European Le Mans Series

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European Le Mans Series
Logo Le Mans Series.svg
Fahrzeugtyp Le-Mans-Prototypen und Gran Turismos
Land oder Region Europa
Aktueller Name European Le Mans Series
Bisherige Namen Le Mans Endurance Series, Le Mans Series
Erste Saison 2004
Offizielle Website europeanlemansseries.com/

Die European Le Mans Series (kurz auch ELMS) ist eine vom Automobile Club de l’Ouest organisierte Langstreckenrennserie, die seit 2004 nach den Regeln und Richtlinien der 24 Stunden von Le Mans angelehnt ist. Bis einschließlich 2005 firmierte die Meisterschaft unter dem Namen Le Mans Endurance Series (kurz auch LMES) und von 2006 bis 2011 als Le Mans Series (kurz auch LMS)

Meisterschaft[Bearbeiten]

Die European Le Mans Series wurde zunächst als Meisterschaft über 1000-km-Läufe ausgetragen. Selten wurden auch Meisterschaftsläufe mit größeren Distanzen und Zeitabschnitten absolviert. So zum Beispiel 2007 die 1000 Meilen der Mil Milhas und 2010 acht Stunden auf dem Circuit Paul Ricard. Seit 2013 wurde die Renndistanz auf 3 Stunden begrenzt. Wie im Langstreckenbereich üblich fahren gleichzeitig mehrere Rennklassen in einem Rennen. Die Wertung der Rennen wird für jede Klasse separat vorgenommen und ist unabhängig von anderen Klassen. Jeweils die schnellsten drei Fahrerpaarungen einer Klasse nehmen nach den Rennen an einer Siegerehrung teil. Die Klasseneinteilungen der European Le Mans Serie basiert auf den 24 Stunden von Le Mans ist um eine Markenpokalklasse und der Gruppe GT3 ergänzt und verzichtet im Gegenzug auf die leistungsstärkere Prototypen-Kategorie LMP1.

  • LMP2 (Le-Mans-Prototypen 2): Sportwagen mit serienbasierenden Motoren
  • LMP3 (Le-Mans-Prototypen 3):Ersetzt die LMPC die 2013 abgeschafft wurde. Es wird einheitliche Chassis (Hersteller unbekannt) und einen einheitlichen Motor von Nissan geben. Ab 2015 im Rennbetrieb der ELMS und der Asian Le Mans Series.
  • GTE (Gran Turismo Endurance): serienbasierende Sportwagen mit mehr aerodynamischen Freiheiten und Einschränkungen bei der Fahrerwahl
  • GTC (Gran Turismo Challenge): serienbasierende Sportwagen mit weniger aerodynamischen Freiheiten und Einschränkungen bei der Fahrerwahl

Aufgrund der Rennlänge sind auf ein Fahrzeug mehrere Fahrer gemeldet, die sich während des Rennens regelmäßig abwechseln. Ein Fahrerwechsel ist nicht Pflicht, jedoch darf keine Person mehr als 1,5 Stunden im Fahrzeuge verbringen. Da ein Rennen üblicherweise drei Stunden andauert, ist ein Fahrerwechsel unumgänglich. In der Regel fahren pro Rennen zwei bis drei Fahrer ein Auto. Punkte werden an alle Fahrer vergeben. Neben der Fahrerwertung existiert noch eine Teamwertung, da Teams mit ein oder zwei Wagen antreten, werden die Punkte für jedes Fahrzeug einzeln gewertet.

Geschichte[Bearbeiten]

Zwei Ferrari 550 während des 1000-km-Rennen in Spa 2005
Teameigner Henri Pescarolo während der Mil Milhas 2007

Ausgangspunkt der Serie ist das seit 1923 jährlich ausgetragene Langstreckenrennen von Le Mans. Als Teil der FIA Sportwagen-Weltmeisterschaft seit 1953 entwickelte sich das Rennen zum Höhepunkt der Saison. Mit dem Abgang der Weltmeisterschaft 1992 fehlte dem Rennen eine Begleitserie, die durch die Einführung der American Le Mans Series von Don Panoz nur teilweise ausgeglichen werden konnte. Nachdem sich die American Le Mans Series erfolgreich etablieren konnte, versuchte Don Panoz 2001, ein europäisches Pendant auf die Beine zu stellen. Die neu geschaffene European Le Mans Series scheiterte trotz Unterstützung der amerikanischen Schwesterserie, jedoch ist Don Panoz ELMS als direkten Vorläufer der European Le Mans Series des ACO.

