Sankt Radegund bei Graz

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Sankt Radegund bei Graz
Wappen von Sankt Radegund bei Graz
Sankt Radegund bei Graz (Österreich)
Sankt Radegund bei Graz
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Graz-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: GU
Fläche: 21,56 km²
Koordinaten: 47° 11′ N, 15° 29′ O47.18111111111115.489444444444717Koordinaten: 47° 10′ 52″ N, 15° 29′ 22″ O
Höhe: 717 m ü. A.
Einwohner: 2.063 (1. Jän. 2015)
Bevölkerungsdichte: 96 Einw. pro km²
Postleitzahl: 8061
Vorwahl: 03132
Gemeindekennziffer: 6 06 42
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 10
8061 Sankt Radegund bei Graz
Website: www.radegund.info
Politik
Bürgermeister: Hannes Kogler (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(15 Mitglieder)
10
3
2
10 
Von 15 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Sankt Radegund bei Graz im Bezirk Graz-Umgebung
Deutschfeistritz Dobl-Zwaring Eggersdorf bei Graz Feldkirchen bei Graz Fernitz-Mellach Frohnleiten Gössendorf Gratkorn Gratwein-Straßengel Hart bei Graz Haselsdorf-Tobelbad Hausmannstätten Hitzendorf Hitzendorf Kainbach bei Graz Kalsdorf bei Graz Kumberg Laßnitzhöhe Lieboch Nestelbach bei Graz Peggau Raaba-Grambach Sankt Bartholomä Sankt Marein bei Graz Sankt Oswald bei Plankenwarth Sankt Radegund bei Graz Seiersberg-Pirka Semriach Stattegg Stiwoll Thal Übelbach Unterpremstätten-Zettling Vasoldsberg Weinitzen Werndorf Wundschuh Graz SteiermarkLage der Gemeinde Sankt Radegund bei Graz im Bezirk Graz-Umgebung (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Blick vom Schöckl auf Sankt Radegund
Blick vom Schöckl auf Sankt Radegund
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Kalvarienberg, mit „Heiliger Stiege“ (rechts oben)
Ungarische Madonna
Prießnitzquelle
Kurhaus
Ruine Ehrenfels in der Klamm, um 1820, Lith. J.F. Kaiser

Sankt Radegund bei Graz (kurz: St. Radegund oder nur Radegund) ist eine Gemeinde mit 2063 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2015) in der Steiermark am Fuße des Schöckl rund 15 Kilometer nordöstlich von Graz.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Sankt Radegund bei Graz liegt im Grazer Bergland in der Oststeiermark ca. 15 km nördlich der Landeshauptstadt Graz. Die Gemeinde liegt am Fuße des Schöckl (1445 m). Sankt Radegund liegt im Quellgebiet des Rabnitzbaches, eines Nebenflusses der Raab.

Im Gemeindegebiet befinden sich mit dem Zwölferkogel (1192 m), der Erhardhöhe (1049 m) und dem Hohenberg (1048 m) drei weitere Gipfel über 1000 m.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende sieben Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Diepoltsberg (274)
  • Ebersdorf (159)
  • Kickenheim (117)
  • Rinnegg (483)
  • Sankt Radegund bei Graz (711)
  • Schöckl (129)
  • Willersdorf (173)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Rinnegg, St. Radegund und Schöckl.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Semriach Stenzengreith Stenzengreith
Stattegg Nachbargemeinden Kumberg
Stattegg Weinitzen Kumberg

Geschichte[Bearbeiten]

St. Radegund wurde im 6. Jahrhundert von den Slawen bevölkert. Im Jahre 1186 scheint in der Chronik ein “Kirchlein” auf, wenige Jahrzehnte später erfolgte auch die Errichtung der Pfarre St. Radegund. In den Urbaren wird die Pfarrgründung aber erst hundert Jahre später zur Kenntnis genommen und auch die Schutzheilige der Kirche wird erst im Jahre 1295 als diese genannt. In einer Urkunde des Jahres 1403 scheint erstmals auch der Name “Radigundtstarff” auf.

St. Radegund als Kurort[Bearbeiten]

Das heilende Klima und die radioaktiven Quellen von St. Radegund waren schon zu Zeiten der Monarchie bekannt, und so entwickelte sich St. Radegund zu einem weit über die Grenzen hinaus bekannten Kaltwasser- und Luftkurort mit einer Kuranstalt.

Als offizielles Gründungsdatum gilt das Jahr 1841, in dem der Arzt August Demelius um Genehmigung zur Führung einer Kaltwasserheilanstalt ansuchte.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Erhöht geteilt; oben in Gold zwei schwarze Wolfsköpfe mit roten Augen und Zungen, unten in Rot ein goldenes Holzschaff.

