Amgen

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Amgen Inc.
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Rechtsform Incorporated
ISIN US0311621009
Gründung 1980
Sitz Thousand Oaks, USA
Leitung Robert Bradway, Chairman, President & CEO[1][2]
Mitarbeiter ca. 20.000 (2013)[1]
Umsatz ca. 18,7 Mrd. USD (2013)[3]
Branche Biotechnologie
Produkte Enbrel
Epogen / Aranesp
Neupogen / Neulasta
Prolia / XGEVAVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.amgen.com
www.amgen.de

Das Biotechnologieunternehmen Amgen wurde 1980 als AMGen (Applied Molecular Genetics) gegründet. Amgen ist mit ca. 20.000 Mitarbeitern das weltweit größte Biotechnologieunternehmen mit einem Jahresumsatz in 2013 von knapp 19 Milliarden US-Dollar[1][3]. Seit 1983 ist Amgen unter dem Symbol AMGN an der US-amerikanischen Technologiebörse NASDAQ gelistet. Neben dem Hauptsitz in Thousand Oaks (Kalifornien) und diversen Niederlassungen in den USA (unter anderem in Seattle (Washington), San Francisco (Kalifornien) und Cambridge (Massachusetts)) hat das Unternehmen Niederlassungen in Kanada, Europa (unter anderem Österreich, Frankreich, Deutschland, Italien und England) sowie in Australien, Neuseeland und Japan. Die Europazentrale befindet sich im schweizerischen Zug. Für die osteuropäischen Länder ist die Zentrale in Wien verantwortlich.

Biotechnologie[Bearbeiten]

Der Erfolg von Amgen gründet sich auf der Anwendung der rekombinanten DNA-Technologie oder auch Biotechnologie genannt. Diese ermöglicht es, humane Proteine mithilfe von Mikroorganismen zu produzieren. Dieser Technologie bedienen sich auch andere große Biotechnologieunternehmen, wie zum Beispiel Biogen Idec, Genentech und Genzyme.

Medikamente[Bearbeiten]

Amgen führte zwei der ersten in Mikroorganismen produzierten humanen Therapeutika zur Marktreife: 1989 wurde Epogen (Epoetin alfa) und 1991 Neupogen (Filgrastim) von der amerikanischen Zulassungsbehörde (englisch Food and Drug Administration, FDA) zugelassen. Diese beiden Medikamente entwickelten sich zu den ersten Blockbustern der Biotechnologieindustrie.

Epogen beinhaltet als Wirkstoff das Hormon Erythropoetin alpha, welches normalerweise in interstitiellen Zellen der Tubuli bei Abfall des Sauerstoffpartialdrucks in der Nierenrinde gebildet wird und die Produktion neuer Erythrozyten im Knochenmark fördert. Epogen wird deshalb zur Behandlung von Blutarmut (Anämie) in Zusammenhang mit chronischen Fehlfunktionen der Nieren bei Dialysepatienten verschrieben. Weiterhin wird es - missbräuchlich - als Dopingmittel im Sport eingesetzt.

Neupogen (G-CSF oder auch Filgrastim) und das im Jahr 2002 zugelassene Neulasta (Pegfilgrastim, also pegyliertes Filgrastim) werden unter anderem angewendet, um Infektionen im Verlauf einer Chemotherapie-induzierten Neutropenie entgegenzuwirken.

Bei dem 1998 zugelassenen Enbrel (Etanercept) handelt es sich um einen TNF (Tumor Necrosis Factor)-Antagonisten, der zur Behandlung von entzündlichen Prozessen eingesetzt wird, die z. B. im Zusammenhang mit rheumatoider Arthritis oder der Schuppenflechte (Psoriasis) auftreten. In Deutschland wird Enbrel von ehemals Wyeth vertrieben, einem Unternehmen, das 2009 von Pfizer gekauft wurde.[4]

Im Jahr 2001 wurde Aranesp (Darbepoetin alpha) zur Behandlung der Blutarmut bei chronischem Nierenversagen und nach Chemotherapie zugelassen. Im gleichen Jahr kam mit Kineret (Anakinra), das erste Medikament aus Reihe der antirheumatischen Medikamente von Amgen auf den Markt. (Enbrel kam durch den Zukauf der Immunex Corporation ins Amgen Portfolio.)

Ein weiteres von Amgen entwickeltes Medikament ist der humane Keratinozyten-Wachstumsfaktor (KGF) Kepivance (Palifermin), der zur Behandlung von Patienten mit oraler Mukositis, also einer Entzündung der Mundschleimhaut, die als Nebenwirkung von Chemotherapien auftreten können, zur Anwendung kommt.

2004 wurde Sensipar (Cinacalcet) von der FDA zugelassen. In der EU unter dem Namen Mimpara ebenfalls seit 2004 zugelassen, verringert das Medikament die Freisetzung von Parathormon aus den Nebenschilddrüsen und wird zur Behandlung des sekundären Hyperparathyreoidismus bei Patienten mit chronischen Nierenkrankheiten und erhöhten Kalziumwerten im Blut (Hyperkalzämie) bei Patienten mit Tumoren der Nebenschilddrüse (Parathyroidea) eingesetzt.

2009 wurden Nplate (Romiplostim) zur Behandlung der idiopathischen thrombozytopenischen Purpura (ITP), auch Morbus Werlhof genannt, und Vectibix (Panitumumab) zur Behandlung von Darmkrebs zugelassen.

Prolia (Denosumab) wurde im Mai 2010 in der EU zur Behandlung der Osteoporose zugelassen.[5] Kurz darauf hat die US-amerikanische Zulassungsbehörde Food and Drug Administration (FDA) Denosumab für die USA in dieser Indikation zugelassen.[6]

Die FDA hatte im November 2010 Denosumab (Handelsname: XGEVA) für die USA zur Prävention skelettbezogener Komplikationen bei Patienten mit Knochenmetastasen durch solide Tumore zugelassen,[7] im Juli 2011 folgte die Zulassung durch die Europäische Kommission für den EU-Markt.[8] Im Juni 2013 erhielt Amgen von der FDA für XGEVA die Zulassung für die USA zur Behandlung von Riesenzelltumoren des Knochen. Denosumab ist das erste FDA zugelassene Medikament für diese seltene Erkrankung.[9]

Forschung und Entwicklung[Bearbeiten]

Als weltweit größtes Biotechnologieunternehmen hat Amgen zahlreiche monoklonale Antikörper in der klinischen Entwicklung (Phase I-III).[10] Das am meisten Erfolg versprechende Medikament ist Evolocumab (AMG 145), das in den Cholesterinstoffwechsel eingreift und Einfluss auf das LDL-Cholesterin ausübt.[11][12] Weitere in Phase III befindliche Arzneistoffe sind z.B. Brodalumab (Psoriasis),[10] Rilotumumab (Magenkrebs),[10] Romosozumab (postmenopausale Osteoporose),[10][13] Talimogen Laherparepvec (Melanom),[10][14] und Trebananib (Eierstockkrebs).[10]

Akquisitionen und Kooperationen[Bearbeiten]

  • Gemeinsam mit UCB startete Amgen 2011 eine Kooperationen mit der NASA, um den Sclerostin Antikörper Romosozumab im Weltall in Bezug auf den Knochenschwund zu untersuchen.[13]
  • Amgen übernahm 2012 das Biotechnologieunternehmen Micromet, welches auf die Entdeckung, Entwicklung und die Kommerzialisierung innovativer Krebstherapien auf der Basis von Antikörpern spezialisiert ist. Das führende Produkt von Micromet, Blinatumomab, wird derzeit in einer europäischen Studie an ALL-Patienten mit minimaler Resterkrankung getestet.[15][16]
  • Amgen und AstraZeneca Plc entwickeln und vermarkten seit 2012 gemeinsam fünf monoklonale Antikörper aus Amgens Inflammations-Portfolio (AMG 139, AMG 157, AMG 181, AMG 557 und Brodalumab (AMG 827)).[17]
  • Amgen kündigte im April 2012 an Mustafa Nevzat Pharmaceuticals zu erwerben[18] und kaufte Ende 2012 deCODE Genetics, ein führendes Unternehmen in der Genetik-Forschung.[19]
  • Ende August 2013 wurde bekannt gegeben, dass Amgen das Unternehmen Onyx Pharmaceuticals für 10,4 Milliarden US-Dollar übernehmen wird. Onyx besitzt die Vermarktungsrechte für Kyprolis (Carfilzomib / Multiples Myelom).[20][21]
  • Im Februar 2014 gaben Amgen und Merck (in Deutschland: MSD) bekannt, dass sie gemeinsam in der Indikation „Melanom“ forschen werden. Amgen hat derzeit Talimogene Laherparepvec in der klinischen Entwicklung (firmeninterner Entwicklungsname „MK-3475“).[14]

Amgen Research (Munich) GmbH[Bearbeiten]

Amgen Research (Munich) GmbH, ehemals Micromet GmbH, wurde im März 2012 gegründet. Über 200 Mitarbeiter arbeiten hier in der Forschung & Entwicklung, vor allem im Bereich Onkologie. Amgen Research (Munich) GmbH ist spezialisiert auf die Entwicklung von „bispezifischen T-Zell Engagern“ (BiTE‘s) für die Behandlung von Krebs. BiTE-Antikörper stimulieren die Immunzellen des Patienten zur Krebsbekämpfung.[22][23]

Galenus von Pergamon-Preis (Prix Galien)[Bearbeiten]

In 2011 erhielt Amgen für zwei Medikamente den Galenus von Pergamon-Preis (Prix Galien): Der monoklonale Antikörper Denosumab (Prolia) ist Preisträger in der Kategorie Primary Care; Preisträger in der Kategorie Specialist Care ist das Protein Romiplostim (Nplate).[24]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Amgen: Amgen Fact Sheet (PDF; 334 kB) 2013. Abgerufen am 5. Februar 2014.
  2. Amgen: Amgen Press Release Kevin W. Sharer / Robert Bradway. 2012. Abgerufen am 31. Mai 2012.
  3. a b Amgen: Amgen Press Release. 28. Januar 2014. Abgerufen am 5. Februar 2014.
  4. Pfizer, Inc.: Pfizer to Acquire Wyeth, Creating the World's Premier Biopharmaceutical Company. 2009. Abgerufen am 21. März 2010.
  5. Prolia(R) (Denosumab) Granted Marketing Authorization in the European Union, Pressemitteilung vom 28. Mai 2010
  6. FDA Approves Amgen's Prolia(TM) (Denosumab) for Treatment of Postmenopausal Women With Osteoporosis at High Risk for Fracture, Pressemitteilung vom 1. Juni 2010
  7. FDA Approves Amgen's XGEVA (Denosumab) for the Prevention of Skeletal-Related Events in Patients with Bone Metastases from Solid Tumors, Pressemitteilung vom 18. November 2010
  8. XGEVA (Denosumab) Granted Marketing Authorization in the European Union, Pressemitteilung vom 15. Juli 2011
  9. FDA Approves Amgen's XGEVA (denosumab) For The Treatment Of Giant Cell Tumor Of Bone, Pressemitteilung vom 13. Juni 2013
  10. a b c d e f Pipeline Übersicht der in der Pipeline befindlichen Medikamente
  11. Amgen To Present Data From Four Phase 2 Studies At Upcoming American Heart Association Scientific Sessions 2012, Pressemitteilung vom 2. November 2012
  12. Amgen at AHA Scientific Sessions 2012, Übersicht anlässlich der AHA Tagung
  13. a b Amgen and UCB Team Up With NASA on Final Space Shuttle Mission to Conduct Preclinical Test of Sclerostin Antibody on Bone Loss, Pressemeldung Amgen vom 5. Juli 2011
  14. a b Amgen And Merck Announce Collaboration To Evaluate Investigational Combination Treatment For Advanced Melanoma, Pressemeldung Amgen vom 5. Februar 2014
  15. Übernahme von Micromet durch Amgen, Pressemeldung Amgen vom 26. Januar 2012
  16. Amgen bringt Übernahmeangebot für ausstehende Aktien von Micromet, Inc. zum Abschluss , Pressemeldung Amgen vom 7. März 2012
  17. Amgen and AstraZeneca Announce Collaboration to Jointly Develop and Commercialize Clinical-Stage Inflammation Portfolio, Pressemeldung Amgen vom 2. April 2012
  18. Amgen to Acquire Mustafa Nevzat
  19. Amgen to Acquire deCODE Genetics, a Global Leader in Human Genetics, Pressemeldung Amgen vom 10. Dezember 2012
  20. Amgen To Acquire Onyx Pharmaceuticals For $125 Per Share In Cash, Pressemeldung Amgen vom 25. August 2013
  21. Amgen To Acquire Onyx Pharmaceuticals For $125 Per Share In Cash, Pressemeldung Onyx vom 25. August 2013
  22. Amgen Facts: Mitarbeiter, Umsatz, Forschung & Entwicklung, abgerufen am 27. November 2012 von www.amgen.de
  23. Amgen in Deutschland, Amgen Fact Sheet, abgerufen am 27. November 2012 von der dt. WebSite
  24. Galenus-von-Pergamon-Preis 2011 für drei Spitzenleistungen in der Pharmakologie vergeben, Pressemeldung von Springer Medizin