Jackie Brown (Film)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Jackie Brown
Originaltitel Jackie Brown
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1997
Länge 154 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Quentin Tarantino
Drehbuch Quentin Tarantino,
Elmore Leonard (Roman)
Produktion Lawrence Bender
Kamera Guillermo Navarro
Schnitt Sally Menke
Besetzung

Jackie Brown ist ein US-amerikanischer Spielfilm von Quentin Tarantino aus dem Jahr 1997, der auf dem Roman Rum Punch von Elmore Leonard basiert. Der Film gehört zum Genre der Heist-Movies. Die von Pam Grier gespielte Stewardess Jackie Brown wird bei einem Geldtransfer, den sie für den Gangster Ordell Robbie (Samuel L. Jackson) durchführt, von der Polizei festgenommen. Als sie den Kautionsvermittler Max Cherry (Robert Forster) kennenlernt, verwirft sie den mit der Polizei ausgehandelten Deal, Ordell in eine Falle zu locken, um zusammen mit Cherry selbst an das Geld zu gelangen.

Handlung[Bearbeiten]

Die für eine kleine mexikanische Fluglinie arbeitende 44-jährige Stewardess Jacqueline „Jackie“ Brown hilft dem Waffenschieber Ordell Robbie bei seinen Geldwäschegeschäften, indem sie für ihn Bargeld aus den USA nach Mexiko und zurücktransportiert.

Zu Beginn des Films erfährt Ordell, dass einer seiner Handlanger, Beaumont Livingston, wegen illegalen Waffenbesitzes festgenommen worden ist und wahrscheinlich zu einer langen Gefängnisstrafe verurteilt wird. Da er befürchtet, Beaumont könne zur Verringerung seines Strafmaßes mit dem Staatsanwalt eine Absprache treffen, beauftragt er den 56-jährigen Kautionsagenten Max Cherry, Beaumont aus dem Gefängnis zu holen. Als Beaumont entlassen wird, lockt ihn Ordell in eine Falle und erschießt ihn. Anschließend wird Jackie Brown am Flughafen von Mitarbeitern der ATF abgefangen. In ihrem Gepäck finden sie 50.000 Dollar Schwarzgeld, das sie für Ordell ins Land schmuggeln soll, und ein Päckchen Drogen. Die Polizisten bieten ihr an, sie laufen zu lassen, falls sie der Polizei hilft, ihren Auftraggeber zu fassen. Als Jackie ablehnt, kommt sie ins Gefängnis.

Ordell geht wieder zu Max und bittet ihn diesmal, Jackie gegen Kaution aus der Haftanstalt zu holen. Der Kautionsagent möchte die Stewardess warnen, damit sie nicht das gleiche Schicksal erleidet wie Beaumont, und holt sie persönlich vom Gefängnis ab. Später am Abend sucht Ordell Jackie auf, um sie umzubringen. Mithilfe eines von Max gestohlenen Revolvers gelingt es Jackie, den Spieß umzudrehen. Sie verspricht Ordell, der Polizei nur scheinbar zu helfen und stattdessen sein gesamtes Depot über 500.000 Dollar für ihn in die USA zu schmuggeln. Dazu engagiert Ordell weitere Helfer: eine seiner Freundinnen, Melanie Ralston, seinen früheren Zellennachbarn, Louis Gara, und die naive Sheronda.

Die beiden Polizisten bereiten einen Coup vor, bei dem sie Ordell festnehmen wollen. Der heckt unterdessen einen Plan aus, wie er die Behörden hinters Licht führen kann, indem er das Geld abzweigt, bevor es zu einer Festnahme kommen kann. Jackie indes will mit Max’ Hilfe beide Seiten in die Irre führen, um die halbe Million Dollar selbst zu kassieren.

In einem Einkaufszentrum kommt es schließlich zum Showdown: Jackie übergibt Melanie in einer Umkleidekabine eine Einkaufstasche, in der sich 50.000 Dollar befinden. Das restliche Geld lässt sie in der Kabine, damit Max es später holen kann. Sie erklärt Ray, Melanie sei mit dem gesamten Geld geflüchtet. Louis, der Melanie zum Übergabeort begleitet hat, verliert die Nerven und erschießt diese zur selben Zeit auf dem Parkplatz. Louis fährt zum vereinbarten Treffpunkt und nimmt Ordell in dem Wagen mit.

