Ferrari 550

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Ferrari
Ferrari 550

Ferrari 550

550
Produktionszeitraum: 1996–2001
Klasse: Sportwagen
Karosserieversionen: Coupé, Cabriolet
Motoren: Ottomotor:
5,5 Liter (357 kW)
Länge: 4550 mm
Breite: 1935 mm
Höhe: 1277 mm
Radstand: 2500 mm
Leergewicht: 1690 kg
Vorgängermodell: Ferrari 512 M
Nachfolgemodell: Ferrari 575

Der Ferrari 550 ist ein Gran Turismo von Ferrari. Er wurde von 1996 bis 2001 als Coupé 550 Maranello und 2001 auch als Roadster 550 Barchetta Pininfarina angeboten.[1]

Die Karosserie des Maranello stammt von Pininfarina und ist als zweisitziges Coupé mit Frontmotor und Hinterradantrieb ausgeführt.[2] Einen ungefähren Eindruck der Fahrleistungen vermittelt, dass das Coupé auf der Ferrari-Teststrecke Fiorano pro Runde 3,2 s schneller war als sein Vorgänger 512M.

Das Herzstück des „Maranello“, der 5,5 Liter große V12

Die unauffällige GT-Form täuscht über die 4800 Stunden Entwicklung im Windkanal hinweg,[1] die zu einem Cw-Wert von 0,33 führten. Er wurde durch den ebenen Unterboden ermöglicht, außerdem waren die Scheinwerfer zugunsten der besseren Umströmung in die Front eingepasst, auch um die Windgeräusche bei Nachtfahrten zu vermindern. Nebelscheinwerfer waren in der vorderen Stoßstange integriert, die elektrisch versenkbaren Seitenscheiben schlossen bündig mit der Karosserie ab. Die Karosseriebleche des 550 bestand aus einem mit Aluminium plattierten Stahlwerkstoff mit dem Namen Feran.[3][1] Sie wurden mit dem Stahlrohrrahmen verschweißt.

Der Motor des 550 Maranello war ein leicht kurzhubig (88 x 75 mm) ausgelegter 5,5-Liter-V12 mit einer Verdichtung von 10,8:1 und 357 kW (485 PS) bei 7000/min und einem maximalen Drehmoment von 580 Nm bei 5000/min. Motorblock und Zylinderköpfe waren aus Aluminium[1] ,der Motor hatte vier obenliegende Nockenwellen, vier Ventile pro Zylinder und eine Bosch-Motronic M5,2. Mit ihr erreicht er die Abgasgrenzwerte der Euro-3-Norm. Die Aluminiumzylinder waren mit Nikasil beschichtet, die Pleuelstangen bestanden aus Titan, die Mahle-Kolben aus Aluminium, außerdem gehörte eine Trockensumpfschmierung zur Grundausstattung. Ferrari hatte ein Einlasssystem mit variable Saugrohrlänge entwickelt, um Drehmoment und Leistung zu erhöhen. Besonderes Augenmerk wurde auf das Auspuffsystem verwendet, das mit variablem Gegendruck arbeitete, um sowohl das Drehmoment bei mittlerer Last zu verbessern als auch die Fahrleistungen bei hohen Geschwindigkeiten. Das Sechsgang-Schaltgetriebe und Hinterachsdifferential sitzen in einem gemeinsamen Gehäuse an der Hinterachse.[2]

Das Cockpit des Ferrari 550 ist Sportwagen-typisch schlicht gehalten

Um das Gewicht des Wagens möglichst niedrig zu halten, wurden Bremssättel und Achsschenkel aus Aluminium sowie Räder aus Magnesium verwendet. Der 114-Liter-Tank bestand ebenfalls aus Aluminium und saß über der Hinterachse. Der 550 Maranello hatte Einzelradaufhängung rundum mit doppelten Dreieckslenkern vorn, Trapezquerlenkern hinten sowie Gasdruckstoßdämpfern mit Koaxialfedern und Drehstabilisatoren vorn und hinten. Die vordere Spur war breiter als die hintere, um das Einlenkverhalten in Kurven zu verbessern, außerdem gab es vorn ein Anti-Dive-System gegen das Eintauchen beim Bremsen.

Ferrari 550 Barchetta

Das Federungssystem konnte über einen Schalter am Armaturenbrett von „normal“ auf „sportlich“ umgeschaltet werden. Je nach Einstellung wurde das Drehmoment des Motors begrenzt. Dies war das erste Antriebschlupf-System, das vom Fahrer aus kontrolliert werden konnte.[1] Das aus der Formel 1 abgeleitete Bremssystem wurde unter Mitarbeit von Brembo entwickelt und war mit 4-Kolben-Bremssätteln, innenbelüfteten Bremsscheiben und speziellen Bremsbelägen versehen.[1] Das 4-Kanal-ABS wartete mit elektronisch gesteuerter Bremskraftverteilung auf. Dadurch wurde ein Durchdrehen der Räder über die hinteren Bremsen und das Motormanagement-Systems verhindert. Die ZF-Zahnstangenlenkung hatte eine geschwindigkeitsabhängige Servounterstützung.

Der Innenraum sah mit der Lederausstattung und dem verchromten Schaltknüppel so aus, wie man es von einem Ferrari Gran Turismo erwartete. Die Sitzposition war achtfach verstellbar, die Pedale aus gelochtem Aluminium hergestellt. Analoge Instrumente beherrschten das Armaturenbrett, eine Klimaautomatik war serienmäßig. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 320 km/h,[4] die 100 km/h aus dem Stand wurden in 4,5 s erreicht.[2] Die 200 km/h lagen nach 14,2 s an.[5] Das Fahrzeug verbraucht nach ECE 22,9 l/100 km, das entspricht einem Kohlendioxidausstoß von 530 g/km[6].

Vom F550 Maranello wurden ca. 3.600 Exemplare produziert bis dieser dann im Jahr 2002 vom F575 abgelöst wurde. Ab 2001 wurde eine Kleinserie des 550 Barchetta Pininfarina aufgelegt. Das Fahrzeug hatte anstatt eines festen Verdecks lediglich ein Notverdeck und war somit nicht ganz so alltagstauglich wie das Coupe.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ferrari 550 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Auto, Motor und Sport: Ferrari 550. Auf: www.auto-motor-und-sport.de, abgerufen am 6. November 2012.
  2. a b c Auto, Motor und Sport: Ferrari 550 Maranello: Die Geschichte vom Pferd. Auf: www.auto-motor-und-sport.de, 18. Dezember 1996, abgerufen am 6. November 2012.
  3. anasa.com.mx/pdf/WDB-Feran_e.pdf
  4. Auto, Motor und Sport: Fahrbericht Ferrari 550 Maranello. Auf: www.auto-motor-und-sport.de, 2. April 1996, abgerufen am 6. November 2012.
  5. Sport Auto Magazin, Ausgabe Nr. 6 von 1998.
  6. http://www.auto-motor-und-sport.de/einzeltests/ferrari-550-maranello-682080.html?show=4