Die Wolfsköpfe verweisen auf Radegundis, die nach der Überlieferung Opfer von Wölfen wurde, das Holzschaff bezeichnet den Kurort.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1869

1880
1890
1900
1910
1923
1934

953

976
1093
1061
1111
1025
1134

1939

1951
1961
1971
1981
1991
2001

1129

1312
1358
1524
1709
1971
2001

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Sankt Radegund bei Graz

Kalvarienberg[Bearbeiten]

Der St. Radegunder Kalvarienberg gilt als einer der schönsten Volkskalvarienberge Österreichs. Der Weg führt an 22 Stationskapellen, deren Bauplätze erst durch Felssprengungen gewonnen wurden, hinauf zur Kreuzigungsgruppe und Kalvarienbergkirche. Das zweite große Gebäude birgt die Heilige Stiege, deren 14 mit Reliquien ausgestattete Marmorstufen nur auf den Knien erklommen werden dürfen.

Novystein[Bearbeiten]

Der Novystein ist ein 20 Meter hoher Obelisk, der auf einem 910m hohen Hügel steht. Er wurde im Jahr 1883 für den Kurarzt Dr. Gustav Novy errichtet und trägt die Widmung „Dem Wohltäter vieler Leidenden, dem großen Meister Gustav Novy, von dankbaren Kurgästen“.

Pfarrkirche[Bearbeiten]

Die heutige Pfarrkirche ist ein spätgotischer Bau aus den Jahren 1490-1513. In ihr befinden sich spätgotische Fresken über den Seitenaltären sowie ein gotisches Netzrippengewölbe an der Decke. Die Kirche ist der heiligen Radegundis von Wellenburg geweiht. Der erste Eindruck der Pfarrkirche lässt vermuten, dass es sich um eine ehemalige Wehranlage handeln kann.

Quellenwege[Bearbeiten]

Die St. Radegunder "Quellenwege" verbinden 22 im 19. Jahrhundert gefasste Quellbrunnen. Viele der Quellen tragen Vornamen der noblen Damenwelt der Kurgesellschaft, wie etwa Bertha-, Melanie-, Katharina-Quelle.

Das Brunnenheiligtum Ungarische Madonna wurde von ungarischen Kurgästen aus Dankbarkeit für Heilerfolge gestiftet. Es trägt eine Nachbildung der ungarischen Königskrone (Stephanskrone).

Ruine Ehrenfels[Bearbeiten]

Die Burg Ehrenfels wurde 1229 erstmals erwähnt. Sie diente den Ehrenfelsern (aus dem Geschlecht der Herren von Graz)[2] als Wohnsitz und zur Festigung ihrer Besitzungen um Graz. Die Ruine befindet sich heute in Privatbesitz und kann nur von außen besichtigt werden.

Sport[Bearbeiten]

Sankt Radegund und der Schöckl bilden das Naherholungsgebiet von Graz.

Im Gemeindegebiet sind zahlreiche Sportmöglichkeiten - vor allem in der Natur - vorhanden: Wandern, Wintersport, Paragliding, Reiten, Mountainbiken, Rodeln, Downhillen.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Hannes Kogler (ÖVP).

Dem Gemeindevorstand gehören weiters der Vizebürgermeister Stefan Engelbrecht (SPÖ) und die Gemeindekassierin Maria Bittner (SPÖ) an.[3]

Amtsleiter ist Franz Polic.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 15 Mitgliedern. Die Gemeinderatswahl 2015 brachte einen Umsturz der politischen Kräfte. Die bis dahin führende SPÖ verlor knapp 23 Prozent der Stimmen und vier Mandate. Drei davon gingen an die ÖVP, die nunmehr mit knapp 63 Prozent die absolute Mehrheit in der Gemeinde übernommen hat, und eines an die Grünen.

Mandatstand nach der Gemeinderatswahl 2015:

Die letzten Gemeinderatswahlen brachten die folgenden Ergebnisse:

Partei 2015 2010
Sti.  % M. Sti.  % M.
ÖVP 751 63 10 535 43 7
SPÖ 260 22 03 555 45 7
Die Grünen 186 16 02 093 7 1
U.N.S. (Unabhängig, Neutral, Sozial) nicht kandidiert 062 5 0
Wahlbeteiligung 70 % 75 %

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Sankt Radegund liegt abseits der großen Hauptverkehrsstraßen. Die Weizer Straße (B 72) von Graz nach Weiz ist rund fünf Kilometer entfernt. Von Graz ist Sankt Radegund über eine Landesstraße erreichbar. Die Pyhrn Autobahn (A9) ist ungefähr 15 Kilometer entfernt und über die Anschlussstelle Graz-Nord (175) erreichbar.

In Sankt Radegund befindet sich kein Bahnhof. Der Hauptbahnhof Graz ist etwa 18 Kilometer entfernt.

Die Entfernung zum Flughafen Graz beträgt rund 27 Kilometer.

Sonstiges[Bearbeiten]

Am 2. Februar 1931 hat der österreichische Raketenpionier Friedrich Schmiedl auf dem Schöckl die erste Postrakete gestartet und ungefähr 100 Briefe nach Sankt Radegund transportiert.

Im Gemeindegebiet befindet sich auf 1430 Meter Höhe das Stubenberghaus der Sektion Graz des Österreichischen Alpenvereins.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sankt Radegund bei Graz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. siehe dazu auch: Aribo II.
  3. Gemeinde St. Radegund bei Graz: Gemeinderat (abgerufen am 20. April 2015)