Rocketeer

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Dieser Artikel behandelt den Film. Für das Lied von Far East Movement siehe Rocketeer (Lied).
Filmdaten
Deutscher Titel Rocketeer
Originaltitel The Rocketeer
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1991
Länge 108 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Joe Johnston
Drehbuch Danny Bilson,
Paul De Meo,
William Dear
Produktion Lawrence Gordon,
Charles Gordon,
Lloyd Levin
Musik James Horner
Kamera Hiro Narita
Schnitt Arthur Schmidt
Besetzung
Synchronisation

Rocketeer (Alternativtitel Rocketeer – Der Raketenmann, Originaltitel The Rocketeer) ist ein US-amerikanisches Science-Fiction-Abenteuer aus dem Jahr 1991. Der Film ist eine Produktion der Disney-Filmtochter Touchstone Pictures und wurde von Joe Johnston nach der Comic-Vorlage von Dave Stevens gedreht.

Handlung[Bearbeiten]

Südkalifornien im Jahr 1938. Der charmante, aber etwas linkische Pilot und Draufgänger Cliff Secord fühlt sich vom Pech verfolgt. Erst setzt er seine neue Maschine schrottreif in den Sand, als er einem Gangster verfolgenden FBI-Agenten ausweichen muss. Dann bleibt er auf der durch den Crash verursachten Schadenssumme sitzen und schließlich trennt sich seine Freundin Jenny, eine angehende Jung-Schauspielerin, von ihm.

Doch dann finden er und sein Mechaniker und Freund Peevy im Hangar, worauf die Gangster und die FBI-Männer es abgesehen hatten: einen auf den Rücken schnallbaren Raketenmotor, der einem Menschen das Fliegen ermöglicht. Mit Hilfe von Peevy lässt sich Cliff einen goldfarbenen Helm mit Steuereinrichtung konstruieren und düst fortan als maskierter „Rocketeer“ durch die Lüfte rund um Los Angeles, um Menschen zu helfen.

Als er Jenny davon berichten will, hat die sich bereits dem berühmten Leinwand- und Frauenhelden Neville Sinclair hingegeben. Der arbeitet jedoch mit dem Gangster Eddie Valentine zusammen und macht ihr nur den Hof, um hinter das Versteck der Rakete zu kommen. Cliff kann jedoch einem Hinterhalt in Valentines mondänem Nachtclub entkommen und sich zudem mit Jenny versöhnen.

Doch dann wird Jenny von Sinclair gefangen genommen und als Cliff zur Rettung eilen will, wird der von den FBI-Agenten gestellt und zum Besitzer der Rakete gebracht: dem Millionär Howard Hughes. Er klärt Cliff auf, dass die Rakete ein gescheitertes Projekt von ihm war, hinter dem nun die Nazis wegen ihres militärischen Nutzens her sind. Patent und Exemplar soll den Deutschen ein Spion beschaffen, der in Hollywood tätig ist.

Was Cliff langsam dämmert, wird Jenny in Neville Sinclairs Villa schnell klar: er ist der Spion, der sie gegen die Rakete eintauschen will. Am Übergabeort überschlagen sich die Ereignisse: Valentine wird über Sinclair aufgeklärt, der sich daraufhin mittels eines Trupps Nazisoldaten der Schießerei gegen die Gangster und ebenfalls anwesenden FBI-Agenten entzieht. Mit seiner Geisel im Schlepptau entflieht er mit dem Luftschiff Luxemburg in den Himmel. Nur der Rocketeer kann noch helfen.

In einem actionreichen Showdown an Bord des Zeppelins kann Cliff die Nazis überwältigen, Jenny retten und Sinclair sowie die Rakete vernichten. Im letzten Moment retten Peevy und Hughes das Paar von dem explodierenden Flugwerk. Cliff bekommt am Ende seine Jenny und von Howard Hughes ein neues Flugzeug.

Trivia[Bearbeiten]

