Pam Grier

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Pam Grier, 2012
Pam Grier, 2009

Pamela Suzette „Pam“ Grier (* 26. Mai 1949 in Winston-Salem, North Carolina) ist eine US-amerikanische Schauspielerin.

Leben[Bearbeiten]

Pam Grier ist eins von vier Kindern des Air-Force-Mechanikers Clarence Grier und des Kindermädchens Gwendolyn Samuels. Sie wuchs in Denver, Colorado, auf.

Als Studentin an der Universität Los Angeles war sie Backgroundsängerin für den Komponisten und Sänger Bobby Womack. Dessen Song Across 110th Street wurde Jahre später zum Titelsong des Films Jackie Brown.

1970er Jahre[Bearbeiten]

Grier wurde von Roger Corman von New World Pictures entdeckt, der sie zunächst als Darstellerin in Frauengefängnisfilmen wie The Big Doll House und The Big Bird Cage besetzte. In den frühen 1970er Jahren wurde sie zum Star des Blaxploitation-Genres durch ihre Darstellungen als vollbusige und tatkräftige Frau. Diese Rollen brachten ihr einen Fünfjahresvertrag mit Samuel Z. Arkoff von American International Pictures ein. Zu den bekanntesten Filmen dieser Zeit gehören Jack Hills Coffy – die Raubkatze (1973) und Foxy Brown (1974) sowie Friday Foster und William Girdlers Sheba, Baby (1975). Für American International spielte sie auch William Marshalls Vampiropfer in der Blacula-Fortsetzung Scream, Blacula, Scream! (1973).

Ihre frühen Filme wie Woman in Cages und The Big Doll House wurden auf den Philippinen gedreht. Dort infizierte sie sich mit einem tropischen Virus, an dem sie beinahe gestorben wäre. Sie verlor ihre Haare und für mehr als einen Monat auch ihr Augenlicht. Es dauerte fast ein Jahr, bis sie sich davon erholt hatte.

Grier war die erste schwarze Frau auf dem Cover des MS. Magazine (Ausgabe August 1975). Das Ebony Magazine wählte sie zu einer der „100 faszinierendsten Frauen des 20. Jahrhunderts“.

1980er Jahre[Bearbeiten]

In den 1980er Jahren gelang ihr der Wiedereinstieg mit der Krimiserie Miami Vice sowie mit Ray Bradbury und Walt Disney Pictures Something Wicked This Way Comes. 1988 spielte sie an der Seite von Steven Seagal in dem Actionfilm Above the Law die Rolle der Delores „Jax“ Jackson. Nach einer Krebsdiagnose im selben Jahr gaben ihr die Ärzte noch eine Überlebenszeit von 18 Monaten.

1990er und 2000er Jahre[Bearbeiten]

Grier war für eine Rolle in Pulp Fiction (1994) vorgesehen, der sie aber zu spät zustimmte, so dass Rosanna Arquette die Rolle der Jody bekam. In Tim Burtons Mars Attacks! (1996) stellte Grier komödiantisches Talent unter Beweis. Ihr großes Comeback hatte sie dann 1997 in der Hauptrolle des Quentin-Tarantino-Films Jackie Brown. In ihrer Titelrolle als Stewardess konnte sie sowohl von ihrer Filmvergangenheit zehren als auch ihre schauspielerische Begabung voll ausschöpfen. Sie wurde für den Golden Globe und einen Image Award nominiert. Tarantino benannte den Charakter nach Jackie Burke aus Rum Punch als Hommage an Foxy Brown in Jackie Brown um.

Am 17. Oktober 1998 wurde Pam Grier beim 34. Annual Chicago International Film Festival mit dem „Career Achievement Award“ ausgezeichnet.

2001 spielte sie in John Carpenters Ghosts of Mars und zusammen mit Snoop Dogg in Bones. Zwischen 2004 und 2008 war sie in der US-Fernsehserie The L Word in der Rolle der Kate „Kit“ Porter zu sehen.

2010 war Grier die erste Schauspielerin, die den DC-Comic-Charakter Amanda Waller in der US-amerikanischen Fernsehserie Smallville verkörpern durfte. 2012 trat sie im Rahmen des Shock Stock in Toronto auf und präsentierte ihren letzten, 2011 gedrehten Film Woman Thou Art Loosed: On the 7th Day.[1]

Trivia[Bearbeiten]

Eine ihrer Schwestern starb 1990 an Krebs, deren Sohn beging deswegen Selbstmord. Grier ist die Cousine des Schauspielers Roosevelt Grier. Als sie ihren ersten Freund kennenlernte, stellte sie fest, dass sie beide in Denver, Colorado, aufgewachsen waren. Später fand sie heraus, dass er sogar in dem Haus gelebt hatte, aus dem sie als Kind mit ihrer Familie ausgezogen war. Grier hatte Romanzen unter anderem mit Richard Pryor und Kareem Abdul-Jabbar.

