Gottfried Benn

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Gottfried Benn ca. 1951; Zeichnung von Tobias Falberg
80 Pf-Sondermarke der Bundespost Berlin (1986) mit einem Porträt von Gottfried Benn
Gedenktafel am Haus Mehringdamm 38 in Berlin-Kreuzberg

Gottfried Benn (* 2. Mai 1886 in Mansfeld, Brandenburg; † 7. Juli 1956 in Berlin) war ein deutscher Arzt, Dichter und Essayist.

Leben[Bearbeiten]

Frühe Kindheit[Bearbeiten]

Gottfried Benn wurde am 2. Mai 1886 als zweitältestes der acht Kinder[1] des protestantischen Pastors Gustav Benn und dessen Frau Caroline Benn (geb. Jequier; aus Fleurier im schweizerischen Jura stammend) in dem Dorf Mansfeld bei Putlitz im Kreis Westprignitz geboren. Zu seinen Geschwistern zählte unter anderem Theodor Benn, der in den 1920er Jahren aufgrund seiner Beteiligung an einem Fememord bekannt wurde. Als Benn ein halbes Jahr alt war, zog die Familie nach Sellin in die Neumark. Aufgrund des Einkommens als Landpfarrer waren die wirtschaftlichen Verhältnisse der Familie knapp bemessen und mussten durch eine eigene kleine Landwirtschaft aufgebessert werden. Seine Kindheit thematisierte Benn z. B. in der Prosaschrift Lebensweg eines Intellektualisten (1934) und in Gedichten mitunter in sehnsuchtsvollem Ton als unbewusst-glückliche Zeit.

Es ist ein Garten, den ich manchmal sehe
östlich der Oder, wo die Ebenen weit [...]
Es ist ein Knabe, dem ich manchmal trauere,
der sich am See in Schilf und Wogen ließ,
noch strömte nicht der Fluß, vor dem ich schauere,
der erst wie Glück und dann Vergessen hieß.[2]

Bestimmend für Benns Sozialisation war eine gewisse soziale Schieflage. Er wuchs gleichermaßen mit Landarbeiterkindern wie mit Söhnen des ostelbischen Adels auf. Er gehörte trotz der privilegierten Stellung aufgrund Amt und Bildung des Vaters und aufgrund dessen relativer Besitzlosigkeit und des Standesunterschiedes eben doch nicht zur Schicht der Junkersöhne.[3] Der Bennbiograph Thilo Koch folgerte daraus eine nicht vollendete Sozialisation und Entwurzelung Benns und ein bedrückendes Gefühl wegen seiner Armut, welches einen auch im späteren Leben nachzuweisenden Minderwertigkeitskomplex zur Folge gehabt habe.[4]

Beziehung zu den Eltern[Bearbeiten]

Benns Verhältnis zu seinem Vater war über weite Strecken sehr gespannt und von gegenseitiger Fremdheit geprägt. Dieser blieb für ihn mit seiner patriarchalischen, pietistischen, aber auch sozialdemokratischen Prägung immer ein Reibungspunkt und noch in Benns eigenen Worten von 1954 wird er als großer Zelot und Fanatiker[5] beschrieben. Später stieß Benn – ähnlich wie den Pastorensohn Nietzsche – zunehmend der permanente religiöse Bezug ab, der in Benns Worten alles nur mit Gott oder dem Tod, aber nicht der Irdischkeit verknüpfte.[6]

Zu seiner Mutter hatte er ein innigeres, emotionales Verhältnis. Dies zeigt auch sein Gedicht Mutter angesichts ihres Todes im Jahr 1912:

Ich trage dich wie eine Wunde
auf meiner Stirn, die sich nicht schließt
Sie schmerzt nicht immer. Und es fließt
das Herz sich nicht draus tot.
Nur manchmal plötzlich bin ich blind und spüre
Blut im Munde.[7]

Als Benns Mutter dann an Brustkrebs litt, verbot sein Vater dem schon approbierten Sohn aus religiösen Gründen – da der Schmerz gottgewollt sei – die Behandlung der Mutter mit schmerzlindernden Morphinen. Dies führte zu einem schweren Zerwürfnis zwischen Benn und seinem Vater, und Benn unterbrach den Kontakt für die nächsten Jahre.[8] Dieser Gesamtkomplex eines Vater-Sohn-Konfliktes ist exemplarisch in Benns zwischen 1912 und 1917 geschriebenem und 1922 veröffentlichtem Gedicht Pastorensohn zu beobachten, in dem er – bis zur Kastration des Vaters gehend – mit diesem radikal abrechnet:

[…] Verfluchter alter Abraham,
zwölf schwere Plagen Isaake
haun dir mit einer Nudelhacke
den alten Zeugeschwengel lahm.[9]

Im Gedichtzyklus Söhne von 1913 scheint die Kritik am Vater dann in einem im Expressionismus durchaus üblichen Gesamtzusammenhang eines historischen und überindividuellen Generationenkonflikts[10] erneut auf (Gedicht Schnellzug):

[…] Von meinen Schultern blättern die Gefilde,
Väter und Hügelglück –;
Die Söhne wurden groß. Die Söhne gehn
nackt und im Grame des entbundnen Bluts
die Stirn aufrötet ein Abgrundglück.[11]

Gymnasialzeit[Bearbeiten]

Von September 1897 bis September 1903 besuchte er das Friedrichs-Gymnasium in Frankfurt (Oder), in dem er auch das Reifezeugnis erwarb. Er wohnte vier Jahre in einer Pensionsstube zusammen mit dem gleichaltrigen Grafen Heinrich Finck von Finckenstein, den er schon seit dem Hauslehrerunterricht seines Vaters bei der Familie kannte. Benn hatte allgemein eher mittelmäßige Noten. In Latein und Altgriechisch war er dagegen gut. Dies spiegelt sich später auch in der engen Beziehung seiner Dichtung zur griechischen Antike und ihrer Mythologie und Götterwelt wider.[12]

Studium[Bearbeiten]

Nach seinem Abitur im September 1903 wollte Benn sofort Medizin studieren. Dies widersprach aber den Vorstellungen seines Vaters, da dieses Studium lang und teuer war und er seinen Sohn gerne als Nachfolger in seinem Pfarramt gesehen hätte. Zum Wintersemester 1903/1904 nahm Benn also das Studium der Evangelischen Theologie und der Philosophie in Marburg auf. Er wohnte zunächst billig im Korporationshaus der dort ansässigen Turnerschaft, der schon sein Vater angehört hatte.[13] Im Wintersemester 1904/1905 wechselte er zum Philologiestudium an die Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin. Benn scheint für beide Studiengänge wenig Interesse aufgebracht zu haben und wurde im Sommer 1905 wegen „Unfleißes“ aus der Universitätsmatrikel gestrichen.

