Schwabing-West

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48.16111111111111.568888888889Koordinaten: 48° 9′ 40″ N, 11° 34′ 8″ O

Schwabing-West
Landeshauptstadt München
Fläche: 4,36 km²
Einwohner: 65.892 (31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahlen: 80796, 80797, 80798, 80799, 80801, 80803, 80804, 80809
Vorwahl: 089
Karte

Lage des Stadtbezirks 4 Schwabing-West in München

Schwabing-West ist der Stadtbezirk 4 der bayerischen Landeshauptstadt München.

Der Stadtbezirk gehört zu den wenigen homogenen Stadtbezirken Münchens mit einheitlichem Erscheinungsbild. Er umfasst vor allem die Stadterweiterungen um 1900, die auf dem Gebiet der 1890 eingemeindeten Stadt Schwabing entstanden.

Lage[Bearbeiten]

Schwabing-West liegt im Münchner Norden, westlich der Isar und nördlich der Maxvorstadt. Seine Grenze im Süden verläuft entlang der Loth- und Georgenstraße bis zur Dachauer Straße, die die Westgrenze bis zur Schwere-Reiter-Straße bildet. Im Nord-Westen verläuft seine Grenze erst entlang der Schwere-Reiter-Straße nach Osten und anschließend dem Bogen der Ackermannstraße folgend bis zur Winzererstraße; erst folgt sie dieser und anschließend der Lerchenauer Straße nach Norden bis zum Mittlerer Ring/Petuelring. Dieser ist die Nordgrenze des Bezirks, im Osten läuft sie dann entlang der Isolden-, Simmern-, Viktoria- und Friedrichstraße.

Nachbarbezirke sind Milbertshofen-Am Hart im Nordwesten und Norden, Schwabing-Freimann im Osten, Maxvorstadt im Süden und Neuhausen-Nymphenburg im Westen.

Bezirksteile[Bearbeiten]

Schwabing umfasst die Stadtbezirke 4 und 12.[2]

Schwabing[Bearbeiten]

Hauptartikel: Schwabing
Schwabing und Freimann auf einer Karte von 1858

Schwabing wurde 782 erstmals urkundlich als Suuapinga erwähnt. Der Name kommt von Swapo und bedeutet Siedlung eines Schwaben. Das Dorf wurde 1886 zur Stadt erhoben und dann 1890 nach München eingemeindet. Bereits 1909 wurden die damaligen Neubaugebiete im Westen des ehemaligen Schwabinger Stadtgebietes aus dem Stadtbezirk Schwabing herausgelöst und zum eigenen Stadtbezirk erhoben. 1996 wurde das Gebiet um das nördliche Schwabing mit Krankenhaus und Luitpoldpark sowie dem südöstlichen Teil des Oberwiesenfeldes, bis dahin Teil von Neuhausen, erweitert. Dadurch verdreifachte der Stadtbezirk seine Fläche, die Einwohnerzahl verdoppelte sich.

Historische Stadtteile der ehemaligen Stadt Schwabing im heutigen Stadtbezirk[Bearbeiten]

  • Konradshof, Stadt Schwabing: Der Ort wurde 1260 erstmals als Chunratshoven erwähnt. Die Bedeutung des Namens ist fast wörtlich abzuleiten: Hof eines Konrad. Die Identität dieses Konrads ist umstritten, wahrscheinlich handelt sich hier um die Person des Propstes Konrad von Schäftlarn, da dem Kloster Schäftlarn die Äcker auf dem südlichen Teil des Oberwiesenfeldes bis zur Säkularisation 1803 gehörten. Diese Äcker waren an Münchner Bürger verpachtet. Ein zugehöriges Gehöft hat nie existiert. Seit der Neugliederung der Stadtbezirke gehört ein Teil zum Stadtbezirk Neuhausen-Nymphenburg.

Neue Stadtteile auf dem Gebiet der ehemaligen Stadt Schwabing im heutigen Stadtbezirk[Bearbeiten]

  • Militärwohnanlage Barbarastraße: Die auch Barbarasiedlung genannte Kleinwohnungsanlage entstand 1909/10 für Mitarbeiter des nahe gelegenen Heeresbekleidungsamts, die Soldaten waren, ohne aktiven Truppendienst zu leisten.

