Kleinblittersdorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kleinblittersdorf
Kleinblittersdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kleinblittersdorf hervorgehoben
49.1566666666677.0391666666667200Koordinaten: 49° 9′ N, 7° 2′ O
Basisdaten
Bundesland: Saarland
Landkreis: Regionalverband Saarbrücken
Höhe: 200 m ü. NHN
Fläche: 27,29 km²
Einwohner: 11.193 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 410 Einwohner je km²
Postleitzahl: 66271
Vorwahl: 06805
Kfz-Kennzeichen: SB
Gemeindeschlüssel: 10 0 41 514
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstr. 16-18
66271 Kleinblittersdorf
Webpräsenz: www.kleinblittersdorf.de
Bürgermeister: Stephan Strichertz (parteilos)
Lage der Gemeinde Kleinblittersdorf im Regionalverband Saarbrücken
Regionalverband Saarbrücken Saarland Frankreich Landkreis Saarlouis Landkreis Neunkirchen Saarpfalz-Kreis Großrosseln Völklingen Püttlingen Riegelsberg Heusweiler Quierschied Friedrichsthal Sulzbach Kleinblittersdorf SaarbrückenKarte
Über dieses Bild

Kleinblittersdorf (saarländisch Blidderschd(r)o(r)f/Kläänblidaschd(r)o(r)f,[2] (das r wechselt die Position), frz. Kleinbliederstroff/Bliederstroff-le-Klein) ist eine Gemeinde im Südosten des Regionalverbands Saarbrücken im Saarland.

Geographie[Bearbeiten]

Kleinblittersdorf liegt im äußersten Südosten des Regionalverbandes. Geographisch liegt der Ort an der Saar, über die die Freundschaftsbrücke nach Frankreich in den Ort Grosbliederstroff führt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Ortsteile:

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Kleinblittersdorf grenzt an folgende Gemeinden (im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden): Saarbrücken, Mandelbachtal (Saarpfalz-Kreis), Blies-Guersviller, Sarreguemines und Grossbliederstroff (alle in Frankreich).

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 991 mm und liegt damit im oberen Drittel der von den Messstellen des Deutschen Wetterdienstes erfassten Werte. Über 84 % zeigen niedrigere Werte an. Der trockenste Monat ist der April; am meisten regnet es im Dezember. Im niederschlagsreichsten Monat fällt etwa 1,5mal mehr Regen als im trockensten Monat. Die jahreszeitlichen Niederschlagsschwankungen liegen im unteren Drittel. In 30 % aller Orte schwankt der monatliche Niederschlag weniger.

Geschichte[Bearbeiten]

Groß- und Kleinblittersdorf waren in Mittelalter und früher Neuzeit lediglich zwei an gegenüberliegenden Ufern der Saar gelegene Teile des im Jahr 777 als Besitztum des Abtes Fulrad von St. Denis erstmals urkundlich erwähnten lothringischen Ortes Bliederstorff. Die Ortsnamen waren im frühen Mittelalter Blit(t)haria villa, im 13. Jahrhundert Bliederstroff bzw. Bliderstorff. Die Präfixe Groß- bzw. Klein- für die beiden Ortsteile tauchten erstmals Ende des 16. Jahrhunderts auf: Grossblietersdorff (1594), Blidertorf-le-Grand (1756), Blidestroff-le-Gros (1779), sie waren lediglich ein Indikator für die unterschiedliche Einwohnerzahl. Heute haben sich die Verhältnisse umgekehrt: 2006 zählte das aufgrund einer Kommunalreform allerdings auch flächenmäßig gewachsene Kleinblittersdorf 12.850 Einwohner, Grosbliederstroff hingegen nur 3330 (1999), von denen etwa ein Fünftel die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt.