Nun stellte der Vater sich einem Medizinstudium des Sohnes nicht mehr in den Weg. Aus Kostengründen kam aber nur ein Studium an der Kaiser-Wilhelms-Akademie für das militärärztliche Bildungswesen in Frage. Diese ermöglichte eine nahezu kostenfreie Ausbildung unter der Auflage, für jedes Studiensemester später ein Jahr als Militärarzt zu dienen. Benn hat die Bedeutung dieser qualitativ hochstehenden, strengen, aber auch vielseitigen Ausbildung für seine Entwicklung später positiv hervorgehoben:[14]

„Eine vorzügliche Hochschule, alles verdanke ich ihr! Virchow, Helmholtz, Leyden, Behring waren aus ihr hervorgegangen, ihr Geist herrschte dort mehr als der militärische, […] das Leben dort war das völlig freier Studenten, wir hatten keine Uniform. […] Härte des Gedankens, Verantwortung im Urteil, Sicherheit im Unterscheiden von Zufälligem und Gesetzlichem, vor allem aber die tiefe Skepsis, die Stil schafft, das wuchs hier.“[15]

Durch seine sechsjährige Studienzeit nahm Benn einen lebenslangen – von Zeitzeugen häufig angemerkten – durch das preußische Militär als Lebensform geprägten geistigen wie auch gesellschaftlichen Habitus an.[16] Ab Oktober 1910 war Benn Unterarzt im Infanterie-Regiment 64 in Prenzlau und hospitierte gleichzeitig von Oktober 1910 bis November 1911 als Unterarzt in der Charité, vermutlich in der Psychiatrie. In dieser Zeit verfasste Benn mehrere medizinische Studien zu psychiatrischen Fragen, von denen eine (Die Ätiologie der Pubertätsepilepsie) den ersten Preis der Berliner Medizinischen Fakultät von 1910 errang. Im Oktober 1911 legte er sein medizinisches Staatsexamen ab, erhielt die Approbation, und 1912 promovierte er mit Über die Häufigkeit von Diabetes mellitus im Heer zum Doktor der Medizin.[17]

Zwischen 1910 und 1912 trat Benn in Verbindung mit Dichtern und Publizisten, die dem Umfeld des Expressionismus zuzuordnen sind, wie Carl Einstein, Alfred Lichtenstein, Franz Pfemfert, Herwarth Walden, und Paul Zech.[18] Noch während seiner Ausbildungszeit werden erste literarische Werke Benns veröffentlicht. Dies sind vier Gedichte im Jahr 1910, ein im selben Jahr in der Zeitschrift Der Grenzbote erschienener Text mit dem Titel Gespräch und der Prosatext Unter der Großhirnrinde. Briefe vom Meer im Jahr 1911. In beiden Texten werden in fiktiven Gesprächen zweier Protagonisten die Gegensatzpaare von Intellekt und Seele, Bewusstem und Unbewusstem sowie darauf aufbauende Modelle für die Dichtung diskutiert. Benn wird damit ein bald auch in literarischen Zirkeln bekannter und Beachtung erfahrender Autor.[19]

1912 bis 1914[Bearbeiten]

Ab dem Sommer 1912 diente er als Arzt bei einem Pionierbataillon in Berlin-Spandau. Doch schon im März 1913 schied er aus gesundheitlichen Gründen („Wanderniere“) aus dem Militär aus. Benn nahm dann eine Assistentenstellung in der Pathologie der „Westend-Klinik am Spandauer Damm“ in Berlin-Charlottenburg an. Dort entwickelt er bei der Durchführung von nachweislich 197 Obduktionen seinen präzisen Beschreibungsstil, wie seine Sektionsprotokolle belegen. Ende 1913 wechselte er auf die Leiterstelle der Pathologie des Gynäkologischen Krankenhauses Charlottenburg. Aber auch bei dieser Stelle schied er Anfang 1914 auf „eigenen Wunsch“ wieder aus.[20] Erfahrungen des Arztes finden ihren unmittelbaren Niederschlag in den Gedichten des Morgue-Zyklus. Dieser erste Gedichtband Benns erschien 1912 unter dem Titel Morgue und andere Gedichte (1912). Die Veröffentlichung war ein Skandal und begründete Benns frühen Ruhm. Im Sommer 1912 begegnete er der Dichterin Else Lasker-Schüler, mit der sich darauf auch eine Liebesbeziehung entwickelte.[21]

1914 reiste er kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs als Schiffsarzt in die USA (auf diese Reise spielt Benn in seinen späteren Werken des Öfteren an: „[…] fuhr nach Amerika, impfte das Zwischendeck“) und vertrat danach für kurze Zeit den Chefarzt einer Lungenheilstätte im Fichtelgebirge. Im selben Jahr ging er die Ehe mit Edith Brosin, geb. Osterloh, ein. Die Tochter Nele wurde am 8. September 1915 geboren.

Erster Weltkrieg[Bearbeiten]

Benn hatte schon vor 1914 genügend Gelegenheit, den nicht selten arroganten und menschenverachtenden Habitus des deutschen Offizierskorps persönlich kennenzulernen. Diesen beschrieb er in einer Montage von Gesprächsfetzen in seinem 1912 erschienenen Gedicht Kasino. So beteiligte sich Benn auch nicht an der damals auch unter Intellektuellen aller politischen Richtungen 1914 weit verbreiteten nationalen Kriegsbegeisterung. Allerdings war er auch kein erklärter Kriegsgegner. Vielmehr stand er den ganzen Ereignissen eher in einer Mischung aus kühler Distanz und pflichtgemäßer, doch unengagierter Akzeptanz gegenüber.[22][23]

Gleich zu Beginn des Krieges wurde er eingezogen und zuerst an der Westfront in Feldlazaretten eingesetzt. Danach war er an der Erstürmung Antwerpens beteiligt und wurde dafür als einer der ersten Sanitätsoffiziere mit dem Eisernen Kreuz zweiter Klasse ausgezeichnet.[24][25] Anschließend wurde er im besetzten Belgien in der Etappe als Arzt in einem Krankenhaus für Prostituierte eingesetzt. In Brüssel wurde er von Thea Sternheim, der Frau des Dichters Carl Sternheim, empfangen und schrieb die meisten der unter dem Titel Gehirne veröffentlichten „Rönne-Novellen“ nieder.

Benn schilderte diese Phase seines Lebens später in fast wehmütiger Erinnerung als eine Zeit des von sozialen und beruflichen Verpflichtungen freien Lebens, aber auch der Depersonalisierung innerhalb von Ausnahmezuständen:

[…] hatte wenig Dienst, durfte in Zivil gehen, war mit nichts behaftet, hing an keinem, […] was war die Kanonade von Yser, ohne die kein Tag verging, das Leben schwang in einer Sphäre von Schweigen und Verlorenheit, ich lebte am Rande, wo das Dasein fällt und das Ich beginnt. Ich denke oft an diese Wochen zurück; sie waren das Leben, sie werden nicht wiederkommen, alles andere war Bruch.[26] […] Im Krieg und Frieden, in der Front und in der Etappe, als Offizier wie als Arzt […] verließ mich die Trance nie, daß es diese Wirklichkeit nicht gäbe.“[27]

In dieser Zeit hat Benn sich anscheinend auch kurzfristig durch die Einnahme von Kokain künstlerisch stimulieren lassen (in seinen eigenen Worten „Trance-Zustände innerer Konzentration, ein Anregen geheimer Sphären“).[28][29] Dies lassen auch Ausschnitte aus Benns Schriften beispielsweise in Der Garten von Arles, II, 84 und in seinen Gedichten Kokain und O Nacht („O Nacht! ich nahm schon Kokain, und Blutverteilung ist im Gange, …“) vermuten. An Ernst Jünger schrieb er 1951:

Darf ich bei der Gelegenheit erwähnen, daß ich selber Drogen weder nehme noch genommen habe (außer einer kurzen Episode mit Kokain im I. Weltkrieg) …[30]

Dienstlich war er zur Anwesenheit bei Exekutionen verpflichtet; so war er auch bei der Hinrichtung der als Spionin verurteilten britischen Krankenschwester Edith Cavell zugegen und stellte als offizieller Arzt der deutschen Armee deren Tod fest. Nach den Erinnerungen von Thea Sternheim bewertete Benn die Exekution Cavells damals mit der „erschreckenden Sachlichkeit eines Arztes“ als kriegsbedingte Notwendigkeit und Normalität. Als der Fall Cavell 1928 durch einen englischen Film erneut propagandistisch in der Presse behandelt wurde, sah sich Benn zu einer Stellungnahme genötigt. In einer Berliner Abendzeitung beschrieb er als Zeitzeuge den Hergang des Prozesses und der Exekution. Obwohl er Cavell hier durchaus mit Empathie beschreibt, wertet Benn den damaligen Vorgang dennoch als unabdingbare und historisch folgerichtige Konsequenz der damaligen Zeit.