Als 2003 ebenfalls die mit der ELMS konkurrierende FIA Sportscar Championship eingestellt wurde, entschied sich der französische Automobilclub ACO selbst eine Rennserie auf die Beine zu stellen. Um die für 2004 geplante Meisterschaft Rennteams und Fahrern schmackhaft zu machen, gewährte der ACO dem jeweiligen Meisterschaftsieger automatisch eine Einladung zum 24-Stunden-Rennen des darauffolgenden Jahres. Eine ähnlich Regelung fand bereits bei der amerikanischen Rennserie von Don Panoz Anwendung.

Das erste Rennen wurde im November 2003 auf dem Circuit Bugatti ausgetragen. Der 1000-km-Lauf war jedoch ein Einzelevent und nicht Teil der Meisterschaft. Im Jahr 2004 umfasste die erste Saison der Serie dann vier Wertungsläufe in Monza, Nürburgring, Silverstone und Spa-Francorchamps, die jeweils über eine Distanz von 1000 km ausgetragen wurden. Im darauffolgenden Jahr wurde ein zusätzlicher Lauf in den Rennkalender aufgenommen. Auf dem neuen Istanbul Park Circuit fand außerdem erstmals ein Rennen außerhalb des europäischen Kontinents statt.

Vor dem Beginn der Saison 2006 erfolgte die Umbenennung der Serie in Le Mans Series, des Weiteren wurde erstmals in Donington und Jarama gefahren. Im vierten Jahr der Meisterschaft nahmen zudem dieselbetriebene Fahrzeuge an den Rennen teil, außerdem fand nach 2005 wieder ein Rennen außerhalb Europas statt. Das Rennen in Brasilien am Ende der Saison wurde erst im Laufe des Jahres zum Rennkalender hinzugefügt.

Nachdem 2007 das Werksteam von Peugeot mehrere Wertungsläufe und den Titel gewann, folgte 2008 die Rückkehr von Audi und bot Zuschauern das Zusammentreffen der beiden Prototypen-Werksteams in einer Rennserie. Zudem durften ab 2008 nun serienbasierende GT-Motoren in Fahrzeugen der beiden LMP-Kategorien verbaut werden. Verwendung fand dieses Konzept bislang ausschließlich in einem von Lola entwickelten Prototyp, das 2009 zur Teilnahme des Aston-Martin-Werksteams führte und die Saison 2009 auch zugunsten des Team entschied.

2010 und 2011 zählen ausgewählte Rennen zum Intercontinental Le Mans Cup. Infolge der international ausgetragenen Meisterschaft wanderten der Großteil der Werksteams in die neue Serie ab. So gewann mit ORECA wieder ein Privatteam die Teamwertung der leistungsstärkeren Prototypenkategorie LMP1. Außerdem wurde der bis dahin im Rahmenprogramm ausgetragene Formula Le Mans Cup als zusätzliche Prototypenklasse integriert. 2011 folgten weitere Umstrukturierungen am Klassenkonzept. So reagierte der ACO auf den Teilnehmerschwund in der bis dahin leistungsstärkeren Gran-Turismo-Klasse GT1. Die Organisatoren spalteten die GT2 in zwei Kategorien. GTE-Am für Amateure mit maximal einem professionellen Fahrer, deren Fahrzeuge mindestens ein Jahr alt sein müssen. Alle anderen Teilnehmer sind in der GTE-Pro startberechtigt. Aber auch die LMP-Wertungen wurden neu überdacht. So sind in der LMP2, nach dem Übergangsjahr 2011, ausschließlich serienbasierende Motoren zugelassen, während in der LMP1 speziell für das Reglement entwickelte Rennmotoren vorbehalten ist.

