Paul – Ein Alien auf der Flucht

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Filmdaten
Deutscher Titel Paul – Ein Alien auf der Flucht
Originaltitel Paul
Paul - Ein Alien auf der Flucht (Filmlogo).jpg
Produktionsland Vereinigtes Königreich
Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2011
Länge Kino: 104 Minuten
DVD: 100 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
JMK 12[2]
Stab
Regie Greg Mottola
Drehbuch Simon Pegg
Nick Frost
Produktion Nira Park
Tim Bevan
Eric Fellner
Musik David Arnold
Kamera Lawrence Sher
Schnitt Chris Dickens
Besetzung

Paul – Ein Alien auf der Flucht (Originaltitel: Paul) ist eine Science-Fiction-Komödie aus dem Jahr 2011 von Regisseur Greg Mottola. In den Hauptrollen sind Simon Pegg und Nick Frost zu sehen, die auch das Drehbuch zum Film schrieben.

Handlung[Bearbeiten]

Die beiden britischen Nerds und Science-Fiction-Fans Graeme und Clive machen Urlaub in den USA. Nach einem Besuch der Comic-Con in San Diego besuchen sie mit einem geliehenen Wohnmobil verschiedene Orte mit angeblichen UFO-Sichtungen. Als Ziele sind Area 51, Black Mailbox, Camp Verde (Arizona), Apache Junction und Roswell (New Mexico) vorgesehen. Daneben besuchen sie auch Drehorte von Science-Fiction-Filmen wie Vasquez Rocks.

Während der Fahrt werden sie Zeuge eines Autounfalls und als sie aussteigen, treffen sie auf einen Außerirdischen, der sie nun um Hilfe bittet. Er ist aus einem Militärstützpunkt in der Area 51 ausgebrochen, wo er seit seinem Absturz in der Stadt Moorcroft im Jahre 1947 gefangen gehalten wurde. Der Alien nennt sich Paul, da er mit seinem UFO auf einen Hund mit diesem Namen stürzte. Paul erzählt ihnen, dass er von einem kleinen Klasse-M-Planeten aus dem nördlichen Spiralarm der Andromedagalaxie kommt. Er kann sich auch unsichtbar machen, allerdings nur, solange er die Luft anhält. Er gibt an, dass er über die letzten Jahre nicht nur die Regierung beraten hatte, sondern 1980 auch Steven Spielberg Ideen für E.T. gab und er die Figur des Agent Mulder erfunden hatte. Nachdem er all sein Wissen weitergegeben hat, wollte man ihm nun Stammzellen entnehmen und damit töten.

Graeme und Clive wollen ihm bei der Flucht helfen. Dies stellt sich jedoch als schwierig heraus, da bald schon das FBI hinter ihnen her ist. Als das Trio zwischenzeitlich auf einem Campingplatz Rast macht, lernen sie Ruth kennen. Die Tochter des Campingplatzbesitzers wurde von ihrem Vater zu einer fundamentalistischen Christin und Anhängerin des Kreationismus erzogen. Da sie Paul zufällig gesehen hat, sind sie gezwungen Ruth zu entführen, weshalb sie zusätzlich noch ihren erzürnten Vater am Hals haben. Nachdem Paul sein Wissen auf Ruth übertragen und ihre Augenkrankheit geheilt hat, findet Ruth Gefallen an ihrer neuen Freiheit und lebt diese nun auch durch den intensiven Gebrauch von Schimpfwörtern aus.

Nach einer längeren Verfolgungsjagd erreichen sie ihr Ziel, jedoch kann Ruths Vater sie einholen. Der schießt auf Paul und trifft dabei Graeme tödlich. Paul kann Graeme mit seinen Fähigkeiten jedoch wieder zum Leben erwecken und schließlich in einem UFO nach Hause fliegen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Anspielungen[Bearbeiten]