1917 bis 1927[Bearbeiten]

Im Spätsommer 1917, mehr als ein Jahr vor Kriegsende, wurde Benn demobilisiert. Die Gründe dafür sind nicht mehr feststellbar. In Berlin arbeitete er dann für einige Wochen als Assistenzarzt für Dermatologie an der Charite, bevor er am 10. November 1917 seine eigene Praxis als Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten in der Belle-Alliance-Straße 12 (heute Mehringdamm 38), in der er auch eine Wohnung hatte, eröffnete. Benns Frau und Tochter wohnten allerdings in einer Familienwohnung in der Passauer Straße 19 im Bayerischen Viertel. Benns Tochter erinnerte sich später, dass der Vater ab und an, aber wohl nicht oft dort anwesend war.[31] Benn brauchte diese Trennung für seine Unabhängigkeit, seine literarische Produktion, aber auch für seine erotischen Abenteuer. So hatte Benn ab 1921 ein Verhältnis mit der zwölf Jahre jüngeren Bibliothekarin Gertrud Zenzes und in den zwanziger Jahren wurde ihm eine Liaison mit der Gesellschaftsfotografin Frieda Riess nachgesagt, der er auch ein Gedicht widmete.[32] Die überlieferten Briefe Benns aus dieser Zeit deuten an, dass er sich damals seelisch und auch körperlich nicht sehr wohl fühlte. Dazu mögen die wenig glückliche Ehe, sein Gelangweiltsein durch die alltäglichen beruflichen Aufgaben, aber auch eine allgemeine Depressivität beigetragen haben. Auch lief seine Arztpraxis wirtschaftlich nicht sonderlich gut.[33] So schreibt er 1921:

„Es ist kein Leben dies tägliche Schmieren u. Spritzen u. Quacksalbern u. abends so müde sein, daß man heulen könnte. […] Ja, ich bin unbeschreiblich müde u. abgelebt wieder mal augenblicklich, darüber ist nichts zu sagen, die Sinnlosigkeit des Daseins in Reinkultur u. die Aussichtslosigkeit der privaten Existenz in Konzentration.“[34]

Zu einem wichtigen Förderer und Freund wurde der jüdische Verleger Erich Reiss, der 1922 erstmals Gesammelte Schriften [35] Benns herausbrachte. Schon 1922 starb Edith Benn, seine erste Frau; die gemeinsame Tochter Nele wuchs daraufhin bei der dänischen Opernsängerin Ellen Overgaard auf.

In den 20er Jahren entstanden etliche neue Gedichte, sowie die Essays Das moderne Ich (1920) und der Prosatext Das letzte Ich. Das radikal-avantgardistische Vokabular seiner frühen Dichtung weicht gegen Ende der 20er Jahre zunehmend einem sanfteren und traditionelleren Ton.[36] Den massiven politisch-gesellschaftlichen Wirren und Veränderungen der Zeit stand Benn distanziert gegenüber und hielt sich von den damit verbundenen erregten öffentlichen Auseinandersetzungen bewusst fern.[37]

1928 bis 1945[Bearbeiten]

Gottfried Benn, 1934

1928 hielt Benn in Crossen an der Oder die Grabrede für seinen Freund Klabund, im selben Jahr wurde er in den Berliner PEN-Club aufgenommen.

Das Verhältnis Benns zum Nationalsozialismus wird häufig allzu schematisch als zwei scharf voneinander getrennten Phasen von Zustimmung und anschließender Ablehnung beschrieben. In Wirklichkeit war seine Einstellung gegenüber dem Nationalsozialismus durchaus differenziert.[38] Die Dialektik im Wesen und Denken Benns schwankte zwischen leidenschaftlichem Engagement und resignierend beleidigter Abkehr von der Politik in rein ästhetische Bereiche, was aber den künstlerischen Rang seines Werkes nicht berührte.[39] Nur in Vorträgen und Abhandlungen bekannte er sich zeitweise zu dem, was er für die NS-Ideologie hielt, in seinem lyrischen Werk hingegen finden sich keine eindeutigen Hinweise auf das entsprechende Gedankengut. Benn war zudem niemals – wie so viele andere Dichter – in einem der damals beliebten literarisch-weltanschaulichen Kreise (George-Kreis) bzw. in einer der vielen reaktionären politischen Gruppierungen der Zeit nach 1918 aktiv.

In den 1920er-Jahren zog Benn zunächst der italienische Faschismus an, wie er z. B. durch die Kunstprogrammatik des Futuristen Marinetti verkörpert wurde. Auch ist eine gewisse geistige Nähe Benns zu Themen und Vorstellungen von Denkern der Konservativen Revolution evident. Nach Veröffentlichung der Gesammelten Gedichte 1927 trat die lyrische Produktion Benns zeitweilig stark hinter weltanschauliche Aufsätze und die publizistische Auseinandersetzung mit Intellektuellen des politisch linken Spektrums zurück. Doch noch in der Kontroverse mit Johannes R. Becher lehnt Benn 1930 jedes politische Engagement und die Beschäftigung mit sozialreformerischen Fragen als eines wahren Dichters unwürdig ab. 1932 rückte Benn dann aber durch die Wahl in die Sektion für Dichtkunst der Preußischen Akademie der Künste stärker in den Fokus des öffentlichen kulturpolitischen Interesses.

Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten wurde er als Nachfolger Heinrich Manns kommissarischer Vorsitzender der Sektion. Am 13. März, kurz nach der Reichstagswahl März 1933, verfasste er zusammen mit Max von Schillings eine Loyalitätsbekundung für Hitler, die den Mitgliedern eine nicht-nazistische politische Betätigung verbot: Sind Sie bereit unter Anerkennung der veränderten geschichtlichen Lage weiter Ihre Person der Preußischen Akademie der Künste zur Verfügung zu stellen? Eine Bejahung dieser Frage schließt die öffentliche politische Betätigung gegen die Reichsregierung aus und verpflichtet Sie zu einer loyalen Mitarbeit an den satzungsgemäß der Akademie zufallenden nationalen kulturellen Aufgaben im Sinne der veränderten geschichtlichen Lage.[40] Die Mitglieder mussten bei Drohung ihres Ausschlusses unterschreiben. Thomas Mann und Ricarda Huch traten aus; Gerhart Hauptmann, Oskar Loerke und Alfred Döblin, der dennoch als Jude seinen Austritt erklärte, und viele andere unterschrieben. Ausgeschlossen wurden z. B. Franz Werfel und Leonhard Frank.

Doch schon im Aufsatz Expressionismus von 1933 sah sich Benn zu einer Verteidigung dieser Kunstbewegung gegen nationalsozialistische Angriffe und zu einer Rechtfertigung seiner eigenen Position als einer ihrer literarischen Begründer genötigt.[41] Benn, dem von Börries von Münchhausen zudem unterstellt wurde, jüdischer Abstammung zu sein (siehe unten), reagierte überrascht und fassungslos auf die Ablehnung, die seinem künstlerischen Werk von Seiten des neuen Regimes entgegenschlug. Die Willkür und Rechtslosigkeit des Judenboykotts – speziell auch in Bezug auf fünf in seinem Haus praktizierende ärztliche Kollegen – ließen in ihm zudem schon im Verlauf des Jahres 1933 Zweifel am neuen Staat aufkommen. Von Anfang 1933 bis zum sogenannten Röhm-Putsch (1934) setzte Benn sich dennoch durch essayistische Schriften für den Nationalsozialismus ein. Benn hatte sich in seinen frühen Aufsätzen von 1933 zwar deutlich für den neuen Staat, jedoch nicht explizit für dessen Führung durch eine Partei wie die NSDAP ausgesprochen. Schon damals wurde ihm langsam klar, dass er falsche Hoffnungen auf die politische Praxis der neuen Regierung gesetzt hatte.[38] Dennoch trug er am 29. April 1933 die Akademie-Rede vor und unterschrieb das Gelöbnis treuester Gefolgschaft für Adolf Hitler, das am 26. Oktober 1933 gedruckt wurde.

