SMS Bismarck

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SMS Bismarck
Bismarck (Korvette).jpg
p1
Schiffsdaten
Flagge Deutsches ReichDeutsches Reich (Reichskriegsflagge) Deutsches Reich
Schiffstyp Gedeckte Korvette
Klasse Bismarck-Klasse
Bauwerft Norddeutsche Schiffbau AG, Gaarden
Baukosten 2.721.000 Mark
Stapellauf 25. Juli 1877
Indienststellung 27. August 1878
Verbleib 1920 in Rüstringen abgewrackt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
82,5 m (Lüa)
72,2 m (KWL)
Breite 13,7 m
Tiefgang max. 6,18 m
Verdrängung Konstruktion: 2.856 t
Maximal: 3.386 t
 
Besatzung 404 Mann
Maschine
Maschine 4 Kofferkessel
3-Zyl.-Dampfmaschine
indizierte
Leistung
Vorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
2.530 PS (1.861 kW)
Geschwindigkeit max. 12,5 kn (23 km/h)
Propeller 1 zweiflügelig ∅ 5,2 m
Takelung und Rigg
Takelung Vollschiff
Anzahl Masten 3
Segelfläche 2.210 m²
Bewaffnung
  • 16 × Rk 15,0 cm L/22 (1.660 Schuss)
  • 2 × Torpedorohr ∅ 35 cm (im Bug, über Wasser)

Die SMS Bismarck war ein Kriegsschiff der Kaiserlichen Marine, benannt nach dem Reichskanzler Otto von Bismarck. Sie war ein in der Kaiserlichen Marine als Gedeckte Korvette bezeichnetes Schiff, dessen Kanonen unter einem zumindest teilweisen Deck – also „gedeckt“ – standen. Sie waren damit einer Fregatte ähnlicher als einer klassischen Korvette, die ihre Kanonen alle an Oberdeck führte, und dieser Typ ist daher besser unter der ab 1884 geführten Bezeichnung Kreuzerfregatte bekannt.

Bau und technische Daten[Bearbeiten]

Die Bismarck wurde ab November 1875 bei der Norddeutsche Schiff AG in Gaarden gebaut. Der Stapellauf des 3.386 Tonnen schweren Schiffs war am 25. Juli 1877; die Indienststellung erfolgte am 27. August 1878. Das Schiff war 82,5 Meter lang und 13,7 m breit, hatte einen Tiefgang von 6,18 m, und erreichte eine maximale Geschwindigkeit von 12,5 kn. Die Bismarck war mit 16 Ringkanonen vom Kaliber 15,0 cm bewaffnet.

Einsätze[Bearbeiten]

Die Bismarck war mehr als zehn Jahre der Kolonialflotte zugeordnet und repräsentierte die deutsche Marine bei der Weltausstellung 1886 in Australien, während sie sich dort zu Reparaturen aufhielt. Sie fand Verwendung auch im Konflikt um Samoa. Der spätere Admiral Reinhard Scheer diente als junger Offizier auf der Bismarck.

Die erste Reise führte ab dem 22. November 1878 über Südamerika um Kap Hoorn nach Samoa, wo das Schiff im Mai 1879 in Apia zur Ablösung der SMS Ariadne eintraf. Erst mit Rückkehr des Kanonenboots SMS Albatross aus Australien konnte die Bismarck ihre Reise dorthin fortsetzen. Diese erste Auslandsreise endete am 30. September 1880 in Wilhelmshaven.

Am 27. September 1884 erging der Befehl zur Aufstellung eines Westafrikanischen Kreuzergeschwaders unter dem Befehl des Chefs des Stabes der Admiralität, Konteradmiral Eduard von Knorr. Er setzte am 15. Oktober seine Flagge auf der Bismarck. Das Geschwader trat am 30. Oktober die Ausfahrt nach Kamerun an. Nach militärischer Durchsetzung der deutschen Herrschaft am Wouri wurde das Westafrikanische Kreuzergeschwader aufgelöst, und im August 1885 wurde die Bismarck zur Verstärkung des Ostafrikanischen Kreuzergeschwaders nach Sansibar verlegt. Dort erzwang des Geschwader die Zustimmung des Sultans Barghash ibn Said zur deutschen „Schutzherrschaft“ über Deutsch-Ostafrika. Zur Jahreswende 1885/86 wurde eine Art „fliegendes“ Kreuzergeschwader gebildet, das verschiedene Überseestationen wechselweise bedienen sollte. Stamm dieses Kreuzergeschwaders wurden die Schiffe des bisherigen Ostafrikanischen Kreuzergeschwaders und deren Flaggschiff die Bismarck. Geschwaderchef war Konteradmiral von Knorr, der am 15. April 1887 von Kapitän zur See und Kommodore Karl Eduard Heusner abgelöst wurde.

Verbleib[Bearbeiten]

Im Juli 1888 kam der Heimreisebefehl für die Bismarck. Sie traf im August in Wilhelmshaven ein, wurde zum 1. September 1888 außer Dienst gestellt und, nach nur zwölf aktiven Dienstjahren, am 21. September 1891 aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen. Der Rumpf des Schiffes diente fortan als Wohnhulk in Wilhelmshaven. Erst nach dem Ersten Weltkrieg wurde er 1920 bei Rüstringen verschrottet.

Kommandanten[Bearbeiten]

27. August 1878 bis 14. Oktober 1880 Korvettenkapitän / Kapitän zur See Karl August Deinhard
2. bis 13. August 1883 Korvettenkapitän Friedrich von Levetzow
4. Oktober 1884 bis September 1885 Kapitän zur See Guido Karcher
September 1885 bis April 1888 Kapitän zur See Franz Kuhn
April bis Juni 1888 Kapitänleutnant Gustav Schmidt (in Vertretung)
Juni bis September 1888 Korvettenkapitän Ernst Aschmann

Literatur[Bearbeiten]

  •  Gröner, Erich / Dieter Jung / Martin Maass: Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945. Band 1: Panzerschiffe, Linienschiffe, Schlachtschiffe, Flugzeugträger, Kreuzer, Kanonenboote, Bernard & Graefe, München 1982, ISBN 3-7637-4800-8, S. 70f.
  •  Hildebrand, Hans H. / Albert Röhr / Hans-Otto Steinmetz: Die deutschen Kriegsschiffe. Biographien – ein Spiegel der Marinegeschichte von 1815 bis zur Gegenwart. Band 2: Schiffsbiographien von Baden bis Eber, Mundus Verlag, Ratingen o. J., S. 68–75 (Genehmigte Lizenzausgabe Koehlers Verlagsgesellschaft, Hamburg, ca. 1990).