Michael Rösch

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Michael Rösch Biathlon
Michael Rösch, März 2007 in Chanty-Mansijsk
Verband BelgienBelgien Belgien (ab 2014)
DeutschlandDeutschland Deutschland (bis 2012)
Geburtstag 4. Mai 1983
Geburtsort PirnaDDR
Karriere
Beruf Polizeimeister (BP)
Verein SSV Altenberg
Trainer Wilfried Bock, Frank Ulrich
Debüt im Weltcup 2004
Weltcupsiege 2
Status aktiv
Medaillenspiegel
Olympische Medaillen 1 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
WM-Medaillen 0 × Gold 0 × Silber 3 × Bronze
SWM-Medaillen 2 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
JWM-Medaillen 4 × Gold 4 × Silber 0 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Winterspiele
Gold 2006 Turin Staffel
IBU Biathlon-Weltmeisterschaften
Bronze 2007 Antholz Staffel
Bronze 2008 Östersund Staffel
Bronze 2009 Pyeongchang Staffel
IBU Sommerbiathlon-Weltmeisterschaften
Silber 2009 Oberhof Sprint
Gold 2009 Oberhof Verfolgung
Gold 2009 Oberhof Mixed-Staffel
Silber 2014 Tjumen Sprint
Gold 2014 Tjumen Verfolgung
IBU Biathlon-Juniorenweltmeisterschaften
Gold 2001 Chanty-Mansijsk Staffel
Silber 2002 Ridnaun Einzel
Gold 2002 Ridnaun Staffel
Gold 2003 Kościelisko Sprint
Silber 2003 Kościelisko Staffel
Silber 2004 Haute Maurienne Sprint
Silber 2004 Haute Maurienne Verfolgung
Gold 2004 Haute Maurienne Staffel
Weltcup-Bilanz
Gesamtweltcup 5. (2005/06)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
Einzel 0 0 1
Sprint 1 5 0
Verfolgung 1 0 1
Staffel 2 6 9
letzte Änderung: 9. Januar 2014

Michael Rösch (* 4. Mai 1983 in Pirna) ist ein belgischer Biathlet deutscher Herkunft. Aufgewachsen ist er in Zinnwald.

Michael Rösch, der Sohn des ehemaligen Biathlon-Weltmeisters Eberhard Rösch, begann als neunjähriger mit dem Biathlon. Er ist vierfacher Juniorenweltmeister, dreimal mit der Staffel sowie 2002/03 im Sprint. Er erreichte beim Weltcupfinale 2003/04 in Fort Kent einen sechsten Platz im Sprint, konnte jedoch in der folgenden Saison nicht mehr an diese Leistung anknüpfen. Am 16. Dezember 2005 im slowakischen Osrblie wurde er im Sprint Zweiter, nachdem er am Vortag mit dem dritten Platz über 20 km seinen ersten Podiumsplatz in einem Weltcup belegt hatte.

Am 14. Januar 2006 wurde er im Sprint in Ruhpolding vom Norweger Frode Andresen mit 3,8 Sekunden Differenz knapp auf den zweiten Platz verwiesen. Den ersten Sieg holte er allerdings bereits einen Tag später in der Verfolgung, als er Raphaël Poirée in einem Fotofinish schlagen konnte. Bei den XX. Olympischen Winterspielen in Turin 2006 gewann er mit Ricco Groß, Sven Fischer und Michael Greis die 4 x 7,5 km Biathlonstaffel und somit seine erste olympische Goldmedaille. Rösch trug mit sehr schnellem und fehlerfreiem Schießen sowie einer starken Laufleistung dabei maßgeblich zum Gewinn der Goldmedaille bei und hatte die zweitbeste Einzelzeit aller Athleten, nur geschlagen von Ole Einar Bjørndalen. Im selben Jahr wurde Rösch Fünfter der Weltcup-Gesamtwertung. Zu diesem Zeitpunkt galt er bei vielen Experten als das größte Talent des deutschen Biathlons und als "Kronprinz", der an die großen Erfolge der Generation um Ricco Groß und Sven Fischer anknüpfen könnte. In den folgenden Jahren verschlechterten sich jedoch die Leistungen Röschs. In der Saison 2008/2009 gelang ihm nur ein Podestplatz in einem Einzelrennen (2. Platz im Sprint in Oberhof). Am Ende reichte es für Platz 16 des Gesamtweltcups.

Bei den Sommerbiathlon-Weltmeisterschaften 2009 in Oberhof gewann Rösch in der Mixed-Staffel mit Magdalena Neuner, Tina Bachmann und Christoph Stephan die Goldmedaille und holte Silber im Sprint. Im Verfolgungswettkampf wurde Michael Rösch Weltmeister. Seit der Wintersaison 2009/2010 durchlebte Rösch ein Karrieretief. Nach schwachen Weltcuprennen Ende 2009 (106. Platz im Sprint in Pokljuka) wurde Rösch vom Bundestrainer in den zweitklassigen IBU-Cup zurückgestuft. Er erreichte auch dort nur hintere Platzierungen. Für die Olympischen Winterspiele in Vancouver wurde er nicht nominiert.[1] In der Saison 2010/2011 startete er erst im IBU-Cup, um dann wegen schlechter Leistungen auch hierfür nicht mehr nominiert zu werden. Danach startete er nur noch im Deutschland-Pokal. Am 9. Dezember 2011 kehrte Rösch in den Weltcup zurück: In Hochfilzen belegte er im Sprint den 27. und im anschließenden Verfolgungsrennen den 12. Platz.

Rösch wurde vielfach ausgezeichnet. 2006 wurde er Sportler des Jahres in Sachsen und bei der Wahl zum Deutschen Sportler des Jahres Dritter mit der Mannschaft. Zudem wurde er zum Sieger bei der Wahl zum „Winterstar“ 2006 in der Kategorie „Beste Mannschaft“, mit der olympischen Biathlonstaffel, von den Zuschauern des bayerischen Rundfunks und den Lesern der Zeitung Bild gewählt. 2007 wurde er Polizeisportler des Jahres.

Im Jahr 2011 nahm er am 90 km langen Wasalauf in der klassischen Technik teil.

Mitte September 2012 wurde bekannt, dass er künftig für Belgien an den Start gehen möchte. Rösch gab dafür seinen Posten bei der Bundespolizei auf.[2] Die Einbürgerung zog sich über einen längeren Zeitraum hin, seit 27. Januar 2014 besitzt Rösch jedoch die belgische Staatsbürgerschaft.[3] Da Belgien kein Kontingent für Sportler im Weltcup hat, braucht Rösch entweder eine „Wildcard“ für eine Startberechtigung, oder er muss sich zuerst über den IBU-Cup für den Weltcup qualifizieren. Eine Teilnahme bei den Olympischen Winterspielen 2014 war für ihn nicht möglich, da er die Staatsbürgerschaft Belgiens zu diesem Zeitpunkt noch nicht lange genug besaß. Die ersten Wettkämpfe unter belgischer Flagge bestritt er im Rahmen des IBU-Cup im März 2014 im italienischen Martell. Dort wurde er im Sprint mit drei Schießfehlern 19., die Verfolgung beendete er mit zwei Schießfehlern auf dem 11. Rang. Damit hat er die Kriterien für den Erhalt einer Wildcard erfüllt und kann in der folgenden Saison im Weltcup starten, sofern er eine Wildcard zugelost bekommt.

Erfolge[Bearbeiten]

Michael Rösch im DKB VIP-Zelt bei dem IBU Weltcup in Oberhof am 4. Jan. 2012

Olympische Winterspiele:

  • 2006: 1x Gold (Staffel)

Weltmeisterschaften:

  • 2007: 1x Bronze (Staffel)
  • 2008: 1x Bronze (Staffel)
  • 2009: 1x Bronze (Staffel)

Juniorenweltmeisterschaften:

  • 2001: 1x Gold (Staffel)
  • 2002: 1x Gold (Staffel), 1x Silber (Einzel)
  • 2003: 1x Gold (Sprint), 1x Silber (Staffel)
  • 2004: 1x Gold (Staffel), 2x Silber (Sprint, Verfolgung)

Biathlon-Weltcup-Platzierungen: Die Tabelle zeigt alle Platzierungen (je nach Austragungsjahr einschließlich Olympische Spiele und Weltmeisterschaften).

  • 1.–3. Platz: Anzahl der Podiumsplatzierungen
  • Top 10: Anzahl der Platzierungen unter den ersten zehn (einschließlich Podium)
  • Punkteränge: Anzahl der Platzierungen innerhalb der Punkteränge (einschließlich Podium und Top 10)
  • Starts: Anzahl gelaufener Rennen in der jeweiligen Disziplin
Platzierung Einzel Sprint Verfolgung Massenstart Staffel Gesamt
1. Platz 1 1 2 4
2. Platz 5 5 10
3. Platz 1 1 9 11
Top 10 3 14 13 10 20 60
Punkteränge 12 38 33 21 22 126
Starts 17 54 39 21 22 153
Stand: nach der Saison 2009/2010

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://sport.t-online.de/c/biathlon-gross-haelt-verzicht-auf-roesch-bei-olympia-fuer-gerechtfertigt/id_21527090/index
  2. http://www.sport1.de/de/wintersport/win_biathlon/newspage_612216.html
  3. http://www.demorgen.be/dm/nl/1005/Meer-Sport/article/detail/1781761/2014/01/27/Biatlontopper-Michael-Rosch-mag-zich-Belg-noemen.dhtml

Weblinks[Bearbeiten]