Lolita (Roman)

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Einband der Erstausgabe, The Olympia Press 1955

Lolita ist der bekannteste Roman des russisch-amerikanischen Schriftstellers Vladimir Nabokov.

Über den Umweg der Erstausgabe von 1955, publiziert durch den in Frankreich ansässigen und auf englischsprachige Erotika spezialisierten Verlag Olympia Press, erreichte Lolita 1957 in Auszügen und ein Jahr später in der vollständigen Fassung die amerikanische Leserschaft und fand bald darauf auch weltweite Verbreitung. In dem 1957 geschriebenen Nachwort bekannte der gebürtige Russe Nabokov, Lolita sei seine „Liebeserklärung“ an die englische Sprache, und trat dem Verdacht der Pornografie entgegen, der die Rezeption des Romans anfangs begleitete. Die in Details leicht veränderte russische Fassung von Lolita (1967) besorgte er selbst.

Der hohe künstlerische Wert des vielschichtigen Werks wurde zunächst verdeckt durch sein skandalträchtiges Thema: Es geht um die verbotene, nämlich pädophile Liebesbeziehung des 1910 in Frankreich geborenen Ich-Erzählers, des Literaturwissenschaftlers Humbert Humbert, zu der am Anfang ihrer Beziehung im Jahre 1947 zwölfjährigen Dolores Haze, die er Lolita nennt. Beginn und Verlauf seiner einseitigen Leidenschaft sowie ihre gemeinsame zweijährige Odyssee quer durch die USA schildert er in einem Gefängnis, wo er nach dem Mord an seinem Nebenbuhler 1952 auf seinen Prozess wartet.

Von Nabokovs Titelfigur kommend ist der Name Lolita zum festen Begriff geworden und hat Eingang gefunden in Wissenschaft (Lolitakomplex), Popkultur (Lolita-Mode, Lolicon) und alltäglichen Sprachgebrauch. Das Bild des sexuell frühreifen, verführerischen Mädchens, das man mit „Lolita“ gewöhnlich verbindet, ist allerdings im Vergleich zur Lolita des Romans stark eingeengt und trivialisiert. Dazu beigetragen haben auch die beiden Verfilmungen von Stanley Kubrick (1962) und Adrian Lyne (1997).

Mehrfach bekundete Nabokov, dass er Lolita – seinen dritten Roman in Englisch, seinen zwölften insgesamt – besonders wertschätze. Er brachte dem knapp 60-Jährigen den Durchbruch in seiner schriftstellerischen Karriere und befreite ihn vom akademischen Brotberuf. Die 1939 entstandene und postum veröffentlichte Novelle Der Zauberer gilt als Vorstudie zu Lolita.

Inhalt[Bearbeiten]

Der Romanhandlung vorangestellt ist das Vorwort eines fiktionalen Herausgebers, der dem Leser mitteilt, der nachfolgende Text sei unter dem Titel Lolita oder Die Bekenntnisse eines Witwers weißer Rasse von einem Gefängnisinsassen verfasst worden, der sich selbst mit dem Decknamen „Humbert Humbert“ bezeichne und am 16. November 1952, kurz vor Beginn seines Prozesses, an den Folgen einer Koronarthrombose gestorben sei.

Der 1910 in Paris geborene Protagonist beginnt seine Aufzeichnungen mit einem kurzen Abriss seines Lebens bis zu dem Punkt, an dem er Lolita begegnet. In den Mittelpunkt rückt er seine erste Liebe im Sommer 1923: eine als symbiotisch erlebte, vom Erwachen der Sexualität begleitete Beziehung zu der gleichaltrigen Annabel Lee, die unerfüllt bleibt durch den frühen Tod der Geliebten. Von da an sieht er sich fixiert auf einen bestimmten Typus von Mädchen etwa im Alter von Annabel, von denen er (ein „einsamer Wanderer, Künstler und Wahnsinniger“) sich magisch angezogen fühlt und die er daher als „Nymphetten“ bezeichnet; obsessiv sucht er ihre Nähe, kann aber sein sexuelles Begehren unterdrücken. Seine Flucht in eine vier Jahre dauernde Ehe beschreibt er mit zynischer Distanz; Gleiches gilt für seine Aufenthalte in psychiatrischen Kliniken sowie kurzzeitige Jobs als Lehrer, Parfum-Werbetexter und Expeditionsteilnehmer. Das Einzige, was ihm zeitweise geistige Erfüllung und Ablenkung verschafft, ist eine Auftragsarbeit für einen renommierten Verlag, die er als ausgebildeter Anglist übernommen hat: ein mehrbändiges Handbuch der französischen Literatur für englischsprachige Studenten. Dieses Projekt gedenkt er auch weiterzuführen, als er – inzwischen in den USA lebend und durch die Rente eines verstorbenen Onkels finanziell abgesichert – nach einem Rückzugsort für den Sommer 1947 sucht. In der neuenglischen Kleinstadt Ramsdale, im Haus der Witwe Charlotte Haze, trifft er völlig unvermutet auf die für ihn idealtypische „Nymphette“: die 12-jährige Tochter Lolita. Schockhaft wird sofort alles wieder lebendig, was ihn an seine erste Liebe erinnert, doch fast ebenso schnell auch wieder verdrängt durch die Gegenwart.

Obwohl abgestoßen vom Haus und der Besitzerin, mietet Humbert sich ein und lässt sich vom Alltagsleben vereinnahmen, sofern es irgendeinen Kontakt zu Lolita verheißt. Seismografisch nimmt er alles wahr, was sie betrifft und ihn erregt, und hält es akribisch in Tagebüchern fest. Die drei Wochen währenden Annäherungen an sie kulminieren an einem Sonntagmorgen in Abwesenheit der Mutter: Es gelingt ihm, eine erotisch aufgeladene neckische Spielerei mit ihr auf dem Sofa in sexuelle Manipulationen überzuleiten und zu einem für ihn ekstatischen Orgasmus zu kommen. Seine „Erleichterung“ ist eine doppelte, hält er sich doch zugute, Lolitas „Reinheit“ nicht angetastet zu haben. Noch bevor er darangehen kann, zu erproben, ob und wie sich der unerwartete Erfolg in eine Strategie umwandeln lässt, kommt es zu einer Reihe gravierender Wendungen, die allesamt von Charlotte ausgehen.

Zunächst beschließt sie, Lolita früher als geplant ins Sommerlager zu schicken und nicht vor Ablauf der Ferien zurückkommen zu lassen. Noch am Tag von Lolitas Abreise erklärt sie Humbert brieflich ihre Liebe und stellt ihn praktisch vor die Wahl, entweder abzureisen oder sie zu heiraten. Um in Lolitas Nähe zu bleiben, entscheidet er sich für die Ehe, und mit dem gleichen, bereits eingeübten Zynismus entledigt er sich der damit verbundenen „Pflichten“. Charlotte scheint frei von Argwohn, was seine wahren Empfindungen und Absichten betrifft – bis sie sich eines Tages gewaltsam Zugang zu seinen Tagebüchern verschafft und die volle Wahrheit erfährt. Auf seine Ausrede, es handle sich um einen Romanentwurf, fällt sie nicht herein und verfasst drei Briefe, die darauf abzielen, Lolita von ihm zu isolieren. Beim Gang zum Briefkasten auf der gegenüberliegenden Straßenseite gerät sie jedoch unter ein Auto und stirbt.

