Sehlde

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum gleichnamigen Ortsteil der niedersächsischen Stadt Elze siehe Sehlde (Elze)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Sehlde
Sehlde
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Sehlde hervorgehoben
52.03861111111110.262222222222135Koordinaten: 52° 2′ N, 10° 16′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Wolfenbüttel
Samtgemeinde: Baddeckenstedt
Höhe: 135 m ü. NHN
Fläche: 20,38 km²
Einwohner: 909 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 45 Einwohner je km²
Postleitzahl: 38279
Vorwahl: 05341
Kfz-Kennzeichen: WF
Gemeindeschlüssel: 03 1 58 028
Adresse der Verbandsverwaltung: Heerer Straße 28
38271 Baddeckenstedt
Bürgermeister: Reinhard Päsler (SPD)
Lage der Gemeinde Sehlde im Landkreis Wolfenbüttel
Sachsen-Anhalt Braunschweig Landkreis Goslar Landkreis Helmstedt Landkreis Hildesheim Landkreis Peine Salzgitter Am Großen Rhode Barnstorf-Warle Voigtsdahlum Voigtsdahlum Baddeckenstedt Börßum Börßum Burgdorf (Landkreis Wolfenbüttel) Cramme Cremlingen Dahlum Dahlum Denkte Dettum Dorstadt Elbe (Niedersachsen) Erkerode Evessen Evessen Flöthe Schladen-Werla Haverlah Hedeper Heere Heere Heiningen (Niedersachsen) Schladen-Werla Schladen-Werla Kissenbrück Kneitlingen Kneitlingen Ohrum Remlingen (Niedersachsen) Roklum Schladen-Werla Schöppenstedt Sehlde Semmenstedt Sickte Uehrde Vahlberg Veltheim (Ohe) Schladen-Werla Winnigstedt Wittmar WolfenbüttelKarte
Über dieses Bild

Sehlde ist eine Gemeinde im Südwesten der Samtgemeinde Baddeckenstedt im Landkreis Wolfenbüttel, Niedersachsen, Deutschland.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

An Sehlde grenzen die Gemeinden Baddeckenstedt (Sitz der Samtgemeinde), Heere und Haverlah, die Gemeinde Wallmoden (Samtgemeinde Lutter am Barenberge, Landkreis Goslar) und der Landkreis Hildesheim mit den Einheitsgemeinden Bockenem und Holle.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes findet sich in der Stiftungsurkunde des Klosters Ringelheim von 941, in der unter dem Besitztümern des Klosters auch welche in selida (so hieß der Ort zu der Zeit) aufgeführt werden. Die in den Überlieferungen genannten Namen des Ortes schwanken nur wenig, bis zum 13. Jahrhundert heißt es meist selede oder selethe. Das der heutigen Schreibweise ähnliche Seelde findet man erstmals 1374, seit den 17. Jahrhundert ist Sehlde gebräuchlich.

In einer Urkunde von 1209 wird erstmals zwischen den Orten maiore selede (Groß Sehlde) und minore selede (Klein Sehlde) unterschieden. Klein Sehlde lag etwa ein Kilometer südöstlich des heutigen Sehlde. Ab dem 16. Jahrhundert wird die Unterscheidung nach Groß- und Klein Sehlde aber nicht mehr aufgeführt, wahrscheinlich wurden die beiden Orte zusammengelegt.[2]

Zu den Grundeigentümern im Ort gehörten neben dem Kloster Ringelheim das Bistum Hildesheim und die Klöster Riechenberg und Neuwerk sowie das Stift Simonis und Judae bei Goslar.

Seit der durch Karl den Großen eingeführten Aufteilung Ostfalens in Gaue gehörte Sehlde innerhalb des Fürstbistums Hildesheim zum Ambergau, Sitz des Gaus war Bockenem. Anfang des 14. Jahrhunderts wurden aus den bisherigen Burgbezirken Ämter gebildet und Sehlde gehört seit 1313 dem Amt Wohldenberg an. Nach Ende der Hildesheimer Stiftsfehde wurde 1523 ein Großteil des Bistums Hildesheim dem Herzogtum Braunschweig zugesprochen. Erst 1643 wurde dieses Urteil im Hildesheimer Hauptrezess revidiert und das Bistum erhielt seine Besitztümer wieder zurück.

Sehlde wurde 1802 preußisch, als das Hochstift Hildesheim dem Königreich Preußen angegliedert wurde. In der napoleonischen Zeit von 1807 bis 1813 gehörte Sehlde als Commune im Canton Holle des Distrikts Goslar im Departement der Oker zum Königreich Westfalen. Mit der Neugliederung der preußischen Landordnung wurde 1885 der Landkreis Marienburg gebildet, dem Sehlde von nun an angehörte. 1941 wurde Sehlde zusammen mit neun anderen Gemeinden im Rahmen der „Verordnung über Gebietsbereinigungen im Raume der Reichswerke Hermann Göring“ dem Landkreis Wolfenbüttel zugeordnet und gehört hier seit 1974 zur Samtgemeinde Baddeckenstedt.

