La Cage aux Folles (Musical)

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Musicaldaten
Originaltitel: La Cage aux Folles
Originalsprache: Englisch
Musik: Jerry Herman
Buch: Harvey Fierstein
Liedtexte: Jerry Herman
Uraufführung: 1983
Ort der Uraufführung: Palace Theatre, Broadway, New York
Spieldauer: ca. 2,5 Stunden
Ort und Zeit der Handlung: St. Tropez, Südfrankreich
Rollen/Personen
  • Georges, Besitzer des Nachtclubs La Cage aux folles
  • Albin, sein Lebensgefährte und als Drag-Queen Zaza Star des Clubs
  • Jacob, Butler und Albins persönlicher Assistent
  • Jean-Michel, Georges Sohn aus einer früheren Beziehung
  • Anne Dindon, Jean-Michels Verlobte
  • Edouard Dindon, Annes ultrakonservativer Vater und Vorsitzender einer konservativen Partei
  • Marie Dindon, Annes Mutter und Frau von Edouard
  • Jaqueline, gute Freundin von Georges und Albin und Besitzerin des Restaurants Chez Jaqueline
  • Francis, Bühnenmanager des La Cage aux Folles
  • Monsieur und Madame Renaud, Besitzer des Promenadencafés
  • Les Cagelles, die Travestie-Künstler des La Cage aux folles

La Cage aux Folles (Ein Käfig voller Narren) ist ein Musical in zwei Akten mit Musik und Songtexten von Jerry Herman zum Buch von Harvey Fierstein.

Geschichte[Bearbeiten]

1973 wurde Jean Poirets Theaterstück La Cage aux Folles in Paris uraufgeführt. Es wurde zu einem großen Boulevard-Hit. Im Théatre du Palais Royal wurde es sieben Jahre lang ohne Unterbrechung gespielt. Gleichzeitig kam die Produktion weltweit auf die Bühnen. 1978 entstand Edouard Molinos Kinofassung von La Cage aux Folles (Ein Käfig voller Narren) mit Michel Serrault und Ugo Tognazzi. In den USA wurde der Film zu einem der größten Erfolge einer nicht-amerikanischen Produktion.

1983 wurde daher der Broadway auf die sich hervorragend eignende Vorlage aufmerksam: Für die Musicalbühne schrieb Altmeister Jerry Hermann (u. a. Hello, Dolly!) eingängige Melodien. Showstopper ist sicher der Titel „I am what I am“ (Ich bin, was ich bin), der von verschiedenen Interpreten (unter anderem auch von Gloria Gaynor) unabhängig vom Musical auch als Solotitel gesungen wird. Dass auch viele Frauen den Titel singen ist insofern bemerkenswert, als dass der Song eigentlich ein Outing-Lied eines schwulen Mannes ist, der um Respekt und Anerkennung wirbt. Das Lied hat in Schwulen- und Transsexuellen-Kreisen Kultstatus.

Premieren[Bearbeiten]

La Cage aux Folles wurde am 21. August 1983 uraufgeführt und errang in der Theatersaison 1983/84 viele amerikanische Theaterpreise (so auch sechs Tony Awards, darunter „Bestes Musical“, „Best Score“ und „Best Book of a Musical“). Die Show wurde bis zum 15. November 1987 im New Yorker Palace Theatre 1761 mal aufgeführt.

Die Londoner West End-Premiere war am 7. Mai 1986 im London Palladium; das Musical wurde dort 301 mal aufgeführt.[1]

Sowohl am New Yorker Broadway als auch am Londoner West End gab es seitdem mehrere erfolgreiche Wiederaufnahmen.

1985 gelang es dem Berliner Theater des Westens die Aufführungsrechte für die Deutschsprachige Erstaufführung zu bekommen. Übersetzt wurde es von Erika Gesell und Christian Severin. Die Premiere der Inszenierung von La Cage aux Folles fand am 23. Oktober 1985 statt. Es spielten u.a. Helmut Baumann als Albin/Zaza, Günter König als Georges.

In Österreich wurde das Musical erstmals vom 3. August 1989 bis 26. August 1989 beim Musical Sommer Amstetten unter der Regie von Heinz Ehrenfreund aufgeführt.[2] An einem regulären Theater stand es vom 7. Januar 1991 bis 10. Juni 2007 am Spielplan der Wiener Volksoper. Es spielten Frank Hoffmann Georges und Karlheinz Hackl Albin/Zaza, wobei letzterer drei Jahre krankheitsbedingt ausfiel. Inszeniert wurde es von Dennis Callahan, Heinz Ehrenfreund und David Scala; Dirigent war Peter Keuschnig.[3][4][5]

In den Niederlanden wurde das Stück erstmals von August bis Oktober 1995 im königlichen Theater Carré aufgeführt. Jacco van Renesse spielte Albin/Zaza, Fred Butter Georges und Regie führte Shireen Strooker.[6] Eine Neuinszenierung hatte am 28. November 2010 im neu eröffneten DeLaMar Theater unter Beisein von Königin Beatrix Premiere.[7]

Vom 9. Juni 2012 bis zum 25. Mai 2013 war das Musical im Volkstheater Frankfurt zum ersten Mal in Mundart zu sehen. Verantwortlich für die Hessische Fassung war Thomas Bäppler-Wolf der als Albin, neben Wolff von Lindenau als Georges, eine der Hauptrollen spielte.