Bald danach stellte Benn seine Bemühungen ein, sich einen staatlich sanktionierten Platz im nationalsozialistischen Literaturbetrieb zu sichern. Benns Werke nach 1934 sind dann verstärkt distanziert bis kritisch gegenüber dem NS-Regime.

Gottfried Benn legt im Namen der Dichter-Akademie einen Kranz am Grab von Arno Holz nieder (1933), Aufnahme aus dem Bundesarchiv

Die Frage, warum Gottfried Benn öffentlich Partei für den nationalsozialistischen Staat ergriff, wird bis heute von einigen mit einem „Missverständnis“ [42] erklärt. Diese Sichtweise legt auch Benn selbst in seiner Nachkriegs-Autobiographie Doppelleben nahe, wenn er dem „jungen Klaus Mann“ fast schon hellseherische Fähigkeiten attestiert, die er selbst zu diesem Zeitpunkt naturgemäß nicht habe besitzen können:

„[….] Die Lage im verworrenen Frühjahr 1933 war nun so, daß nach dem Fortgang der berühmtesten Träger der Abteilung hier ein knappes Dutzend Mitglieder zurückblieb, die sich dem Ansturm gewisser völkischer und volkhaft ausgerichteter Autoren gegenübersahen, die die alte Gruppe eliminieren und alle kulturellen Positionen besetzen wollten. Uns hielten sie alle mehr oder weniger für Kulturbolschewisten. Die Vorgänge spielten sich für uns im Dunkeln ab, niemand wußte, woran er war, und es standen nicht nur ideelle Frage zur Debatte, sondern auch materielle. Nicht für mich, ich habe nie einen Pfennig aus irgendeinem dieser Fonds bezogen oder irgendwelche anderen Vorteile gehabt [.…]“

In seiner Antwort an die literarischen Emigranten reagierte er auf private Vorhaltungen Klaus Manns öffentlich in den Massenmedien (Zeitungen und Rundfunk) und rechtfertigte seinen Verbleib im nationalsozialistischen Deutschland von 1933. Er befand sich, wie er im Vorwort zu Zwei Rundfunkreden. Der neue Staat und die Intellektuellen. Antwort an die literarischen Emigranten 1933 feststellt, am Ende „einer fünfzehnjährigen Entwicklung“ und mithin auf der Höhe des Zeitgeistes.

Da sitzen Sie [43] also in Ihren Badeorten[44] und stellen uns zur Rede, weil wir mitarbeiten am Neubau eines Staates, dessen Glaube einzig, dessen Ernst erschütternd, dessen innere und äußere Lage so schwer ist, dass es Illiaden und Äneiden bedürfte, um sein Schicksal zu erzählen. Diesem Staat und seinem Volk wünschen Sie vor dem ganzen Ausland Krieg, um ihn zu vernichten, Zusammenbruch, Untergang. Da werfen Sie nun also einen Blick auf das nach Afrika sich hinziehende Meer, vielleicht tummelt sich gerade ein Schlachtschiff darauf mit Negertruppen aus jenen 600.000 Kolonialsoldaten der gegen Deutschland einzusetzenden berüchtigten französischen Forces d'outremer, vielleicht auch auf den Arc de Triomphe oder den Hradschin[45], und schwören diesem Land[46], das politisch nichts will als seine Zukunft sichern, und von dem die meisten unter Ihnen geistig nur genommen haben, Rache.[47]

In diesen Rundfunkreden erblickte Benn eine „neue historische Lage“ mit dem „Sieg neuer autoritärer Staaten“, welche den „Sieg der nationalen Idee“ vorantrieben. „Werdendes Gesetz des neuen Jahrhunderts“ sei nach Benn ein „totaler Staat“ in Einklang mit dem „Erscheinen einer neuen revolutionären Bewegung“ und eines „neuen menschlichen Typs“.[48]

In der Erwiderung auf Klaus Mann und auch in anderen Äußerungen finden sich (wie z. B. im darauf gehaltenen kurzen Aufsatz Züchtung) explizit dem Nationalsozialismus sehr nahestehende Gedanken Benns zur Züchtung von Menschen und zur Eugenik:

Verstehen sie doch endlich [....], sondern es handelt sich um das Hervortreten eines neuen biologischen Typs, die Geschichte mutiert und ein Volk will sich züchten. [....] Aus den Nahtlinien des Organischen stößt die Erbmasse, aus den Defekten der Regenerationszentren die menschliche Gene ans Licht.

Eine Durchsetzung seiner Kunstvorstellungen und seines Werkes gelang dem individualistischen und (ehemaligen) Expressionisten Benn im nationalsozialistischen Deutschland nicht. Nachdem schon seit September 1933 keine Gedichte von ihm mehr gesendet werden durften und seine Zulassung als Arzt gefährdet war, wurde Benn ab Mai 1934 verboten, Vorträge im Radio zu halten. Zwar wurde Benn noch im Frühjahr 1934 Vizepräsident der „Union nationaler Schriftsteller“. Er wurde jedoch schon früh (seit 1933) von verschiedenen Organen der Nationalsozialisten, wie z. B. im „Schwarzen Korps“ von Börries von Münchhausen (u. a.) angegriffen, der ihn wegen seines Namens, den er mit dem jüdischen „Ben“ assoziierte, als „Juden“ zu diffamieren suchte, und schließlich 1936 vom Völkischen Beobachter als „Schwein“ bezeichnet. Auf die Unterstellungen Münchhausens reagierte Benn, indem er in Lebensweg eines Intellektualisten seine Abstammung aus einem deutschen Pfarrhaus betonte. Diese genealogischen Ausführungen nutzten Benn letztlich nichts.

Gedenktafel in Berlin, Bayerisches Viertel, Bozener Straße 20

Nach Aufgabe seiner Berliner Arztpraxis bemühte sich Benn 1935 erfolgreich um den Eintritt in die Wehrmacht; diese militärische Reaktivierung bezeichnete er als „aristokratische Form der Emigration“. In der Folgezeit wurde er Oberstabsarzt in der Wehrersatz-Inspektion Hannover. Heimisch ist er hier jedoch nie geworden, die Erzählungen Weinhaus Wolf und Doppelleben sowie die sogenannten Stadthallen-Elegien – darunter das bekannte Gedicht Astern[49] – bieten einige Impressionen seines Hannover-Aufenthaltes. 1937 wurde er als militärischer Versorgungsarzt nach Berlin versetzt und nahm seine Wohnung in der Bozener Straße im Bayerischen Viertel von Berlin-Schöneberg. 1938 ging Benn die Ehe mit seiner Sekretärin Herta von Wedemeyer (Hannover) ein.

Seit 1938 schrieb Benn sehr offene private Briefe, welche ihn leicht ins Konzentrationslager hätten bringen können.[50] 1938 wurde Benn aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen und erhielt Schreibverbot. Die Wehrdienststelle, in der er tätig war, wurde nach Landsberg an der Warthe verlegt; in der dortigen Kaserne verfasste er analysierende Essays zu seiner Lage und den Erscheinungsformen des Nationalsozialismus (nach der ersten Abrechnung Kunst und Drittes Reich von 1941 hier Block II, Zimmer 66 (1944, der Titel verweist wiederum auf sein Lebensthema „Doppelleben“) u. a.).

Sein Gedicht Monolog von 1941 stellte eine unmissverständliche Verurteilung der nationalsozialistischen Barbarei dar.[51]

Den Darm mit Rotz genährt, das Hirn mit Lügen –
erwählte Völker Narren eines Clowns,
in Späße, Sternelesen, Vogelzug
den eigenen Unrat deutend! Sklaven –
aus kalten Ländern und aus glühenden,
immer mehr Sklaven, ungezieferschwere,
hungernde, peitschenüberschwungene Haufen:
dann schwillt das Eigene an, der eigene Flaum,
der grindige, zum Barte des Propheten![52]

1945 kehrte Benn nach Berlin zurück und nahm die ärztliche Tätigkeit in seiner alten Praxis wieder auf. Seine Frau Herta hatte sich am 2. Juli aus Angst vor Vergewaltigung und Ermordung durch Soldaten der Roten Armee mit Morphium das Leben genommen.