Mit einem Schlag hat sich dadurch alles in seinem Sinne verändert. Humbert ist jetzt Lolitas einziger Vormund; das mit Charlotte am engsten befreundete Paar hält ihn sogar für ihren leiblichen Vater. Er holt Lolita vorzeitig aus dem Sommerlager ab mit der Begründung, ihre Mutter liege im Krankenhaus, und steigt mit ihr auf dem Weg dorthin für eine Nacht in einem Hotel ab. Sein Plan ist, das, was ihm auf dem heimischen Sofa nur durch Zufall glückte, sich von nun an methodisch zu verschaffen, indem er Lolita mit einem Schlafmittel sediert. Das misslingt, denn das Mittel wirkt nicht. Am Morgen ergreift Lolita ihrerseits die Initiative und praktiziert mit ihm, was sie im Sommerlager heimlich „gelernt“ hat: den Sexualakt. Noch am gleichen Tag teilt Humbert ihr mit, dass ihre Mutter tot ist, und bringt sie so auch davon ab, nach Hause zurückkehren zu wollen; dort seine Affäre mit ihr fortzuführen, hatte er von vornherein als zu riskant ausgeschlossen. Das nun beginnende unstete Reiseleben beider bildet die Schnittstelle zwischen Teil eins und zwei.

Ihre erste Autoreise verläuft ungeplant und führt sie, im Uhrzeigersinn, durch nahezu alle Staaten der USA. Mit dem Besuch zahlreicher Attraktionen versucht Humbert, gemeinsame Erlebnisse zu schaffen, die Lolita an ihn binden. Das verfängt bei ihr nicht, anders als die Drohkulisse, die er aufbaut, nachdem sie zu erkennen gibt, dass sie ihn anzeigen und ins Gefängnis bringen könne: Dann, so kündigt er ihr an, werde sie ein Mündel des Staates und käme in ein Heim. Sie zur Komplizin zu machen gelingt ihm also; eine Geliebte wie Annabel wird sie ihm nicht. Zwar kennt sie ihre Reize, auf die er anspricht, und weiß mit ihnen zu spielen, doch nie aus Lust, sondern aus Berechnung – unter anderem zur Erhöhung der materiellen Zuwendungen, mit denen er ihre sexuelle Verfügbarkeit belohnt.

Nach einem Jahr fasst Humbert den Entschluss, sich auf unbestimmte Zeit niederzulassen; seine Wahl fällt auf die neuenglische College-Stadt Beardsley, wo Lolita auch erstmals wieder eine Schule besucht. Für sie bedeutet das mehr Freiraum, für ihn noch mehr Kontrollzwang, Argwohn und Eifersucht – eine Haltung, die ihn vor der Lehrerschaft der sich als fortschrittlich verstehenden Mädchenschule ironischerweise zu einem besorgten, aber etwas altmodischen Vater macht. Nur widerstrebend erlaubt er Lolita die Teilnahme an den Proben für ein Theaterstück. Eine heftige Auseinandersetzung zwischen beiden endet mit Lolitas Flucht; als er sie wiederfindet, scheint sie wie verwandelt und hat ihrerseits einen Entschluss gefasst: Auf Theater und Schule will sie verzichten und wieder auf Reisen gehen, unter der Bedingung, dass sie über die Route bestimmt. Humbert willigt ein.

Unterwegs glaubt er jedoch bald, sie hätten einen Verfolger hinter sich, und hält ihn wechselnd für einen Detektiv, Nebenbuhler oder eine Ausgeburt seiner Paranoia. Als Lolita irgendwann mit einer Virusinfektion im Krankenhaus liegt und Humbert – von ihr angesteckt und geschwächt – im Hotel, nutzt sie die Gelegenheit und verschwindet; das Personal teilt dem wie eine Furie tobenden „Vater“ mit, sie sei, „wie vereinbart“, von ihrem „Onkel“ abgeholt worden. Fieberhaft verfolgt Humbert die Spur des unbekannten Entführers (und Nebenbuhlers, wie er nun sicher glaubt) zurück, um seine Identität zu ermitteln, ihn zu stellen und zu töten und so auch Lolita zurückzuerobern – vergeblich.

Mehr als drei Jahre später ist es Lolita, die sich – schwanger, verheiratet und in ärmlichen Verhältnissen lebend – bei ihm meldet mit der Bitte um Geld. Humbert verfügt über die Einnahmen aus der Vermietung des Haze'schen Hauses, die sich auf das Zehnfache der gewünschten Summe belaufen, und gibt ihr, was ihr ohnehin zusteht, ohne Bedingungen daran zu knüpfen. Seine Hoffnung, Lolita zurückzugewinnen, erfüllt sich indes nicht. Stattdessen erfährt er von ihr, dass der große Unbekannte, den er in ihrem Ehemann zu finden glaubte und dem er noch immer nach dem Leben trachtet, tatsächlich ein Nebenbuhler war und sogar der einzige Mann, nach dem sie je „verrückt“ gewesen sei; zum Bruch mit ihm sei es gekommen, weil sie sich geweigert hatte, in den Pornofilmen mitzuspielen, die er drehen ließ. Immerhin kennt Humbert jetzt seinen Namen und begreift die Zusammenhänge: Der Dramatiker Clare Quilty, ein alter Bekannter der Haze'schen Familie, war der Verfasser jenes Theaterstücks in Beardsley, dessen Hauptrolle er speziell für Lolita entworfen und das er nach dem Hotel „Die Verzauberten Jäger“ benannt hatte, in dem Humbert mit ihr die erste Nacht verbrachte und wo er von Quilty auf mysteriöse Weise angesprochen worden war, so, als würde dieser ihn durchschauen. Humbert sucht nun die finale Begegnung mit ihm, spürt ihn auf und erschießt ihn.

Rückblickend auf eine lakonische Notiz im Vorwort erweist sich, dass die Bedingung, an die Humbert eine Veröffentlichung seiner Aufzeichnungen knüpft – Lolita dürfe nicht mehr am Leben sein – erfüllt ist: Sie stirbt, nur wenige Wochen nach ihm, im Kindbett nach der Niederkunft mit einem totgeborenen Mädchen.

Struktur und Stil[Bearbeiten]

Humbert, der Erzähler, ein gebildeter Literaturwissenschaftler, beschreibt einerseits als europäischer Außenseiter teils fasziniert, teils angeekelt, detailreich die US-amerikanische Alltags- und Jugendkultur; andererseits spickt er seinen Bericht mit vielschichtigen literarischen Anspielungen, Wortspielen und Witzen, wobei die Leser zusätzlich dadurch aufs Glatteis geführt werden, dass sie oft nicht wissen, ob es sich dabei um bewusste Mehrdeutigkeiten Humberts oder des Herausgebers John Ray, Jr. oder des Autors Nabokov handelt.

