Biskaya

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Seegebiet, die baskische Provinz siehe Bizkaia.
Lage des Golfs von Biskaya in Westeuropa.
Typischer Küstenabschnitt in Spanien.
Portolankarte der Biskaya von Guillaume Brouscon (1548)

Die Biskaya, auch Golf von Biskaya genannt (französisch Golfe de Gascogne,[1] baskisch Bizkaiko Golkoa,[2] spanisch Golfo de Vizcaya,[3] galicisch Golfo de Biscaia,[4] lateinisch Sinus Cantabricus[5]), ist eine Bucht des Atlantischen Ozeans, die sich von Galicien bis zur Bretagne entlang der Nordküste Spaniens und der Westküste Frankreichs erstreckt.[6] Dieses Seegebiet ist für schlechtes Wetter, starke Stürme und extremen Seegang bekannt.[7]

Die südliche, vor der spanischen Küste gelegene Biskaya wird auf Spanisch und Galicisch in der Regel als Mar Cantábrico (Kantabrische See, lat. Mare Cantabricum) bezeichnet;[7] daneben wird die Bezeichnung Golfo de Vizcaya (bzw. Golfo de Biscaia) verwendet, um die gesamte Biskaya zu bezeichnen.[3] Auch im Französischen ist die Bezeichnung „Kantabrische See“ (Mer Cantabrique) für die Südhälfte der Biskaya geläufig,[8] und im Baskischen ist Kantauri Itsasoa üblich.[9]

Ein Teil der spanischen Biskayaküste ist unter der touristischen Bezeichnung Costa Verde (Grüne Küste) bekannt.[10] In der Region herrscht ein gemäßigtes Seeklima mit hohem Niederschlag, wodurch die Landschaft grüner als in anderen Teilen Spaniens ist.

An der spanischen Biskayaküste liegen vier Autonome Regionen.[11] Am westlichen Ende liegt Galicien, dessen Küste durch die Rías Altas einen fjordähnlichen Charakter hat. Das wirtschaftliche Zentrum Asturiens ist Gijón, neben dem Hafen gibt es ein Stahlwerk von ArcelorMittal[12] und weitere metallurgische Unternehmen. Die Hauptstadt von Kantabrien, Santander, ist touristisch geprägt. Im Prähistorischen Museum der Stadt werden Funde aus der 30 Kilometer westlich von Santander gelegenen Höhle von Altamira gezeigt. Die Autonome Gemeinschaft Baskenland ist der spanische Teil des Baskenlandes, hier liegt auch die Provinz Bizkaia, nach dem die Meeresbucht benannt ist. Donostia-San Sebastián hat sein altes Aussehen bewahrt und lebt größtenteils vom Tourismus, Bilbao ist das wirtschaftliche Zentrum des Baskenlandes. Hier hat die Banco Bilbao Vizcaya Argentaria ihren Sitz, der Hafen ist einer der größten von Spanien. Seit der Eröffnung des Guggenheim-Museums Bilbao 1998 wird die Stadt jedoch auch touristisch bekannter und von Kreuzfahrtschiffen angelaufen. Die Puente de Vizcaya ist die älteste Schwebefähre der Welt und verbindet die zur Agglomeration von Bilbao gehörenden Orte Portugalete und Getxo miteinander, seit 2006 ist sie ein UNESCO-Weltkulturerbe.[13]

An der französischen Biskaya, nahe der spanischen Grenze, liegt Bayonne. Früher war die Waffenproduktion ein wichtiger Industriezweig in der Stadt, das Bajonett ist nach ihr benannt. Der Kräuterlikör Izarra stammt ebenfalls aus Bayonne. Bordeaux ist für seinen Wein bekannt, der weltberühmt ist und den Reichtum der Stadt begründet hat. An der Mündung der Gironde in den Atlantischen Ozean liegt Royan. Die Schwebefähre Rochefort führt über die Charente und verbindet Rochefort mit Échillais, sie ist die letzte Schwebefähre in Frankreich. La Rochelle wurde im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört, dadurch ist die Altstadt mit vielen mittelalterlichen Bauten erhalten geblieben. Die La Rue de l'Enfer in Les Sables-d'Olonne ist mit nur 45 Zentimetern Breite und damit (nach der Spreuerhofstraße in Reutlingen) eine der engsten Gassen der Welt.[14] Auf der Werft Chantiers de l’Atlantique in Saint-Nazaire wurden die Queen Mary 2 und fast alle Kreuzfahrtschiffe der MSC Kreuzfahrten gebaut.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Centre de Recherche sur les Mammifères Marins de La Rochelle (CRMM). Observatoire Régional de l'Environnement Poitou-Charentes, abgerufen am 8. September 2012 (französisch).
  2. José Ignacio Hualde, Jon Ortiz De Urbina: A Grammar of Basque. Walter de Gruyter, 2003.
  3. a b Golfo de Vizcaya y costas ibéricas atlánticas. Europäische Kommission, abgerufen am 8. September 2012 (spanisch).
  4. O Golfo da Biscaia e a Costa Ibérica. Europäische Kommission, abgerufen am 8. September 2012 (portugiesisch).
  5. Sinus Cantabricus: OS (Oceans). geographic.org, abgerufen am 8. September 2012 (englisch).
  6. Bay of Biscay. Britannica Online Encyclopaedia, abgerufen am 8. September 2012 (englisch).
  7. a b Bay of Biscay. Encyclopedia of Earth, abgerufen am 8. September 2012 (englisch).
  8. Golfe de Gascogne. sea-seek.com, abgerufen am 8. September 2012 (französisch).
  9. Plan territorial sectorial de protección y ordenación del litoral de la comunidad autónoma del país vasco. Abgerufen am 8. September 2012 (PDF; 1,4 MB, baskisch und spanisch).
  10. Die Costa Verde, Natur am Meer. spain.info, abgerufen am 8. September 2012.
  11. Das Grüne Spanien. spain.info, abgerufen am 8. September 2012.
  12. ArcelorMittal Asturias (Gijon). arcelormittal.com, abgerufen am 9. September 2012 (englisch).
  13. Vizcaya Bridge. unesco.org, abgerufen am 10. September 2012 (englisch).
  14. La rue de l'Enfer ne fait que 45 cm de large. ouest-france.fr, abgerufen am 10. September 2012 (französisch).

Weblink[Bearbeiten]

 Commons: Biskaya – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

45.090833333333-3.9075Koordinaten: 45° N, 4° W