Die literaturwissenschaftliche Forschung nach 1945 konnte bislang nicht klären, aus welchen Gründen Benn mit dem nationalsozialistischen Regime kurz zusammenarbeitete. Es könnten eine prinzipiell antiegalitäre Haltung, eine Zustimmung für Gedanken der Konservativen Revolution oder eine damals nicht unübliche Ablehnung der Weimarer Republik und des Pluralismus sein. Nicht auszuschließen sind auch ein wirklicher Glaube an nationalsozialistisches Gedankengut oder ein reiner Opportunismus zwecks Förderung der eigenen literarischen Karriere im NS-Regime. Hinzu treten könnte eine teilweise konfuse und widersprüchliche gesellschaftlich-politische Haltung oder eine apolitische, primär künstlerisch-ästhetische Haltung.

1946 bis 1956[Bearbeiten]

Im Dezember 1946 heiratete Benn die Zahnärztin Dr. Ilse Kaul. Das Schreibverbot für ihn wurde unter der alliierten Verwaltung zunächst beibehalten. In der Sowjetischen Besatzungszone wurden Benns Schriften Der neue Staat und die Intellektuellen (1933) und Kunst und Macht (1934) 1946 auf die Liste der auszusondernden Literatur gesetzt.[53]

Gottfried Benns Grabstein auf dem Waldfriedhof Berlin-Dahlem

Seit dem Herbst 1948 durfte Benn wieder in Deutschland veröffentlichen; zuerst erschien jedoch im Schweizer Arche-Verlag der Band „Statische Gedichte“; der Verleger Max Niedermayer hatte die Druckerlaubnis in Westdeutschland erwirken können.

Im Gegensatz zu vielen anderen im Dritten Reich teilweise schuldig gewordenen Personen und Schriftstellern verdrängte Benn seine Beteiligung an der damaligen Zeit nach 1945 allerdings nicht. So beschrieb er seine frühere Haltung, ohne sie damit zu entschuldigen, als damals historisch und aus der persönlichen Biographie bedingt in folgenden Worten:

Sich irren und doch seinem Inneren weiter Glauben schenken müssen, das ist der Mensch.[54]

In den Jahren der frühen Bundesrepublik erlebte Benn einen rasanten Aufstieg. 1949 erschienen vier Bücher von Benn. Mit der Verleihung des Georg-Büchner-Preises 1951 fand seine Karriere ihren vorläufigen Höhepunkt. 1953, zu seinem 67. Geburtstag, wurde Benn durch Bundespräsident Theodor Heuss das Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Diese Verleihung stieß u. a. beim Schutzverband Deutscher Autoren Nordwest e. V. auf Kritik. Benn sprach davon, dass ein „Amoklauf“ gegen ihn stattfinde.[55]

Im September 1950 nahm Dieter Wellershoff, damals Germanistikstudent in Bonn, Kontakt zu Benn auf. Er schrieb in jener Zeit seine Dissertation über Benn, die dieser sehr lobte.[56] Wellershoff wurde später Herausgeber von Benns Gesammelten Werken. 1951 schloss Benn Bekanntschaft mit der Schriftstellerin Astrid Claes. 1954 begann er eine Beziehung mit der fünfunddreißig Jahre jüngeren Studentin Ursula Ziebarth, die jedoch nur ein Jahr dauerte.

Zu den von Benn gepflegten Kontakten zählte der Literaturjournalist und Autor Karl Schwedhelm.

Eines der bekanntesten Gedichte Benns, das 1953 entstandene Nur zwei Dinge, das vielfach als Benns persönliche Lebensbilanz verstanden wurde, endet mit dem Fazit:

[…] Ob Rosen, ob Schnee, ob Meere,
was alles erblühte, verblich,
es gibt nur zwei Dinge: die Leere
und das gezeichnete Ich.[57]

Gottfried Benn litt seit Beginn des Jahres 1956 unter heftigen Schmerzen, deren Ursache, Knochenkrebs, jedoch erst kurz vor seinem Tod eindeutig festgestellt wurde. Ein Kuraufenthalt in Schlangenbad im Juni 1956 erwies sich als sinnlos und verfehlt, weil die Schmerzen balneologische Anwendungen unmöglich machten. Benn starb nur wenige Wochen nach seinem 70. Geburtstag am 7. Juli 1956 in Berlin und wurde auf dem Waldfriedhof Dahlem in einem Ehrengrab der Stadt Berlin in der Abt. 27W-31/32 beigesetzt.

Zum Werk[Bearbeiten]

Gottfried-Benn-Bibliothek in Berlin

Gottfried Benn gilt als einer der bedeutendsten deutschen Dichter der literarischen Moderne. Ein erstes Mal betrat er die literarische Szene als Expressionist mit seinen Morgue-Gedichten, die mit herkömmlichen poetischen Traditionen radikal brachen und in denen vor allem Eindrücke aus seiner Tätigkeit als Arzt starken Niederschlag fanden. Sektionen und Krebs- und Geburtsstationen werden scheinbar emotionslos beschrieben, und romantische Titel wie „Kleine Aster“ wecken Erwartungen, die dann krass enttäuscht werden. Nach dem oben genannten Gedichtband erschienen in der Folgezeit nur noch wenige mit äußerst geringer Auflage; während der Nazizeit unterlag Benn einem Schreibverbot.

Vom Nationalsozialismus, mit dem er zuerst sympathisiert hatte, wandte sich Benn wohl vor allem ab, weil er ihn schließlich als ähnlich antikulturell einschätzte wie den Kommunismus und Sozialismus. Nach Kriegsende wurde er zunächst wegen seiner anfänglichen Unterstützung des Hitlerregimes angefeindet, doch spätestens mit seinen Statischen Gedichten, die sich weit vom wild-zynischen Ton der Morgue-Gedichte entfernt hatten, fand er in der jungen Bundesrepublik ein neues, stetig wachsendes Publikum. So wurde der Autor zum Ende hin ein weitberühmter, mit dem Büchner-Preis ausgezeichneter und stilbildender Dichter.

Die Rechte am Werk liegen heute beim Klett-Cotta Verlag.

Analysen[Bearbeiten]

Max Rychner hat einen Versuch unternommen, von Benn häufig verwandte Substantive verschiedenen Wortfeldern und Bedeutungszusammenhängen zuzuordnen.[58]

Der wachbewussten, spaltenden, seelenfeindlichen, geschichtlichen und zahlenhaft-wissenschaftlichen Seite ordnet er folgende Begriffe zu:

  • Kopf, Stirn, Hirn, Schädel, Haupt, Ich, Selbst, Geist, Tat.

Den Gegensatz, also die glückselige Ichvergessenheit und Hingabe an den bewusstlosen Lebensstrom, identifiziert er mit Begriffen wie:

  • strömen, fließen, Meer, Flut, Hades, Lethe, Wasser, Opferwein, Träne, ferne Ewigkeit, Nacht, Blut, Schlaf, Traum, Rausch, Grenzenlos, Schauer, Tiefe, Glück, toxische Sphären.

Auf einen zeitenthobenen Bereich verweisen:

  • Ithaka, Blau, Südsee, Rose, Möwe, Traum, Nacht, Meer, Blut, Wein, Feuer, Welten und Wort.

Nachlass[Bearbeiten]

Benns Nachlass liegt im Deutschen Literaturarchiv in Marbach am Neckar[59] und ein kleiner Teil im Archiv der Akademie der Künste[60] in Berlin.

Werke (in Buchform)[Bearbeiten]

  • Über die Häufigkeit des Diabetes mellitus im Heer. Dissertation (Berlin 1912)
  • Morgue und andere Gedichte (1912)
  • Söhne. Neue Gedichte (1913)
  • Gehirne. Novellen (Leipzig 1916)
  • Fleisch. Gesammelte Gedichte (1917)
  • Die Gesammelten Schriften (1922)
  • Schutt (1924)
  • Spaltung. Neue Gedichte (1925)
  • Gesammelte Gedichte (1927)
  • Oratorium. Das Unaufhörliche (1931), Musik von Paul Hindemith
  • Der neue Staat und die Intellektuellen (1933)
  • Kunst und Macht (1934)
  • Ausgewählte Gedichte (1936)
  • Zweiundzwanzig Gedichte (1943)
  • Statische Gedichte (1948)
  • Drei alte Männer (1949)
  • Der Ptolemäer (1949)
  • Ausdruckswelt. Essays und Aphorismen (1949)
  • Trunkene Flut. Ausgewählte Gedichte (1949)
  • Roman des Phänotyp (seit 1943, veröffentlicht 1949, 1961 als Nr. 734 in der Insel-Bücherei)
  • Doppelleben (1950)
  • Fragmente. Neue Gedichte (1951)
  • Probleme der Lyrik (1951)
  • Essays (1951)
  • Die Stimme hinter dem Vorhang (1952)
  • Destillationen. Neue Gedichte (1953),
  • Altern als Problem für Künstler (1954)
  • Aprèslude (1955)
  • Primäre Tage. Gedichte und Fragmente aus dem Nachlaß (1958)

Ausgewählte Gedichte[Bearbeiten]

  • September (Du, über den Zaun gebeugt mit Phlox)
  • Abschied (Du füllst mich an wie Blut die frische Wunde)
  • Melancholie (Wenn man von Faltern liest, von Schilf und Immen)
  • Eure Etüden (Eure Etüden, Arpeggios, Dankchoral)
  • Reisen (Meinen Sie Zürich zum Beispiel)
  • Teils-teils (In meinem Elternhaus hingen keine Gainsboroughs)[61]
  • Poesiealbum 300, Märkischer Verlag Wilhelmshorst 2012, EAN 978 3 943708 00 4

Werkausgaben[Bearbeiten]

Eine erste Werkausgabe in 4 Bänden gab Dieter Wellershoff heraus; inzwischen liegen vor:

  • Sämtliche Werke [SW], »Stuttgarter Ausgabe«, 7 Bände in 8 Teilen, hg. von Gerhard Schuster (Bd.1–5) und Holger Hof (Bd.6 und 7), Stuttgart 1986–2003. Mit umfangreichen Kommentaren, in denen ausführlich aus den sog. Arbeitsheften des Dichters zitiert wird:
    • Band VII/1: Szenen / Dialoge / »Das Unaufhörliche« / Gespräche und Interviews / Nachträge / Medizinische Schriften.
    • Band VII/2: Entwürfe, Vorfassungen und Notizen 1932–1956 und Register.

Briefe[Bearbeiten]

Zahlreiche Briefe sind überliefert und zu großen Teilen veröffentlicht. Die Briefe werden zunehmend als Teil des Werks anerkannt. Hervorzuheben ist etwa der Briefwechsel mit Friedrich Wilhelm Oelze.

  • Ausgewählte Briefe. Mit einem Nachwort von Max Rychner. Wiesbaden 1957
  • Briefwechsel mit Paul Hindemith (Briefe Bd.III). Hg. von Ann Clark Fehn, mit einem Essay von Dieter Rexroth. Wiesbaden/München 1978
  • Briefe an F. W. Oelze (Briefe Bd. I-II/2; Bd.I: 1932–1945, Bd. II/1: 1945–1949, Bd. II/2: 1950–1956). Hg. von Harald Steinhagen und Jürgen Schröder, mit einem Vorwort von F. W. Oelze und einem Nachwort von Harald Steinhagen. Wiesbaden/München 1979 f.
  • Briefwechsel mit Max Rychner: 1930–1956. Hg. von Gerhard Schuster. Stuttgart 1986
  • Briefe an Tilly Wedekind 1930–1955 (Briefe Bd. IV). Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Marguerite Valerie Schlüter. Stuttgart 1986
  • Briefe an Elinor Büller 1930–1937 (Briefe Bd. V). Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Marguerite Valerie Schlüter. Stuttgart 1992
  • Gottfried Benn/Egmont Seyerlen, Briefwechsel 1914–1956. Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Gerhard Schuster. Stuttgart 1993
  • „Hernach“. Gottfried Benns Briefe an Ursula Ziebarth. Göttingen 2001
  • Briefe an Astrid Claes 1951–1956 (Briefe Bd. VI). Stuttgart 2002
  • Briefwechsel Gottfried Benn – Richard Alewyn 1951–1956. Hg. vom Editionspraktischen Seminar. In: Berliner Hefte zur Geschichte des literarischen Lebens 5 (2003), S. 25–50. ISSN 09049-5371
  • Jörg Döring / David Oels: „Wir machen ein Gedicht“: Richard Alewyn bittet Gottfried Benn zum Symposion für kreatives Schreiben. Zum Briefwechsel von Gottfried Benn und Richard Alewyn 1951–1956, ebd., S. 7–24.
  • Briefwechsel Gottfried Benn – Margret Boveri 1949–1956. Hg. v. Roland Berbig / Nele Herbst, ebd., S. 63–126.
  • Roland Berbig: Levkojen und Handkuss. Zum Briefwechsel von Gottfried Benn und Margret Boveri 1949–1956, ebd., S. 51–62.
  • Briefwechsel mit dem Merkur. 1948–1956 (Briefe Bd. VII). Hg. von Holger Hof. Stuttgart 2004. ISBN 3-608-93697-1
  • Gottfried Benn – Thea Sternheim. Briefwechsel und Aufzeichnungen. Mit Briefen und Tagebuchauszügen Mopsa Sternheims, Hg. von Thomas Ehrsam. Göttingen 2004.
  • Monologische Kunst? Ein Briefwechsel zwischen Alexander Lernet-Holenia und Gottfried Benn. Im Anhang: Nietzsche – Nach 50 Jahren. Wiesbaden, Limes, 1953.
  • Gottfried Benn/Ernst Jünger: „Briefwechsel 1949–1956“. Hg. von Holger Hof. Stuttgart 2006
  • Briefe an den Limes Verlag 1948–1956, mit der vollständigen Korrespondenz auf CD-ROM, Stuttgart 2006 (Briefe. Bd. VIII).

Lesungen, Vorträge[Bearbeiten]

Benn hat oft aus seinen Werken vorgelesen. Rundfunklesungen sind seit 1928 überliefert.

  • Gottfried Benn: Das Hörwerk 1928–1956, hg. von Robert Galitz, Kurt Kreiler und Martin Weinmann, 2004, mp3-CD, Laufzeit über 11 Stunden.
  • Altern als Problem für Künstler, Alexander Verlag Berlin 2006, ISBN 978-3-89581-150-0

Filmographie[Bearbeiten]

  • Fernseh-Gespräch anlässlich des 70. Geburtstages vom 3. Mai 1956; 16 mm Film, 9 Minuten
  • Reisen mit Benn. Ein Film von Andreas Christoph Schmidt mit Ursula Ziebarth über die letzten Lebensjahre Benns. SFB/WDR 1998, 45 min
  • „Gottfried Benn. Schakal und Engel – hellgeäugt und schwarzgeflügelt“, Dokumentation, 45 Min., Deutschland 2006, Regie: Jürgen Miermeister[62], Produktion: ZDF, Erstausstrahlung: 20. Juli 2006

Ehrungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Dieter Wellershoff: Gottfried Benn. Phänotyp dieser Stunde, Köln: Kiepenheuer & Witsch, 1958.
  • Thilo Koch: Gottfried Benn – Ein Biographischer Essay München: Albert Langen, Georg Müller Verlag 1957.
  • Walter Lennig: Gottfried Benn. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Hamburg 1962 (18. Aufl. 1994).
  • Jürgen Schröder: Gottfried Benn. Poesie und Sozialisation. – 2. Aufl.. – Tübingen : Universitätsbibliothek Tübingen, 2009 [1. Aufl. Stuttgart [u. a.]: Kohlhammer, 1978].
  • Jürgen Schröder: Gottfried Benn und die Deutschen. Studien zu Person, Werk und Zeitgeschichte. Tübingen: Stauffenburg, 1986.
  • Hans Egon Holthusen: Gottfried Benn: Leben, Werk, Widerspruch. 1886–1922, Stuttgart (Klett-Cotta) 1986.
  • Edgar Lohner: Passion und Intellekt. Die Lyrik Gottfried Benns.. Fischer Taschenbuch, Frankfurt a. M., 1986. ISBN 3-596-26495-2.
  • Klaus Theweleit: Buch der Könige, Bd. 1. Orpheus und Eurydike. Basel / Frankfurt am Main: Stroemfeld / Roter Stern. 1988 ISBN 3-87877-266-1.
  • Hugh Ridley: Gottfried Benn. Ein Schriftsteller zwischen Erneuerung und Reaktion. Westdeutscher Verlag, 1990. ISBN 3-531-12043-3.
  • Werner Rübe: Provoziertes Leben. Gottfried Benn. Stuttgart: Klett-Cotta Verlag, 1993. ISBN 3-608-93058-2.
  • Klaus Theweleit: Buch der Könige, Bd. 2. Orpheus am Machtpol. Basel / Frankfurt am Main: Stroemfeld / Roter Stern. 1994 ISBN 3-87877-305-6.
  • Karl Schwedhelm: Gottfried Benn, Essay und Dokumentation (1980/81), Aachen: Rimbaud, 1995. ISBN 3-89086-875-4.
  • Helma Sanders-Brahms: Gottfried Benn und Else Lasker-Schüler. Rowohlt Berlin 1997, ISBN 3-499-22535-2.
  • Susanne Kiewitz: BENN, Gottfried. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 15, Bautz, Herzberg 1999, ISBN 3-88309-077-8, Sp. 115–120.
  • Fritz J. Raddatz: Gottfried Benn. Leben – Niederer Wahn. Eine Biographie, Propyläen Berlin 2001, ISBN 3-549-07145-0.
  • Gunnar Decker: Gottfried Benn. Genie und Barbar. Biographie. Aufbau Verlag, Berlin, 2006, ISBN 978-3-351-02632-5.
  • Helmut Lethen: Der Sound der Väter. Gottfried Benn und seine Zeit. Rowohlt Berlin 2006, ISBN 978-3-87134-544-9.
  • Joachim Dyck: Der Zeitzeuge. Gottfried Benn 1929–1949, Wallstein Göttingen 2006, ISBN 3-8353-0024-5.
  • Wolfgang Emmerich: Gottfried Benn. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek, 2006. ISBN 3-499-50681-5.
  • Christian Schärf: Der Unberührbare. Gottfried Benn – Dichter im 20. Jahrhundert. Bielefeld: Aisthesis 2006.
  • Holger Hof (Hrsg): Benn. Sein Leben in Bildern und Texten Klett-Cotta, Stuttgart 2007. ISBN 978-3-608-95345-9.
  • Nele P. Soerensen: „ Mein Vater Gottfried Benn“. Limes Verlag, Wiesbaden 1960.
  • Jochen Strobel: Dichter mit Doppelleben. Eine literarische Sensation – so muss man den Marburger Auftritt Gottfried Benns nennen, der vor 125 Jahren geboren wurde und vor 60 Jahren an der Philipps-Universität darüber sprach, wie Gedichte entstehen. Warum machte der Vortrag derartig Furore? In: Marburger UniJournal, Nr. 36, September 2011, 44-46.
  • Holger Hof: Gottfried Benn. Der Mann ohne Gedächtnis. Eine Biographie. Klett Cotta. Stuttgart 2011. ISBN 978-3-608-93851-7.

Sammelbände[Bearbeiten]

  • Benn-Jahrbuch. Hrsg. von Joachim Dyck, Holger Hof, Peter D. Krause; Klett-Cotta, Bd. 1: Stuttgart 2003, ISBN 3-608-93611-4; Bd. 2: Stuttgart 2004, ISBN 3-608-93612-2.
  • Gottfried Benn – Wechselspiele zwischen Biographie und Werk. Hrsg. von Matias Martinez, mit Essays von Regine Anacker, Michael Ansel, Moritz Bassler, Dieter Burdorf, Joachim Dyck, Michael Eskin, Marcus Hahn, Theo Meyer, Thorsten Ries, Hans Dieter Schäfer, Joachim Vahland, Silvio Vietta; Wallstein Göttingen 2007, ISBN 978-3-89244-964-5.

Spezialuntersuchungen[Bearbeiten]