Hubertuskapelle und Jägerhaus[Bearbeiten]

Etwa drei Kilometer westlich von Sehlde liegen die Hubertuskapelle und das Jägerhaus. Die Hubertuskapelle lag neben einer Schutzhütte, die der Drost (Amtsvogt) von Wohldenberg, Friedrich Anton Freiherr von Bocholtz, 1733 hatte anlegen lassen. In die Rückwand der in den Sandstein gehauenen Kapelle ließ er ein Relief mit der Darstellung der Hubertuslegende einmeißeln. Die Kapelle wurde zu einer Weihestätte der Jägerschaft, die hier jährlich am 3. November, dem Hubertustag, einen Gottesdienst abhält. Nahe der Hubertuskapelle ließ der Graf Ernst Friedrich Herbert zu Münster, dem das nahe Schloss Derneburg gehörte, um 1830 das Jägerhaus errichten, das noch heute ein beliebter Ausflugsort ist.

Religionen[Bearbeiten]

Dorfkirche von Sehlde

Das heutige Gebäude der Kirche von Sehlde wurde Ende des 17. Jahrhunderts errichtet. Dies bezeugen mehrere Inschriften, wie die Jahresangabe 1696 am Turm der Kirche und am hölzernen Hauptgesims. Auf der Südseite des Turmes ist zu lesen „M. HANS BRVNKEN ANNO 1698“ und in einer Inschrift der Südostwand des Kirchenschiffes ist die Jahreszahl 1702 angegeben. An der Nordseite kündigt die Inschrift „RENOVATUM 1840“ von Renovierungsarbeiten in diesem Jahr. Bemerkenswert ist der Barockaltar von 1749, der dem Hildesheimer Holzschnitzer Ernst Dietrich Bartels (1679 bis 1762) zugeschrieben wird.

Im Herzogtum Braunschweig, zu dem Sehlde zu der Zeit gehörte, wurde 1568 durch Herzog Julius (1568-1589) die Reformation eingeführt. Heute (2013) bildet die Kirche von Sehlde zusammen mit Gemeinden von Groß- und Klein Heere einen Pfarrverbund, der zur Propstei Goslar gehört.

Die nächstgelegene katholische Gemeinde ist in Salzgitter-Ringelheim.

Politik[Bearbeiten]

Gemeindewahl 2011
Wbt.: 65,06 % (-0,15 %p)
 %
80
70
60
50
40
30
20
10
0
76,6 %
(+12,7 %p)
23,4 %
(-12,7 %p)
2006

2011


Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Sehlde setzt sich aus 9 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der ehrenamtliche Bürgermeister Reinhard Päsler wurde am 9. September 2001 gewählt.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Grün ein silberner Hirsch mit einem schwebenden silbernen Kreuz zwischen den Geweihstangen.“ Das Wappen geht zurück auf die Hubertuslegende, die sich in diesem Fall an der Kapelle am Jägerhaus zugetragen haben soll. Danach wurde ein wilder Jäger bekehrt, als diesem bei der Jagd am Karfreitag ein weißer Hirsch mit einem strahlendes Kruzifix zwischen den Geweihstangen erschienen war. Den Entwurf zum Wappen hat Alfred Hesse erstellt, das Wappen wurde 1953 vom niedersächsischen Innenminister genehmigt.[3]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Durch das Gemeindegebiet verläuft die Bahnstrecke Braunschweig–Kreiensen. Nächster Bahnhof ist der etwa vier Kilometer östlich des Ortszentrums von Sehlde gelegene Bahnhof Salzgitter-Ringelheim, an dem sich die vorgenannte Strecke mit der Bahnstrecke Hildesheim–Goslar kreuzt.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Hans-Heinrich Scholz, Gemeinde Sehlde (Hrsg.): Sehlde an der Innerste: Beschreibung eines niedersächsischen Dorfes. Druckerei Oppermann, Hildesheim 1990.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2. *  Kirstin Casemir: Die Ortsnamen des Landkreises Wolfenbüttel und der Stadt Salzgitter (= Niedersächsisches Ortsnamenbuch. 3). Verlag für Regionalgeschichte, 2003, ISBN 3-89534-483-4, S. 293–295 (Zugleich: Diss. Universität Göttingen, 2002).
  3.  Arnold Rabbow: Neues Braunschweigisches Wappenbuch. Braunschweiger Zeitungsverlag, 2003, ISBN 3-926701-59-5, S. 170.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sehlde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien