Thal (Steiermark)

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Thal
Wappen von Thal
Thal (Steiermark) (Österreich)
Thal (Steiermark)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Graz-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: GU
Fläche: 18,51 km²
Koordinaten: 47° 5′ N, 15° 21′ O47.07833333333315.354166666667440Koordinaten: 47° 4′ 42″ N, 15° 21′ 15″ O
Höhe: 440 m ü. A.
Einwohner: 2.240 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 121 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 8051, 8052, 8113, 8151
Vorwahl: 0316
Gemeindekennziffer: 6 06 48
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Thal-Am Kirchberg 2
8051 Thal
Website: www.thal.steiermark.at
Politik
Bürgermeister: Peter Schickhofer (SPÖ)
Gemeinderat: (2010)
(15 Mitglieder)
9 SPÖ, 3 ÖVP, 3 ThAL
Lage der Marktgemeinde Thal im Bezirk Graz-Umgebung
Attendorf Brodingberg Deutschfeistritz Dobl Edelsgrub Eggersdorf bei Graz Eisbach Feldkirchen bei Graz Fernitz Frohnleiten Gössendorf Grambach Gratkorn Gratwein Großstübing Gschnaidt Hart bei Graz Hart-Purgstall Hausmannstätten Hitzendorf Höf-Präbach Judendorf-Straßengel Kainbach bei Graz Kalsdorf bei Graz Krumegg Haselsdorf-Tobelbad Kumberg Langegg bei Graz Laßnitzhöhe Lieboch Mellach Nestelbach bei Graz Peggau Pirka Raaba Röthelstein Rohrbach-Steinberg Sankt Bartholomä Sankt Marein bei Graz Sankt Oswald bei Plankenwarth Sankt Radegund bei Graz Schrems bei Frohnleiten Seiersberg Semriach Stattegg Stiwoll Thal Tulwitz Tyrnau Übelbach Unterpremstätten Vasoldsberg Weinitzen Werndorf Wundschuh Zettling Zwaring-Pöls Graz SteiermarkLage der Gemeinde Thal (Steiermark) im Bezirk Graz-Umgebung (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Thal bei Graz ist eine Marktgemeinde im Bezirk Graz-Umgebung in der Steiermark (Österreich).

Bekannt wurde der Ort durch die von Ernst Fuchs ausgestaltete Kirche und als Geburtsort von Arnold Schwarzenegger.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt ungefähr 4 km westlich der steirischen Landeshauptstadt Graz in der Weststeiermark. Die natürlichen Grenzen zu den Nachbargemeinden bilden nach Norden und Nordwesten der Frauenkogel und der Generalkogel, im Osten der Plabutsch. In den dazwischenliegenden Hügeln und Wäldern liegt der Thalersee eingebettet, der gerne als Naherholungsgebiet genutzt wird.

Gemeindegliederung:

Thal ist eine Streusiedlung, deren Häuser in 19 Weiler gruppiert sind. Diese Weiler heißen: Eben, Eck, Hardt, Haslau, Kirchberg, Kötschberg, Linak, Oberbichl, Oberthal, Plabutsch, Schlüsselhof, Steinberg, Unterbichl, Unterthal, Waldsdorf, Waldsdorfberg, Wendlleiten, Windhof, Winkel.

Nachbargemeinden:

Sankt Oswald bei Plankenwarth Judendorf-Straßengel Graz
Rohrbach-Steinberg Nachbargemeinden Graz
Hitzendorf Attendorf Graz

Geschichte[Bearbeiten]

Bis zum 9. Jahrhundert war das heutige Gemeindegebiet unbesiedelt. Erst im 10. Jahrhundert wurde mit Waldsdorf die erste Siedlung gegründet. In den folgenden zwei Jahrhunderten folgten die übrigen Dörfer. Am 1. Jänner 1850 konstituierte sich in Thal der Vorläufer der heutigen Gemeinde, in den ersten Jahren noch unter dem Namen "St. Jakob Thal". Am 1. Jänner 1995 wurde Thal zur Marktgemeinde erhoben.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Thal (Steiermark)
Pfarrkirche St. Jakob
Innenansicht

Pfarrkirche St. Jakob[Bearbeiten]

1735 wurde an der Stelle einer vermutlich über einem Pestfriedhof errichteten Holzkapelle in barockem Stil die Pfarrkirche St. Jakob erbaut und ursprünglich dem Hl. Sebastian geweiht. 1772 wurde die Jakobusstatue aus der verfallenden Kirche der Burg Untertal in die neue Kirche übertragen, die seither diesem Heiligen geweiht ist. 1992 (Grundsteinlegung am 23. Mai) bis 1994 (Kirchweihe durch Johann Weber am 15. Mai) erfolgte ein Zubau zur bestehenden Kirche unter dem Architekten Dr. Manfred Fuchsbichler, sowie dem österreichischen Maler, Grafiker und Architekten Prof. Ernst Fuchs, der die künstlerische Ausgestaltung des gesamten Komplexes mit phantastischer Farben- und Formenvielfalt und beeindruckenden Lichteffekten realisierte.

Schloss Oberthal[Bearbeiten]

Bereits im 12. Jahrhundert befand sich an der Stelle des heutigen Schlosses der Sitz der Herren von Waldsdorf in Form eines wehrhaften Edelhofes mit einer großen Meierei. Von 1315 bis 1605 war die Adelsfamilie Windisch-Graetz Eigentümer. 1563 wurde die Burg infolge größerer Umbau- bzw. Instandsetzungsarbeiten unter dem damaligen Bauherrn und Besitzer Erasmus von Windisch-Graetz um einen Schlossbau im Stil der Renaissance mit einem an drei Seiten durch dreigeschossige Säulenarkaden umschlossenen Innenhof erweitert. Aus dieser Zeit existiert auch ein unterirdischer Gang der in Richtung Graz führt und nach einigen hundert Metern nicht mehr begehbar ist. 1605 bis 1622 im Besitz von Bernhard Walther von Walthersweil, 1622 bis 1624 im Besitz der Familie Schranz zu Schranzenegg, danach wurde es an Siegmund Friedrich Graf Trautmannsdorff verkauft. In der Zeit der Herrschaft von Siegmund Friedrich d. j. von Trautmannsdorff wurde das Schloss Oberthal zwischen 1656 und 1661 zu einem der glanzvollsten Schlösser in der Umgebung der Landeshauptstadt um- und ausgebaut. Oberhalb des Schlosses entstand ein großer, nach französischen Vorbildern angelegter Lustgarten, umgeben von einer Mauer und ausgestattet mit Grotten und Lusthaus. 1798 wurde Schloss Thal samt Herrschaft an Leopold Edler von Warnhauser verkauft und blieb bis 1841 im Besitz dieser Familie. Von 1841 an gehörte das Schloss den Freiherren von Walterskirchen. 1846 wurde das Schloss im romantisierenden Stil eines schottischen Schlosses umgestaltet. 1905 wurde Oberthal an eine slowenische Unternehmergruppe verkauft, die das Anwesen nach kurzer Zeit aus finanziellen Gründen abgeben mussten. In der Folge wechselte das Anwesen noch mehrmals den Besitzer und verfiel zunehmend bis es in den Besitz von Dr. Friedrich Schuster kam der das Schloss wieder instandsetzte sowie die Umbauten aus 1846 beseitigte und so den ursprünglichen Barockbau wieder herstellte. 1940 kam das Schloss und der Besitz in die Hände der Familie Essberger. Von 1945 bis 1955 war hier die britische Kommandantur untergebracht, von 1955 bis 1957 ein Teil des Schlosses an die Englische Botschaft vermietet. Mit 1. November 1958 wurde der Besitz an John Theodor Essberger zurückgestellt, 1959 verstarb dieser und der Besitz kam in die Hände seiner Tochter Lieselotte verehelichte von Rantzau. Frau Liselotte von Rantzau verstarb 1993. Von diesem Zeitpunkt an ging der Besitz an Ihre Söhne Dr. Eberhart und Heinrich von Rantzau.

Burgruine Thal[Bearbeiten]

Die Burg wurde 1259 erstmals urkundlich erwähnt und auf einem Hügel zwischen der heutigen Pfarrkirche und dem Thalersee wahrscheinlich Anfang des 13. Jahrhunderts erbaut. Die Burg war von einer mächtigen Wehrmauer mit Schießscharten und Wehrgängen umgeben. Innerhalb der Mauer lag der Palas und andere Wohnbauten sowie die dem heiligen Jakob geweihte Burgkirche. 1569 wurde die Burg Unterthal mit der Herrschaft von Sebastian von Windisch-Graetz an den Kärntner Landeshauptmann Georg von Khevenhüller verkauft. Ab 1621 im Besitz der Eggenberger verfiel die Burg zur Ruine. 1715 zerstörte ein Brand weite Teile der Festung. Um 1750 war nun auch die Burgkapelle verfallen. 1772 wurde die Statue des Kirchenpatrons feierlich in die jetzige Pfarrkirche überführt und die Kirchenruine abgebrochen. In der Folge wurde nur noch der Rundturm bis 1979 bewohnt. 1996 wurden Teile der Burg restauriert und wieder bewohnbar gemacht.

Schwarzenegger-Museum[Bearbeiten]

Im Geburtshaus des heutigen Ehrenbürgers Arnold Schwarzenegger gibt es seit 2011 ein Museum. Schwarzeneggers Schulfreund Peter Urdl und andere haben sich jahrelang um Ausstellungsstücke bemüht. Heute sind in dem Gebäude, in dem der Bodybuilder, Schauspieler und Gouverneur die ersten 19 Jahre seines Lebens verbrachte, etwa das Stahlrohrbett zu sehen, in dem der Jugendliche schlief, ein Motorrad aus einem seiner Filme und ein Replikat des Schreibtisches des kalifornischen Gouverneurs. Die Eröffnung fand am 64. Geburtstag Schwarzeneggers statt.[1]

Sport[Bearbeiten]

  • Sport- und Freizeitanlage
  • Thalersee: Dieser künstlich angelegte See zieht nicht nur Erholungssuchende an, sondern dient auch als Sporttreffpunkt zum Walken, Laufen, Eislaufen und Eisstockschießen. Seit 2007 ist auch ein Bogensport-Parcours im Weiler Haslau in Betrieb.
  • Arnold-Schwarzenegger-Wanderweg: Rund um die Medienaufmerksamkeit, die durch die Wahl von Arnold Schwarzenegger zum Gouverneur von Kalifornien entstand, wurde dieser Wanderweg zusammengestellt und im Oktober 2004 eröffnet.
  • Grazer Golfclub in Thal bei Graz: Der Grazer Golfclub in der Gemeinde Thal bietet seit 2007 eine 18-Loch-Anlage mit weiteren 9 Loch als attraktive Ergänzung.

Politik[Bearbeiten]

Bevölkerungs-
entwicklung
Datum Einwohner
1869 854
1880 825
1890 895
1900 860
1910 813
1923 928
1934 874
1939 863
1951 1.132
1961 1.248
1971 1.402
1981 1.639
1991 1.925
2001 2.138
  • Bürgermeister: Bürgermeister ist Peter Schickhofer (SPÖ).

Wappen[Bearbeiten]

Seit 1. Juli 1987 ist Thal berechtigt, ein eigenes Wappen zu führen: In Rot zwei silberne Pfähle, jeder Pfahl belegt mit sechs Muscheln in Schattenfarbe.

Die Pfähle stammen aus dem Familienwappen der ältesten nachweisbaren adeligen Grundherrschaft "von Waldsdorf".
Die Muscheln weisen auf den Pfarrpatron, den Apostel Jakobus d.Ä.

Die offizielle Verleihung erfolgte am 11. Juli 1987.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Die wirtschaftliche Struktur von Thal bilden zum einen die Land- und Forstwirtschaft, zum anderen einige kleine Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe.

Bildung[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Verkehrsmäßig sind die Ortschaften durch Individualverkehr (PKW) gut erschlossen. Die Pyhrn Autobahn (A9) verläuft im Plabutschtunnel durch das Gemeindegebiet und kann über die Anschlussstelle Graz-Nord (175) in ca. 8 km erreicht werden. Die Grazer Straße (B 67) ist ca. 5 km entfernt.

Der öffentliche Verkehr durch Busse der Graz AG Verkehrsbetriebe spielt eine sehr geringe Rolle. In Thal selbst befindet sich kein Bahnhof, der nächste Bahnhof ist der Hauptbahnhof Graz in ca. 8 km Entfernung.

Der Flughafen Graz ist ca. 20 km entfernt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter:

  • Arnold Schwarzenegger (* 1947), österreichischer Bodybuilder, Mister Universum, Schauspieler und ehemaliger Gouverneur von Kalifornien, geboren und aufgewachsen in Thal

Personen mit Beziehung zur Gemeinde:

Ehrenbürger:

(In der Klammer das Datum des Gemeinderatsbeschlusses)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Thal bei Graz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Meldung von der Eröffnung, Süddeutsche Zeitung-online vom 30. Juli 2011