Ludwigsstadt
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
|
|
||
| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Oberfranken | |
| Landkreis: | Kronach | |
| Höhe: | 446 m ü. NN | |
| Fläche: | 58,72 km² | |
| Einwohner: |
3489 (31. Dez. 2011)[1] |
|
| Bevölkerungsdichte: | 59 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 96337 | |
| Vorwahl: | 09263 | |
| Kfz-Kennzeichen: | KC | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 4 76 152 | |
| LOCODE: | DE LUT | |
| Stadtgliederung: | 5 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Lauensteiner Str. 1 96337 Ludwigsstadt |
|
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Timo Ehrhardt (SPD) | |
| Lage der Stadt Ludwigsstadt im Landkreis Kronach | ||
Ludwigsstadt ist eine Stadt im Norden des oberfränkischen Landkreises Kronach.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Ludwigsstadt ist die einzige Kommune in Bayern, die nördlich des Rennsteigs liegt. Die Umgebung der Stadt ist durch den Frankenwald und das Thüringer Schiefergebirge geprägt. Ludwigsstadt liegt an der Loquitz, etwa vier Kilometer von der thüringischen Landesgrenze entfernt.
Stadtgliederung [Bearbeiten]
Die Stadt hat sechs Stadtteile:
- Ludwigsstadt
- Ottendorf
- Ebersdorf
- Lauenhain
- Lauenstein
- Steinbach an der Haide
Einwohnerzahlen [Bearbeiten]
Die Stadtteile von Ludwigsstadt[2]:
| Stadtteil | Einwohner | Fläche in km² |
|---|---|---|
| Ludwigsstadt | 2.023 | 23,28 |
| Ebersdorf | 741 | 13,65 |
| Lauenhain | 186 | 6,63 |
| Lauenstein | 494 | 6,77 |
| Steinbach an der Haide | 180 | 6,35 |
Geschichte [Bearbeiten]
Der Name von Ludwigsstadt geht vermutlich auf Ludwig, Vogt von Ludewichsdorf zurück, der zum Zeitpunkt der ersten urkundlichen Erwähnung des Ortes am 24. Juni 1269 hier seinen Sitz hatte. Im Laufe der Jahrhunderte wurden der Name des Ortes und dessen Schreibweise mehrmals verändert. So sind etwa die Namen Ludwigstorff, Lutzstadt, Luderstatt und Ludwigstadt (mit einem S) belegt. Seit 1837 schreibt man den Ortsnamen mit Doppel-S: Ludwigsstadt.
Schon 1222 wurde der heutige Ortsteil Lauenstein als Lewinsteine erstmals urkundlich erwähnt.
Der Bedeutung des Ortes wurde Rechnung getragen, als Graf Otto von Orlamünde, Herr zu Lauenstein, am 15. August 1377 "Ludwigstorff" das Marktrecht verlieh und dazu den Ort mit weiteren Rechten ausstatte . Diese Privilegien, erneuerten am 18. April 1490 die Besitzer der Herrschaft Lauenstein, Reichserbküchenmeister Philipp von Seldeneck und Jacob Heimburg und erweiterten sie zum Stadtrecht.
Ab diesem Zeitpunkt wird der Ortsname in den zeitgenössischen Dokumenten "Ludwigstadt, Lutzstadt oder Luderstatt" geschrieben. Die Urkunde ist betitelt: "der Stadt Ludwigsstadt Privilegia Statuta und Freyheiten, wie solche ihnen von Philipp von Seldeneck, des Heiligen Römischen Reiches Erbküchenmeister, und Jacob Heimburg zu Lauenstein, anno 1490 sind ertheilet worden".
Am 15. August 1377 wurden Ludwigsstadt, das damals zur Herrschaft Lauenstein gehörte, von Graf Otto von Orlamünde, dem Herrn von Lauenstein, die Marktrechte verliehen, die am 18. April 1490 zu den Stadtrechten erweitert wurden. Während des Bauernkrieges 1525 verlor der Ort diese Privilegien jedoch wieder, als die Bevölkerung gegen ihren Herrn, Friedrich von Thüna, aufbegehrte. Erst in den Jahren 1659 und 1717 wurden Ludwigsstadt die Marktrechte teilweise zurückgegeben. Das Stadtrecht wurde dem Ort am 30. September 1953 vom bayerischen Innenminister Wilhelm Hoegner wieder verliehen.[3] Die Feier zur Stadterhebung fand im Frühjahr 1954 statt.
Im Jahr 1622 verkauften die Ritter von Thüna Burg Lauenstein mit dem zugehörigen Herrschaftsgebiet an Markgraf Christian von Brandenburg-Bayreuth. Nach der Abdankung des Markgrafen Alexander von Ansbach-Bayreuth fiel das Gebiet 1792 zunächst an das Königreich Preußen, bevor es durch einen Grenz- und Landestauschvertrag vom 30. Juni 1803 in den Besitz des Kurfürstentums Bayern überging.
Ludwigsstadt/Probstzella war von 1945 bis 1990 Grenzbahnhof zwischen der SBZ bzw. DDR und der amerikanischen Besatzungszone bzw. der Bundesrepublik Deutschland.