Kleinblittersdorf kam mit Lothringen 1766 an Frankreich und durch einen Gebietstausch 1781 in den Besitz der Grafen von der Leyen. Nachdem ab 1792 die vorrückenden Revolutionstruppen die alten Feudalherren vertrieben hatten, gehörten beide Teile zum französischen Saardepartement. Nach den Napoleonischen Kriegen verlief die Geschichte der beiden Orte Klein- und Großblittersdorf wiederum getrennt. Kleinblittersdorf kam nun zur preußischen Rheinprovinz, was in der Grenzkonvention zwischen Preußen und Frankreich am 11. Juni 1827 durch Frankreich anerkannt wurde. Nach dem deutsch-französischen Krieg kam auch Großblittersdorf ab 1871 mit dem Reichsland Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich. Ab 1919 war Großblittersdorf wieder eine Gemeinde in Frankreich, während Kleinblittersdorf infolge des Versailler Vertrags im französisch kontrollierten, vom Völkerbund verwalteten Saargebiet lag und ab 1935 nach einer Volksabstimmung an das Dritte Reich kam. Von 1940 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wieder gemeinsam im deutschen Herrschaftsbereich gelegen, folgte bis 1956 – wie schon von 1919 bis 1935 – erneut eine Zeit, in der beide Orte unter französischem Einfluss standen: Grosbliederstroff, wie es nun hieß, als Gemeinde im Département Moselle, Kleinblittersdorf im teilautonomen Saarland, das infolge eines weiteren Plebiszites im Jahre 1955, aufgrund des Saarvertrages zum 1. Januar 1957 als elftes Bundesland in die Bundesrepublik Deutschland eingegliedert wurde.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1974 wurden die bisher selbständigen Gemeinden Auersmacher, Bliesransbach, Rilchingen-Hanweiler und Sitterswald eingegliedert.[3]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1618 1663 Jahr 1848[4] 1855 1867 1880 1900 1922 1926 1927 1928 1929[5] 1961[3] 1970[3] 1987[6] 2006 2011 2012
Haushaltungen 45 6 Einwohner 856 2144 2318 2680 3154 4870 5769 6158 6384 6656 3694 3843 12567 12850 11396 11269

Die Zahlen gelten für den rechts der Saar gelegenen Ortsteil und ab dem 1. Januar 1974, nach der Neugliederung, für alle fünf Ortsteile der Großgemeinde.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Kommunalwahl in Kleinblittersdorf 2009
Wahlbeteiligung: 65,6 %
 %
50
40
30
20
10
0
43,2 %
37,6 %
8,5 %
6,7 %
4,1 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-7,5 %p
-2,4 %p
+8,5 %p
+1,8 %p
-0,4 %p
CDU 43,2 % 15 Sitze (-4)
SPD 37,6 % 13 Sitze (-1)
Linke 8,5 % 2 Sitze (+2)
Grüne 6,7 % 2 Sitze (+2)
FDP 4,1 % 1 Sitz (+1)

Wahl am 7. Juni 2009

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1694 – 1705: Jean-Etienne von Hausen
  • 1802 – 1816: Peter von Hausen[7]
  • um 1848: Richard Klein[4]
  • 1. Januar 1941 bis 31. Juli 1946: Paul Kolb (Amtsbürgermeister)[8]
  • 6. Juni 1956 bis 1. Juni 1960: „Willi“ Grün
  • bis 2001: Günther Brettar, SPD
  • seit 2001: Stephan Strichertz, parteilos (Wiederwahl 2009)

Amtsinhaber waren auch BM Günther (1919–??), Heinrich Metzger, Gerhard Küster und Robert Jeanrond.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Geteilt von Gold und Blau, oben ein gestümmelter roter Adler, unten ein silberner Pfahl, begleitet rechts von einer schräggestellten goldenen Wolfsangel mit stumpfen Enden und zwei Mittelsprossen, links von einer schräggestellten goldenen Wolfsangel mit stumpfen Enden und einer Mittelsprosse, und belegt mit einem roten Brand.“

Partnerschaften[Bearbeiten]

Kleinblittersdorf unterhält Gemeindepartnerschaften mit Behringen (Thüringen), Grosbliederstroff (Frankreich) und Sucé-sur-Erdre (Frankreich).

