KK Roter Stern Belgrad

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Crvena zvezda
Vereinswappen von Roter Stern
Spitzname Zvezda („Stern“ bzw. „Der Stern“),
Crveno-Beli („Rot-Weißen“ bzw.
„Die Rot-Weißen“)
Gegründet 4. März 1945
Halle Pionir-Halle (8.150 Plätze)
Kombank-Arena (25.000 Plätze)
Homepage kkcrvenazvezda.rs
Präsident Nebojša Čović
Trainer Dejan Radonjić
Liga Adriatische Basketballliga (ABA-Liga)

2014/15: 1. Platz

  Basketballliga Serbiens (KLS)

2013/14: 2. Platz

Farben Rot & Weiß
Trikotfarben
Trikotfarben
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Heim
Trikotfarben
Trikotfarben
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Auswärts
Erfolge
Europapokal der Pokalsieger (1)
Finalist des Europapokal der Pokalsieger (2)
Meister ABA-Liga (1)
Halbfinalist des ULEB Eurocup (1)
Finalist des Korać-Cup (1)
Halbfinalist des Korać-Cup (4)
Jugoslawischer bzw. Serbischer Meister (15)
Finalist der ABA-Liga (1)
Final Four bzw. Halbfinale der ABA-Liga (5)
Jugoslawischer bzw. Serbischer Pokalsieger (8)

Der KK Crvena zvezda (offiziell auf serbisch: Кошаркашки клуб Црвена звезда – KK Црвена звезда, Košarkaški klub Crvena zvezda – KK Crvena zvezda; deutsch Basketballklub Roter Stern), gewöhnlich als Crvena zvezda, ausgesprochen [tsřʋena zʋěːzda] („Roter Stern“ bzw „Der Rote Stern“), in seiner Kurzform Zvezda („Stern“ bzw. „Der Stern“) oder im deutschsprachigen Raum auch als Roter Stern bzw. Roter Stern Belgrad bekannt, ist die Basketballabteilung von Roter Stern Belgrad, einem 1945 gegründeten serbischen Sportverein aus dem Belgrader Stadtbezirk Stari Grad.

Der Hauptstadtklub spielt in der Adriatischen Basketballliga (ABA-Liga) sowie der Basketballliga Serbiens (KLS) und hat seine ganze Geschichte in der Spitzengruppe des jugoslawischen und serbischen Basketballs verbracht. Er ist der einzige serbische Basketballverein der noch nie abgestiegen ist.[1]. Insgesamt gewann der Verein 25 Trophäen, davon 15 nationale Meisterschaften und 9 nationale Pokale. In der ewigen Tabelle der 1. Liga des sozialistischen Jugoslawien belegt er den 1. Platz. Auf europäischer Vereinsebene verzeichnete Roter Stern Belgrad 1974 mit dem Gewinn des Europapokal der Pokalsieger, dem ehemals zweitbedeutendste Europapokal, seinen größten Erfolg. Zuvor gelang bereits 1972 der Finaleinzug in diesem Wettbewerb, sowie ein weiteres Mal 1975. Ins Finale des Korać-Cups, dem ehemals drittbedeutendsten Europapokal, konnte der Klub 1984 und 1998 einziehen. Auch hier wurde zuvor bereits 1981 das Halbfinale erreicht, sowie zwei weitere Male 1985 und 1988.

Der letzte große europäische Erfolg gelang 2014, als der Klub ins Halbfinalist des ULEB Eurocups einzog, sowie in die Top 16 der aktuellen Saison 2014/15 der ULEB Euroleague. Daneben wurde Roter Stern 2013 Vizemeister der ABA-Liga. Bereits zwischen 2003 und 2006 konnte der Klub dort jede Saison, sowie 2009 das Final Four bzw. Halbfinale erreichen. Damit ist Roter Stern hinter dem Stadtrivalen Partizan Belgrad der zweite erfolgreiche Basketballverein Serbiens, sowie einer der erfolgreichsten des ehemaligen Jugoslawien und in Europa.

Mit dem Stadtrivalen Partizan verbindet Roter Stern eine der bekanntesten Rivalitäten des Sports überhaupt, sowie einer der bekanntesten Basketballderbys weltweit. Dieses Aufeinandertreffen ist als Ewiges Derby bekannt. Seine Heimspiele bestreitet der Verein seit 1973 in der Pionir-Halle, sowie seit 2013 in der Kombank-Arena. Mit einem Fassungsvermögens von 25.000 Plätzen gehört die Belgrad-Arena zu den fünftgrößten Sporthallen Europas.

