Schwanthalerhöhe

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48.13888888888911.541666666667Koordinaten: 48° 8′ 20″ N, 11° 32′ 30″ O

Schwanthalerhöhe
Landeshauptstadt München
Fläche: 2,07 km²
Einwohner: 29.663 (31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 80335, 80339
Vorwahl: 089
Karte

Lage des Stadtbezirks 8 Schwanthalerhöhe in München

Schwanthalerhöhe (Westend) westlich des Mittleren Rings
Ledigenheim von Süden

Die Schwanthalerhöhe (von den Münchnern oft als Westend bezeichnet) ist der Stadtbezirk 8 der bayerischen Landeshauptstadt München.

Der Stadtbezirk gehört mit einer Fläche von 2,07 Quadratkilometern und einer Wohnbevölkerung von knapp 30.000 zu den am dichtesten besiedelten Stadtbezirken Münchens. Das Westend wurde im Rahmen der Neuansiedelung von Industrie im Münchner Westen als Arbeiterwohngebiet geplant, so dass sich hier viel genossenschaftlicher Wohnungsbau findet und der Arbeiteranteil bis heute überdurchschnittlich hoch ist.

Lage[Bearbeiten]

St. Benedikt in der Schrenkstraße

Die Schwanthalerhöhe, das Münchner Westend, liegt am westlichen Rand der Innenstadt auf der Isarniederterrasse, begrenzt von den Bahnlinien Hauptbahnhof–Pasing und Hauptbahnhof–Ostbahnhof. Der innenstadtnahe und leicht abschüssige östliche Teil des Bezirks (Theresienhöhe) bildet einen Übergang zum Bahnhofsviertel, südlich davon oberhalb der Theresienwiese liegt das frühere Messegelände.

Nachbarbezirke sind Neuhausen-Nymphenburg und die Maxvorstadt im Norden, Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt im Osten, Sendling im Süden sowie Sendling-Westpark und Laim im Westen.

Geschichte und Beschreibung[Bearbeiten]

Der Stadtteil hat seinen Namen von dem Bildhauer Ludwig Schwanthaler, dem Schöpfer der Bavaria; er hieß früher Sendlinger Höhe. Seine Entstehung hängt mit der um 1840 beginnenden Industrialisierung zusammen, die die Errichtung gründerzeitlicher Arbeiterviertel mit verdichteter Blockbebauung zur Folge hatte. Bis heute stammt knapp die Hälfte des Baubestands der Schwanthalerhöhe aus der Zeit vor 1919. Die teilweise schlechte Bausubstanz mit unzureichenden Wohnstandards machten ab Anfang der 1970er Jahre weitreichende Sanierungsmaßnahmen erforderlich. Auf dem Fabrikgelände der ehemaligen Metzeler Gummiwerke wurden in den 1980er Jahren der Gewerbehof Westend und das Münchner Technologiezentrum errichtet. In der Folge wandelte sich auch die Wirtschaftsstruktur im Stadtteil. Inzwischen liegen etwa zwei Drittel der Arbeitsplätze im Viertel im Dienstleistungssektor, im Handel und der öffentlichen Verwaltung.

Markante Orte sind der Backstein-Bau des Augustiner-Bräu (älteste Brauerei Münchens), das ehemalige Hauptzollamt mit seiner großen Glaskuppel, die Hackerbrücke, das ehemalige Einrichtungshaus XXXLutz (früher Karstadt) mit seiner monumentalen gewölbten Glasfassade, das angrenzende „Betongebirge“ (Biermösl Blosn) aus gestapelten Wohnblocks, der Bavariapark, das von Theodor Fischer erbaute Ledigenheim nahe dem Gollierplatz, sowie eine ganze Reihe kleinerer Plätze, die dem Stadtteil sein Gepräge geben. 2006 gewann der neu gestaltete Georg-Freundorfer-Platz den Preis der Stiftung Lebendige Stadt für den besten Spiel- und Freizeitplatz Deutschlands.

