Malakow-Turm

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Malakow-Turm, Schacht Julius Philipp, Bochum-Wiemelhausen

Als Malakow-Turm (auch Malakoff-Turm, seltener Malakov-Turm) bezeichnet man in erster Linie Schachttürme im Bergbau mit einer charakteristischen Bauform, die vorwiegend in den 1850er bis 1870er Jahren in Kontinentaleuropa in der Schachtförderung üblich waren, aber vereinzelt auch noch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts errichtet wurden.[1]

Es handelt sich bei den Bauwerken um massive Fördertürme aus Mauerwerk mit einer festungsähnlichen Architektur. Die stabile Bauweise aus bis zu drei Meter dickem Ziegelmauerwerk und eine versteifte Konstruktion im Inneren ermöglichte es, die schweren Seilscheiben zu halten und die enormen Zugkräfte der Fördermaschinen aufzufangen. Zu finden waren die mächtigen Türme vorwiegend im Steinkohlen-, Erz- und Kalisalzbergbau.

Namensherkunft[Bearbeiten]

Malakow-Turm der Zeche Prosper, Bottrop

Die ursprünglich umgangssprachliche und etwa ab 1930 auch in der Fachliteratur verwendete Bezeichnung geht auf das Fort Malakow, einen Teil der russischen Festungsanlage vor Sewastopol, zurück. Im Krimkrieg von 1853 bis 1856 war diese Befestigungsanlage, deren Zentrum der bereits vor dem Krieg auf der gleichnamigen Anhöhe errichtete steinerne Malachow-Turm (russisch Малахова башня) bildete, lange belagert und umkämpft und wurde schließlich im September 1855 von französischen Truppen unter dem Kommandanten Aimable Pélissier eingenommen, der in Anerkennung des Sieges zum Marschal befördert und nach seiner Rückkehr nach Frankreich am 22. Juli 1859 zum „Herzog von Malakow“ (Duc de Malakoff) ernannt wurde.[2]

Die intensive Kriegsberichterstattung während des Krimkriegs und die populären Beschreibungen des Erbauers des Forts, des in russischen Diensten stehenden preußischen Generals Eduard von Todleben[3] ließen den Namen Malakow oder (in französischer Schreibweise) Malakoff im öffentlichen Bewusstsein zu einem Synonym für Stärke, Monumentalität, Massigkeit, Größe und Belastbarkeit werden.[4]

Zur selben Zeit entstanden auf den Steinkohlenzechen des Ruhrgebiets die ersten jener hohen Schachttürme, die gleichsam den Beginn des industriellen Bergbaus markieren. Im Volksmund wurde als Bezeichnung für solche Türme der Name des hart umkämpften Forts übernommen, um damit die Widerstandsfähigkeit dieser manchmal mehr als dreißig Meter hohen Fördereinrichtungen zu betonen. Baulich ähnelt der Festungsturm von Fort Malakow den Fördereinrichtungen bis auf die robuste, wuchtige Formgebung jedoch nicht.

Die zeitgenössische bergmännisch-technische Bezeichnung für ein solches Bauwerk lautete schlicht „Mauerwerk“. Als Fachterminus wurde der Ausdruck „Malakow-Turm“ erst im Jahr 1928 von Carl Koschwitz in die Technikgeschichtsschreibung eingeführt.[5]

Aus ähnlichen Motiven wie bei den Fördertürmen wurde der Name Malakoff-Turm daneben auch für andere, massive Zweck- oder Militärbauwerke verwendet, die nicht mit dem Bergbau in Zusammenhang stehen, so etwa der 1855 errichtete Wachturm am Kölner Rheinauhafen oder die 1856 in Fort Malakoff umbenannte Kaponniere in Mainz.

Technik[Bearbeiten]

Malakow-Türme sind nach den terminologischen Konventionen der neueren Technikgeschichtsschreibung als Tiefbaueinrichtungen der frühen Phase des industriell, das heißt des maschinell fördernden Bergbaus definiert.

Türme im Ruhrgebiet[Bearbeiten]

Skizze des Malakow-Turms, Julius Philipp

Nachdem man in den 1830ern die Mergelschicht im Ruhrgebiet erstmals überwinden konnte und somit in der Lage war, Kohlevorkommen in Tiefen vom mehr als 100 m ausbeuten zu können[6], reichten die bisherigen Holzkonstruktionen für die Schachtförderung auf Grund zunehmender Belastungen nicht mehr aus. Die Schächte wurden tiefer, größer in ihren Durchmessern und die Fördermaschinen wurden leistungsfähiger. Gusseisen, seit dem beginnenden 19. Jahrhundert im Hochbau und im Brückenbau etabliert, war zu spröde und den Belastungen durch die häufig auftretende Lastwechsel nicht gewachsen und Stahl bzw. Stahlbeton stand noch nicht zur Verfügung. Um nun die hohen Stützlasten von Seilscheiben auffangen zu können, wurde das Seilscheibengerüst innerhalb des Gebäudes einzig im Mauerwerk gelagert (siehe nebenstehende Skizze). Die Schachttürme wurden zu diesem Zweck mit teilweise bis zu 2,50 m starkem Ziegelmauerwerk ausgestattet und mit aufwändig versteiften Innenkonstruktionen versehen. Zum Einsatz kamen dabei traditionelle, empirisch ermittelte Konstruktionen, die der herkömmlichen Zimmerungstechnik entstammten und der Ablenkung der diagonalen Seitenzugkräfte dienten (s. Sprengwerk). Die Konstruktionen der Seilscheibengerüste innerhalb der Türme wurden anfänglich noch in Holz ausgeführt, später dann aber zur Reduzierung von Brandgefahren und zur Aufnahme von höheren Kräften durch Eisenkonstruktionen ersetzt.[7]

Die Höhe der Türme ergab sich Anfangs aus den Erfordernissen der Wasserhaltungsmaschinen (zur Hebung der Grubenwässer), die meist in Gebäuden außerhalb der Türme untergebracht waren. Über ein Pumpgestänge wurde das Grubenwasser aus dem Schacht gepumpt. Der höchste Anschlagspunkt des Balanciers der Pumpe bestimmte dabei die Höhe des Seilscheibengerüstes.[8] Später wurden die Bauhöhen aber durch die Höhen der Hängebänke und der damit verbundenen Kohleseparation bestimmt.[9] Bauhöhen von bis zu knapp über 33 m sind dokumentiert.[6]

Turm innen, links das eingezogene Stahlgerüst, rechts das Mauerwerk, in der Ecke abgeschrägt eines der achteckigen Treppenhäuser mit Wendeltreppe (Blick nach oben).

Trotz ihrer massiven Bauweise waren die gemauerten Schachttürme aufgrund der stetigen, durch den Betrieb der Fördermaschinen hervorgerufenen Oszillationen starken Beanspruchungen ausgesetzt, die zur Destabilisierung der Mauerwerke führen konnten. Das machte die Fördertechnik jener Jahre reparaturanfällig und somit teuer. Mit der Vervollkommnung der Stahltechnologie wurden die gemauerten Fördereinrichtungen nach und nach, spätestens zu Beginn der 1880er Jahre, durch eiserne Fördergerüste ersetzt, die sich statisch genauer berechnen ließen und der Beanspruchung besser standhielten. Dies geschah vor allem bei Neuanlagen und anlässlich der Tieferteufung bereits vorhandener Schachtanlagen, im letzteren Fall regelmäßig durch das Einziehen solcher Fördergerüste in vorhandene Malakow-Türme, die in der Folgezeit im Wesentlichen nur noch als Wetterschutzeinrichtungen dienten.

Türme in Sachsen[Bearbeiten]

Im sächsischen Steinkohlenbergbau war die Bauart weniger verbreitet als im Ruhrgebiet und die Türme waren meist sehr schlicht gehalten. Der bekannteste und heute noch erhaltene Turm ist der des Marienschachtes in Bannewitz bei Dresden. Im Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenrevier gab es die Doppelschachtanlagen Merkur- und Plutoschacht (Steinkohlenbauverein Gersdorf) sowie die Concordiaschächte I und II, und aus dem Zwickauer Steinkohlenrevier ist nur der ehemalige Tiefbauschacht II des Erzgebirgischen Steinkohlen-Aktienvereins als echter Malakowturm bekannt.