Zusätzlich kompliziert wird dieses Beziehungsgeflecht dadurch, dass Bezüge nicht nur innerhalb einer Sprache – der gebürtige Russe Nabokov verfasste den Roman auf Englisch – hergestellt werden, sondern dass aus dem Russischen, Französischen, Deutschen und weiteren Sprachen ein dichtes, kreuz und quer verwobenes Bedeutungsnetz gesponnen wird. In der Übersetzung geht davon zwangsläufig einiges verloren. Beispielsweise verweist Nabokov zufolge der Name „Humbert Humbert“ durch seinen unangenehmen doppelten Klang auf eine unangenehme Person, ist darüber hinaus aber auch ein Königsname, erinnert an das englische Wort „humble“ (bescheiden oder demütig), an das spanische „hombre“ (Mann), an das französische „ombre“ (Schatten) – was durch die Dopplung noch verstärkt wird – und an ein Kartenspiel gleichen Namens, um nur einige Möglichkeiten zu nennen. Nabokov wählte das Pseudonym, weil es „ein besonders übel klingender Name“ sei.[1] Den Nachnamen, den Lolita gegen Ende des Romans hat, „Dolores Schiller“, könnte man als eine Anspielung auf das Schillernde dieser Figur verstehen – oder man kann es englisch-phonetisch lesen als Homophon von englisch „Dolores’ killer“ („Dolores’ Mörder“), denn Dolores stirbt an den Folgen der Geburt des Kindes, das ihr Mann Dick Schiller („Dick ’s [the] killer“, dt. „Der ‚Schwanz‘ ist ein Mörder“ bzw. „Mörder der Männlichkeit“; je nach Grad der phonetischen Verschleifung) mit ihr gezeugt hat.

Das Doppel- und Mehrdeutige des Romans wird zum Ende noch dadurch gesteigert, dass Humbert ein unzuverlässiger Erzähler ist: Zweck seines Textes ist nicht die wahrheitsgemäße Darstellung, sondern eine Apologie seiner Taten. So erzählt er zwar, er selbst sei von Lolita in ihrer ersten Liebesnacht verführt worden, im weiteren Verlauf der Erzählung erwähnt er aber, dass Lolita bei und nach jedem Geschlechtsakt weinte, und bezichtigt sich schließlich selbst der vielhundertfachen Vergewaltigung. In Lolitas heimlichem Helfer bei ihrer Flucht findet er zudem einen starken Gegenspieler, der ihm in literarischen Kenntnissen mindestens ebenbürtig und immer einen Schritt voraus ist; bisweilen scheint Lolitas Retter Humberts eigenes Alter Ego zu sein. Auch die in einer traumhaften Atmosphäre ablaufende Mordsequenz des Endes wirft die Frage auf, ob der Autor eine imaginierte Wirklichkeit oder nur eine alptraumhafte Imagination der Hauptfigur beschreibt, die sich von ihrer „dunklen Seite“ endlich durch einen fiktiven Mord befreit (der Retter Lolitas ist nicht weniger pädophil als Humbert selbst).[2] Das Versteckspiel endet erst mit dem letzten Punkt und lässt viele Fragen offen.

Durchzogen wird der Roman von zahlreichen literarischen Zitaten, Halbzitaten und Anspielungen. Die beiden wichtigsten Referenzen sind dabei eine Reihe von Werken Edgar Allan Poes (1836 heiratete Poe seine erst 13-jährige Cousine Virginia Clemm; auf ihren frühen Tod spielt vielleicht das Gedicht Annabel Lee an. Verwiesen wird von Nabokov auf den Roman Die Abenteuer des Arthur Gordon Pym, die Erzählung William Wilson und viele andere mehr) sowie den Roman Alice im Wunderland von Lewis Carroll, dessen Hauptfigur, ein kleines Mädchen, wie auch dessen Mehrdeutigkeiten, Traumwelten und Anspielungsmuster in zahlreichen, oft wiederum travestierten Gestalten aufscheinen. Außerdem finden sich Zitate der französischen Originalausgabe der Novelle Carmen von Prosper Mérimée. Humbert Humbert bezeichnet vor allem gegen Ende der Geschichte Lolita immer wieder als Carmen. Durchgängig ist auch das Gefängnis-Motiv: Alle handelnden Personen werden direkt oder metaphorisch als Gefangene geschildert.[3]

Donald E. Morton macht auf die komplexen Symmetriebeziehungen aufmerksam, die den Roman strukturieren: Neben dem seltsam gedoppelten Namen Humberts wird das in dessen zwei Rollen sichtbar, in denen er im Buch erscheint: als Protagonist, der die Geschichte erlebt, und als Erzähler, der reflektierend auf sie zurückblickt. Zudem wird er durch die Figur des gleichfalls pädophilen Quilty gespiegelt. Doppelungen gibt es auch bei den zwei Teilen des Romans, in der Zahl 342, die Lolitas Hausnummer in Ramsdale und die Zimmernummer im Motel Die verzauberten Jäger ist; das Haus in Ramsdale gleicht auffallend dem in Beardsley, es gibt zwei gemeinsame Reisen, und schließlich rahmen ein Vorwort und ein Nachwort den Roman: Im Vorwort verweist der fiktive Herausgeber auf den „ethischen Appell“, den das Buch „an den verantwortungsbewußten Leser“ richte.[4] Im Nachwort dementiert Nabokov diese Lesart: Lolita habe „keine Moral im Schlepptau“. Dieses hochartistische Spiel mit Dualismen trägt nach Donald E. Morton dazu bei, dass, wenn der Roman zu Ende sei, „sowohl der Leser als auch Humbert ihr Vergnügen gehabt“ haben.[5]

Vorläufer im Werk Nabokovs[Bearbeiten]

Dem Roman Lolita geht eine thematisch ähnliche Erzählung voraus, die Nabokov 1939 in Paris auf Russisch verfasste. Darin beobachtet der etwa vierzig Jahre alte Arthur in einem Park ein in Veilchenblau gekleidetes, präpubertäres Mädchen und fühlt sich zu diesem kindlichen Mädchen hingezogen. Kurze Zeit später heiratet er die als ein wenig abstoßend beschriebene verwitwete Mutter des Mädchens, um es täglich sehen zu können. Nach dem Tod der Mutter, die an den Folgen einer Operation stirbt, misslingt eine sexuelle Annäherung in einem Hotelzimmer und Arthur wirft sich vor einen Lastwagen. Als erste Inspiration für diese Novelle nennt Nabokov selbst eine Zeitungsmeldung über einen Affen im Jardin des Plantes, der die Gitterstäbe seines Käfigs gezeichnet haben soll. In einem 1956 abgefassten Nachwort zu Lolita gibt er an, diese Erzählung bald nach seiner Übersiedlung in die Vereinigten Staaten 1940 vernichtet zu haben.[6] Darin täuschte sich Nabokov allerdings: Die Erzählung wurde im Februar 1959 unter anderen Papieren wiedergefunden. Wenig später schrieb er an den Verlagsleiter von G.P. Putnam’s Sons, dem New Yorker Verlag, in dem nach langer Kontroverse 1958 die amerikanische Ausgabe seines Romans Lolita erschien:

„Ich habe Wolschebnik jetzt mit sehr viel mehr Vergnügen wiedergelesen, verglichen mit dem, das ich während der Arbeit an Lolita hatte, als es mir in der Erinnerung wie irgendein totes Zeug vorkam.“[7]

Die Erzählung erschien 1986 posthum unter dem Titel The Enchanter (russisch: Волшебник Wolschebnik, deutsch „Der Zauberer“ oder Der Bezauberer).[8] Marcel Reich-Ranicki bezeichnete die Erzählung als ein vor allem psychologisches Porträt, eine scharfsinnige poetische Studie der sexuellen Obsession, gezeigt am Beispiel eines pathologisch veranlagten Mannes.[9] Er nennt es auch ein nachdenkliches und vielschichtiges Prosastück von beängstigender Intensität, bei dem man Gefahr laufe, die Qualität der Erzählung zu unterschätzen, weil auf ihm der Schatten von Nabokovs unvergleichbarem Werk Lolita liege.[10]

Eine noch ältere Spur des Motivs lässt sich in einem 1928 auf Russisch verfassten Gedicht Nabokovs mit dem Titel Lilith erkennen. Darin wähnt sich ein Verstorbener im Himmel, als er Sex mit einem Mädchen hat, „fast kindlich noch“. Das Mädchen entzieht sich ihm aber, bevor er ejakuliert, und er erkennt, dass er in der Hölle ist. Im Roman benutzt Humbert den Namen Liliths, eines weiblichen Dämons der sumerischen Mythologie für Lolita, um anzudeuten, dass sie in ihrer Beziehung die Verführerin, die Teuflische wäre.[11]

Deutung[Bearbeiten]

Liebesroman[Bearbeiten]

Der amerikanische Literaturkritiker Lionel Trilling deutet Lolita in einem 1958 erschienenen und vielbeachteten[12] Essay als Liebesroman. Dabei geht er von der These aus, dass in einer klassischen Liebesgeschichte das Zusammenkommen der beiden Liebenden gestört, wenn nicht unmöglich sei. In der modernen permissiven Gesellschaft gälten aber keine Standesschranken, keine elterlichen Verbote mehr, und auch der Umstand, dass eine der beiden anderweitig verheiratet sei, stelle heute kein echtes Hindernis mehr dar. Daher habe Nabokov eine pervertierte Liebe beschreiben müssen, eine Liebe, die gegen das gesellschaftliche Tabu der Pädophilie verstößt. Belege für seine These findet Trilling in zahlreichen Anspielungen auf die Minnetradition des Mittelalters und die frühhumanistische Liebeslyrik: Sowohl Dante als auch Petrarca hätten leidenschaftliche Liebesverhältnisse zu minderjährigen Mädchen besungen, und Lolita bleibe, ganz wie es in der höfischen Minnelyrik „stets die grausame Geliebte […], selbst nachdem ihr Liebhaber sie körperlich besessen hat“. Humberts Flehen am Ende des Romans, als Lolita schon aus dem Nymphchenalter herausgewachsen war, sie möge mit ihm zusammenleben, zeige seine wahre Liebe. Insofern sei er „der letzte Liebhaber“.[13]

Palimpsest[Bearbeiten]

Dieter E. Zimmer widerspricht Trillings Deutung, dem er vorwirft, auf Humberts Apologie hereingefallen zu sein, mit der er den Leser bzw. die Geschworenen auf seine Seite ziehen wolle. Nabokov habe vielmehr den Roman als Palimpsest geschrieben, als doppelt beschriebenes Blatt: Dem Leser sei zugemutet, beide Ebenen des Textes zu erkennen: Oberflächlich lese man Humberts blendende Rhetorik, die zur Sympathie mit ihm einlade, doch darunter gelte es, seine Monstrosität und Lieblosigkeit zu erkennen, die der Autor immer wieder durchscheinen lasse.[14] Liebe sei an drei Mindestbedingungen gebunden: Sie sei auf eine bestimmte Person gerichtet und nicht nur an einen bestimmten Typus; sie wolle dem Liebesobjekt keinen Schaden zufügen; und das Liebesobjekt müsse zumindest die Chance haben, in das Liebesverhältnis einzuwilligen. Alle drei Bedingungen seien in Humberts Fall aber nicht erfüllt: Er begehre nicht die Person Dolores Haze, sondern den Idealtyp eines Nymphchens, den Lolita für ihn verkörpere; er schade ihr bewusst, indem er sie systematisch von Kontakt mit Gleichaltrigen abhalte. Dass er ihr die Kindheit genommen hat, ist ihm gegen Ende des Romans zunehmend bewusst. Reue darüber empfindet aber nur Humbert der Erzähler, nie Humbert der Erlebende. Schließlich sei ihm an einer Erwiderung seiner Gefühle gar nichts gelegen, es komme ihm nur auf Sex an. Ihre Bedürfnisse – nach Freundschaft mit anderen Kindern, nach Comicheften, Illustrierten und Süßigkeiten – stört er, ignoriert er oder er macht sich über sie lustig. Die zärtlichen Gefühle, die er bisweilen für sie empfindet, schlagen sofort wieder in sexuelles Begehren um, und er vergewaltigt sie erneut: Zimmer resümiert:

„Ein Etwas, das Liebe sein könnte und möchte, zerstört das Geliebte und sich selbst. Amüsant zu lesen, konfrontiert uns Lolita mit der tragischen Möglichkeit, dass Liebe und Sex sich ausschließen können.“[15]

Lolita[Bearbeiten]

Der Leser begegnet dem Mädchen Lolita nur durch die subjektiven Projektionen Humbert Humberts. Dies beginnt bereits bei der Bezeichnung Lolita, die fast ausschließlich von ihm verwendet wird. Ihr Taufname ist Dolores, von ihren Freundinnen wird sie Dolly gerufen und ihre Mutter nennt sie Lo.