Eingemeindungen [Bearbeiten]
Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde zunächst am 1. Januar 1977 die bis dahin selbständige Gemeinde Ebersdorf eingegliedert. Am 1. Januar 1978 kamen Lauenhain und Steinbach an der Haide hinzu. Lauenstein folgte am 1. Mai 1978.[4]
Der Ortsteil Ottendorf wurde bereits am 1. April 1938 eingemeindet.[5]
Politik [Bearbeiten]
Stadtrat [Bearbeiten]
Der Stadtrat hat 17 Mitglieder einschließlich des ersten Bürgermeisters:
| 2008 | |
|---|---|
| SPD | 9 |
| CSU | 5 |
| FW | 3 |
| Gesamt | 17 Sitze |
(Stand: Kommunalwahl am 3. März 2008)
Wappen [Bearbeiten]
Die Wappenbeschreibung lautet: In Silber auf grünem Boden stehend der Erzengel Michael im langen, roten Gewand mit goldenen Flügeln; er hält in der Rechten einen silbernen Stab mit goldenem Kreuz, mit der Linken eine goldene Waage, in deren gesenkter Schale ein nackter Mensch, in der erhöhten ein Teufel sitzt.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Museen [Bearbeiten]
- Schiefermuseum mit der umfassenden Darstellung der Schiefertafelproduktion, vom einfachen Hausgewerbe bis zur industriellen Fertigung als Schwerpunkt.
- Burg Lauenstein, eine mittelalterliche Höhenburg mit einem Museum, in dem Fachsammlungen von Schlössern und Schlüsseln, Beleuchtungskörpern und Mobiliar aus dem 15. bis 19. Jahrhundert sowie Waffen und Rüstungen gezeigt werden.
Bauwerke [Bearbeiten]
- Villa Falkenstein (ehemals Grenzhotel, Gaststätte und Brauerei)
- Burg Lauenstein im Stadtteil Lauenstein
Baudenkmäler [Bearbeiten]
→ Liste der Baudenkmäler in Ludwigsstadt
Naturdenkmäler [Bearbeiten]
- Geotop Nr. 59 Oertels Dachschieferbruch
- Im Trogenbachtal wurden im 18. und 19. Jahrhundert Tonschiefer (Blauer Lagerstein) des Unterkarbons abgebaut. Der Dach- und Tafelschieferbruch wurde im Jahre 1779 eröffnet. Verwendung fand der Schiefer vor allem bei der Herstellung von Schiefertafeln sowie zum Dachdecken bzw. als Wandverkleidung. Große Abraumhalden oberhalb der Kehlbacher Straße vor allem im Bereich Edelhof belegen, dass nur ein geringer Teil des abgebauten Gesteins tatsächlich verwertbar war. Der Schieferbruch wurde schon bald unrentabel. Erst von 1826 bis 1855 gelang es dem Thüringer Ernst Oertel den Dachschiefer mit Erfolg abzubauen.
Regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]
- Das Burgfest findet alle zwei Jahre am vierten Wochenende im Juni statt.
- Die Kirchweih im Stadtteil Ebersdorf findet jährlich am Sonntag zwischen 6. und 12. August statt.
- Schützenfest jährlich am vorletzten Wochenende im Juli
- Kirchweihfest in Ludwigsstadt Ende September
- Schützenfest im Stadtteil Ebersdorf findet jährlich am dritten Sonntag im Juni statt.
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Verkehr [Bearbeiten]
Ludwigsstadt liegt an der Bundesstraße 85 und der Frankenwaldbahn von Saalfeld/Saale nach Bamberg. Früher zweigte hier die 7,6 Kilometer lange Bahnstrecke Ludwigsstadt–Lehesten ab, die mit der Deutschen Teilung unterbrochen und 1971 stillgelegt wurde.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Friedrich Christian Georg Kapp (* 24. März 1792 in Ludwigsstadt; † 8. Februar 1866 in Hamm), deutscher Pädagoge
- Ernst Kapp (* 15. Oktober 1808 in Ludwigsstadt; † 30. Januar 1896 in Düsseldorf), deutscher Pädagoge, Geograph und Philosoph
- Hermann Wilhelm (* 4. September 1894 in Lauenstein; † 24. Februar 1970), Maler und Hochschullehrer
- Fritz Fischer (* 5. März 1908 in Ludwigsstadt; † 1. Dezember 1999 in Hamburg), deutscher Historiker
Weblinks [Bearbeiten]
- Ludwigsstadt: Wappengeschichte vom HdBG
- Webseite der Stadt
- Webseite des Stadtteils Ebersdorf
- Webseite des Stadtteiles Steinbach/Haide
- Umfangreiche Seite zur Geschichte von Ludwigsstadt
- Ludwigsstadt: Amtliche Statistik des LStDV
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
- ↑ Einwohnerzahlen
- ↑ Geschichtliche Daten in chronologischer Reihenfolge. Stadt Ludwigsstadt, abgerufen am 8. März 2011.
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 690.
- ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 501.
Kronach | Küps | Ludwigsstadt | Marktrodach | Mitwitz | Nordhalben | Pressig | Reichenbach | Schneckenlohe | Steinbach a.Wald | Steinwiesen | Stockheim | Tettau | Teuschnitz | Tschirn | Wallenfels | Weißenbrunn | Wilhelmsthal
