Paul van Dyk

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
van Dyk in Australien (2007)

Paul van Dyk [fanˈdʏk] (* 16. Dezember 1971 in Eisenhüttenstadt als Matthias Paul) ist ein deutscher DJ, Musikproduzent und Hörfunkmoderator.

Van Dyk ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten DJs der Welt.[1] Neben seiner Aktivität als DJ ist er auch als Musikproduzent tätig, hat sechs Studio-Alben veröffentlicht und remixte Songs von internationalen Künstlern wie Justin Timberlake, New Order und U2. Seine Musik ist dem Trance zuzuordnen, er selbst bevorzugt jedoch den Oberbegriff „elektronische Tanzmusik“.

Leben[Bearbeiten]

Paul van Dyk wuchs in Ost-Berlin auf. Neben einer Lehre als Nachrichtentechniker und Tischler in der DDR wandte er sich früh der Musik zu. Im März 1991 begann van Dyks Karriere als DJ unter anderem bei den Veranstaltungen der „Dubmission“-Reihe im Berliner Club Turbine im Stadtteil Kreuzberg und im neugegründeten Berliner Techno-Club Tresor. Zur selben Zeit entstand, in seiner Wohnung aufgenommen, sein erster DJ-Mix für den Rundfunk, nämlich für den Zündfunk im Bayerischen Rundfunk.[2] 1992 nahm er zusammen mit dem Musikproduzenten Cosmic Baby als The Visions of Shiva seine erste Platte Perfect Day auf, die auf Mark Reeders Berliner Trance-Label MFS erschien. Sein erstes Album 45 RPM veröffentlichte er im Jahr 1994 ebenfalls auf MFS. Seit dieser Zeit legte er im Berliner Club E-Werk bis zu dessen Schließung 1997 regelmäßig auf.

1998 schaffte die Single For an Angel aus der Neuauflage seines ersten Albums 45 RPM den internationalen Durchbruch. Der Titel war zwei Wochen lang die Nummer 1 der englischen und vier Wochen lang Nummer 1 der deutschen Dancecharts. Des Weiteren gab es auch Platzierungen in den US-amerikanischen, australischen, niederländischen, belgischen und skandinavischen Charts. Im darauf folgenden Jahr gründete van Dyk das Plattenlabel Vandit Records, auf dem sowohl eigene Produktionen, als auch die anderer Künstler veröffentlicht werden.

Ende 2005 gründete van Dyk das Onlineportal vonyc.com, bestehend aus einem Internetradio auf dem von ihm favorisierte Tracks, sowie ganze Livesets oder Radiosendungen von internationalen DJs gesendet werden, sowie einem Downloadportal über das Musikstücke unterschiedlicher Plattenlabels gegen Entgelt legal heruntergeladen werden können. Der Betrieb wurde jedoch zum 1. März 2009 hin eingestellt.

Am 3. Oktober 2005 spielte van Dyk beim Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in der Caligarihalle im Filmpark Babelsberg in Potsdam mit Peter Heppner Wir sind wir. Van Dyk spielte Keyboard, Heppner sang und die Musik wurde vom Deutschen Filmorchester Babelsberg live eingespielt.

Nachdem van Dyk bereits seit 1998 in den Top 10 des Top 100 DJ Poll, einer Leserumfrage des britischen Magazins DJ Mag vertreten war, gewann er am 28. Oktober 2005 die Umfrage und wurde zum „World's No.1 DJ“ gewählt. Knapp ein Jahr später verteidigte er den ersten Platz bei dem Voting 2006.

Am 1. Oktober 2006 erhielt van Dyk im Berliner Rathaus vom Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit den Verdienstorden des Landes Berlin. Das Land würdigte damit die hervorragenden Verdienste um die Hauptstadt und das soziale Engagement van Dyks. Der „Orden am rot-weiß-roten Band“ ist die zweithöchste Auszeichnung des Landes nach der Ehrenbürgerwürde und wird traditionell am 1. Oktober an Persönlichkeiten vergeben, die sich durch besondere Leistungen und großes Engagement hervorgetan haben.

Anlässlich des 20. Jahrestags des Falls der Berliner Mauer am 9. November 2009 komponierte van Dyk für die Feierlichkeiten vor dem Brandenburger Tor den Song We are one. Auf der Veranstaltung spielte er Keyboard, während Johnny McDaid sang.

