Schwanthalerhöhe

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48.13888888888911.541666666667Koordinaten: 48° 8′ 20″ N, 11° 32′ 30″ O

Schwanthalerhöhe
Landeshauptstadt München
Postleitzahl: 80335, 80339
Vorwahl: 089
Karte

Bezirk 8 Schwanthalerhöhe, Lage in München

Schwanthalerhöhe (Westend) westlich des Mittleren Rings
Ledigenheim von Süden

Die Schwanthalerhöhe (von den Einheimischen oft als Westend bezeichnet) ist ein Stadtteil von München und bildet den Stadtbezirk 8. Sie gehört mit einer Fläche von ca. 209,4 Hektar und einer Wohnbevölkerung von 26.877 Menschen zu den dichtestbesiedelten Vierteln Münchens (Anteil Kinder/Jugendliche bis 15 Jahre: 11,9 %, Anteil Senioren über 65 Jahre: 12,4 %, Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund: 35,3 %).

Das Westend wurde im Rahmen der Neuansiedelung von Industrie im Münchner Westen als Arbeiterwohngebiet geplant, so dass sich hier viel genossenschaftlicher Wohnungsbau findet und der Arbeiteranteil bis heute überdurchschnittlich hoch ist.

Lage[Bearbeiten]

St. Benedikt in der Schrenkstraße

Die Schwanthalerhöhe, das Münchner Westend, liegt am westlichen Rand der Innenstadt auf der Isarniederterrasse, begrenzt von den Bahnlinien Hauptbahnhof–Pasing und Hauptbahnhof–Ostbahnhof. Der innenstadtnahe und leicht abschüssige östliche Teil des Bezirks (Theresienhöhe) bildet einen Übergang zum Bahnhofsviertel, südlich davon oberhalb der Theresienwiese liegt das frühere Messegelände.

Geschichte und Beschreibung[Bearbeiten]

Der Stadtteil hat seinen Namen von dem Bildhauer Ludwig Schwanthaler, dem Schöpfer der Bavaria; er hieß früher Sendlinger Höhe. Seine Entstehung hängt mit der um 1840 beginnenden Industrialisierung zusammen, die die Errichtung gründerzeitlicher Arbeiterviertel mit verdichteter Blockbebauung zur Folge hatte. Bis heute stammt knapp die Hälfte des Baubestands der Schwanthalerhöhe aus der Zeit vor 1919. Die teilweise schlechte Bausubstanz mit unzureichenden Wohnstandards machten ab Anfang der 1970er Jahre weitreichende Sanierungsmaßnahmen erforderlich. Auf dem Fabrikgelände der ehemaligen Metzeler Gummiwerke wurden in den 1980er Jahren der Gewerbehof Westend und das Münchner Technologiezentrum errichtet. In der Folge wandelte sich auch die Wirtschaftsstruktur im Stadtteil. Inzwischen liegen etwa zwei Drittel der Arbeitsplätze im Viertel im Dienstleistungssektor, im Handel und der öffentlichen Verwaltung.

Markante Orte sind der Backstein-Bau des Augustiner-Bräu (älteste Brauerei Münchens), das ehemalige Hauptzollamt mit seiner großen Glaskuppel, die Hackerbrücke, das Einrichtungshaus XXXLutz (früher Karstadt) mit seiner monumentalen gewölbten Glasfassade, das angrenzende „Betongebirge“ (Biermösl Blosn) aus gestapelten Wohnblocks, der Bavariapark, das von Theodor Fischer erbaute Ledigenheim nahe dem Gollierplatz, sowie eine ganze Reihe kleinerer Plätze, die dem Stadtteil sein Gepräge geben. 2006 gewann der neu gestaltete Georg-Freundorfer-Platz den Preis der Stiftung Lebendige Stadt für den besten Spiel- und Freizeitplatz Deutschlands.

Drei römisch-katholische Kirchen, St. Benedikt (1881), St. Rupert (1908 Gabriel von Seidl) und Maria Heimsuchung (1934) und eine evangelisch-lutherische Kirche, die Auferstehungskirche (1931 German Bestelmeyer) prägen das Bild der Schwanthalerhöhe.

Durch die Verlagerung der Messe München nach Riem im Februar 1998 wurde das alte Messegelände frei für eine Folgenutzung. Dort entstanden bis 2004 etwa 1.800 neue Wohnungen, außerdem Einrichtungen für Gewerbe, Handel, Dienstleistungen (Verwaltungsgebäude der Mannheimer Lebensversicherung) und Gemeinbedarfseinrichtungen. In den verbliebenen denkmalgeschützten Jugendstilhallen der alten Messe wurde im Mai 2003 das Verkehrszentrum als Ableger des Deutschen Museums eröffnet. Im Juni 2010 konnte auch der neue Quartiersplatz Theresienhöhe über dem "Bahndeckel" der Bevölkerung übergeben werden.

Die gute Verkehrsanbindung durch zwei U-Bahn-Linien, S-Bahn und den Mittleren Ring, die zentrale Lage und das urbane Flair machen den Stadtteil zunehmend zu einer beliebten Wohngegend.

