Jack Palance

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Jack Palance (1974)
Jack Palance (2005)

Jack Palance (bürgerlich Wolodymyr Iwanowitsch Palagnjuk, ukrainisch Володимир Палагнюк; * 18. Februar 1919 in Lattimer Mines, Pennsylvania; † 10. November 2006 in Montecito, Kalifornien), war ein US-amerikanischer Filmschauspieler ukrainischer Abstammung.

Kurzbiografie[Bearbeiten]

Jack Palance arbeitete als junger Mann wie sein Vater zunächst als Bergarbeiter. In den 1940er Jahren arbeitete Palance als Schwergewichtsboxer unter dem Namen Jack Brazzo und gewann seine ersten fünfzehn Kämpfe.

Im Zweiten Weltkrieg trat Palance in die US Army Air Force ein. Bei einem Trainingsflug in Arizona musste er sich durch Fallschirmabsprung aus einem brennenden B-24-Bomber retten und erlitt dabei schwere Verbrennungen, die mehrfach operativ behandelt werden mussten. Als Folge des Unfalls wurde er aus der Armee entlassen. Sein Gesicht blieb schwer gezeichnet; die eindrucksvolle Physiognomie machte ihn später weltberühmt. Nach Kriegsende begann er seine Karriere als Schauspieler.

Auch im europäischen Film war Palance wiederholt tätig. So spielte er 1963 in Jean-Luc Godards Die Verachtung (Le mépris) einen US-amerikanischen Filmproduzenten namens Jeremy Prokosch, der einen Sandalenfilm unter der Regie von Fritz Lang finanzieren will und dabei weniger auf Kunst als auf Spektakel setzt. Prokoschs Verhalten stößt auf die heftige Kritik des von Michel Piccoli dargestellten Drehbuchautors, worin die Unterschiede zwischen US-amerikanischer und europäischer Kinokultur aufgezeigt werden.

In Deutschland einer großen Anzahl von Zuschauern bekannt wurde Palance 1963 durch seine Hauptrolle in der noch in schwarz-weiß ausgestrahlten Fernsehserie „Zirkusdirektor Johnny Slade“. Darin trat er nicht als Bösewicht in Erscheinung, sondern löste kleine und große Probleme rund um das Geschehen als sympathischer, aber kompromisslos hart zupackender Direktor eines Zirkus.

Auch in Italowestern war Palance zu sehen. Unter der Regie von Sergio Corbucci spielte er 1968 in Die gefürchteten Zwei (Il mercenario) eine Hauptrolle; seine Partner waren Franco Nero und Tony Musante. 1970 war Palance in Zwei Companeros (Vamos a matar, compañeros) an der Seite von Franco Nero und Tomas Milian in einer hervorstechenden Nebenrolle zu sehen.

1969 verkörperte Palance Fidel Castro in Richard Fleischers Che-Guevara-Filmbiografie Che!. In der auch im deutschen Fernsehen ausgestrahlten Serie Bronk spielte er 1975/76 den Kriminalbeamten Lieutenant Alex „Bronk“ Bronkov, der sich in seinem Privatleben um seine behinderte Tochter kümmerte.

In der deutsch-US-amerikanischen Koproduktion Out of Rosenheim (1987) war er als Liebhaber von Marianne Sägebrecht zu sehen. In den 1980ern moderierte Palance zusammen mit seiner Tochter Holly Palance die Fernsehserie „Ripley's Believe It or Not!“, die auf Deutsch als Ripleys unglaubliche Welt auf RTL gesendet wurde. 1989 spielte er im Film Batman den Gangsterboss Grissom, der vom „Joker“ (Jack Nicholson) erschossen wurde.

1991 gewann Palance einen Oscar als bester Nebendarsteller für seine Darstellung in dem Film City Slickers – Die Großstadt-Helden (Originaltitel: City Slickers). Unvergessen blieb sein Auftritt während der Verleihung. Er schilderte einen kurzen Wortwechsel während des Castings für den Film, bei dem die Produzenten offenbar Bedenken wegen seines hohen Alter hatten. Kurzerhand demonstrierte er seine nach wie vor gute körperliche Verfassung im Alter von 72 Jahren durch mehrere Liegestütze auf nur einem Arm.

Palance starb am 10. November 2006 an Herzversagen im Beisein seiner Familie.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Fernsehproduktionen

Diskografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1970: Palance

In der Literatur[Bearbeiten]

In einem der Bücher der „Brentford-Trilogie“ von Robert Rankin sehen die Bösewichter alle aus wie Jack Palance: „he resembled a young Jack Palance“.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jack Palance – Sammlung von Bildern