Nachdem der Intercontinental Le Mans Cup von der FIA zur Sportwagen-Weltmeisterschaft erhoben wurde, folgte eine größere Umstrukturierung der Serie. Organisator Patrick Peter versuchte nun wieder stärker Privatfahrer anzusprechen. Dementsprechend wurde die leistungsstärke LMP1 nicht erneut ausgeschrieben, dafür eine weitere kostengünstigere GT-Klasse eingeführt. Jedoch scheiterte das Konzept, lediglich 21 Fahrzeuge erschienen zum Saisonauftakt auf dem Circuit Paul Ricard. Davon kein einziges in der neuen GT-Klasse. Das eigentlich folgende Rennen in Zolder wurde abgesagt.[1] Die Teilnehmeranzahl für Donington konnte nicht gesteigert werden und sank stattdessen auf 13 Fahrzeuge. Die folgenden Meisterschaftsläufe wurden gestrichen und Stattdessen bekannt gegeben das Petit Le Mans gemeinsam mit der American Le Mans Series auszutragen.[2]

2013 folgte weiterführenden Änderungen. Zunächst wurden die Meisterschaftsläufe auf drei Stunden verkürzt und zum Großteil im Rahmenprogramm der World Series by Renault ausgetragen. Des Weiteren dürfen nun GT3-Fahrzeuge in der Kategorie GTC antreten.

Meister[Bearbeiten]