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Freundschaftsbrücke von 1993

Kleinblittersdorf ist durch die Saarbahn auf dem Schienenweg mit Saarbrücken verbunden. Die Stadtbahn-Linie S1 verkehrt vom Bahnhof Kleinblittersdorf aus tagsüber alle 15 Minuten in das Stadtzentrum von Saarbrücken (ansonsten alle 30 Minuten), die Ortsteile Auersmacher und Hanweiler werden alle 30 (bzw. in Abend- und Nachtstunden alle 60) Minuten angefahren. Kleinblittersdorf liegt an der Bahnstrecke Saarbrücken–Sarreguemines. Zudem verfügen alle Ortsteile der Gemeinde über ein Netz von Bushaltestellen, die von zwei Linien des Unternehmens SaarBahn&Bus bedient werden und auch als Zubringer für die Saarbahn fungieren.

Eine Fußgängerbrücke verbindet Kleinblittersdorf mit dem lothringischen Grosbliederstroff. (siehe hierzu: Freundschaftsbrücke (Deutschland–Frankreich)). Für den Kraftverkehr besteht die kürzeste Verbindung über die Abt-Fulrad-Brücke (Kleinblittersdorf).

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Hallen- und Freibad

Das Kleinblittersdorfer Hallen- und Freibad liegt bei der Sporthalle. Über die Winterzeit hatte das Hallenbad geöffnet, im Sommer ist das Freibad mit einer Grünanlage geöffnet. Im Hinblick auf den maroden Zustand und den hohen Investitionsbedarf hat der Gemeinderat am 4. Dezember 2012 die endgültige Stilllegung des Hallenbades beschlossen.[9]

  • Schule

Die Kleinblittersdorfer Grundschule ist im gleichen Gebäude wie die ERS-Kleinblittersdorf. Das Gebäude liegt unterhalb der Sportanlage.

  • Bücherei

Gegenüber dem Rathaus liegt die Bücherei, in der man kostenlos Bücher und DVDs ausleihen kann.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kleinblittersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Saarland.de – Fläche und Bevölkerung – Stand: 31.12.2013 (Basis Zensus 2011) (PDF; 0,03 MB) (Hilfe dazu)
  2. Geoplatt - kräse vum saarlond (Version vom 13. November 2007 im Internet Archive)
  3. a b c  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 806.
  4. a b Michel Mohr: Chronik des Saar-Blies-Winkels, Bd. III; Selbstverlag, Sitterswald 1988–1989; S. 253
  5. Franz-Ludwig Strauss: Mit Hilfe der Verwaltung in die Jahre 1927 bis 1929 geblickt; in: Die Eul', Kleinblittersdorfer Hefte zu Geschichte und Gegenwart, 3. Jahrgang, Heft 5 (Mai); S. 29 ff.; Historischer Verein Saar-Blies e.V. (Hrsg.), Kleinblittersdorf 2009
  6. Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland, Ausgabe 1987; Statistisches Bundesamt Deutschland
  7. Klaus Brettar: Neues vom Historischen Verein Saar-Blies – Die heutige Mühlenstraße in: Kleinblittersdorfer Nachrichten KW 08/2012, online bei M-Type Media, S. 6 ff. (zuletzt abgerufen am 6. Januar 2014)
  8.  Susanne Neis: Bürgermeister und Oberbürgermeister von Neunkirchen seit der Stadtwerdung 1922. In: Rainer Knauf und Christof Trepesch (Hrsg.): Neunkircher Stadtbuch. Kreisstadt Neunkirchen, 2005, ISBN 3-00-015932-0, S. 734.
  9. Endgültiges Aus für das Hallenbad Kleinblittersdorf, abgerufen am 29. Dezember 2012.