  • Paul telefoniert mit Steven Spielberg, gibt diesem Ideen für E.T. – Der Außerirdische und sitzt dabei in einer Lagerhalle, welche der vom Ende von Indiana Jones - Jäger des verlorenen Schatzes sowie der vom Anfang von Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels gleicht.
  • Die Band in der Westernbar spielt das gleiche Lied wie die Band in Star Wars Episode IV in Chalmuns Cantina auf Tatooine.
  • Im Feuerwerkladen wird die Tonfolge der Lichttonorgel aus dem Film Unheimliche Begegnung der dritten Art abgespielt und das Ende des Films findet auch am Devils Tower statt.
  • Paul wird von Big Boss „Mork“ genannt, wie der Außerirdische aus Mork vom Ork.
  • Der volle Name von Agent Zoil ist Lorenzo Zoil, was sich im Englischen wie der Originaltitel des Films Lorenzos Öl (Lorenzo’s Oil) anhört.
  • In einer Szene feuert Agent Zoil mit seiner Pistole auf sein Funkgerät im Auto und unterbricht so den Kontakt zum Big Boss. Dies ähnelt der Szene aus Star Wars Episode IV, in der Luke Skywalker, Han Solo und Chewbacca bei der Suche nach Prinzessin Leia im Gefängnistrakt des Todessterns landen. Han wird dort von einem Imperiums-Kommandanten aufgefordert, seine Dienstnummer zu nennen, worauf dieser mit den Worten „War sowieso ein langweiliges Gespräch“ das Funkgerät mit seiner Laserwaffe zerstört. Die gleichen Worte benutzt auch Agent Zoil bei der Zerstörung seines Funkgeräts.
  • Der Big Boss, welcher Paul töten will, wird von Sigourney Weaver gespielt, die bereits 1979 in Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt gegen Außerirdische kämpfte.
  • Als Clive den außerirdischen Paul zeichnet, fragt dieser, ob er so auch seine Mädchen aus Paris zeichnet. Diese Szene ähnelt jener aus Titanic.
  • Bei der Abreise des Mutterraumschiffes fliegt dieses sehr lange und sehr nah an der Kamera vorbei, wodurch die Größe dieses Schiffs verdeutlicht werden soll. Dies wurde oft in den Star-Wars-Filmen gemacht.
  • Das Wohnmobil heißt Beagle wie das Schiff, auf dem Charles Darwin seine erste Reise absolvierte.
  • Als Ruth vom Big Boss festgehalten wird, schlägt Tara sie mit den Worten nieder "Lass sie gefälligst los, du Miststück!". Den gleichen Satz sagte Ellen Ripley, ebenfalls gespielt von Sigourney Weaver, zur Alienkönigin in Aliens – Die Rückkehr.

Kritiken[Bearbeiten]

„Der blasse Simon Pegg mit seinem leichten Grottenolm-Appeal und der stämmige Nick Frost [..] sind freundlich-unschuldige Käuze. Das führt in der Hillbilly-Umgebung, in der die beiden britischen Aliens unterwegs sind, zu Schwulenwitzen, die sich im Original wahrscheinlich lustiger anhören als in der deutschen Synchronisation. Die Gag-Palette reicht von grobmotorischen Späßen über albernen Slapstick bis hin zu großartigen Pointen. Die beiden unterschiedlichen Humor-Geschwindigkeiten wirken mitunter befremdlich, halten aber einen konstanten Kicherpegel.“

Birgit Roschy - Die Zeit[3]

„Geschrieben wurde das von Simon Pegg und Nick Frost, zwei britischen Komikern, die auch die beiden menschlichen Hauptrollen spielen. [..] Sie werden unterstützt von amerikanischen Großkomikern, was dazu führt, dass beinahe jedes Klischee über Amerika, Science Fiction, Frauen, Wissenschaftler oder Gott einmal benutzt, widerlegt und dann doch wieder bewiesen wird.“

Doris Kuhn - Süddeutsche Zeitung[4]

„Nach komödiantischen Perlen wie "Shaun of the Dead" und "Hot Fuzz" hätte man sich vielleicht mehr erhofft als ein billiges Roadmovie mit teurem grünen Spezialeffekt. [..] Nicht nur kindsköpfige Science-Fiction-Freunde, auch amerikanische Kreationisten, homophobe Rednecks und sonstige Hinterwäldler bekommen hier ihre unheimliche Begegnung der grünen Art.“

Philipp Bühler - Berliner Zeitung[5]

„Fachironisch feiner Abenteuer-Schwank mit viel Freundschaft, Insider-Witz und ein bisschen Liebe.“

KulturSpiegel[6]

„Das Komiker-Gespann, das fürs Drehbuch verantwortlich zeichnet und zugleich die Hauptfiguren verkörpert, liefert statt treffender Pointen eher peinliche Gags. Eine nur mäßig originelle Hommage ans Science-Fiction-Genre und seine Fans.“

Lexikon des Internationalen Films[7]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Die Deutsche Film- und Medienbewertung vergab dem Film das Prädikat besonders wertvoll.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Paul - Ein Alien auf der Flucht bei der FSK
  2. Kennzeichnung der Jugendmedienkommission.
  3. Eine E.T.-Komödie für Fortgeschrittene in Die Zeit vom 12. April 2011
  4. Sorglos im Weltall in Süddeutsche Zeitung vom 19. April 2011
  5. Das kleine grüne Männchen in Berliner Zeitung vom 14. April 2011
  6. Paul – Ein Alien auf der Flucht in KulturSpiegel, Ausgabe 4/2011 vom 28. März 2011
  7. Eintrag im Lexikon des Internationalen Films
  8. FBW-Pressetext der Deutschen Film- und Medienbewertung