Drei römisch-katholische Kirchen, St. Benedikt (1881), St. Rupert (1908 Gabriel von Seidl) und Maria Heimsuchung (1934) und eine evangelisch-lutherische Kirche, die Auferstehungskirche (1931 German Bestelmeyer) prägen das Bild der Schwanthalerhöhe.

Durch die Verlagerung der Messe München nach Riem im Februar 1998 wurde das alte Messegelände frei für eine Folgenutzung. Dort entstanden bis 2004 etwa 1.800 neue Wohnungen, außerdem Einrichtungen für Gewerbe, Handel, Dienstleistungen (Verwaltungsgebäude der Mannheimer Lebensversicherung) und Gemeinbedarfseinrichtungen. In den verbliebenen denkmalgeschützten Jugendstilhallen der alten Messe wurde im Mai 2003 das Verkehrszentrum als Ableger des Deutschen Museums eröffnet. Im Juni 2010 konnte auch der neue Quartiersplatz Theresienhöhe über dem „Bahndeckel“ der Bevölkerung übergeben werden.

Die gute Verkehrsanbindung durch zwei U-Bahn-Linien, S-Bahn und den Mittleren Ring, die zentrale Lage und das urbane Flair machen den Stadtteil zunehmend zu einer beliebten Wohngegend.

Bildung und Kultur[Bearbeiten]

Verkehrsmuseum (Zweigstelle des Deutschen Museums), ehemalige Messehalle, Theresienhöhe
Alte Kongresshalle

Im Stadtteil Schwanthalerhöhe finden in der Alten Kongresshalle regelmäßig Events statt. Das Verkehrszentrum des Deutschen Museums lockt zahlreiche Besucher an. Stadtteilkultur findet im Griechischen Haus Westend, im Kulturkeller (Kultur- & Vereinskeller D’Schwanthalerhöh’ e. V.), im KulturLaden Westend sowie im Multikulturellen Jugendzentrum (MKJZ) statt. Die Stadtteilbibliothek im Westend verfügt über einen Schwerpunkt in Literatur in verschiedenen Herkunftssprachen für Menschen mit Migrationshintergrund und Sprachenlerner.

Baudenkmäler[Bearbeiten]


Politik[Bearbeiten]

Bezirksausschuss[Bearbeiten]

Bezirksausschusswahl 2014
(Stimmen in Prozent)[2]
 %
40
30
20
10
0
39,8 %
35,9 %
19,9 %
4,4 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008[2]
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-4,7 %p
+6,1 %p
+0,5 %p
-1,9 %p

Der Bezirksausschuss von Schwanthalerhöhe wurde zuletzt am 16. März 2014 gewählt. Die Sitzverteilung lautet wie folgt: SPD 7, Grüne 6 CSU 3, und FDP 1.[2] Von den 21.240 stimmberechtigten Einwohnern in Schwanthalerhöhe haben 8087 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, womit die Wahlbeteiligung bei 38,1 Prozent lag.

Weitere Wahlen[Bearbeiten]

Bei den Oberbürgermeisterwahlen 2002 wurde der SPD-Kandidat Christian Ude mit überdurchschnittlichen 71,2 Prozent gewählt.

Ergebnisse der Parteien bei vergangenen überregionalen Wahlen (Angaben in Prozent)
Datum Wahl Wahlbeteiligung SPD CSU Grüne FDP Linke *
22. September 2013 Deutscher Bundestag (Zweitstimmen)[3] 70,0 25,4 25,8 22,9 6,3 7,8
27. September 2009 Deutscher Bundestag (Zweitstimmen)[4] 71,3 18,9 21,7 27,1 14,9 9,6
21. September 2008 Bayerischer Landtag (Gesamtstimmen)[4] ? 33,1 19,2 22,7 9,9 7,7
18. September 2005 Deutscher Bundestag (Zweitstimmen)[4] 73,4 30,5 28,0 23,0 9,7 5,8
13. Juni 2004 Europäisches Parlament[4] 36,2 18,7 28,2 35,8 5,2 3,3
21. September 2003 Bayerischer Landtag (Gesamtstimmen)[4] 57,1 34,2 36,3 21,4 3,0
22. September 2002 Deutscher Bundestag (Zweitstimmen)[4] 77,0 32,8 32,8 24,5 5,2 ?
* Anmerkung: Die Linke trat zuvor als Linkspartei.PDS bzw. PDS auf.

Statistik[Bearbeiten]


(Stand jeweils am 31. Dezember, Einwohner mit Hauptwohnsitz)

Jahr Einwohner davon Ausländer Fläche
in km²
Einwohner
je km²
Quelle mit weiteren Daten[5]
2000 24.883 10.168 (40,9 %) 2,0727 12.005 Statistisches Taschenbuch München 2001 (PDF)
2001 24.905 10.028 (40,3 %) 2,0727 12.016 Statistisches Taschenbuch München 2002 (PDF)
2002 25.078 10.089 (40,2 %) 2,0727 12.099 Statistisches Taschenbuch München 2003 (PDF)
2003 25.328 10.176 (40,2 %) 2,0728 12.219 Statistisches Taschenbuch München 2004 (PDF)
2004 25.369 9.751 (38,4 %) 2,0703 12.254 Statistisches Taschenbuch München 2005 (PDF)
2005 25.507 9.644 (37,8 %) 2,0705 12.319 Statistisches Taschenbuch München 2006 (PDF)
2006 26.103 9.393 (36,0 %) 2,0702 12.609 Statistisches Taschenbuch München 2007 (PDF)
2007 26.877 9.491 (35,3 %) 2,0702 12.983 Statistisches Taschenbuch München 2008 (PDF)
2008 27.778 9.819 (35,3 %) 2,0702 13.418 Statistisches Taschenbuch München 2009 (PDF)
2009 27.814 9.358 (33,6 %) 2,0702 13.435 Statistisches Taschenbuch München 2010 (PDF)
2010 28.004 9.286 (33,2 %) 2,0702 13.527 Statistisches Taschenbuch München 2011 (PDF)
2011 28.678 9.603 (33,5 %) 2,0702 13.853 Statistisches Taschenbuch München 2012 (PDF)
2012 29.402 9.814 (33,4 %) 2,0702 14.202 Statistisches Taschenbuch München 2013 (PDF)
2013 29.663 9.974 (33,6 %) 2,0702 14.329 Statistisches Taschenbuch München 2014 (PDF)

Literatur[Bearbeiten]

  • F. Meier, S. Perouansky, J. Stintzing (Hrsg.): Das Westend. Geschichte und Geschichten eines Münchner Stadtteils. StattPlan Verlag München 2005. ISBN 3-9801647-6-4
  • Monika Müller-Rieger, Günther Gerstenberg und Karin Just: Westend. Von der Sendlinger Haid' zum Münchner Stadtteil, Buchendorfer Verlag 2000, 207 Seiten, ISBN 978-3927984295
Die Hackerbrücke verbindet das Westend mit der Maxvorstadt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schwanthalerhöhe – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Schwanthalerhöhe – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

Die Donnersbergerbrücke verbindet das Westend mit Neuhausen
  1. Die Bevölkerung in den Stadtbezirken nach der Einwohnerdichte am 31.12.2013 (PDF; 424 kB). Statistisches Amt der Landeshauptstadt München. Abgerufen am 11. Juni 2014.
  2. a b c Wahl des Bezirksausschusses – Stadtbezirk 8 – Schwanthalerhöhe. Landeshauptstadt München. Abgerufen am 16. Juni 2014.
  3. Bundestagswahl 2013 – Zweitstimmen. Landeshauptstadt München. Abgerufen am 19. Juni 2014.
  4. a b c d e f Statistischen Amt der Landeshauptstadt München (Hrsg.) (2013): Statistisches Taschenbuch 2013 – München und seine Stadtbezirke (PDF; 2,5 MB; S. 70). Landeshauptstadt München.
  5. Archiv Stadtteilinformationen. Landeshauptstadt München. Abgerufen am 19. Juni 2014.