Mehrere LMPs beim 1000-km-Rennen von Silverstone 2008
Porsche 997 GT3 RSR von James Watt beim 1000-km-Rennen von Spa 2008
Sieger der Fahrerwertung 2011 Emmanuel Collard vor dem Sieger der Teamwertung Rebellion Racing beim 6-Stunden-Rennen von Castellet
Jahr LMP1 Teamwertung LMP2 Teamwertung GTS/GT1 Teamwertung GT/GT2 Teamwertung
LMP1 Fahrerwertung LMP2 Fahrerwertung GTS/GT1 Fahrerwertung GT/GT2 Fahrerwertung
2004 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Audi Sport UK Veloqx FrankreichFrankreich Courage Compétition FrankreichFrankreich Larbre Compétition Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Sebah Automotive
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Johnny Herbert
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jamie Davies
SchweizSchweiz Alexander Frei
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Sam Hancock
PortugalPortugal Pedro Lamy
FrankreichFrankreich Christophe Bouchut
SchweizSchweiz Steve Zacchia
RusslandRussland Roman Russinow
2005 FrankreichFrankreich Pescarolo Sport Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Chamberlain-Synergy ItalienItalien BMS Scuderia Italia Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Sebah Automotive
FrankreichFrankreich Jean-Christophe Boullion
FrankreichFrankreich Emmanuel Collard
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Gareth Evans ItalienItalien Michele Bartyan
ItalienItalien Christian Pescatori
SchweizSchweiz Toni Seiler
FrankreichFrankreich Xavier Pompidou
DeutschlandDeutschland Marc Lieb
2006 FrankreichFrankreich Pescarolo Sport FrankreichFrankreich Barazi-Epsilon FrankreichFrankreich Aston Martin Team Larbre ItalienItalien Autorlando Sport
FrankreichFrankreich Jean-Christophe Boullion
FrankreichFrankreich Emmanuel Collard
DanemarkDänemark Juan Barazi
NiederlandeNiederlande Michael Vergers
PortugalPortugal Pedro Lamy
SchweizSchweiz Gabriele Gardel
BelgienBelgien Vincent Vosse
DeutschlandDeutschland Marc Lieb
SchweizSchweiz Joël Camathias
2007 FrankreichFrankreich Team Peugeot Total Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich RML FrankreichFrankreich Team ORECA Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Virgo Motorsport
FrankreichFrankreich Stéphane Sarrazin
PortugalPortugal Pedro Lamy
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Mike Newton
BrasilienBrasilien Thomas Erdos
FrankreichFrankreich Soheil Ayari
MonacoMonaco Stéphane Ortelli
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Robert Bell
2008 DeutschlandDeutschland Audi Sport Team Joest NiederlandeNiederlande Van Merksteijn Motorsport FrankreichFrankreich Luc Alphand Aventures Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Virgo Motorsport
FrankreichFrankreich Alexandre Prémat
DeutschlandDeutschland Mike Rockenfeller
NiederlandeNiederlande Jos Verstappen FrankreichFrankreich Guillaume Moreau
FrankreichFrankreich Patrice Goueslard
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Robert Bell
2009 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Aston Martin Racing PortugalPortugal Quifel ASM Team FrankreichFrankreich Luc Alphand Aventures DeutschlandDeutschland Team Felbermayr-Proton
TschechienTschechien Tomáš Enge
TschechienTschechien Jan Charouz
DeutschlandDeutschland Stefan Mücke
PortugalPortugal Miguel Amaral
FrankreichFrankreich Olivier Pla
FrankreichFrankreich Yann Clairay
FrankreichFrankreich Patrice Goueslard
DeutschlandDeutschland Marc Lieb
OsterreichÖsterreich Richard Lietz
2010 FrankreichFrankreich Team ORECA Matmut Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich RML FrankreichFrankreich Larbre Compétition DeutschlandDeutschland Team Felbermayr-Proton
FrankreichFrankreich Stéphane Sarrazin Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Mike Newton
BrasilienBrasilien Thomas Erdos
SchweizSchweiz Gabriele Gardel
FrankreichFrankreich Patrice Goueslard
DeutschlandDeutschland Marc Lieb
OsterreichÖsterreich Richard Lietz
Jahr LMP1 Teamwertung LMP2 Teamwertung GTE-Pro Teamwertung GTE-Am Teamwertung
LMP1 Fahrerwertung LMP2 Fahrerwertung GTE-Pro Fahrerwertung GTE-Am Fahrerwertung
2011 SchweizSchweiz Rebellion Racing Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Greaves Motorsport ItalienItalien AF Corse FrankreichFrankreich IMSA Performance Matmut
FrankreichFrankreich Emmanuel Collard
FrankreichFrankreich Julien Jousse
Saudi-ArabienSaudi-Arabien Karim Ojjeh
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Tom Kimber-Smith
ItalienItalien Giancarlo Fisichella
ItalienItalien Gianmaria Bruni
FrankreichFrankreich Nicolas Armindo
FrankreichFrankreich Raymond Narac
2012 nicht ausgeschrieben FrankreichFrankreich TDS Racing Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich JMW Motorsport FrankreichFrankreich IMSA Performance Matmut
nicht ausgeschrieben FrankreichFrankreich Pierre Thiriet
SchweizSchweiz Mathias Beche
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jonathan Cocker FrankreichFrankreich Nicolas Armindo
FrankreichFrankreich Raymond Narac
FrankreichFrankreich Anthony Pons
Jahr LMP2 Teamwertung LMPC Teamwertung GTE Teamwertung GTC Teamwertung
LMP2 Fahrerwertung LMPC Fahrerwertung GTE Fahrerwertung GTC Fahrerwertung
2013 FrankreichFrankreich Signatech FrankreichFrankreich ORECA Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich RAM Racing RusslandRussland SMP Racing
FrankreichFrankreich Nelson Panciatici
FrankreichFrankreich Pierre Ragues
SchweizSchweiz Gary Hirsch
FrankreichFrankreich Paul Loup Chatin
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Johnny Mowlem
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Matt Griffin
ItalienItalien Fabio Babini
RusslandRussland Kirill Ladygin
RusslandRussland Viktor Shaitar

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Le Mans Series – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.gt-eins.at/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=7176&Itemid=2
  2. http://www.speedweek.de/news/26930/Gemeinsames-Saisonfinale-von-ALMS-und-ELMS.html