Nabokov hat seinen Text so angelegt, dass neben der Humbertschen Phantasiegestalt für den Leser diese reale kindliche Dolores sichtbar bleibt, die Comics und Popmusik liebt und deren heimliches nächtliches Weinen darauf hinweist, dass sie im Roman keineswegs die frühreife laszive Verführerin ist, die Titelbilder und Filmadaptionen suggerieren, sondern sich nur notgedrungen einem Schicksal fügt, aus dem sie sich zielbewusst und umsichtig befreit, als ihr sich dazu die erste reale Gelegenheit bietet. Véra Nabokov, die immer Nabokovs erste Leserin war und die Nabokov für seine beste Leserin hielt, notierte in ihrem Tagebuch über Lolita, dass sie sich wünsche

„...dass jemand die zarte Beschreibung der Hilflosigkeit des Kindes, sein ergreifendes Angewiesensein auf den monströsen HH und seinen durchweg herzzerreißenden Mut zur Kenntnis nähme, gipfelnd in der elenden, aber im wesentlichen sauberen und gesunden Ehe, und in ihrem Brief, und ihrem Hund. Und den schrecklichen Ausdruck auf ihrem Gesicht, wenn sie von HH um eine versprochene kleine Freude gebracht wird. Sie alle gehen an der Tatsache vorbei, dass „das garstige kleine Gör“ Lolita letzten Endes ein gutes Kind ist – sonst hätte sie sich nicht wieder erhoben, nachdem sie so furchtbar zertreten worden war, und zu einem anständigen Leben mit dem armen Dick gefunden, das ihr tausendmal lieber war als das vorherige.“[16]

Mögliche Vorbilder und Inspirationen[Bearbeiten]

Heinz von Lichbergs Novelle Lolita von 1916[Bearbeiten]

Der Literaturwissenschaftler Michael Maar versuchte 2004 nachzuweisen, Nabokov sei von der gleichnamigen Erzählung Lolita des vergessenen deutschen Autors Heinz von Lichberg (erschienen 1916 in dessen Erzählband Die verfluchte Gioconda) angeregt worden.[17] Diese These wurde von der Presse interessiert aufgegriffen und zu einem Plagiatsvorwurf zugespitzt. Lichbergs Erzählung hat allerdings mit Nabokovs Roman außer dem titelgebenden Namen der Hauptfigur wenig gemein: Es handelt sich um eine Schauergeschichte, in der sich ein Mann in eine Spanierin verliebt, die zwar als jung, aber nicht als vorpubertär geschildert wird; ein Fluch liegt über der Familie, der alle Frauen bei der Geburt einer Tochter sterben lässt, so auch die Mutter Lolitas. Der Ich-Erzähler flieht daraufhin aus der Beziehung und Lolita stirbt. Auch stilistisch überwiegen die Unterschiede zwischen Lichbergs schlichter Fabel und Nabokovs anspielungsreichem und raffiniert gebautem Roman. Zwar ist es möglich, dass Nabokov, der von 1920 bis 1937 in Berlin lebte, Lichberg oder seine Novelle kannte, doch gibt es dafür keine weiteren Indizien, zumal Nabokov Deutsch nicht flüssig lesen konnte und er deshalb die deutsche Literatur seiner Zeit nicht im Original rezipierte. Dieter E. Zimmer kommt zu dem Schluss, dass man an dieser Parallele lediglich beobachten könne, „wie urban legends entstehen“.[18]

Der Fall Sally Horner[Bearbeiten]

Lolita oder Teile davon greifen wahrscheinlich einen tatsächlichen Fall von Kindesmissbrauch auf, die Entführung eines zwölfjährigen Mädchens namens Florence Sally Horner durch einen 52-jährigen arbeitslosen Mechaniker, Frank La Salle im Jahr 1948. Dieser hatte Sally beobachtet, wie sie als Mutprobe einen fünf Cent teuren Notizblock stahl. Er gab sich ihr gegenüber als FBI-Agent aus und zwang sie, mit ihm zu kommen. 21 Monate lang fuhr er mit ihr kreuz und quer durch die USA und missbrauchte sie regelmäßig. Bei seiner Festnahme behauptete La Salle, er sei Sallys Vater; bereits zwei Wochen später wurde er zu 35 Jahren Haft verurteilt. Sally Horner starb 1952 bei einem Autounfall. Der Fall weist Parallelen zum zweiten Teil von Lolita auf. Aus Nabokovs Notizen geht zudem hervor, dass er ihm bekannt war. Darüber hinaus spielt in seinem Roman Humbert mehrmals darauf an. Dennoch können die Pressemeldungen über den Fall nicht die erste Inspiration zu Lolita gewesen sein, da Nabokov bei ihrem Erscheinen den Roman bereits zu schreiben begonnen hatte und die ältesten Spuren zu dieser Geschichte, Lilith und Die Zauberer, beide deutlich älter sind.[19]

Klassische Vorbilder[Bearbeiten]

Mehrere Klassiker der Weltliteratur, die Nabokov sehr schätzte, wie Puschkins Eugen Onegin, Tolstois Anna Karenina und Flauberts Madame Bovary, zeigen gewisse Ähnlichkeiten in der Konstellation der Figuren.[20] 120 Jahre nach Onegin, 100 Jahre nach Madame Bovary und 80 Jahre nach Anna Karenina scheitert die Liebe auch in Nabokovs Lolita.[21] Verführt ist aber diesmal nicht die Protagonistin, sondern Humbert Humbert, womit Nabokov das Modell des klassischen Verführungsromans umkehrt.

Emma und Anna, Lolitas berühmte Vorgängerinnen, sind Ehebrecherinnen – Emma begeht Selbstmord nicht aus Liebeskummer, sondern weil sie sich stark verschuldet hat, man ihr mit Pfändung droht, weil sie niemanden mehr findet, der ihr Geld leiht, und aus genereller Enttäuschung; Anna zerbricht an dem nur kurz weilenden Glück der großen Gefühle bei ihrem Ausbruch aus der Enge des ehelichen Hafens, im Kontrast zu der harten Wahrheit gesellschaftlicher Normen. Lolita dagegen entflieht einer stürmischen Liebesbeziehung in den Hafen der Ehe, quasi in flache Gewässer, aber sie scheint dort gut anzulegen. Die Liebe stellt sich in diesen Werken als heimtückisch machender Wahn heraus, der bei Lolita jedoch den sich selbst Betrügenden zum Mord treibt. Lolitas Befindlichkeit bleibt dabei bis zuletzt in ihrer Tiefe undurchsichtig. Hier zeigen sich die stärksten Parallelen zu Puschkins Tatjana, die schließlich auch der Liebe misstraut.

Entstehung und Veröffentlichung[Bearbeiten]

Veröffentlichung in Frankreich[Bearbeiten]

Die Abfassung des Romans Lolita in englischer Sprache beanspruchte ab 1949 mehrere Jahre. Den Entwurf versuchte Nabokov in einem Anfall künstlerischen Suizids zwischenzeitlich zu verbrennen. Seine Frau Véra rettete es in letzter Minute vor den Flammen. Im Dezember 1953 lag das Manuskript schließlich in Reinform vor und Nabokov sandte es zunächst an Freunde. Weder der Literaturkritiker Edmund Wilson noch Morris Bishop, ein wie Nabokov an der Cornell University lehrender Schriftsteller und dort sein engster Vertrauter, gaben zu dem Manuskript positive Rückmeldung. Bishop warnte Nabokov sogar, dass eine Veröffentlichung dazu führen könne, dass er seine Stelle an der Cornell University verliert.[22] Die Lektoren der Verlage Viking Press und Simon & Schuster hielten den Stoff für nicht veröffentlichbar – bei Simon & Schuster bezeichneten sie den Roman sogar als reine Pornografie. Ähnlich waren die Erfahrungen bei drei anderen US-amerikanischen Verlagen. Bei Doubleday gab es zwar Fürsprecher unter den Lektoren, doch die Verlagsleitung lehnte den Roman kategorisch ab.[23]

Nabokov hatte bereits nach den zwei ersten Verlagsabsagen an die Übersetzerin und Literaturagentin Doussia Ergaz geschrieben, ob sie nicht in Frankreich einen Verleger für Lolita ausfindig machen könne. Sie gab bereits zwei Monate nach Übersendung des Manuskripts positive Rückmeldung und schrieb, dass es mit Maurice Girodias einen Verleger gebe, der in seinem kleinen Verlag Olympia Press ausgefallene englischsprachige Bücher verlege. Tatsächlich war der Verlag auf die Veröffentlichung englischsprachiger Erotica spezialisiert, was Nabokov nicht bewusst war, als er am 6. Juni 1955 einen Vertrag mit Girodias unterschrieb. Nabokov räumte später allerdings ein, dass er vermutlich auch in Kenntnis dessen unterschrieben hätte.[24]

Literaturskandal in Großbritannien[Bearbeiten]

Eine Kette von Zufällen führte dazu, dass der in diesem obskuren französischen Verlag erschienene Roman wenige Monate später in US-amerikanischen Literaturkolumnen kommentiert wurde: Zu den zufälligen Käufern des am 15. September 1955 in zwei Bänden erschienenen Romans zählte Graham Greene, und als dieser Weihnachten desselben Jahres von der britischen Sunday Times befragt wurde, welches seine drei Bücher des Jahres 1955 gewesen seien, nannte er ohne jegliche weitere Ausführungen folgende Titel: Die Reisebeschreibung Boswell on the Grand Tour von James Boswell, die aus dem 18. Jahrhundert stammte, das Sachbuch Frankreichs Uhren gehen anders des Schweizer Historikers Herbert Lüthy und Nabokovs Lolita.[25] Dieser letzte Vorschlag lieferte am 29. Januar 1956 dem Chefredakteur der britischen Boulevardzeitung Sunday Express, John Gordon, den Anstoß zu heftigen Worten:

„Zweifellos das dreckigste Buch, das ich je gelesen habe. Reine hemmungslose Pornographie. Seine Hauptfigur ist ein perverser Kerl, der eine Leidenschaft für „Nymphetten“ hat, wie er sie nennt. Das, erklärt er, sind Mädchen zwischen 11 und 15. Das ganze Buch ist einer erschöpfenden, ungebremsten und absolut widerlichen Beschreibung seiner Machenschaften und Erfolge gewidmet. Gedruckt ist es in Frankreich. Jeder, der es hierzulande verlegte oder verkaufte, würde mit Sicherheit ins Kittchen kommen. Und die Sunday Times fände das bestimmt nur in Ordnung.“[26]

Weder die Sunday Times noch Graham Greene antworteten direkt auf diese Angriffe. Statt dessen veröffentlichte Greene in dem politischen Magazin The Spectator eine Notiz, dass er eine John-Gordon-Gesellschaft gegründet habe, deren kompetente Zensoren die britische Heimat künftig vor den heimtückischen Bedrohungen durch Pornographie schützen solle. Dieser satirische Akt führte dazu, dass über Monate Leserbriefe die Spalten des Spectators füllten und am 26. Februar 1956 erstmals auch The New York Times Book Review von einem in Großbritannien schwelenden Literaturskandal berichtete, ohne allerdings Romantitel oder Autor zu nennen.[27] Dazu kam es erst im März desselben Jahres, mit der Folge, dass sich eine breite US-amerikanische Leserschaft für diesen Roman zu interessieren begann.[28]

Indirektes Verbot in Frankreich[Bearbeiten]

Nachdem es wenige Monate zuvor eine Razzia in den Geschäftsräumen der Olympia Press gegeben hatte, verbot am 10. Dezember 1956 das französische Innenministerium den Verkauf aller 24 Titel, die in dem Verlag erschienen. Auch ein Export dieser Titel war dem Verlag untersagt. Der Verlagsbesitzer Maurice Girodias konnte wenig später nachweisen, dass das französische Innenministerium nur auf Betreiben des britischen Home Office gehandelt hatte. Die französische Presse griff dies gerne auf und stellte sich in ihren Veröffentlichungen auf die Seite des Verlages.[29]

Lolita war durch dieses für den Verlag weltweit geltende Verbot mitbetroffen. Allerdings war dies juristisch fragwürdig, da beispielsweise weder ein britisches noch ein US-amerikanisches Gericht den Verkauf dieses Romans untersagt hatte. Der angesehene französische Verlag Éditions Gallimard bereitete zur selben Zeit eine französische Ausgabe des Romans vor. Girodias erhielt zudem am 8. Februar 1957 auf seine Anfrage hin einen eindeutigen Bescheid des US-amerikanischen Schatzministeriums, dass Lolita zwar überprüft, aber freigegeben worden sei. In der Summe bedeutete dies, dass für den Roman in Frankreich ein Exportverbot galt, während er in den USA problemlos importiert werden konnte. In ähnlich absurden Situationen waren auch andere Titel, die in dem Verlag erschienen. Das Verbot des französischen Innenministeriums sorgte dafür, dass der Verkauf von Erzählungen von Frank Harris und Henry Miller in englischer Sprache verboten waren, gleichzeitig waren sie in französischer Sprache weiterhin erhältlich. Noch absurder war die Situation bezogen auf J. P. Donleavys Roman Ginger Man. Der Roman, dessen Titel auf Bitten des britischen Home Office vom französischen Innenministerium verboten worden war, war in Großbritannien frei verkäuflich.[30] Das Verbot der bei Olympia Press erschienenen englischsprachigen Titel wurde erst im Juli 1959 endgültig aufgehoben. Die französische Ausgabe, die Éditions Gallimard verlegt hatte, war seit April 1959 in den französischen Buchhandlungen erhältlich.[31]

Veröffentlichung in den Vereinigten Staaten[Bearbeiten]

Die Debatte um den Roman führte dazu, dass auch in den Vereinigten Staaten mehrere Verlagshäuser sich dafür zu interessieren begannen, den Roman in ihr Verlagsprogramm aufzunehmen. Begünstigt wurde dies auch, weil das angesehene Literaturmagazin Anchor Review im Juni 1957 längere Auszüge aus insgesamt 16 Kapitel veröffentlichte, ohne dass dies juristische Probleme nach sich zog. Es festigte sich allmählich die Überzeugung, dass eine Veröffentlichung des Romans in den Vereinigten Staaten möglich sei.

Allerdings hatte Girodias die englischen Rechte an dem Roman erworben. Für einen Vertrieb des Romans in den USA war das Verlagshaus zu klein, ein zweitrangiger Verlag wie Olympia Press hätte auch nicht über die Mittel verfügt, bei eventuellen juristischen Schritten gegen den Roman eine entsprechende juristische Verteidigung zu finanzieren. Giriodias hatte sich außerdem als ein laxer und in Finanzdingen sehr unzuverlässiger Verleger erwiesen.[32] Gleichzeitig stand Nabokov unter Zeitdruck. Das zu diesem Zeitpunkt geltende US-amerikanische Urheberrecht sah für im Ausland gedruckte englischsprachige Bücher nur einen eingeschränkten Urheberschutz vor. Der Urheberschutz erlosch entweder, wenn mehr als 1500 Exemplare dieses Buches in die USA eingeführt worden oder fünf Jahre nach Erstveröffentlichung verstrichen waren. Deswegen bestand für Nabokov der Zwang, vergleichsweise schnell eine Einigung mit Giriordas herbeizuführen. Die hohen Forderungen, die Girordas für das Abtreten seiner Verlegerrechte stellte, führten allerdings dazu, dass mehrere Verlagshäuser ihr Interesse an einer Publikation des Romans verloren. Erst 1958 gelang es Nabokov, sich aus dem Vertrag mit Olympia Press zu befreien und Lolita im angesehenen New Yorker Verlag G. P. Putnam's Sons erscheinen zu lassen.[33] Lolita erschien schließlich in den USA am 18. August 1958.

In den USA waren die Kritiken zu Lolita gespalten. Die liberale New Yorker Wochenzeitung The Village Voice verriss das Buch, das katholische Magazin Commonweal dagegen sprach dem Roman hohen literarischen Wert zu. The New Republic veröffentlichte innerhalb von 16 Monaten drei Kritiken, von denen zwei Lolita als literarisches Großereignis und besten Roman seit den 1930er Jahren bezeichneten, eine dritte dem Roman jedoch nur Obszönität bescheinigte. Ungeachtet dessen war der Verkaufserfolg groß. Bereits Tage nach der Erstveröffentlichung musste die dritte Auflage angesetzt werden und der Roman war der erste seit Gone with the Wind, von dem innerhalb von drei Wochen mehr als 100.000 Exemplare verkauft wurden.[34]

Veröffentlichung in Deutschland[Bearbeiten]

Ähnlich wie in Großbritannien und den Vereinigten Staaten hatten die Debatten über den literarischen Wert des Romans auch in anderen Ländern zu einem breiten Käuferinteresse geführt. Bereits 1957 erschienen Übersetzungen ins Dänische und ins Schwedische, in den nächsten Jahren folgten zahlreiche weitere Sprachen.[35] Die erste deutsche Ausgabe des Romans erschien im September 1959 bei Rowohlt. Mit ihr hatte der Verlag Helen Hessel beauftragt, die Witwe Franz Hessels, die unter ökonomisch prekären Umständen in Paris lebte. Das Ergebnis offenbarte, dass die über Siebzigjährige keinerlei Erfahrung als Übersetzerin hatte. Deshalb gab man zu Hessels Empörung ihre Übersetzung an die etwas über zwanzigjährige Maria Carlsson, die spätere Ehefrau von Rudolf Augstein. Von ihr stammt im Wesentlichen die Übersetzung, die der Rowohlt-Verlag 1959 vorlegte. Nach Dieter E. Zimmer waren die weiteren Bearbeitungen, die Verleger Heinrich Maria Ledig-Rowohlt, sein Cheflektor Kurt Kusenberg und ihr Bestsellerautor Gregor von Rezzori gemeinsam mit Carlsson während eines vierzehntägigen Aufenthalts in Meran vornahmen, von geringerer Bedeutung.[36] Diese Übersetzung wurde viel gelobt, doch weil auch sie noch mehrere Fehler enthielt („Speisewagen“ für Diner, „Fruchteis“ für Sundae, „der Dovre-Alte“ für the Old Faithful usw.),[37] überarbeitete sie Zimmer für seine Werkausgabe noch einmal. Die revidierte Fassung erschien 1989.

Der Nabokov-Experte Dieter E. Zimmer weist darauf hin, dass nach seiner Kenntnis in Deutschland jegliche Anzeige gegen Lolita ausblieb. Lediglich einige Bibliotheken verweigerten den Erwerb und ein paar Buchhandlungen mochten den Roman nicht verkaufen.[38] Das war auf eine sich wandelnde Sexualmoral zurückzuführen, der kurz nach der deutschen Lolita-Veröffentlichung auch die Rechtsprechung Rechnung trug. Bis 1961 war Maßstab über die Beurteilung, ob ein Werk unzüchtig sei oder nicht, das sittliche Empfinden des Durchschnittsbürgers. Es reichte aus, wenn beliebige Normalmenschen im Zeugenstand ihre Entrüstung über ein Werk bekundeten.[39] Für Verleger bedeutete diese Rechtspraxis ein hohes wirtschaftliches und persönliches Risiko. Es konnte das fragliche Werk beschlagnahmt werden, er konnte zu einer Haftstrafe verurteilt oder der Roman in Buchhandlungen nicht mehr ausgelegt werden. Im Oktober 1960 verurteilte ein Göttinger Gericht den Schriftsteller Reinhard Döhl wegen seiner Veröffentlichung einer polemisch dichterischen Collage mit dem Titel Missa profane, die auf die Diskrepanz zwischen der heiligen Messe und der politischen Wirklichkeit hinwies. Im Urteil fand sich folgender Satz: Die Strafbarkeit einer Veröffentlichung kann nicht dadurch entschuldigt werden, dass es sich um ein Kunstwerk handelt. Im Sommer 1961 hob der Bundesgerichtshof dieses Urteil auf und befand, dass nicht jeder beliebige Bürger über die Unsittlichkeit einer Darstellung entscheiden könne. Dies könne der Richter und dieser müsse sich notfalls das Werk von einer künstlerisch aufgeschlossenen oder zumindest um Verständnis bemühten Person erklären lassen.[40]

Versionen[Bearbeiten]

Genau genommen gibt es vier Versionen des Romans:

  • den eigentlichen, 1955 erschienenen Roman;
  • eine von Nabokov überarbeitete Version mit Anmerkungen von Alfred Apple Jr. (The Annotated Lolita);
  • das von Nabokov verfasste Drehbuch, das die Vorlage für Kubricks Film sein sollte, wovon der Regisseur jedoch erheblich abwich;
  • die von Nabokov besorgte russische Übersetzung.

Verfilmungen und Adaptionen[Bearbeiten]

Der Roman wurde zweimal verfilmt:

1998 erschien das Werk auch als Hörspiel, produziert vom Westdeutschen Rundfunk (WDR), in den Hauptrollen mit Ulrich Matthes, Natalie Spinell und Leslie Malton.

Seit März 2003 wird am Deutschen Theater in Berlin eine Theateradaption von Oliver Reese als Ein-Mann-Stück mit Ingo Hülsmann in der Rolle des Humbert Humbert gegeben.[41]

Die englische New-Wave-Band The Police verarbeitete das Lolita-Thema in ihrem 1980 erschienenen Song Don’t Stand So Close To Me und nahm in einer Textzeile Bezug auf Nabokov. Das Lied Lolita von Lana del Rey bezieht sich auf das Buch.

Lolitakomplex[Bearbeiten]

Als Lolitakomplex (auch Nymphophilie aus Nymphe und -philie) wird starkes erotisches oder sexuelles Verlangen von Männern ab dem mittleren Lebensalter zu Mädchen oder jungen Frauen bezeichnet.[42]

Siehe auch[Bearbeiten]

Ausgaben[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Vertonung[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Dieter E. Zimmer: Lolita. In: Kindlers Literatur Lexikon. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1986, Bd. 7, S. 5793.
  2. Zur Pädophilie der Romanfigur Humbert Dieter E. Zimmer: Wirbelsturm Lolita. Auskünfte zu einem epochalen Roman. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2008, S. 126–143.
  3. Dieter E. Zimmer: Lolita. In: Kindlers Literatur Lexikon. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1986, Bd. 7, S. 5793.
  4. Vladimir Nabokov: Lolita. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1959, S. 8.
  5. Donald E. Morton: Vladimir Nabokov mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. rororo Bildmonographien, Reinbek: Rowohlt, 2001, S. 73–77 (hier das Zitat).
  6. Vladimir Nabokov: Über ein Buch mit dem Titel »Lolita«. In: Derselbe: Lolita. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1959, S. 330.
  7. Graham Vickers: Chasing Lolita: How Popular Culture Corrupted Nabokov's Little Girl All Over Again. Chicago Review Press, 2008, ISBN 978-1-556-52682-4., S. 33. Im Original lautet das Zitat: I have reread Volshebnik with considerably more pleasure than I experienced when recalling it as a dead scrap during my work on Lolita.
  8. Dieter E. Zimmer: Wirbelsturm Lolita. Auskünfte zu einem epochalen Roman. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2008, S. 95.
  9. Marcel Reich-Ranicki: Vladimir Nabokov - Aufsätze. Ammann Verlag & Co, Zürich 1995. ISBN 3-250-10277-6. S. 66
  10. Marcel Reich-Ranicki: Vladimir Nabokov - Aufsätze. Ammann Verlag & Co, Zürich 1995. ISBN 3-250-10277-6. S. 67
  11. Dieter E. Zimmer: Wirbelsturm Lolita. Auskünfte zu einem epochalen Roman. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2008, S. 90 ff.
  12. Marcel Reich-Ranicki: Vladimir Nabokov - Aufsätze. Ammann Verlag & Co, Zürich 1995. ISBN 3-250-10277-6. S. 68
  13. Lionel Trilling: The Last Lover. Vladimir Nabokov’s „Lolita“. In: Encounter. 11 (1958), S. 9–19, das Zitat S. 17; zitiert nach Donald E. Morton: Vladimir Nabokov mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. rororo Bildmonographien, Reinbek: Rowohlt, 2001, S. 66.
  14. Dieter E. Zimmer: Wirbelsturm Lolita. Auskünfte zu einem epochalen Roman. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2008, S. 64 ff.
  15. Dieter E. Zimmer: Wirbelsturm Lolita. Auskünfte zu einem epochalen Roman. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2008, S. 49–56 (hier das Zitat).
  16. Stacy Schiff: Véra – Ein Leben mit Vladimir Nabokov. Rowohlt Taschenbuchverlag. ISBN 978-3499229916. S. 339
  17. Michael Maar: Biografie: Der Mann, der „Lolita“ erfand. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 25. März 2004; derselbe: Lolitas spanische Freundin. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 28. April 2004; derselbe: Lolita und der deutsche Leutnant. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2005.
  18. Dieter E. Zimmer: Wirbelsturm Lolita. Auskünfte zu einem epochalen Roman. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2008, S. 108–119, das Zitat S. 110.
  19. Dieter E. Zimmer: Wirbelsturm Lolita. Auskünfte zu einem epochalen Roman. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2008, S. 120–125.
  20. Lionel Trilling: The Last Lover: Vladimir Nabokov’s „Lolita“. In: Encounter. 11, 1958, S. 9–19. Auch in: Harold Bloom (Hrsg.): Vladimir Nabokov’s Lolita: Modern Critical Interpretations. Chelsea House, New York 1987, S. 5–12
  21. Priscilla Meyer: Nabokov's Lolita and Pushkin's Onegin: McAdam, McEve, and McFate. In: George Gibian & Stephen Jan Parker (Hrsg.): The Achievements of Vladimir Nabokov. Center for International Studies (Committee on Soviet Studies, Cornell University), Ithaca 1984, S. 179–211.
  22. Dieter E. Zimmer: Wirbelsturm Lolita. Auskünfte zu einem epochalen Roman. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2008, S. 16.
  23. Dieter E. Zimmer: Wirbelsturm Lolita. Auskünfte zu einem epochalen Roman. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2008, S. 17.
  24. Dieter E. Zimmer: Wirbelsturm Lolita. Auskünfte zu einem epochalen Roman. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2008, S. 17 und S. 18.
  25. Dieter E. Zimmer: Wirbelsturm Lolita. Auskünfte zu einem epochalen Roman. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2008, S. 18.
  26. zitiert nach Dieter E. Zimmer: Wirbelsturm Lolita. Auskünfte zu einem epochalen Roman. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2008, S. 19.
  27. Dieter E. Zimmer: Wirbelsturm Lolita. Auskünfte zu einem epochalen Roman. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2008, S. 20.
  28. Dieter E. Zimmer: Wirbelsturm Lolita. Auskünfte zu einem epochalen Roman. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2008, S. 21.
  29. Dieter E. Zimmer: Wirbelsturm Lolita. Auskünfte zu einem epochalen Roman. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2008, S. 21 und S. 22.
  30. Dieter E. Zimmer: Wirbelsturm Lolita. Auskünfte zu einem epochalen Roman. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2008, S. 22 und S. 23.
  31. Dieter E. Zimmer: Wirbelsturm Lolita. Auskünfte zu einem epochalen Roman. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2008, S. 24.
  32. Dieter E. Zimmer: Wirbelsturm Lolita. Auskünfte zu einem epochalen Roman. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2008, S. 25.
  33. Dieter E. Zimmer: Wirbelsturm Lolita. Auskünfte zu einem epochalen Roman. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2008, S. 25- S. 28.
  34. Steve King: Hurricane Lolita. barnesandnoble.com. Archiviert vom Original am 29. August 2011. Abgerufen am 23. März 2014.
  35. Dieter E. Zimmer: Wirbelsturm Lolita. Auskünfte zu einem epochalen Roman. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2008, S. 219 ff.
  36. Dieter E. Zimmer: Wirbelsturm Lolita. Auskünfte zu einem epochalen Roman. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2008, S. 182 ff.
  37. Dieter E. Zimmer: Wirbelsturm Lolita. Auskünfte zu einem epochalen Roman. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2008, S. 186 ff.
  38. Dieter E. Zimmer: Wirbelsturm Lolita. Auskünfte zu einem epochalen Roman. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2008, S. 41.
  39. Dieter E. Zimmer: Wirbelsturm Lolita. Auskünfte zu einem epochalen Roman. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2008, S. 219 ff.
  40. Dieter E. Zimmer: Wirbelsturm Lolita. Auskünfte zu einem epochalen Roman. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2008, S. 41.
  41. Deutsches Theater Berlin zur Theateradaption im Internet Archive
  42. Andrew Bennett, Nicholas Royle: An Introduction to Literature, Criticism and Theory. Prentice Hall Europe, 1999, ISBN 0-13-010914-2, S. 64.