menschen der jüdischen Gemeinde an, das waren ca. 30 % der Bevölkerung.

Während des Ersten Weltkrieges lag der Ort mehrfach im Frontverlauf. Ende August 1914 erfolgte im Zuge der russischen Besetzung Galiziens eine Offensive, die das österreich-ungarische Heer nach Gródek zurückdrängte. Am 7. September 1914 eroberten die Russen in der Schlacht bei Gródek die Stadt. Seine Erlebnisse während der Schlacht verarbeitete der österreichische Dichter Georg Trakl in seinem Gedicht Grodek. Nach der Gegenoffensive in der Schlacht von Gorlice-Tarnów verlief die Front im Juni 1915 entlang des Dnister und seines nördlichen Nebenflusses Wereszyka. Am 17. Juni 1915 begann zwischen Gródek und Magierów eine Durchbruchsoffensive des deutschen Heeres. Die heftigen Kämpfe dauerten bis zum 20. Juni 1915 an und veranlassten die russische Armee zum Rückzug aus diesem Frontabschnitt.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs kam Gródek zu Polen und lag hier ab 1921 in der Woiwodschaft Lemberg. im September 1939 wurde die Stadt von der Sowjetunion besetzt. Damals und wieder 1945 wurde der Ort unter dem Namen Horodok ein Teil der Ukraine. Nach dem deutschen Überfall auf Polen stieg die Anzahl der jüdischen Einwohner auf über 5.000 an, bedingt durch Flüchtlinge aus Westpolen. Die jüdische Bevölkerung wurde seit dem deutschen Einmarsch im Juli 1941 zum größten Teil in Zwangsarbeit oder in das Todeslager Belzec verbracht. Im Mai 1943 wurde das restliche Ghetto liquidiert, die letzten Einwohner wurden erschossen und verbrannt.[2] Eine jüdische Gemeinde existiert heute nicht mehr.

Horodok ist der Sterbeort des polnischen Königs Władysław II. Jagiełło.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Horodok wird Obst (v.a. Äpfel) und Gemüse industriell zu Säften, Aromen usw. verarbeitet. Horodok ist Logistikstandort für Flüssigtransporte.

Religiöse Gebäude[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das Generalgouvernement, Hrsg. v. Max Frh. Du Prel. Würzburg. 1942. S. 372.
  2. http://kehilalinks.jewishgen.org/Gorodok/ A Very Brief Introduction to Gorodok, Zugriff am 1. Juni 2012