Gijón

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Gijón (Begriffsklärung) aufgeführt.
Gijón / Xixón
Gijon Town Hall.jpg
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Gijón / Xixón
Gijón (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: AsturienAsturien Asturien
Comarca: Gijón
Koordinaten 43° 33′ N, 5° 40′ W43.545044853571-5.662543458377114Koordinaten: 43° 33′ N, 5° 40′ W
Höhe: 14 msnm
Fläche: 181,60 km²
Einwohner: 275.274 (1. Jan. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 1.515,83 Einw./km²
Postleitzahl: 33201
Gemeindenummer (INE): 33024 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Nächster Flughafen: Flughafen Asturias 40,9 Km
Verwaltung
Bürgermeister: Carmen Moriyón Entrialgo (FAC)
Adresse der Gemeindeverwaltung: Plaza Mayor nº1 - 33201 Gijón
Website: www.gijon.es
Lage der Stadt
Xixon Asturies map.svg

Gijón [xiˈxɔn] (asturisch Xixón) ist eine Hafen- und Industriestadt in Asturien und zugleich wirtschaftliches Zentrum dieser spanischen Region. Hier, am Golf von Biskaya, befindet sich einer der wichtigsten Häfen der spanischen Nordküste. In der 275.274 Einwohner (Stand 1. Januar 2013) zählenden Stadt überwiegt vor allem die Schwerindustrie mit Hüttenwerken, Werften und Maschinenbau. Im Mittelalter und in der Römerzeit hieß sie Gigia. Außerdem ist Gijón bekannt als die Hauptstadt der Costa Verde.

Gijón befindet sich im Norden Asturiens, 28 km von Oviedo und 26 km von Avilés entfernt, und bildet damit einen Teil der Metropolregion, die 20 Gemeinden des Zentrums der Region, ein dichtes Netz an Straßen, Autobahnen und Bahnlinien sowie eine Bevölkerung von rund 830.000 Einwohnern (2001) umfasst.

Geschichte[Bearbeiten]

Entwicklung seit 1900[Bearbeiten]

In der Statistik spiegeln sich zwei Perioden starken Wachstums: Gijón, das 1900 (im Jahr der ersten verlässlichen Bevölkerungserhebung) 46.813 Einwohner gezählt hatte (258 je km²) verdoppelte die Zahl seiner Bewohner zwischen 1920 und 1940 – und noch einmal zwischen 1960 und 1980. Begonnen hatte das 20. Jahrhundert für das Städtchen an der Atlantikküste mit einer deutlichen Verlangsamung des wirtschaftlichen Aufschwungs. Neue Impulse brachte die Eröffnung des Hafens El Musel im Jahr 1907, der sich schon bald zum Motor der lokalen Wirtschaft entwickelte und zur Goldgräberstimmung in der gesamten Region führte. 1918 blieb Gijón von der großen Grippe-Epidemie, die in Spanien grausam wütete und weltweit über 40 Millionen Menschenleben forderte, weitgehend verschont: „Nur“ knapp 900 betrug der Verlust an Menschen, der rasch wettgemacht war, als 1920 die ersten großen Werften eröffneten und Arbeiter mit ihren Familien in Scharen aus dem ländlichen Umland in die prosperierende Stadt strömten. Während 1929 in New York die Börse crashte, bekam die asturische Region den nächsten Anschub: Man hatte vielversprechende Steinkohlevorkommen entdeckt und sprach bereits vom „spanischen Böhmen“ (wobei wohl eher Schlesien gemeint gewesen sein dürfte). Und nachdem 1935 endlich die erste Kohle aus der Mine La Camocha gefördert wurde, boten Bergwerke im Hinterland und Hüttenbetriebe in Gijón tausenden einstiger Landarbeiter aus ganz Spanien eine neue Perspektive. Weitere Arbeitsplätze schuf die Zementproduktion ab 1952.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Quelle: INE Grafische Aufarbeitung für Wikipedia

Parroquias[Bearbeiten]

Karte der Parroquias in Gijón

Der Kreis ist in 26 Parroquias unterteilt:

Politik[Bearbeiten]

Sitzverteilung im Gemeinderat von Gijón
Partei 1979 1983 1987 1991 1995 1999 2003 2007 2011
PSOE 13 17 11 12 12 16 13 13 10
FAC 9
AP / PP 1 7 7 9 11 9 11 12 5
PCE / IU 4 3 3 3 4 2 3 2 3
UCD / CDS 9 - 6 -
UGJ 3
Total 27 27 27 27 27 27 27 27 27
Quelle: Spanisches Innenministerium

Wirtschaft[Bearbeiten]

Beschäftigungszahlen der Gemeinde Gijón in den Wirtschaftszweigen'
Beschäftigte Anteil in Prozent
TOTAL 95.816 100
Ackerbau, Viehzucht und Fischerei 665 0,69
Industrie 16.537 17,26
Bauwirtschaft 9.969 10,40
Dienstleistungsbetriebe 68.645 71,64
* Daten aus dem Statistischen Amt für Wirtschaftliche Entwicklung in Asturien, Stand 2009 (PDF; 112 kB), SADEI

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

San Lorenzo Strand bei Gijón und Cimadevilla-Quartier
Sporthafen von Gijón
San Lorenzo Strand
Häuser am Hafen

Bauwerke[Bearbeiten]

Sehenswert ist vor allem der 1590 erbaute Palacio de los Valdés, in dessen Kellern Reste römischer Thermen gefunden wurden. Der für Kunstausstellungen genutzte Palast von Revillagigedo trägt entscheidend zum Ambiente der zum Hafen offenen Plaza del Marqués bei. Auf einer Anhöhe am Meer hat Eduardo Chillida eine seiner wichtigsten Skulpturen, Lob des Horizonts, aufgestellt. Als Touristenattraktionen der letzten Jahren sind vor allem der botanische Garten der Stadt, das Aquarium und die Umwandlung in ein modernes Kunst- und Kulturzentrum des aus der Franco-Zeit stammenden Monumentalbaus Universidad Laboral hervorzuheben. Der 2007 fertiggestellte etwa 12 km lange Küstenwanderweg vom Zentrum Gijóns bis zum Strand von La Ñora ermöglicht einige schöne Ausblicke über die Klippen des Kantabrischen Meeres.

Museen und Ausstellungen[Bearbeiten]

In Gijón befinden sich eine Reihe sehenswerter Museen und Ausstellungen:

Gastronomie[Bearbeiten]

Innerhalb der typischen Küche gelten die weiße Bohnen (Spanisch: fabes) als besonders beliebt – weit bekannt ist der asturische Bohneneintopf (Spanisch: fabada asturiana) mit „compango“ (geräucherte Wurst, asturische Blutwurst und Vorderschinken) sowie mit Muscheln, Meerspinnen, Wild etc., gekocht im typisch asturischen Blechtopf. Als Hauptgerichte werden Fisch und Meeresfrüchte direkt vom Hafen dargereicht, die nach traditionellen Rezepten wie beispielsweise „la chopa de la sidra“ (Streifenbrasse in Apfelwein), „besugo a la espalda“ (Brasse mit Knoblauch, Olivenöl und Balsamicoessig) oder „ventresca de bonito“ (Thunfisch) zubereitet werden.[3] Daneben spielen auch Gerichte mit Fleisch aus dem umliegenden Festland eine wichtige Rolle, so wie Gerichte mit Kalbfleisch oder Hühnchen. Typische Desserts sind „arroz con leche“ (Milchreis), „tarta charlota“ (gefrorene Cremekuchen), „biscuit Gijón“ und die „princesitas de La Playa“ – übersetzt die Prinzesslein vom Strand. Dabei handelt es sich um ein kleines, kunstvolles Gebäck aus Marzipan, das mit einer Eiercreme gefüllt ist.

All das verbindet sich mit Apfelwein, der nach traditionellerweise die Hauptgerichte sowie an langen Sommerabenden Tortillas, Würstchen und Empanadas (Teigtaschen), begleitet.

Hotels und Gaststätten[Bearbeiten]

In Gijón gibt es eine Vielfalt an Bars, Cafés, Restaurants, Apfelweinstuben, Pubs, Hotels aller Kategorien und traditionelle Gasthäuser. Es gibt sogar Besucher, die „gastronomische Routen“ verfolgen. Im Großteil der Straßen gibt es zumindest ein Restaurant oder Apfelweinstube. Es gibt sogar ein ganzes Viertel mit einer Vielfalt an Bars, das sogenannte „Apfelweinviertel“ (Spanisch: „el barrio de la sidra“).

Sport[Bearbeiten]

Der beste Fußballverein in Gijón (Sporting Gijón) spielt in der Segunda División. Gijón Baloncesto spielt in der professionellen Basketballliga.

Weltweite Berühmtheit erlangte Gijón als Austragungsort jenes umstrittenen Fußball-Weltmeisterschaftsspiels am 25. Juni 1982, bei dem sich Österreich und Deutschland beim Stande von 1:0 für Deutschland sich ab der zweiten Halbzeit kaum mehr bewegten (Nichtangriffspakt von Gijón), weil dieses Ergebnis beide Teams in die nächste Runde brachte. „Gijón“ wird im Sprachgebrauch seitdem für geschobene Wettbewerbe verwendet[4].

2008 war Gijón Austragungsort der Speedskating-Weltmeisterschaft. Gijón wird 2014 Austragungsort der Kletter-Weltmeisterschaft.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero de 2013. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Museos Gijón – Biografie. Website der Stadt Gijón. Abgerufen am 18. September 2014.
  3. Gijón Tourismo: Cuisine of Gijón Abgerufen am 1. September 2014.
  4. Sportbild.de: Vor 25 Jahren: Die Schmach von Gijon.
  • Bevölkerungszahlen siehe INE
  • Postleitzahlen siehe [1]
  • Koordinaten und Höhenangaben siehe Google Earth

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gijón – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien