Sankt Radegund bei Graz

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Sankt Radegund bei Graz
Wappen von Sankt Radegund bei Graz
Sankt Radegund bei Graz (Österreich)
Sankt Radegund bei Graz
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Graz-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: GU
Fläche: 21,55 km²
Koordinaten: 47° 11′ N, 15° 29′ O47.18111111111115.489444444444717Koordinaten: 47° 10′ 52″ N, 15° 29′ 22″ O
Höhe: 717 m ü. A.
Einwohner: 2.054 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 95 Einw. pro km²
Postleitzahl: 8061
Vorwahl: 03132
Gemeindekennziffer: 6 06 42
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 10
8061 Sankt Radegund bei Graz
Website: www.radegund.info
Politik
Bürgermeister: Hannes Kogler (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(15 Mitglieder)
7
7
1
Von 15 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Sankt Radegund bei Graz im Bezirk Graz-Umgebung
Attendorf Brodingberg Deutschfeistritz Dobl Edelsgrub Eggersdorf bei Graz Eisbach Feldkirchen bei Graz Fernitz Frohnleiten Gössendorf Grambach Gratkorn Gratwein Großstübing Gschnaidt Hart bei Graz Hart-Purgstall Hausmannstätten Hitzendorf Höf-Präbach Judendorf-Straßengel Kainbach bei Graz Kalsdorf bei Graz Krumegg Haselsdorf-Tobelbad Kumberg Langegg bei Graz Laßnitzhöhe Lieboch Mellach Nestelbach bei Graz Peggau Pirka Raaba Röthelstein Rohrbach-Steinberg Sankt Bartholomä Sankt Marein bei Graz Sankt Oswald bei Plankenwarth Sankt Radegund bei Graz Schrems bei Frohnleiten Seiersberg Semriach Stattegg Stiwoll Thal Tulwitz Tyrnau Übelbach Unterpremstätten Vasoldsberg Weinitzen Werndorf Wundschuh Zettling Zwaring-Pöls Graz SteiermarkLage der Gemeinde Sankt Radegund bei Graz im Bezirk Graz-Umgebung (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Blick vom Schöckl auf Sankt Radegund
Blick vom Schöckl auf Sankt Radegund
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Sankt Radegund bei Graz (kurz: St. Radegund oder nur Radegund) ist eine Gemeinde mit 2054 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) in der Steiermark am Fuße des Schöckl rund 15 Kilometer nordöstlich von Graz.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Sankt Radegund bei Graz liegt im Grazer Bergland in der Oststeiermark ca. 15 km nördlich der Landeshauptstadt Graz. Die Gemeinde liegt am Fuße des Schöckl (1445 m). Sankt Radegund liegt im Quellgebiet des Rabnitzbaches, eines Nebenflusses der Raab.

Im Gemeindegebiet befinden sich mit dem Zwölferkogel (1192 m), der Erhardhöhe (1049 m) und dem Hohenberg (1048 m) drei weitere Gipfel über 1000 m.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende sieben Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Diepoltsberg (274)
  • Ebersdorf (159)
  • Kickenheim (117)
  • Rinnegg (483)
  • Sankt Radegund bei Graz (711)
  • Schöckl (129)
  • Willersdorf (173)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Rinnegg, St. Radegund und Schöckl.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Semriach Stenzengreith Stenzengreith
Stattegg Nachbargemeinden Kumberg
Stattegg Weinitzen Kumberg

Geschichte[Bearbeiten]

St. Radegund wurde im 6. Jahrhundert von den Slawen bevölkert. Im Jahre 1186 scheint in der Chronik ein “Kirchlein” auf, wenige Jahrzehnte später erfolgte auch die Errichtung der Pfarre St. Radegund. In den Urbaren wird die Pfarrgründung aber erst 100 Jahre später zur Kenntnis genommen und auch die Schutzheilige der Kirche wird erst im Jahre 1295 als diese genannt. In einer Urkunde des Jahres 1403 scheint erstmals auch der Name “Radigundtstarff” auf.

St. Radegund als Kurort[Bearbeiten]

Kurhaus

Das heilende Klima und die radioaktiven Quellen von St. Radegund waren schon zu Zeiten der Monarchie bekannt, und so entwickelte sich St. Radegund zu einem weit über die Grenzen hinaus bekannten Kaltwasser- und Luftkurort mit einer Kuranstalt. Als offizielles Gründungsdatum gilt das Jahr 1841, in dem der Arzt August Demelius um Genehmigung zur Führung einer Kaltwasserheilanstalt ansuchte.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Erhöht geteilt; oben in Gold zwei schwarze Wolfsköpfe mit roten Augen und Zungen, unten in Rot ein goldenes Holzschaff.

Die Wolfsköpfe verweisen auf Radegundis, die nach der Überlieferung Opfer von Wölfen wurde, das Holzschaff bezeichnet den Kurort.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1869

1880

1890

953

976

1093

1900

1910

1923

1061

1111

1025

1934

1939

1951

1134

1129

1312

1961

1971

1981

1358

1524

1709

1991

2001

1971

2001

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Sankt Radegund bei Graz

Kalvarienberg[Bearbeiten]

Kalvarienberg, mit „Heiliger Stiege“ (rechts oben)

Der St. Radegunder Kalvarienberg gilt als einer der schönsten Volkskalvarienberge Österreichs. Der Weg führt an 22 Stationskapellen, deren Bauplätze erst durch Felssprengungen gewonnen wurden, hinauf zur Kreuzigungsgruppe und Kalvarienbergkirche. Das zweite große Gebäude birgt die "Heilige Stiege", deren 14 mit Reliquien ausgestattete Marmorstufen nur auf den Knien erklommen werden dürfen.

Novystein[Bearbeiten]

Hauptartikel: Novystein
Der Novystein ist ein 20 Meter hoher Obelisk, der auf einem 910m hohen Hügel steht. Er wurde im Jahr 1883 für den Kurarzt Dr. Gustav Novy errichtet und trägt die Widmung "Dem Wohltäter vieler Leidenden, dem großen Meister Gustav Novy, von dankbaren Kurgästen".

Pfarrkirche[Bearbeiten]

Die heutige Pfarrkirche ist ein spätgotischer Bau aus den Jahren 1490-1513. In ihr befinden sich spätgotische Fresken über den Seitenaltären sowie ein gotisches Netzrippengewölbe an der Decke. Die Kirche ist der heiligen Radegundis von Wellenburg geweiht. Der erste Eindruck der Pfarrkirche lässt vermuten, dass es sich um eine ehemalige Wehranlage handeln kann.

Quellenwege[Bearbeiten]

Ungarische Madonna
Prießnitzquelle

Die St. Radegunder "Quellenwege" verbinden 22 im 19. Jahrhundert gefasste Quellbrunnen. Viele der Quellen tragen Vornamen der noblen Damenwelt der Kurgesellschaft, wie etwa Bertha-, Melanie-, Katharina-Quelle.

Das Brunnenheiligtum Ungarische Madonna wurde von ungarischen Kurgästen aus Dankbarkeit für Heilerfolge gestiftet. Es trägt eine Nachbildung der ungarischen Königskrone (Stephanskrone).

Ruine Ehrenfels[Bearbeiten]

Ruine Ehrenfels in der Klamm, um 1820, Lith. J.F. Kaiser

Die Burg Ehrenfels wurde 1229 erstmals erwähnt. Sie diente den Ehrenfelsern (aus dem Geschlecht der Herren von Graz)[2] als Wohnsitz und zur Festigung ihrer Besitzungen um Graz. Die Ruine befindet sich heute in Privatbesitz und kann nur von außen besichtigt werden.

Sport[Bearbeiten]

Sankt Radegund und der Schöckl bilden das Naherholungsgebiet von Graz. Im Gemeindegebiet sind zahlreiche Sportmöglichkeiten - vor allem in der Natur - vorhanden: Wandern, Wintersport, Paragliding, Reiten, Mountainbiken, Rodeln, Downhillen.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 15 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2010 aus Mandaten der folgenden Parteien zusammen:

  • 7 SPÖ – stellt den Vizebürgermeister und den Kassier
  • 7 ÖVP - stellt den Bürgermeister
  • 1 Grüne

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Hannes Kogler (ÖVP). Vizebürgermeister ist Stefan Engelbrecht (SPÖ).

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Sankt Radegund liegt abseits der großen Hauptverkehrsstraßen. Die Weizer Straße (B 72) von Graz nach Weiz ist ca. 5 km entfernt. Von Graz ist Sankt Radegund über eine Landesstraße erreichbar. Die Pyhrn Autobahn (A9) ist ca. 15 km entfernt und über die Anschlussstelle Graz-Nord (175) erreichbar.

In Sankt Radegund befindet sich kein Bahnhof. Der Hauptbahnhof Graz ist ca. 18 km entfernt.

Die Entfernung zum Flughafen Graz beträgt ca. 27 km.

Sonstiges[Bearbeiten]

Am 2. Februar 1931 hat der österreichische Raketenpionier Friedrich Schmiedl auf dem Schöckl die erste Postrakete gestartet und ca. 100 Briefe nach Sankt Radegund transportiert.

Im Gemeindegebiet befindet sich auf 1430 m Höhe das Stubenberghaus der Sektion Graz des Österreichischen Alpenvereins.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sankt Radegund bei Graz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. siehe dazu auch: Aribo II.