Geschichte[Bearbeiten]

1945–1955: Die goldene Epoche[Bearbeiten]

Der Basketballverein Roter Stern Belgrad wurde am 4. März 1945 gegründet, am selben Tag wie der Sportverein Roter Stern Belgrad. Erste Führungskraft der Basketballabteilung war Mira Petrović, doch schon bald übernahm Mirko Aksentijević-Bata die Ruder.[2] Aufgrund der Wunden die sich Aksentijević-Bata während des Zweiten Weltkriegs zugezogen hatte, konnte er selbst am Spiel nicht teilnehme, wodurch Aksentijević-Bata den großteil seiner Zeit Organisations- und Arbeitsaufgaben widmete. Schon bald schloss sich ihm Nebojša Popović an. Gemeinsam intensivierten das Vorangbringen von Roter Stern. In den ersten Monaten seines Bestehens wurde hauptsächlich in die Infrastruktur investiert, so wurde unter anderem das Spielfeld rekonstruiert, neue Körbe installiert, aber auch Trikots angeschafft. Schon bald fand eine Auswahl an Spielern statt, die zahlreiche Titel gewinnen sollten.

Zwischen 1946 und 1955 gewann der Club zehn Jugoslawische Meisterschaften in Serie.[3] Es war die wohl erfolgreichsten Epoche von Roter Stern, als der Verein und dessen damaliges Spielfeld Mali Kalemegdan in Jugoslawien als Synonym für absoluten Basketball stand. Einer seiner treusten Zuschauer jener Periode war der Nobelpreisträger Ivo Andrić, dem später sogar die Vereinspräsidentschaft angeboten wurde.[4] Die prägensten Spieler zu der Zeit waren Nebojša Popović, Tulio Roklicer und Aleksander Gec, sowie Ladislav Demšar und Srđan Kalember.[5] Letzterer errang zusammen mit seinem Teamkollegen Milan Bjegojević insgesamt neun Meisterschaften, bis heute ein ungebrochener Rekord.[6] Dazu beigetragen hat wohl auch ein Dekret der damaligen Regierung, wonach alle Spieler die Militärangehörige waren, in den Reihen des Stadtrivalen Partizan auflaufen mussten, der damals als Verein des Jugoslawische Volksarmee galt. Zu den bekanntesten Spielern die so einen Vereinswechsel vollzogen, gehören die Brüder Šaper, Ratko Vlahović, sowie Braco Alagić und Aleksandar Nikolić.[7]

1955–1974: Eine Ära geht zu Ende[Bearbeiten]

Die Siegesserie von zehn Ligatiteln in Folge wurde 1956 von Proleter Zrenjanin gebrochen. Es war der Beginn einer Krise von 13 Spielzeiten ohne Meisterschaftssieg. Zwischen 1956 und 1968 gelang Roter Stern nur 1959 eine Vizemeisterschaft, während hauptsächlich OKK Belgrad, Olimpija Ljubljana und der KK Zadar die Meisterschaft unter sich ausmachten. Während dieser Zeit veränderten sich der Kader des Vereins völlig. Unter anderem sortierte Trainer Nebojša Popović die damaligen Vereinsikonen Aleksander Gec und Milan Bjegojević aus. Die Ergebnisse variierten von einem 3. Platz 1957 und 1958, bis zu einem 8. Platz 1962 und 1963, um schließlich 1964 erneut den 3. Platz zu erringen. 1962 und 1963 kämpfte der ehemalige „unantastbare Champion“ sogar gegen den Abstieg. Ein Grund war auch, dass sich die Jugoslawische Liga ab den 1960er Jahren zu einer der stärksten Basketballliegen der Welt entwickelte, die insgesamt bis zu ihrem Auseinanderbrechen Anfang der 1990er 15 Europapokalsieger und 11 Europapokalfinalisten hervorbrachte.

Doch schon bald folgte eine neue Generation, die wieder um den Titel spielen sollte, angeführt von Spielern wie Vladimir Cvetković und Zoran Slavnić, sowie Ljubodrag Simonović und Dragan Kapičić. Schließlich gewann Roter Stern 1969 mit Milan Bjegojević als Trainer seine 11. Meisterschaft. Am ersten Titel nach 14 Jahren hatten besonders die Spieler Dragiša Vučinić und Jovan Sarjanović anteil. Nach der anschließenden Vizemeisterschaft 1970, folgte die 12. Meisterschaft 1972 und ein erneuter 2. Platz 1973. Unerwarteterweise sollte der Titel von 1972 die letzte Meisterschaft bis zum Zerfall des sozialistischen Jugoslawien bleiben. Die Meisterschaft ging von da an die nächsten 19 Jahre an Vereinen wie KK Zadar, Bosna Sarajevo, Cibona Zagreb und besonders an Jugoplastika Split und Partizan Belgrad. Trotzdem blieb Roter Stern weiterhin ein bedeutender Faktor in der Liga, besonders in den 1980ern, als er mehrmals knapp die Meisterschaft verpassen sollte.