  • Der Comic ist inspiriert durch die sehr erfolgreichen Kino-Kurzfilmreihe King of the Rocket Men aus den 1930er bzw. 1940er Jahren.
  • Ursprünglich sollte Johnny Depp die Rolle des Cliff Secord spielen.
  • Hauptdarsteller Bill Campbell und die spätere Oscar-Gewinnerin Jennifer Connelly waren auch außerhalb der Sets ein Liebespaar und führten mehrere Jahre lang eine Beziehung.
  • Cliff kann dem FBI aus Howard Hughes’ Haus entkommen, indem er an einem Modellflugzeug ins Freie segelt. Das Modell stellt die Spruce Goose dar, ein gigantisches Flugzeug, das von Hughes gebaut worden war und von dem man behauptete, es würde niemals fliegen. Dies ist der Hintergrund des ironischen Endes der Einstellung, wenn Hughes mit Blick auf das davonfliegende Modell meint: „It does fly!“ („Das verdammte Ding fliegt ja doch!“)
  • Die Disney–Studios verwendeten für diesen Film erstmals die experimentelle Shaky-cam, bei der Vibrationen in der Kulisse direkt auf das Bild übertragen werden.
  • Eine Szene, in der Sinclair eine Nachricht nach Deutschland funkt, ist in der Endfassung entfernt.
  • Daltons Rolle Neville Sinclair wurde weitgehend Schauspiellegende und Frauenheld Errol Flynn nachempfunden. Dies erklärt auch Sinclairs Ausspruch: „I do my own stunts!“ („Ich mache meine eigenen Stunts!“), was ein Markenzeichen Flynns war. Dieser geriet seinerzeit darüber hinaus ebenfalls in Verdacht, ein Agent für Nazideutschland gewesen zu sein.
  • Kurz bevor Sinclair aus dem brennenden Zeppelin flieht, sinniert er „I’ll miss Hollywood!“ Dies kam dann auch so und er stürzt in unmittelbarer Nähe in das Wort LAND ab. Bis 1945 stand tatsächlich HOLLYWOODLAND in übergroßen Buchstaben an dem Hügel vor Los Angeles, bis die Schrift von der Stadt übernommen und gekürzt wurde. Der Film liefert mit dem Finale eine innovative (fiktive) Erklärung hierfür.
  • Max Grodenchik, der den Gangster Wilmer verkörpert, welcher am Anfang des Streifens vor den FBI-Agenten flieht, hatte Jahre später eine wiederkehrende Rolle als Ferengi Rom in der Fernsehserie Star Trek: Deep Space Nine.
  • Der extrovertierte Millionär Howard Hughes kommt in der Comicvorlage nicht vor, wird aber genannt. Der eigentliche Schöpfer der Rakete, der Erfinder Doc Savage, durfte aus lizenzrechtlichen Gründen nicht verwendet werden.
  • Das von Secord am Anfang des Films geflogene Flugzeug war ein Gee Bee Z Racer, das seinerzeit schnellste kontinentale Luftfahrzeug der Welt, gebaut von der Granville Brothers Aircraft Company.
  • Dave Stevens, der Autor der literarischen Vorlage, hat in dem Streifen einen Gastauftritt als Raketenpilot in dem von Hughes gezeigten Testfilm.
  • Der Ort, an dem die Übergabe und später auch die Schießerei stattfindet, ist das berühmte Griffith Observatory.
  • Als Nachtclubsängerin agiert die Schauspielerin Melora Hardin.
  • Bei den ersten Ausstrahlungen im deutschen Fernsehen, speziell in der ARD und den Dritten Programmen, war der Film an einigen Stellen gekürzt. Besonders betroffen war das Finale. Unter anderem fehlten die Szenen, wie Sinclair den deutschen Hauptagenten aus dem Fenster wirft, Sinclair mit der Rakete zu Boden stürzt sowie Lothars Ableben.

Synchronisation[Bearbeiten]

Rolle Darsteller Synchronsprecher[1]
Clifford „Cliff” Secord Bill Campbell Udo Schenk
Jennifer „Jenny” Blake Jennifer Connelly Carin C. Tietze
Neville Sinclair Timothy Dalton Lutz Riedel
A. „Peevy” Peabody Alan Arkin Norbert Gescher
Eddie Valentine Paul Sorvino Hartmut Neugebauer
Howard Hughes Terry O’Quinn Reinhard Glemnitz
Lothar Tiny Ron Hartmut Neugebauer
FBI-Agent Fitch Ed Lauter Dirk Galuba
FBI-Agent Wolinski James Handy Fred Maire
Malcolm Eddie Jones Norbert Gastell
Spanish Johnny Robert Miranda Gudo Hoegel

Kritiken[Bearbeiten]

„Turbulente Verfilmung eines Comic strips, die Realteile, Animationen und Trickaufnahmen zu einem rasant-vergnüglichen Abenteuer verbindet. Sympathisch vor allem durch die einfallsreiche Ausstattung und zahlreiche amüsante Zwischentöne.“

Lexikon des Internationalen Films[2]

Medien[Bearbeiten]

DVD-Veröffentlichung[Bearbeiten]

  • Rocketeer. Buena Vista Home Entertainment 2003

Soundtrack[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rocketeer – Der Raketenmann in der Deutschen Synchronkartei, abgerufen am 6. Februar 2008
  2. Rocketeer im Lexikon des Internationalen Films, abgerufen am 13. September 2013