Weil Louis ihm nur einen Bruchteil des Geldes geben kann, erschießt ihn Ordell im Fluchtwagen. Jackie und Max locken Ordell später in Max’ Büro, indem sie ihm den Rest des Geldes versprechen. Dort wird er von Ray, der sich im Büro versteckt hat, erschossen. Für die Polizei ist der Fall damit erledigt. Sie ahnt nicht, dass Max und Jackie gemeinsame Sache gemacht und den größten Teil des Geldes beiseitegeschafft haben. Jackie verabschiedet sich von Max, um nach Spanien zu fliegen, wo sie künftig leben will. Ihr Angebot, sie nach Spanien zu begleiten, lehnt er zunächst entschieden ab. Als ihm doch noch Zweifel kommen, ist sie schon auf und davon.

Rezension und Kritiken[Bearbeiten]

„Ein in betont ruhigem Tempo erzähltes Caper-Movie, das sich mit ebenso viel skurrilem Humor wie beharrlicher Aufmerksamkeit reizvoll auf die Figuren und ihre charakterlichen Besonderheiten einlässt, darüber freilich die zügigere Entwicklung der Handlung vernachlässigt. Der Film lebt vor allem von seinen zahlreichen pointierten Anspielungen auf Erscheinungen der populären (Musik‑)Kultur.“

Lexikon des Internationalen Films

Verschiedenes[Bearbeiten]

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
  • Die erste Sequenz in Jackie Brown ist eine Hommage an Die Reifeprüfung: Dustin Hoffman fährt dort am Anfang ebenfalls auf einem Laufband durch den Los Angeles International Airport und dazu spielt Folk-Musik.
  • Jackie isst einen Snack von Teriyaki Donut. In Pulp Fiction hat Marsellus Wallace dort eingekauft, bevor er von Butch überfahren wird. Der Anzug, den sich Jackie kauft, sieht genauso aus wie der, den Mia Wallace in Pulp Fiction trägt.
  • Louis und Melanie sehen in einer Szene den Film Der Tollwütige und reden über Helmut Berger. Im Abspann dankt Tarantino Berger für sein Mitwirken in Der Tollwütige.
  • Quentin Tarantino hat einen Cameo-Auftritt als Stimme auf Jackies Anrufbeantworter.
  • Den Charakter Jackie Brown schrieb Tarantino speziell für Pam Grier. Als er zum ersten Mal das Buch Rum Punch, auf dem der Film basiert, gelesen hatte, war ihm zunächst nicht aufgefallen, dass Jackie Burke eine Weiße ist. Diesen Fehler bemerkte er erst, als er das Drehbuch schrieb und dafür den Roman noch einmal Wort für Wort durchging.
  • Der Soundtrack zum Film enthält ausschließlich Musik, die nicht speziell für den Film komponiert wurde.
  • Als Jackie Brown ins Gefängnis kommt, läuft dazu das Lied Longtime Woman. Es wurde von Grier bereits in The Big Doll House gesungen und lief dort ebenfalls, als die Hauptfigur inhaftiert wurde.
  • In der ersten Einkaufszentrum-Szene verlässt Max Cherry einen Kinosaal. Im Hintergrund läuft die Abspannmelodie des Films – es ist die des Abspanns aus Jackie Brown.
  • Michael Keaton spielt in Steven Soderberghs Film Out of Sight erneut den Bundespolizisten Ray Nicolette, der dort allerdings nicht für das ATF, sondern das FBI tätig ist.
  • Anachronismus-Filmfehler: Der Film spielt 1995, der Kalender in Jackies Küche ist aber von 1997 (das Erscheinungsjahr des Films). Auch wirbt ein Computersoftware-Laden für 688 Hunter/Killer, das wie Ordells Handy (Motorola StarTAC) erst im Jahr 1997 auf den Markt kam.
  • Als Max Cherry Jackie Brown aus dem Gefängnis abholt, zeigt er ihr seine ID-Karte, darauf steht das Geburtsdatum 15. März 1948, dieses Datum kann aber nicht stimmen. Am Ende des Films sagt Cherry, er wäre 56 Jahre alt. Da der Film 1995 spielt, müsste sein Geburtsjahr dann aber 1939 sein.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Robert Forster wurde als Bester Nebendarsteller für einen Oscar nominiert, Pam Grier und Samuel L. Jackson als beste Darsteller für einen Golden Globe. Samuel L. Jackson wurde als bester Darsteller auf der Berlinale 1998 mit einem Silbernen Bären geehrt.

Weblinks[Bearbeiten]