  • Angela Reinthal: Ecce Melencolia – Zu Gottfried Benns Gedicht „Wo keine Träne fällt“; in: Michel Vanoosthuyse (éd.): Crises allemandes de l'identité – Deutsche Identitätskrisen. Bibliothèque d'Études Germaniques et Centre-Européennes – Université Paul-Valéry de Montpellier, vol III, 1998; S. 109–131. ISBN 2-84269-187-3 und ISSN 1273-0122.
  • Thomas Homscheid: Zwischen Lesesaal und Lazarett. Der medizynische Diskurs in Gottfried Benns Frühwerk. Würzburg: Verlag Königshausen & Neumann, 2005 ISBN 3-8260-2982-8.
  • Friederike Reents: Ein Schauern in den Hirnen – Gottfrieds Benns „Garten von Arles“ als Paradigma der Moderne, Wallstein Verlag, Göttingen 2009.
  • Gunther Schendel: Das evangelische Pfarrhaus aus kirchenhistorischer Sicht – Beiträge zur DVD-educativ premium „Das weiße Band“, Matthias Film gGmbH 2010 (zu Benn als Pfarrhauskind).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gottfried Benn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Holger Hof, Benn (2007, 36)
  2. Aus Epilog 1949, IV, S. 345; in Gottfried Benn: Gesammelte Werke in vier Bänden, Band III, Hrsg.: Dieter Wellershoff, Klett-Cotta, 9. Aufl., Stuttgart, 1993,
  3. Wolfgang Emmerich: Gottfried Benn, rowohlt, 2006, S. 14 ff
  4. Thilo Koch: Gottfried Benn – Ein biographischer Essay, 1957, erweiterte Neuausgabe, Deutscher Taschenbuch Verlag, München, 1970, S. 15 ff
  5. Gottfried Benn an Hans Egon Holthusen am 16. Mai 1954, in Gottfried Benn: Ausgewählte Briefe, mit Nachwort von Max Rychner, Wiesbaden, Limes Verlag, 1957, S. 265
  6. Wolfgang Emmerich: Gottfried Benn, rowohlt, 2006, S. 19
  7. Gottfried Benn: Gedichte, Gesammelte Werke in vier Bänden, Band III, Hrsg.: Dieter Wellershoff, Klett-Cotta, Stuttgart, 3. Aufl., 1993 S. 24
  8. Fritz Joachim Raddatz: Gottfried Benn – Leben – niederer Wahn, Eine Biographie, Propyläen, 2001, S. 88 ff
  9. Gottfried Benn: Gedichte, Gesammelte Werke in vier Bänden, Band III, Hrsg.: Dieter Wellershoff, Klett-Cotta, Stuttgart, 3. Aufl., 1993, S. 400
  10. Ingeborg Scholz: Gottfried Benn – Lyrik und Prosa, Beyer Verlag, Hollfeld, 2. Aufl., 1992, S. 37 u. 38
  11. Band II aus Sämtliche Werke, Stuttgarter Ausgabe, Klett-Cotta, 1986, S. 33
  12. Gunnar Decker: Gottfried Benn – Genie und Barbar – Biographie, Aufbau Verlag, Berlin, 2006, S. 82 ff
  13. Walter Lennig: Gottfried Benn in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. 1962, S. 15
  14. Bertelsmann Lexikon, Deutsche Autoren – Vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Band 1, A–Eh, Hrsg.: Walther Killy, Bertelsmann Lexikon Verlag, München, 1994, S. 172
  15. Lebensweg; GW 4, S. 27, 28
  16. Wolfgang Emmerich: Gottfried Benn. rowohlt, 2006, S. 29
  17. Werner Rübe: Provoziertes Leben – Gottfried Benn. Klett-Cotta, 1993, S. 110
  18. Ingeborg Scholz: Gottfried Benn – Lyrik und Prosa. 2. Auflage. Beyer Verlag, Holfeld, 1992, S. 19
  19. Wolfgang Emmerich: Gottfried Benn. rowohlt, 2006, S. 32, 33
  20. Katalog der Benn-Ausstellung des Deutschen Literaturarchivs Marbach von 1986, S. 31
  21. Bertelsmann Lexikon: Deutsche Autoren – Vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Band 1, A – Eh, Hrsg.: Walther Killy, Bertelsmann Lexikon Verlag, München, 1994, S. 173. Benn selbst erwähnt seine Beziehung zu Else Lasker-Schüler in einem Brief an F.W. Oelze; ders., Briefe an F.W. Oelze, Bd. 2/II, S. 128: sie „war ja mal meine Freundin, 1912...“
  22. Hans Dieter Schäfer: Gottfried Benn und das Offizierskorps, Warmbronn, 2005, S. 8 ff
  23. Ingeborg Scholz: Gottfried Benn – Lyrik und Prosa, Beyer Verlag, Holfeld, 2. Aufl., 1992, S. 40, 53 u. 54
  24. Jürgen Peter Wallmann: Gottfried Benn – Genius der Deutschen, Verlag Stieglitz, 1965, S. 24
  25. Hans Egon Holthusen: Gottfried Benn – Leben, Werk, Widerspruch – 1886–1922, Klett-Cotta, Stuttgart, 1986, S. 184
  26. Epilog, IV, S. 7
  27. IV, 30
  28. Wolfgang Emmerich: Gottfried Benn, rowohlt, 2006, S. 44 ff
  29. Uwe Schütte: Die Poetik des Extremen – Ausschreitungen einer Sprache des Radikalen, V&R, 2006., S. 239
  30. Ausgewählte Briefe, 1957, S. 220
  31. Nele Poul Soerensen: Mein Vater Gottfried Benn, Limes Verlag, 1960, S. 19
  32. Berliner Zeitung, 9. Juni 2008.
  33. Thilo Koch: Gottfried Benn. Band 61 von Langen-Müller's kleine Geschenkbücher, Verlag A. Langen, 1957, S. 39.
  34. Gottfried Benn: Ausgewählte Briefe. Mit Nachwort von Max Rychner. Limes Verlag, Wiesbaden 1957, S. 15 u. 19.
  35. Gottfried Benn: Die Gesammelten Schriften von Gottfried Benn, Erich Reiss Verlag, Berlin, 1922
  36. Bertelsmann Lexikon: Deutsche Autoren – Vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Band 1, A – Eh. Hrsg.: Walther Killy. Bertelsmann Lexikon Verlag, München, 1994, S. 174.
  37. Wolfgang Emmerich: Gottfried Benn. Rowohlt, 2006, S. 64 ff.
  38. a b Joachim Dyck: Gottfried Benn, ein reinrassiger Jude? In: Matias Martinez: Gottfried Benn – Wechselspiele zwischen Biographie und Werk. Wallstein, 2007, S. 113.
  39. Nachtrag zu Band IV in Gottfried Benn: Gedichte. Gesammelte Werke in vier Bänden, Band III. Hrsg.: Dieter Wellershoff. Klett-Cotta, Stuttgart, 3. Aufl., 1993.
  40. Jan-Pieter Barbian: Literaturpolitik. Ausg. 1993, S. 30. Auch in allen anderen Ausgaben, bei anderer Seiten-Zählung.
  41. Peter Tepe: Gottfried Benns Engagement für den Nationalsozialismus am Beispiel der Essays. S. 3 ff
  42. vgl. schon DER SPIEGEL 14/1950
  43. die Flüchtlinge aus dem Reich, im Exil
  44. Anspielung auf Sanary-sur-Mer
  45. Anspielung auf die Flüchtlinge in die Türkei
  46. Deutschland
  47. Quelle: Ulrike Voswinckel & Frank Berninger: Exil am Mittelmeer. Deutsche Schriftsteller in Südfrankreich 1933–1941. Begleitbuch zur Ausstellung in der Monacensia, Literaturarchiv und Bibliothek, 12. Mai – 18. November. Allitera, München 2005, ISBN 3-86520-113-X.
  48. Thomas Gann: Gehirn und Züchtung – Gottfried Benns psychiatrische Poetik 1910–1933/34. Transcript Lettre, 2007, S. 155 ff.
  49. Benn verfasste diese „Stadthallen-Elegien“ auf der Rückseite von Speisekarten der Stadthalle Hannover. Die Originale werden im Deutschen Literaturarchiv in Marbach aufbewahrt. Das Gedicht Astern auf der Rückseite einer Speisekarte ist im Marbacher Literaturmuseum der Moderne ausgestellt. Weitere Gedichte aus diesem Zyklus sind: Tag, der den Sommer endet und Die weißen Segel.
  50. Peter J. Brenner: Gottfried Benns Monologe – ein Dialog mit der Geschichte. In: Klaus H. Kiefer (Hrsg.): Das Gedichtete behauptet sein Recht. Frankfurt am Main 2001, S. 254 ff.
  51. Über Gottfried Benns Verhältnis zur Zeitgeschichte, in: Reinhold Grimm u. Wolf-Dieter Marsch: Die Kunst im Schatten des Gottes. Göttingen, 1962, S. 13.
  52. Erster Absatz aus dem Gedicht Monolog. In: Gottfried Benn: Gedichte. Gesammelte Werke in vier Bänden, Band III. Hrsg.: Dieter Wellershoff. Klett-Cotta, Stuttgart, 3. Aufl., 1993, S. 226.
  53. http://www.polunbi.de/bibliothek/1946-nslit-b.html
  54. Gottfried Benn: Drei alte Männer, zitiert nach: Simon Karcher: Sachlichkeit und elegischer Ton – die späte Lyrik von Gottfried Benn und Bertolt Brecht – ein Vergleich, Königshausen & Neumann, 2006, S. 77
  55. Briefe an F.W. Oelze, Bd. 2/II, S. 170. Benn urteilt dort: „Sowas ist doch wohl nur in Deutschland möglich. Dieser Hass, den ich mein Leben lang immer erzeugte, ist mir ein Rätsel. Aber tut nichts. Ich mag nur einen makabren anrüchigen Ruhm, keinen lauteren, idealistischen.“
  56. G. Benn, Briefe an F.W. Oelze, Bd. 2/II, S. 69
  57. Gottfried Benn: Nur zwei Dinge. In: Sämtliche Werke. Band I. Gedichte 1. Stuttgarter Ausgabe, herausgegeben von Gerhard Schuster. Klett-Cotta, Stuttgart 2006,ISBN 978-3-608-95313-8, S. 320.
  58. Max Rychner: Merkur III, 8, 1949, S. 873; zitiert nach Dieter Wellershoff, Nachwort des Herausgebers, in Gottfried Benn: Gesammelte Werke in vier Bänden, Band III, Hrsg.: Dieter Wellershoff, Klett-Cotta, 9. Aufl., Stuttgart, 1993, S. 614 u. 615
  59. SNM/DLA: Nachlaß Benn, Gottfried.
  60. Teilnachlass Gottfried Benn
  61. Die obigen sechs Gedichte sind aus: Hans Bender (Hrsg.), Widerspiel. Deutsche Lyrik seit 1945, Carl Hanser Verlag, München 1962, ohne ISBN
  62. Zur Homepage des Regisseurs