Derzeit schreibt sie ihre Autobiografie. Sie lebt mit ihren Pferden auf einer Farm in Colorado.[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

1998

  • Screen Actors Guild Awards, nominiert in der Kategorie Outstanding Performence by a Female Actor in a Leading Role für Jackie Brown
  • Satellite Awards, nominiert für den "Golden Satellite Award" in der Kategorie Best Performance by an Actress in a Motion Picture - Comedy or Musical für Jackie Brown
  • Image Awards, nominiert in der Kategorie Outstanding Lead Actress in a Motion Picture für Jackie Brown
  • Golden Globes, USA, nominiert in der Kategorie Best Performance by an Actress in a Motion Picture - Comedy or Musical für Jackie Brown
  • Academy of Science Fiction, Fantasy & Horror Films, USA, nominiert für den Saturn Award in der Kategorie Best Actress für Jackie Brown

1999

  • Image Awards, nominiert in der Kategorie Outstanding Lead Actress in a Comedy Series für Linc’s

2000

  • Image Awards, nominiert in der Kategorie Outstanding Actress in a Comedy Series für Linc’s
  • Daytime Emmy Awards, nominiert in der Kategorie Outstanding Performer in an Animated Program für Happily Ever After: Fairy Tales for Every Child (Episode The Empress' Nightingale)
  • Csapnivalo Awards, Gewinnerin des "Golden Slate" in der Kategorie Best Female Performance für Jackie Brown

2002

  • Image Awards, nominiert in der Kategorie Outstanding Actress in a Television Movie, Mini-Series or Dramatic Spezial für 3.A.M.
  • Black Reel Awards, nominiert in den Kategorien Network/Cabel - Best Actress für 3.A.M. und Theatrical - Best Actress für Bones

2003

  • Image Awards, nominiert in der Kategorie Outstanding Supporting Actress in a Drama Series für Law & Order: Special Victims Unit

2004

  • Image Awards, nominiert in der Kategorie Outstanding Supporting Actress in a Drama Series für Law & Order: Special Victims Unit

2005

  • Image Awards, nominiert in der Kategorie Outstanding Supporting Actress in a Drama Series für The L Word

2006

  • Image Awards, nominiert in der Kategorie Outstanding Supporting Actress in a Drama Series für The L Word

2008

  • Image Awards, nominiert in der Kategorie Outstanding Supporting Actress in a Drama Series für The L Word

Filmografie[Bearbeiten]

  • 1970: Blumen ohne Duft (Beyond the Valley of the Dolls)
  • 1971: Big Doll House
  • 1971: Frauen hinter Zuchthausmauern (Women in Cages)
  • 1972: Cool Breeze
  • 1972: Hit Man
  • 1972: The Big Bird Cage
  • 1972: Twilight People
  • 1973: Frauen in Ketten (Black Mama, White Mama)
  • 1973: Coffy – die Raubkatze (Coffy)
  • 1973: Der Schrei des Todes (Scream, Blacula, Scream!)
  • 1974: The Arena
  • 1974: Foxy Brown (Foxy Brown)
  • 1975: Bucktown
  • 1975: Friday Foster
  • 1975: Sheba Baby (Sheba Baby)
  • 1976: Drum
  • 1976: Die Sklavenhölle der Mandingos
  • 1977: Stock Car Race - Höllenjagd auf heißen Pisten (Greased Lightning)
  • 1977: La Notte dell’alta marea
  • 1979: Roots: The Next Generations
  • 1980: The Love Boat
  • 1981: The Bronx (Fort Apache, the Bronx)
  • 1983: Das Böse kommt auf leisen Sohlen (Something Wicked This Way Comes)
  • 1983: Der Fighter (Tough Enough)
  • 1985: Badge of the Assassin
  • 1985: Runner (On the Edge )
  • 1985: Stand Alone
  • 1985: Miami Vice
  • 1986: Der Micro-Chip-Man (The Vindicator)
  • 1986: Night Court
  • 1986: Crime Story
  • 1987: Nachtschwärmer (The Allnighter)
  • 1987: Die Bill Cosby Show (The Cosby Show)
  • 1988: Frank’s Place
  • 1988: Nico (Above the Law)
  • 1989: Die Killer-Brigade (The Package)
  • 1989: Midnight Caller
  • 1990: Die Klasse von 1999 (Class of 1999)
  • 1990: Knots Landing
  • 1991: Bill & Ted's verrückte Reise in die Zukunft (Bill & Ted's Bogus Journey)
  • 1991: Monsters
  • 1992: Nimm die Hände von unserer Tochter (A Mother's Right: The Elizabeth Morgan Story)
  • 1992: Pacific Station
  • 1993: Posse – Die Rache des Jessie Lee (Posse)
  • 1994: The Sinbad Show
  • 1994: Der Prinz von Bel-Air (The Fresh Prince of Bel-Air)
  • 1995: Shadow Killer (Serial Killer)
  • 1995: Happily Ever After: Fairy Tales for Every Child

Literatur[Bearbeiten]

  • Jessie Carney Smith: Notable Black American women, Band 2, 1995

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pam Grier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Horror CONfidential: Shock Stock 2012 Part 2
  2. Süddeutsche Zeitung vom 19. August 2008: Im Interview: Pam Grier