Neubaugebiete um 1900[Bearbeiten]

Keinen eigenen amtlichen Namen besitzen die Neubaugebiete, die um 1900 entstanden. Diese, oft im Jugendstil gehaltenen Viertel, wurden durch eine Reihe von Plätzen aufgelockert, die jeweils einen Mittelpunkt des Viertels darstellten und meistens durch eine öffentliche Einrichtung wie eine Schule oder ein städtisches Amt noch einmal Gewicht erhielten. Diese Platzkonzept der gründerzeitlichen Stadtplanung wurde auch nach dem Ersten Weltkrieg beibehalten. Als wichtigste Plätze sind zu nennen: Kurfürstenplatz, Hohenzollernplatz, Elisabethplatz, Bayernplatz, Scheidplatz, Pündterplatz, Kölner Platz und Bonner Platz. Abgerundet wurde dieses eher großbürgerlich geprägte Gebiet durch den 1912 angelegten Luitpoldpark. Im Zweiten Weltkrieg teilweise schwer zerstört wurden in den 1950er und 1970er Jahren die Baulücken geschlossen. Ab ca. 1985 erfolgte die Sanierung des Altbaubestandes, der noch sehr prägend ist.

Allgemeines[Bearbeiten]

Sozialstruktur[Bearbeiten]

Der Stadtbezirk Schwabing-West ist eindeutig mittelschichtorientiert. Der Anteil an qualifizierten Angestellten ist überdurchschnittlich, das Ausbildungsniveau ist daher entsprechend hoch. 63 Prozent aller Haushalte im Stadtbezirk sind Ein-Personen-Haushalte, vor allem mit Bewohner jüngeren und mittleren Alters, Familien mit Kindern sind mit 11 Prozent eher unterrepräsentiert. 26 Prozent aller Haushalte im Stadtbezirk sind kinderlose Mehr-Personen-Haushalte. Per 31. Dezember 2013 betrug der Ausländeranteil 21,4 Prozent und liegt damit knapp unter dem Stadtdurchschnitt (25,4 Prozent).[3]

Durch den verhältnismäßig hohen Anteil an Arbeitsplätzen im Bereich der öffentlichen Einrichtungen und Verwaltungen dominieren Dienstleistungsbereich und Handel, auf die zusammen 60 Prozent der Arbeitsplätze entfallen.

Verkehr[Bearbeiten]

Schwabing-West wird vor allem durch sechs Verbindungsachsen erschlossen, die heute nicht alle vollständig als Hauptsammelstraßen dienen: Als Nord-Süd-Verbindungen dienen vor allem Schleißheimer Straße und Belgradstraße sowie die zum Stadtbezirk Schwabing-Freimann gehörende Leopoldstraße, die den Verkehr aus den Ost-West-Verbindungen Karl-Theodor-Straße/Bonner Platz/Rheinstraße, Herzogstraße und Elisabethstraße/Franz-Joseph-Straße aufnimmt.

Im öffentlichen Nahverkehr wird der Stadtteil durch die U-Bahn-Linien U2 (U-Bahnhöfe Hohenzollernplatz und Scheidplatz), U3 (U-Bahnhöfe Bonner Platz, Scheidplatz und Petuelring), durch die Trambahnlinien 12 und 27 sowie durch mehrere MVG-Buslinien erschlossen.

Klinikum Schwabing – Haupteingang am Kölner Platz

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Im Stadtbezirk Schwabing-West sind eine Vielzahl an öffentlichen Einrichtungen angesiedelt. Neben dem Städtischen Klinikum Schwabing sind vor allem das Max-Planck-Institut für Psychiatrie und das Rehabilitationszentrum für Körperbehinderte (Stiftung Pfennigparade) zu nennen. Wichtige kulturelle Einrichtungen sind das Kinder- und Jugendtheater Schauburg (München).