Bildung & Kultur[Bearbeiten]

Verkehrsmuseum (Zweigstelle des Deutschen Museums), ehem. Messehalle, Theresienhöhe
Alte Kongresshalle

Im Stadtteil Schwanthalerhöhe finden in der Alten Kongresshalle regelmäßig Events statt. Das Verkehrszentrum des Deutschen Museums lockt zahlreiche Besucher an. Stadtteilkultur findet im Griechischen Haus Westend, im Kulturkeller (Kultur- & Vereinskeller D'Schwanthalerhöh' e.V.), im KulturLaden Westend sowie im Multikulturellen Jugendzentrum (MKJZ) statt. Die Stadtteilbibliothek im Westend verfügt über einen Schwerpunkt in Literatur in verschiedenen Herkunftssprachen für Menschen mit Migrationshintergrund und Sprachenlerner.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in München/Schwanthalerhöhe

Politik[Bearbeiten]

Bezirksausschuss[Bearbeiten]

Bezirksausschusswahl März 2008
(Stimmen in Prozent) [1]
 %
50
40
30
20
10
0
44,5 %
29,8 %
19,4 %
6,3 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2002 [2]
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-2,7 %p
+7,3 %p
-7,0 %p
+2,4 %p

Dem Bezirksausschuss gehören 17 Mitglieder an. Die Wahl vom 2. März 2008 ergab folgende Sitzverteilung: SPD 8, GRÜNE 5, CSU 3 und FDP 1. Die Wahlbeteiligung betrug 43,9 Prozent.

Weitere Wahlen[Bearbeiten]

Bei den letzten OB-Wahlen 2002 wurde der SPD-Kandidat Christian Ude mit überdurchschnittlichen 71,2 % gewählt.

Ergebnisse der Parteien in den letzten überregionalen Wahlen:

Datum Wahl Wahlbeteiligung SPD CSU Grüne FDP Die Linke (zuvor Linkspartei.PDS bzw. PDS)
22. September 2013 Bundestag (Zweitstimmen)[3] 70,0 % 25,4 % 25,8 % 22,9 % 6,3 % 7,8 %
27. September 2009 Bundestag (Zweitstimmen)[4] 71,3 % 18,9 % 21,7 % 27,1 % 14,9 % 9,6 %
21. September 2008 Landtag (Gesamtstimmen)[5] ? 33,1 % 19,2 % 22,7 % 9,9 % 7,7 %
18. September 2005 Bundestag (Zweitstimmen)[6] 73,4 % 30,5 % 28,0 % 23,0 % 9,7 % 5,8 %
13. Juni 2004 Europäisches Parlament[7] 36,2 % 18,7 % 28,2 % 35,8 % 5,2 % 3,3 %
21. September 2003 Landtag (Gesamtstimmen)[8] 57,1 % 34,2 % 36,3 % 21,4 % 3,0 % -
22. September 2002 Bundestag (Zweitstimmen)[9] 77,0 % 32,8 % 32,8 % 24,5 % 5,2 % ?

Statistik[Bearbeiten]


(Stand jeweils am 31. Dezember, Einwohner mit Hauptwohnsitz)

Jahr Einwohner davon Ausländer Fläche in ha EW pro ha Quelle mit weiteren Daten
2000 024.883 010.168 (40,9 %) 0207,27 0120 Statistisches Taschenbuch München 2001. pdf-Download
2001 024.905 010.028 (40,3 %) 0207,27 0120 Statistisches Taschenbuch München 2002. pdf-Download
2002 025.078 010.089 (40,2 %) 0207,27 0121 Statistisches Taschenbuch München 2003. pdf-Download
2003 025.328 010.176 (40,2 %) 0207,28 0122 Statistisches Taschenbuch München 2004. pdf-Download
2004 025.369 009.751 (38,4 %) 0207,03 0123 Statistisches Taschenbuch München 2005. pdf-Download
2005 025.507 009.644 (37,8 %) 0207,05 0123 Statistisches Taschenbuch München 2006. pdf-Download
2006 026.103 009.393 (36,0 %) 0207,02 0126 Statistisches Taschenbuch München 2007. pdf-Download
2007 026.877 009.491 (35,3 %) 0207,02 0130 Statistisches Taschenbuch München 2008. pdf-Download
2008 027.778 009.819 (35,3 %) 0207,02 0134 Statistisches Taschenbuch München 2009. pdf-Download
2009 027.814 009.358 (33,6 %) 0207,02 0134 Statistisches Taschenbuch München 2010. pdf-Download
2010 028.004 009.286 (33,2 %) 0207,02 0135 Statistisches Taschenbuch München 2011. pdf-Download
2011 028.678 009.603 (33,5 %) 0207,02 0139 Statistisches Taschenbuch München 2012. pdf-Download
2012 029.402 009.814 (33,4 %) 0207,02 0142 Statistisches Taschenbuch München 2013. pdf-Download

Literatur[Bearbeiten]

  • F. Meier, S. Perouansky, J. Stintzing (Hrsg.): Das Westend. Geschichte und Geschichten eines Münchner Stadtteils. StattPlan Verlag München 2005. ISBN 3-9801647-6-4

Weblinks[Bearbeiten]

Die Hackerbrücke verbindet das Westend mit der Maxvorstadt
 Commons: Schwanthalerhöhe – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Schwanthalerhöhe – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

Die Donnersbergerbrücke verbindet das Westend mit Neuhausen
  1. muenchen.de - Bezirksausschusswahl 2008, abgerufen am 18. Dezember 2010
  2. muenchen.info - Bezirksausschusswahl 2002, abgerufen am 18. Dezember 2010
  3. Amtliches Endergebnis Bundestagswahl 2013
  4. Amtliches Endergebnis Bundestagswahl 2009
  5. [1]
  6. Amtliches Endergebnis Bundestagswahl 2005
  7. Amtliches Endergebnis Europawahl 2004
  8. Amtliches Endergebnis Landtagswahl 2003 (PDF)
  9. Amtliches Endergebnis Bundestagswahl 2002