Vereinserfolge[Bearbeiten]

  • Europapokal der Pokalsieger: 1974
  • Finalist des Europapokal der Pokalsieger: 1972, 1975
  • Meister der ABA-Liga: 2015
  • Vizemeister der ABA-Liga: 2013
  • Halbfinalist des ULEB Eurocup: 2014
  • Finalist des Korać-Cup: 1984, 1998
  • Halbfinalist des Korać-Cup: 1981, 1985, 1988
  • Final Four der ABA-Liga: 2003, 2004, 2005, 2006, 2009
  • Landesmeister: 1946, 1947, 1948, 1949, 1950, 1951, 1952, 1953, 1954 1955, 1969, 1972, 1993, 1994, 1998
  • Landespokalsieger: 1971, 1973, 1975, 2004, 2006, 2013, 2014, 2015

Bekannte Trainer und Spieler[Bearbeiten]

Stern des Sterns[Bearbeiten]

Jedes Jahr wählen die Fangemeinschaften in Zusammenarbeit mit dem Verein den Star der Mannschaft. Bisher trugen acht Spieler den Titel Zvezdine zvezde (Sterne des Sterns):

Ehemalige bekannte Spieler[Bearbeiten]

Sasa Obradovic

Aktueller Kader[Bearbeiten]

Kader von Roter Stern Belgrad in der Saison 2014/2015 (Stand: 16. Januar 2015)
Spieler
Nr. Nat. Name Position Geburt Größe Info Letzter Verein
3 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Marcus Williams Guard 03.12.1985 191 cm Lokomotive Kuban
4 SerbienSerbien Nikola Rebić Guard 22.01.1995 188 cm Radnički Belgrad
5 SerbienSerbien Nikola Čvorović Forward 30.01.1994 201 cm FMP
6 SerbienSerbien Nemanja Dangubić Forward 13.04.1993 204 cm Mega Leks
9 SerbienSerbien Luka Mitrović Forward 21.03.1993 204 cm KK Vršac
10 SerbienSerbien Branko Lazić Guard 12.01.1989 194 cm FMP
11 SlowenienSlowenien Jaka Blažić Guard 30.06.1990 196 cm Union Olimpija
12 SerbienSerbien Nikola Kalinić Forward 08.11.1991 202 cm Radnički Kragujevac
13 SerbienSerbien Boban Marjanović Center 15.08.1988 221 cm Radnički Kragujevac
14 SerbienSerbien Đorđe Kaplanović Center 21.03.1995 209 cm FMP
15 SerbienSerbien Marko Tejić Forward 04.08.1995 208 cm Jugend
22 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Charles Jenkins Guard 28.02.1989 191 cm Philadelphia 76ers
24 SerbienSerbien Stefan Jović Guard 13.11.1990 198 cm Radnički Kragujevac
33 DeutschlandDeutschland Maik Zirbes Center 29.01.1990 208 cm Brose Baskets Bamberg
Trainer
Nat. Name Position
MontenegroMontenegro Dejan Radonjić Trainer
Legende
Abk. Bedeutung
Nr. Trikotnummer
Nat. Nationalität
C Mannschaftskapitän
R Rookie

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Монографија 50 година СД Црвена звезда, S. 107
  2. Занимљивости из историје КК Црвена звезда. mojacrvenazvezda.net. 27.09.2012.. Abgerufen am 21. Dezember 2014.
  3. Dobitnik nagrade za životno delo - Nebojša Popović. Ukts.rs. Abgerufen am 21. Dezember 2014.
  4. Александар Милетић: Андрићу нуђено да буде председник Звезде. Politika.rs. Abgerufen am 21. Dezember 2014.
  5. O Klubu. kkcrvenazvezda.rs. Abgerufen am 21. Dezember 2014.
  6. Званичан Media Guide КК Црвена звезда - сезоне 2002/2003, S. 138
  7. Историја КК црвена звезда 1 део. Ukts.rs. 26.07.2011.. Abgerufen am 21. Dezember 2014.