Statistik[Bearbeiten]


(Stand jeweils am 31. Dezember, Einwohner mit Hauptwohnsitz)

Jahr Einwohner davon Ausländer Fläche
in km²
Einwohner
je km²
Quelle mit weiteren Daten[4]
2000 53.789 11.144 (20,7 %) 4,3692 12.311 Statistisches Taschenbuch München 2001 (PDF)
2001 54.580 11.868 (21,7 %) 4,3692 12.492 Statistisches Taschenbuch München 2002 (PDF)
2002 54.272 11.674 (21,5 %) 4,3692 12.421 Statistisches Taschenbuch München 2003 (PDF)
2003 54.351 11.960 (22,0 %) 4,3692 12.440 Statistisches Taschenbuch München 2004 (PDF)
2004 55.231 12.012 (21,7 %) 4,3670 12.647 Statistisches Taschenbuch München 2005 (PDF)
2005 56.033 12.125 (21,6 %) 4,3672 12.830 Statistisches Taschenbuch München 2006 (PDF)
2006 59.553 12.323 (20,7 %) 4,3407 13.720 Statistisches Taschenbuch München 2007 (PDF)
2007 61.514 12.653 (20,6 %) 4,3394 14.176 Statistisches Taschenbuch München 2008 (PDF)
2008 62.541 12.635 (20,2 %) 4,3394 14.412 Statistisches Taschenbuch München 2009 (PDF)
2009 62.028 12.181 (18,6 %) 4,3630 14.217 Statistisches Taschenbuch München 2010 (PDF)
2010 62.856 12.481 (19,9 %) 4,3630 14.407 Statistisches Taschenbuch München 2011 (PDF)
2011 63.644 12.882 (20,2 %) 4,3630 14.587 Statistisches Taschenbuch München 2012 (PDF)
2012 64.768 13.462 (20,8 %) 4,3630 14.845 Statistisches Taschenbuch München 2013 (PDF)
2013 65.892 14.115 (21,4 %) 4,3630 15.102 Statistisches Taschenbuch München 2014 (PDF)

Politik[Bearbeiten]

Bezirksausschusswahl 2014
(Stimmen in Prozent)[5]
 %
40
30
20
10
0
37,5 %
26,8 %
25,3 %
6,2 %
4,2 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008[5]
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-6,1 %p
+3,0 %p
+2,8 %p
-3,9 %p
+4,2 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
e Freie Wähler einschließlich ÖDP

Der Bezirksausschuss von Schwabing-West wurde zuletzt am 16. März 2014 gewählt. Die Sitzverteilung lautet wie folgt: SPD 11, CSU 8, Grüne 7, FDP 2 und FW/ÖDP 1.[5] Von den 52.014 stimmberechtigten Einwohnern in Schwabing-West haben 23.218 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, womit die Wahlbeteiligung bei 44,6 Prozent lag.

Bedeutende Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Folgende Personen haben zumindest eine Zeit lang im heutigen Stadtbezirk Schwabing-West gelebt:

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Florian Breu: Die Münchener Stadtbezirke nach der Stadtgebietsneugliederung. In: Münchener Statistik. Nr. 1, 1996, ISSN 0171-0583, S. 1–14.
  •  Klaus Gallas: München. Von der welfischen Gründung Heinrichs des Löwen bis zur Gegenwart: Kunst, Kultur, Geschichte. DuMont, Köln 1979, ISBN 3-7701-1094-3 (DuMont-Dokumente: DuMont-Kunst-Reiseführer).
  •  Helmuth Stahleder: Von Allach bis Zamilapark. Namen und historische Grunddaten zur Geschichte Münchens und seiner eingemeindeten Vororte. Hrsg. v. Stadtarchiv München. Buchendorfer Verlag, München 2001, ISBN 3-934036-46-5.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Bevölkerung in den Stadtbezirken nach der Einwohnerdichte am 31.12.2013 (PDF; 424 kB). Statistisches Amt der Landeshauptstadt München. Abgerufen am 10. Juni 2014.
  2. Bewiesen durch GEOlino Copyright.
  3. Die Bevölkerung in den Stadtbezirken nach dem Migrationshintergrund am 31.12.2013 (PDF; 425 kB). Statistisches Amt der Landeshauptstadt München. Abgerufen am 16. Juni 2014.
  4. Archiv Stadtteilinformationen. Landeshauptstadt München. Abgerufen am 19. Juni 2014.
  5. a b c Wahl des Bezirksausschusses – Stadtbezirk 4 – Schwabing-West. Landeshauptstadt München. Abgerufen am 16. Juni 2014.