2012 war van Dyk „Botschafter“ für den dann doch nicht eröffneten Flughafen Berlin Brandenburg.[3] Er war in dem Kontext auf Plakaten an Bushaltestellen sowie auf Großpostern an Häuserwänden zu sehen. Zu seinem Engagement sagte er der Berliner B.Z. in einem Interview: Ich bin nicht nur Testimonial, sondern hinter all dem steckt eine rege musikalische Zusammenarbeit. Für die Durchsagen am Flughafen habe ich etwa den „Klingelton“ gemacht, für den Imagefilm habe ich die Musik komponiert. Außerdem wird es von mir auch ein Chill-out-Album namens „Destinations“ geben, das dann am neuen Flughafen vertrieben werden soll.[4]

Musik[Bearbeiten]

Paul van Dyk war einer der ersten DJs, der digitale Hard- und Software wie Final Scratch, Rane Serato Scratch Live oder Ableton Live benutzt. Die Musik Paul van Dyks ist im weitesten Sinne dem Trance zuzuordnen. In seinen Sets lässt er aber auch sehr häufig andere Stile wie House oder Techno einfließen, so dass man ihn allgemein als Künstler der elektronischen Tanzmusik bezeichnen kann.

Paul van Dyk im Radio[Bearbeiten]

Paul van Dyk moderiert Radiosendungen in Deutschland und den USA. Auf dem US-Satellitensender SIRIUS, der in Europa über Internet zu empfangen ist, präsentiert er donnerstags von 18:00–20:00 Uhr Ortszeit (Deutschland 00:00–02:00) auf SIRIUS-Kanal 33 „Area 33“ seine „Vonyc Sessions“, die auch vom deutschen Sender sunshine live donnerstags von 19:00–21:00 Uhr ausgestrahlt und auf vonyc.com jeden Montag von 20:00–22:00 Uhr erscheinen.

Diskografie[Bearbeiten]

Hauptartikel: Paul van Dyk/Diskografie

Studioalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1993 45 RPM Erstveröffentlichung: 1993
1996 Seven Ways 81
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 17. Juni 1996
2000 Out There and Back 19
(7 Wo.)
12
(4 Wo.)
192
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 5. Juni 2000
2003 Reflections 8
(4 Wo.)
81
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 7. September 2003
2007 In Between 20
(3 Wo.)
88
(1 Wo.)
63
(1 Wo.)
115
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 14. August 2007
Verkäufe: + 20.000
2012 Evolution 22
(4 Wo.)
49
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 20. März 2012

Ehrungen[Bearbeiten]

  • 2006: Verdienstorden des Landes Berlin für hervorragende Verdienste um die Hauptstadt und das soziale Engagement
  • Weltbester Produzent von Techno und House (britisches DJ Magazine)
  • Best International DJ Award bei den London Music Awards
  • Best International DJ (im britischen Magazin Ministry of Sound)
  • Best European DJ (Miami Winter Music Conference 2003)
  • Best Global DJ (Miami Winter Music Conference 2005)
  • Best Progressive House/Trance Track „Nothing But You“ (Miami Winter Music Conference 2005)
  • 2005 Nominierung für einen Grammy in der Kategorie Best Electronic/Dance Album
  • World’s No.1 DJ 2005 (Top 100 DJ Poll – DJ Mag)
  • World’s No.1 DJ 2006 (Top 100 DJ Poll – DJ Mag)
  • Best Global DJ (Miami Winter Music Conference 2006)
  • Best Producer (Miami Winter Music Conference 2006)
  • Best CD Mix Compilation for „Politics of Dancing 2“ (Miami Winter Music Conference 2006)
  • Best HI NRG / Euro Track for „The Other Side“ (Miami Winter Music Conference 2006)
  • B.Z.-Kulturpreis 2006
  • Best Ortofon European DJ (Miami Winter Music Conference 2007)

Trivia[Bearbeiten]

  • Paul van Dyk steigt nach eigenen Aussagen in kein Flugzeug des Herstellers McDonnell Douglas.[5][6]
  • In der Talkshow 3 nach 9, in welcher Paul van Dyk zu Gast war, erfuhr man, dass er das zweitgrößte Lufthansa-Meilenkonto besitzt.[7]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Paul van Dyk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Van Dyk in Umfrage bester DJ der Welt
  2. Regie: Nikolai von Koslowski
  3. Es brennt nicht nur beim Brandschutz. In: Der Tagesspiegel, 10. Mai 2012
  4. Ilka Peemöller: Van Dyks Soundtrack zum neuen Airport. In: B. Z., 29. April 2012
  5. Interview mit MAX Magazin:. Abgerufen am 29. Mai 2012.
  6. 3nach9 vom 3. August 2007 u.a. mit Paul van Dyk Teil 2
  7. 3nach9 vom 3. August 2007 u.a. mit Paul van Dyk Teil 1