Architektur[Bearbeiten]

Doppel-Malakow-Turmanlage der Zeche Holland I/II in Gelsenkirchen-Ückendorf

Als typische und charakteristische Merkmale der Malakow-Türme sind eindeutig die massiven festungsartigen Turmbauweisen hervorzuheben. Diese Bauweise ist zur Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden, als tiefergehende Teufen, aufwendigere Wasserhaltungen und verbesserte Kohleseparationen höher angelegte Fördergerüste erforderten und größere Stützkräfte abgefangen werden mussten. Vor dieser Zeit wurden die kleiner dimensionierten Fördergerüste entweder in den damals gängigen und in schlichter Architektur gehaltenen Backsteinhäusern untergebracht, oder wie in einigen wenigen Ausnahmen in sakralen Hausformen, wie zum Beispiel in der Saline Königsborn bei Unna, eingefügt[6]. Mit einem Malakow-Turm hatte diese Bauform allerdings nicht gemein.

Türme im Ruhrgebiet[Bearbeiten]

Malakow-Turm der Zeche Brockhauser Tiefbau, Bochum-Sundern

Die Malakow-Türme des Ruhrgebiets wurden vorwiegend in Backsteinmauerungen ausgeführt. Mauerungen aus Bruchstein kamen wohl ausschließlich entlang der Ruhr vor. Einziger verbliebener Vertreter dieses Mauertyps ist der Malakow-Turm der Zeche Brockhauser Tiefbau im Rauendeller Siepen in Bochum-Sundern. Dieser Turm, der als Ruine noch erhalten ist, besitzt eine schlichte Rechteckform, ohne Anbau oder die sonst üblichen Nebengebäude. Das Mauerwerk besteht im Wesentlichen aus Bruchstein, wobei die Ecken durch Verwendung von plangearbeiteten Quadern aus gelbem Ruhrsandstein einen gradlinigen Abschluss erfahren. Die schlichte Mauerung, die keine horizontal verlaufenden Simse besitzt, wird durch unterschiedlich große und auf allen vier Seiten ungleich verteilte Rundbogenfenster aufgelockert. Die Fensterlaibungen, sowie die Rundbögen und Festersimse wurden aus Backstein geformt, wie sie in Romanischen Bauwerken Nordfrankreichs häufig anzutreffen sind[10].

Alle anderen noch bestehenden Malakow-Türme des Ruhrgebietes sind gänzlich in Backstein gemauert. Sie besitzen quadratische oder leicht rechteckige Grundrisse, mit bis zu 2,5 m dicken Fundamentmauern, die über bis zu vier Etagen nach oben jeweils schmaler werdend abgesetzt sind. Äußerlich sind diese Etagen durch horizontal, um das Gebäude herum verlaufende Gesimse erkennbar, in der Architektur als Verkröpftes Gesims bekannt. Alle Fenster sind jeweils in Rundbogenform ausgeführt, wobei die Zahl der Fenster nach oben hin, von Etage zu Etage in ihrer Anzahl erhöht, zuweilen auch verdoppelt, aber in ihrer Ausführung dann verkleinert, vorzufinden sind. Die Fenster wurden meist auch mit Backstein abgesetzt, mit Festersimsen versehen und Längskanten sowie Bögen ebenfalls hervorstehend ausgeführt. Einige Türme besitzen zusätzlich um einzelne Fenster herum rechteckige Simsumrahmungen oder wurden mit einer tieferliegenden Kassettenform entsprechend untermalt. Dieses gestalterische Element findet man vereinzelt auch in Fenstergruppen wieder[10].

Von der reinen quadratischen bzw. rechteckigen Grundform abweichend, sind einige Türme im Revier mit quadratischen oder runden Türmen, meist an 2 Ecken einer Seite, versehen. Diese Türme verstärken den Festungscharakter, wobei der Malakow-Turm der Zeche Westhausen in Dortmund-Bodelschwingh mit seinen polygonen Türmen, in Verbindung mit den runden Dachkuppeln und den der osmanischen Architektur entlehnten Simsen knapp unter der Dachkante, schon fast etwas verspielt wirkt. Auch sind einige Türme mit sogenannten Attikazonen versehen, ein Halbgeschoss oder eine Abschlusswand zur Verdeckung des Daches[10]. Die Dächer sind meistens flach pyramidenförmig zur Mitte zentriert ausgeführt, wobei Flachdächer, wie zum Beispiel in der Zeche Ewald und Rundkuppen wie in der Zeche Westhausen ebenfalls vertreten sind.