Vom 10. Dezember 2012 bis zum 3. Februar 2013 spielte das Grenzlandtheater Aachen das Stück mit Samuel Schürmann als Albin/Zaza, Gido Schimanski als Georges und Guy Van Damme als Jacob.

Ab 9. Februar 2013 wird das Musical im Landestheater Coburg unter der Regie von Holger Hauer und der musikalischen Leitung von Roland Fister gezeigt. Ab Juni 2013 dann auch in Köln unter der Regie von Bernd Schaarmann und der musikalischen Leitung von Inga Hilsberg.

Von Juni 2013 bis Januar 2014 spielte die Kammeroper Köln das Stück mit Guido Kleineidam als Albin/Zaza.

Ab Februar 2014 ist das Stück in der Bar jeder Vernunft in Berlin unter der Regie von Bernd Mottl zu sehen.

Im September 2014 feiert das Stück im Theater Bonn unter der Regie von John Dew Premiere.

Das Hans Otto Theater Potsdam bringt das Musical im November 2014 auf die Bühne. Regie führt Ulrich Wiggers, die musikalische Leitung liegt bei Ferdinand von Seebach.

Handlung[Bearbeiten]

Georges betreibt seit vielen Jahren den Club La Cage aux Folles in St. Tropez. Gefeierter Star der frivolen und glitzernden Travestie-Shows ist Albin alias Zaza, die männliche „Lebenspartnerin“ an Georges Seite. Eines Tages kündigt sich Besuch an: Sohn Jean-Michel, eine „Jugendsünde“ des homosexuellen Georges. Der Sprössling hat die Liebe seines Lebens gefunden: ein Mädchen namens Anne. Das sich ankündigende Familientreffen hat einen Haken: Der Vater der Verlobten, ein Politiker und erzkonservativer Sittenwächter, möchte die Eltern des zukünftigen Schwiegersohnes kennenlernen. Georges muss daher auf die Schnelle ein bürgerlich-konservatives Umfeld für den Besuch schaffen. Nebst dem wenig geeigneten Wohn- und Arbeitsumfeld von Georges muss noch ein grundsätzlicheres Problem gelöst werden: Woher eine „Mutter“ nehmen? Albin, respektive die Bühnenfigur Zaza bietet hilfreich seine/ihre Dienste an. Nach großen Wirren und viel Komik kündigt sich ein Happy-End an.

Songtitel[Bearbeiten]

1. Akt

  • Ouvertüre – Orchester
  • „We Are What We Are“ – Georges und Les Cagelles
  • „(A Little More) Mascara“ – Albin und Les Cagelles
  • „With Anne on My Arm“ – Jean-Michel und Georges
  • „With You on My Arm“ – Georges und Albin
  • „Song on the Sand“ – Georges
  • „La Cage aux Folles“ – Albin, Jacqueline und Les Cagelles
  • „I Am What I Am“ – Albin

2. Akt

  • „Song on the Sand“ (Reprise) – Georges und Albin
  • „Masculinity“ – Georges, Albin, Monsieur Renaud, Madame Renaud, Passanten
  • „Look Over There“ – Georges
  • „Dishes (Cocktail Counterpoint)“ – Georges, Edouard Dindon, Marie Dindon und Jacob
  • „The Best of Times“ – Albin, Jacqueline und Ensemble
  • „Look Over There“ (Reprise) – Jean-Michel
  • „La Cage aux Folles“ (Reprise) – Georges
  • Finale – Ensemble

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. La Cage aux Folles bei The Guide to Musical Theatre (englisch); abgerufen am 19. Juni 2012
  2. Musicals – Das Musicalmagazin, Heft 19, Okt.-Nov. 1989
  3. Bundespressedienst (Hrsg.): Österreichisches Jahrbuch. Band 63, Österr. Staatsdruckerei, 1992, S. 151.
  4. Profil, Band 22, 1991, S. 77.
  5. Die Bühne, Ausgaben 1-6, 2006, S. 10–12.
  6. Patrick van den Hanenberg: Fred Butter in La Cage aux Folles (niederländisch), de Volkskrant, 26. August 1995; abgerufen am 19. Juni 2012
  7. Showbericht: La Cage aux Folles (Version vom 19. März 2011 im Internet Archive), 18. Januar 2011