Cremlingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Cremlingen
Cremlingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Cremlingen hervorgehoben
52.24888888888910.654166666667119Koordinaten: 52° 15′ N, 10° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Wolfenbüttel
Höhe: 119 m ü. NHN
Fläche: 59,25 km²
Einwohner: 13.000 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 219 Einwohner je km²
Postleitzahl: 38162
Vorwahl: 05306
Kfz-Kennzeichen: WF
Gemeindeschlüssel: 03 1 58 006
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Ostdeutsche Str. 22
38162 Cremlingen
Webpräsenz: www.cremlingen.de
Bürgermeister: Detlef Kaatz (SPD)
Lage der Gemeinde Cremlingen im Landkreis Wolfenbüttel
Sachsen-Anhalt Braunschweig Landkreis Goslar Landkreis Helmstedt Landkreis Hildesheim Landkreis Peine Salzgitter Am Großen Rhode Barnstorf-Warle Voigtsdahlum Voigtsdahlum Baddeckenstedt Börßum Börßum Burgdorf (Landkreis Wolfenbüttel) Cramme Cremlingen Dahlum Dahlum Denkte Dettum Dorstadt Elbe (Niedersachsen) Erkerode Evessen Evessen Flöthe Schladen-Werla Haverlah Hedeper Heere Heere Heiningen (Niedersachsen) Schladen-Werla Schladen-Werla Kissenbrück Kneitlingen Kneitlingen Ohrum Remlingen (Niedersachsen) Roklum Schladen-Werla Schöppenstedt Sehlde Semmenstedt Sickte Uehrde Vahlberg Veltheim (Ohe) Schladen-Werla Winnigstedt Wittmar WolfenbüttelKarte
Über dieses Bild

Cremlingen ist eine Gemeinde im Landkreis Wolfenbüttel (Niedersachsen), östlich von Braunschweig. Cremlingen ist Standort des Mittelwellensenders Braunschweig des Deutschlandfunks, der auch gelegentlich als Sender Königslutter bezeichnet wird.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet liegt im Übergang zwischen Norddeutscher Tiefebene und mitteldeutschem Bergland.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Cremlingen besteht aus den Ortschaften:

Einwohnerzahlen vom 1. Januar 2014

Geschichte[Bearbeiten]

Historische Hofstelle in Hemkenrode

Vom Ostrand des Oberzentrums Braunschweig erstreckt sich die rund 60 Quadratkilometer große Gemeinde bis in den nordwestlichen Elm. Der Ort ist aus zwei Gemeinden zusammengewachsen, der Dorfgemeinde mit 65 Häusern und der Gutsgemeinde mit 7 Häusern. Die Endung ~ingen zeigt an, dass der Name bis etwa 500 entstanden ist. Die Siedlungsgeschichte ist allerdings weit älter, wie ein Urnengräberfeld am Ehlerberge, südwestlich des Ortes, belegt. Im Jahre 1302 wird Cremlingen als „Cremlinge“ überliefert, während es im 14. Jahrhundert urkundlich als „Cremninge“ vorkommt.

Vorteilhaft für ihre Entwicklung war die Lage an der alten Handelsstraße, die im Mittelalter von Köln über Braunschweig nach Magdeburg führte. Hier wurde hauptsächlich mit Getreide gehandelt, welches auch auf den Äckern Cremlingens angebaut wurde. Von der hiesigen Getreidewirtschaft profitierten besonders die Herren von Veltheim und das Kloster Riddagshausen, das 1308 zwei zehntfrei Hufen und eine Wort (Hof) erhielt. Dazu kam später Land derer von Veltheim, herzogliche Lehen. Land war auch vom Halberstädter Bischof als Lehen übertragen worden, auf dessen Diözesangebiet Cremlingen lag.

Die Thermalquelle[Bearbeiten]

Kurz nach dem Beginn des 20. Jahrhunderts stieß die Mitteldeutsche Erdölbohrgemeinschaft in 410 Meter Tiefe auf eine Thermalquelle mit 34 °C warmem Wasser. Die Heilkraft wurde in der Presse ausgiebig diskutiert, und es kam der Traum von einem Heilbad auf. In den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts versuchte der Cremlinger Arzt Ernst Matheis, den Badebetrieb zu organisieren – Pläne, die der Zweite Weltkrieg durchkreuzte. 1973 wurde das Gelände dem (jetzt aufgelösten) angrenzenden Standortübungsplatz zugeschlagen. Vergeblich versuchte man, die Quelle mit Sand abzudichten: Noch heute sprudeln stündlich etwa 7600 Liter ungenutzt in die Landschaft. Inzwischen hat die Naturschutzbehörde das Gebiet zum schützenswerten Biotop erklärt. Massive Einschnitte in die Landschaft ergaben sich mit dem Bau der „Weddeler Schleife“, der Autobahn A 39 und der Umgehungsstraße.

Fossilienfunde[Bearbeiten]

Bereits der Ammonit im Wappen weist auf fossilienhaltige Gesteine in der Umgebung Cremlingens hin. Als im Zuge eines Autobahn-Neubaus Erdarbeiten stattfanden, entdeckte ein Sammler im Mai 2005 ein großes prähistorisches Skelett aus dem Mesozoikum, das sich als gut erhaltener Ichthyosaurus (Acamptonectes densus) herausstellte.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Die Gemeinde Cremlingen ist am 1. März 1974 als Einheitsgemeinde durch den gesetzlichen Zusammenschluss der ehemaligen selbstständigen Gemeinden Abbenrode, Cremlingen, Destedt, Gardessen, Hemkenrode, Hordorf, Klein Schöppenstedt, Schandelah, Schulenrode und Weddel entstanden. Am 1. März 1974 wurde Hötzum in die neue Gemeinde Sickte eingegliedert.[2]

Kirche St. Michael
Kirche St. Theresia vom Kinde Jesu

Religionen[Bearbeiten]

Die evangelische Pfarrkirche in Cremlingen (Im Dorfe 13) wurde vom Archidiakon des Bannes Lucklum verwaltet. Ein Pfarrgeistlicher wird 1302 mit Lubertus quon-dam plebanus urkundlich greifbar. Der Turm mit Satteldach und achtseitiger Laterne und das Kirchenschiff zeigen spätromanische Spuren, während der Chor romanisch ist. Da das Patrozinium der Kirche nicht mehr bekannt war, erhielt sie 1963 den Namen St. Michael. Heute gehört die Kirchengemeinde Cremlingen zur Propstei Königslutter.

In Cremlingen befand sich von 1953 bis 2014 die katholische Kirche St. Theresia vom Kinde Jesu. Heute befindet sich im Ortsteil Weddel eine katholische Kirche.

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2011
Wahlbeteiligung: 64,53 % (+1,94)
 %
40
30
20
10
0
39,85 %
38,44 %
14,80 %
2,99 %
1,54 %
1,35 %
1,00 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
+1,38 %p
-10,60 %p
+5,63 %p
+2,99 %p
+1,54 %p
-1,94 %p
+1,00 %p

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat der Gemeinde Cremlingen besteht aus 30 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 12.001 und 15.000 Einwohnern.[3] Die 30 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2011 und endet am 31. Oktober 2016.

Stimmberechtigt im Rat der Gemeinde ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister Detlef Kaatz (SPD).

Die letzte Kommunalwahl am 11. September 2011 ergab das folgende Ergebnis:[4]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Cremlingen ist Detlef Kaatz (SPD). Bei der letzten Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 wurde er mit 50,5 % der Stimmen gewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 62,2 %.[5] Kaatz trat sein Amt am 1. November 2014 an und löste den bisherigen Amtsinhaber Günter Eichenlaub (CDU) ab, der nicht mehr kandidiert hatte.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde zeigt im geteilten Wappenschild unten ein blaues Ammonshorn auf goldenem Grund, oben auf blauem Grund einen halben, steigenden goldenen Löwen mit roter Zunge und roten Krallen.[6]

Der Löwe ist ein Hinweis auf den Braunschweiger Löwen, das blaue Ammonshorn verweist auf die Fossilienfunde von Ammoniten aus dem Kalksandsteingebirge Elm.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge der Gemeinde ist blau-gelb.[6]

Kultur[Bearbeiten]

Mehr als 500 Mitglieder der Gemeinde Cremlingen nehmen an einem CD-Projekt namens „Wie klingt Cremlingen?“ teil. In mehreren Dörfern der Gemeinde gibt es neben den traditionellen Chören mehrere Chöre, die sich moderner Musik verschrieben haben.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten]

Cremlingen ist Sitz des Telekommunikationsherstellers Auerswald[7]. Außerdem ist Cremlingen Sitz und Fabrikationsstandort der zur Halloren Schokoladenfabrik gehörenden Weibler Confiserie Chocolaterie GmbH. Diese betreibt dort einen Fabrikverkauf[8].

Verkehr[Bearbeiten]

Die BAB39 bei Cremlingen

Im Bereich der Gemeinde gibt es die Bahnhöfe Schandelah und Weddel an der Bahnstrecke Braunschweig–Magdeburg; Weddel wird auch von Zügen in Richtung Wolfsburg angefahren („Weddeler Schleife“).

Durch das Gemeindegebiet führt die Bundesstraße 1, und seit Ende September 2006 besitzt Cremlingen eine gleichnamige Anschlussstelle an die A 39, die seit Anfang 2009 bis zum Autobahnkreuz Wolfsburg durchgängig befahrbar ist.

Mittelwellensender der Deutschen Telekom AG[Bearbeiten]

In der Nähe von Cremlingen-Abbenrode betreibt die Deutsche Telekom AG seit 1962 eine große Sendeanlage für Mittelwelle, die das Programm des Deutschlandfunks ausstrahlt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cremlingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 267.
  3. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 10. Januar 2015
  4. Zusammensetzung Gemeinderat Cremlingen, abgerufen am 10. Januar 2015
  5. Einzelergebnisse der Direktwahlen am 25. Mai 2014 in Niedersachsen, abgerufen am 10. Januar 2015
  6. a b Hauptsatzung der Gemeinde Cremlingen, abgerufen am 10. Januar 2015
  7. Website der Firma Auerswald, abgerufen am 25. April 2011
  8. Website der Firma Weibler, abgerufen am 25. April 2011