Erhaltene Bauwerke[Bearbeiten]

im Ruhrbergbau[Bearbeiten]

Von den ehemals mehr als 130 Malakow-Türmen im Ruhrgebiet sind heute noch 14 Exemplare erhalten, wovon alle denkmalgeschützt sind. Alle Bauwerke sind als Schachttürme ausgeführt, allerdings werden nur zwölf von ihnen unstrittig als Malakow-Türme im engeren Sinne angesehen.

Einer Einordnung von Prof. Dr. Rainer Slotta folgend kann man alle verbliebenen 14 Türme in fünf Kategorien einordnen[11], die über die unten stehende sortierfähige Tabelle abgebildet wurden.

Bergwerk Ort Teufung begann Baujahr Fertigstellung Mauerwerk zusätzl. Strebenpfeiler externe Treppentürme
Zeche Carolinenglück Bochum-Hamme

1847

1850

Backstein

Zeche Carl Essen-Altenessen

1855

1856

Backstein

Zeche Holland 1/2 Gelsenkirchen-Ückendorf

1856

1860

Backstein

Zeche Hannover 1 Bochum-Hordel

1857

1857

Backstein

Zeche Rheinpreußen 1/2 Duisburg-Homberg

1857

1884 / 1876

Backstein

Zeche Unser Fritz Herne-Wanne

1871

1874

Backstein

ja

ja

Zeche Prosper 2 Bottrop

1871

1875

Backstein

ja

Zeche Westhausen Dortmund-Bodelschwingh

1873

Backstein

ja

Zeche Ewald Herten-Süd

1872

1875

Backstein

ja

ja

Zeche Fürst Hardenberg Dortmund

1872

1874

Backstein

ja

Zeche Brockhauser Tiefbau Bochum-Sundern

1873

1874

Bruchstein / Sandstein

Zeche Julius-Philipp Bochum-Wiemelhausen

1873

1877

Backstein

ja

Malakow-Turm der Zeche Westhausen, Dortmund

Bei den beiden strittigen Malakow-Türmen handelt es sich um die übertägigen Fördereinrichtungen der Schächte 1 und 2 der Zeche Carolinenglück, die nach Ludwig Achepohl nicht in einer für einen Malakow-Turm typischen Mauerwerkskonstruktion ausgeführt waren, sondern ursprünglich Holz- bzw. Eisenkonstruktionen besaßen[12] und um den von der Stadt Sprockhövel denkmalamtlich als Malakow-Turm geführten[13] Förderturm der Zeche Alte Haase, bei dem 1897 ein Seilscheibengerüst, basierend auf einer von Carl Friedrich Koepe entwickelten Treibscheibenförderung, errichtet wurde. Das eiserne Fördergerüst ragte 15 m aus dem 25 m hohen Schachtgebäude heraus, dem lediglich eine Wetterschutzfunktion noch zugesprochen wurde. Auch stellt die zeitliche Distanz zwischen dem Beginn der Teufung am Schacht Julie im Jahr 1874 und der Fertigstellung des Turms im Jahr 1898 mit 24 Jahre kein für Malakow-Türme typischen Zusammenhang zwischen Teufung und Turmbau mehr dar. In der Regel wurden die Teufungen und Turmbauten zeitlich parallel vorgenommen[8].

Die Tagesanlagen der Zeche Westhausen zählen nach Einschätzung des Regionalverband Ruhr zu den architektonisch bedeutsamsten im Ruhrgebiet[14]. Der Malakowturm aus dem Jahr 1873 besitzt an einer Längsseite zwei „Burgtürmchen“ in denen sich Fluchttreppen für den Fall eines Brandes befanden.

Ein weiteres besonders interessantes Industriekulturdenkmal ist der 1872 errichtete Malakow-Turm der Zeche Prosper II in Bottrop, der einzige Förderturm in Europa, bei dem ein Malakow-Turm samt dem später eingezogenen Fördergerüst noch in diesem Zustand erhalten ist.

Ebenfalls außergewöhnlich ist die 1856-1860 erbaute, aus zwei miteinander verbundenen Malakowtürmen bestehende Förderturmanlage der ehemaligen Zeche Holland I/II in Gelsenkirchen, die einzige überhaupt erhaltene Doppelmalakowturmanlage. Die beiden Fördergerüste wurden Ende der 1960er Jahre abgerissen und in den Türmen sind heute Wohnungen untergebracht.

Als letztes sei noch der Malakow-Turm der Zeche Julius-Philipp erwähnt, der vollständig renoviert heute die Medizinhistorische Sammlung der Ruhr-Universität Bochum beherbergt[15].

Weitere Bergwerke[Bearbeiten]

Marienschacht, Malakow-Turm mit Kaue
Der als Wohnhaus genutzte Malakowturm des Concordiaschachtes II in Oelsnitz/Erzgebirge
  • Bergbaumuseum Mechernich, Eifel: Der „Dreckschaach“, wie der letzte erhaltenen Förderturm des ehemaligen Bleibergwerks Gewerkschaft Mechernicher Werke (GMW)[16] im Volksmund noch immer genannt wird, ist ein Schachtturm mit polygonalem Grundriss. In den 1890ern gebaut, wurde er anfänglich als Förder-, später nur noch als Seilfahrtsschacht und zuletzt zum Einhängen von taubem Gestein genutzt. Daher kommt der heutige Name „Dreckschacht“. Heute ist der unter Denkmalschutz stehende Turm Teil des Bergbaumuseums und kann besichtigt werden.[17]
  • Adolph-Schacht, Grube Pfingstwiese, im Wald bei Bad Ems, Rheinland-Pfalz: Der Förderturm aus dem Jahr 1873 unterscheidet sich von den Malakowtürmen des Ruhrgebietes erheblich. Zwar auch viergeschossig ausgeführt, wirkt aber das rechteckige Gebäude mit seiner Satteldachform eher wie ein hohes Haus und nicht wie ein Turm. Das Bruchsteingebäude ist noch vorhanden, verfällt aber mangels Unterschutzstellung stetig.
  • Walter-Schneider-Schächte (ehemals Ernst-Schächte genannt), Helbra, Sachsen-Anhalt: Von der Gesamtanlage des Kupferbergwerkes ist heute noch der 1885/86 errichtete Malakowturm inklusive Maschinengebäude Schacht 4 erhalten. Er befindet sich aber, obwohl unter Denkmalschutz stehend, in einem desolaten Zustand.[18][19]
  • Marienschacht, Bannewitz bei Dresden, Sachsen: Der 1891 errichtete Förderturm des Marienschachtes gehörte mit zu den letzten in Deutschland gebauten Malakowtürmen. Der Turm mit dem Maschinenhaus steht unter Denkmalschutz und ist ausgesprochen gut erhalten.[20]

Industrielle Zweckbauten ohne Fördereinrichtung[Bearbeiten]

Sonstige Militär- und Zweckbauten ohne Bezug zum Bergbau[Bearbeiten]

Malakow-Turm als Hebeturm, Duisburg-Homberg

Literatur[Bearbeiten]

  • Günter Drebusch: Industrie-Architektur, Wilhelm Heyne Verlag, München, 1976. ISBN 3-453-41189-7
  • A. Eichenauer: Die Seilscheibengerüste der Bergwerks-Förderanlagen, Baumgärtner's Buchhandlung, Leipzig, 1877.
  • Carl Erdmann: Eiserne Förderthürme, In: Zeitschrift des Vereins Deutscher Ingenieure. XVII, Jahrg. 1873, Spalten 399-404.
  • Julius Ritter von Hauer: Die Fördermaschinen der Bergwerke. Mit einem Atlas von 30 lithographirten Tafeln, Verlag von Arthur Felix, Leipzig, Erstausgabe 1871, 2. Ausg. 1874, 3. Ausg. 1885.
  • Heinrich Schönberg: Die technische Entwicklung der Fördergerüste und -türme des Bergbaus, In: Industriearchitektur des 19. Jahrhunderts, Prestel Verlag, München, 1971. ISBN 3-7913-0323-6
  • Bernhard und Hilla Becher: Die Architektur der Förder- und Wassertürme, In: Industriearchitektur des 19. Jahrhunderts. Prestel Verlag, München, 1971. ISBN 3-7913-0323-6
  • Bernhard und Hilla Becher: Fördertürme - Chevalements - Mineheads. Museum Folkwang, Essen 1985, Ausstellungskatalog 4-sprachig (de/fr/it/en). ISBN 3-88814-173-7
  • Prof. Dr. Rainer Slotta: Malakofftürme, Schachttürme des Bergbaus und ihre Beziehungen zur Festungsarchitektur In: Der Anschnitt, Vereinigung der Freunde von Kunst und Kultur im Bergbau, Deutsches Bergbau-Museum, Bochum, Jahrgang 53, 2001, Heft 1, S. 28-42.
  • Johannes Biecker, Walter Buschmann: Bergbauarchitektur, Studienverlag Dr. N. Brockmeyer, Bochum, 1986. ISBN 3-88339-517-X

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Malakow-Türme – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Slotta: Der Anschnitt, Jahrg. 53, 2001, Heft 1, S.31, Malakoff-Turm auf der Zeche Alte Haase, Sprockhövel, erb. 1897/1898
  2. Slotta: Der Anschnitt, Jahrg. 53, 2001, Heft 1, S.34
  3. Slotta: Der Anschnitt, Jahrg. 53, 2001, Heft 1, S.37
  4. Slotta: Der Anschnitt, Jahrg. 53, 2001, Heft 1, S.41
  5. Carl Koschwitz, Die Hochbauten auf den Steinkohlenzechen des Ruhrgebiets, Technische Hochschule zu Berlin, Girardet Verlag, Essen, Dissertation vom 22. September 1928, S.26 ff.
  6. a b c Wilhelm Busch: F. Schupp, M. Kremmer - Bergbauarchitektur 1919–1974, Landeskonservator Rheinland, Rheinland Verlag, Köln, 1980. S.23-32
  7. Biecker/Buschmann: Bergbauarchitektur, Studienverlag Dr. N. Brockmeyer, Bochum, 1986, S.40.
  8. a b Biecker/Buschmann: Bergbauarchitektur, Studienverlag Dr. N. Brockmeyer, Bochum, 1986, S.38.
  9. Slotta: Der Anschnitt, Jahrg. 53, 2001, Heft 1, S.28-29
  10. a b c Dr. Rainer Slotta: Technische Denkmäler in der Bundesrepublik Deutschland, Bergbau-Museum, Bochum, 1975, S.63-67
  11. Slotta: Der Anschnitt, Jahrg. 53, 2001, Heft 1, S. 29-32.
  12. Ludwig Achepohl, Das Rheinisch-Westfälische Bergwerks-Industrie-Gebiet, Verlag Alfred Silbermann, Essen/Leipzig, 1. Aufl. 1888 u. 2. Aufl. 1894, S. 81
  13. Denkmalliste vom Juli 2007 (PDF-Datei; 30 kB) – Stadt Sprockhövel – (abgerufen am 29. August 2009)
  14. Route der Industriekultur: Zeche Westhausen, abgerufen am 28. Dezember 2012
  15. Medizinhistorische Sammlung – Ruhr-Universität Bochum – (abgerufen am 31. August 2009)
  16. In Mechernich ging das Licht aus - Stadt Mechernich - (abgerufen am 31. August 2009)
  17. Aktuell/Archiv - Bergbaumuseum Mechernich - (abgerufen am 31. August 2009)
  18. Ernst-Schächte, später Walter-Schneider-Schächte - Mansfelder Kupferspuren - Artwork - (abgerufen am 31. August 2009)
  19. Kochhütte, später August-Bebel-Hütte - Mansfelder Kupferspuren - Artwork - (abgerufen am 31. August 2009)
  20. Marienschacht Bannewitz - Bergsicherung Freital - (abgerufen am 31. August 2009)