Spieglein Spieglein – Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen

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Filmdaten
Deutscher Titel Spieglein Spieglein – Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen
Originaltitel Mirror Mirror
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2012
Länge 106 Minuten
Altersfreigabe FSK o.A.[1]
JMK 6[2]
Stab
Regie Tarsem Singh
Drehbuch Marc Klein
Jason Keller
Melissa Wallack
Produktion Bernie Goldmann
Ryan Kavanaugh
Brett Ratner
Musik Alan Menken
Kamera Brendan Galvin
Schnitt Robert Duffy
Nick Moore
Dean Zimmerman
Besetzung

Spieglein Spieglein – Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen (Originaltitel: Mirror, Mirror) ist ein US-amerikanischer Märchenfilm und basiert auf der Geschichte Schneewittchen der Brüder Grimm.

Handlung[Bearbeiten]

In einem Königreich in einem weit entfernten Land wird die Prinzessin Schneewittchen geboren. Kurz nach ihrer Geburt stirbt ihre Mutter. Die Bevölkerung liebt den König, unter dessen Regierung es ihr wohl ergeht. Als Schneewittchen herangewachsen ist, heiratet der König eine neue Frau, die böse Clementianna, die die schönste Frau der Welt sein will und des Königs Herz durch einen Liebestrank erobern konnte. Mit einer Halbmondkette schafft sie es, den König zu verhexen. Daraufhin verschwindet er in den naheliegenden Wald, lässt sein Königreich zurück und wird von nun an nicht mehr gesehen. Seither regiert Clementianna das Land, obwohl Schneewittchen, die nunmehr von der Königin aufgezogen wird, die rechtmäßige Thronfolgerin wäre. Unter Clementiannas Regierung wird das Land langsam, aber sicher in die Pleite getrieben. Zudem vertreibt sie die „Hässlichen“ aus dem naheliegenden Dorf, verhext das Land, sodass ewiger Winter herrscht, und beutet die Bevölkerung aus. Die Hoffnungen auf Besserung konzentrieren sich auf Schneewittchen.

Die eigentliche Handlung beginnt zehn Jahre später: Schneewittchen ist zu einem wunderschönen Mädchen herangewachsen. Die Königin begreift, dass Schneewittchen sterben muss, damit sie selbst die Schönste im ganzen Land bleibt. Am Tag, an dem die Handlung einsetzt, wird Schneewittchen 18 Jahre alt. Während eines Festes, auf dem die Königin gegen einen Baron Schach spielt, gibt dieser bekannt, dass das Reich kurz vor dem Bankrott stehe und die Königin einen neuen Prinzen heiraten sollte, um dies zu verhindern. Zeitgleich schleicht sich Schneewittchen auf das Fest und wird von Clementianna ermahnt, dies nie wieder zu tun.

Während jener Geschehnisse wird Prinz Alcott, Thronnachfolger des Königs von Valencia, im nahegelegenen Wald, von dem man inzwischen sagt, dass eine Bestie dort hause, von Banditen überfallen. Diese entpuppen sich als die sieben Zwerge Napoleon, Halb Pint, Fraß, Grimm, Wolf, Fleischer und Gluckser. Obwohl Alcott sagt, er werde nicht gegen die Zwerge kämpfen, tut er es aufgrund ihres frechen Benehmens doch. Er unterliegt und wird mit seinem Leibwächter halbnackt kopfüber an einen Baum gehängt.

Kurze Zeit später spaziert Schneewittchen durch den Wald. Als sie die herabbaumelnden Männer sieht, befreit sie diese und geht weiter in Richtung Dorf.

Der Prinz macht sich auf den Weg zum Schloss, in dem er von Clementianna empfangen wird. Als sie erfährt, dass Valencia ein reiches Land sei, ordnet sie eine Hochzeit an. Da aber kein Geld mehr vorhanden ist, lässt sie die Steuern im verarmten Dorf erhöhen.

Während sich Schneewittchen im Dorf aufhält, kommt auch die Kutsche der Königin dort an. Der Leibwächter Brighton verkündet daraufhin die Erhöhung der Steuern.

Ins Schloss zurückgekehrt, tanzen Alcott und Schneewittchen bei einer Feier zusammen. Clementianna, die das beobachtet, wird eifersüchtig und beauftragt Brighton, Schneewittchen im Wald zu töten. Dieser hat im Wald Angst vor der Bestie und lässt Schneewittchen, geblendet von ihrer Schönheit, lebend im Wald zurück. Schneewittchen wird dort schließlich von den sieben Zwergen aufgelesen und in ihre Obhut genommen. Zur selben Zeit verkündet Brighton den Tod Schneewittchens.

Als Brighton am nächsten Morgen die Steuern eintreibt und auf dem Rückweg durch den Wald fährt, wird er von den sieben Zwergen überfallen und ausgeraubt. Zurück in ihrem Lager, zeigen die Räuber Schneewittchen die Beute. Als diese dahinterkommt, woher die Beute stammt, bringt sie sie dem Dorf zurück und schreibt den Verdienst den Zwergen zu. Diese fühlen sich geschmeichelt und nehmen Schneewittchen in ihre Gruppe auf. Sie beschließen, ab sofort nur noch die Königin zu berauben und dem armen Volk die Beute zu geben.

Währenddessen kommt Brighton im Schloss an und berichtet der Königin und dem Prinzen, der von Schneewittchens angeblichem Tod erfahren hat und diese liebte, den Vorfall. Alcott, der auf Rache aus ist, reist mit einer Schar Wächter in den Wald und will die Zwerge bekämpfen. Erstaunt treffen sie dort auch auf Schneewittchen. Während die Zwerge die Wächter besiegen, kämpft Schneewittchen mit Alcott. Nach einem langen Fechtkampf bezwingt sie den Prinzen, und dieser kommt erneut halbnackt ins Schloss zurück, woraufhin dort Aufruhr herrscht. Clementianna sucht Rat bei ihrem Zauberspiegel und kommt so den Hintergründen auf die Spur. Daraufhin veranlasst sie den Spiegel, Brighton kurzzeitig in eine Schabe zu verwandeln. Dieser nennt Clementianna einen Preis, von dem sie aber nichts wissen will. Mit einem Liebestrank, der allerdings für Hunde ist, gelingt es Clementianna, Alcotts Herz doch noch zu erobern und sie plant ihre Hochzeit.

In der Nacht greift die Königin mit zwei durch Magie belebten hölzernen Kämpfern die Behausung der Zwerge an, schafft es aber nicht, wie vorgehabt Schneewittchen oder sonst jemanden zu töten.

Am Hochzeitstag wird Brighton wieder zum Menschen. Während die Königin noch im Schloss eingekleidet wird, überfallen Schneewittchen und die Zwerge die Hochzeit, rauben die Teilnehmer der Feier aus und entführen den Prinzen. Schneewittchen, die noch immer hofft, dass Alcott sie liebt, ist zunächst traurig zu sehen, dass er die Königin anscheinend tatsächlich liebt, bemerkt aber später ebenso wie die Zwerge, dass dieser nur verzaubert ist. Nach vielen vergeblichen Versuchen, ihn wieder zu entzaubern, hilft schließlich der Kuss von Schneewittchen.

In der Nacht geht Schneewittchens Stiefmutter in den Wald. Die Prinzessin verlässt mit dem Prinzen und den Zwergen ihre Behausung, um gegen die Bestie zu kämpfen, die sich in ihrer Nähe befindet. Allerdings trifft Schneewittchen im Wald auf die Königin. Diese gibt an, dass sie die Bestie beherrsche und lässt diese auf Schneewittchen los. Als diese und Prinz Alcott gegen die Bestie kämpfen, erkennt Schneewittchen die Halbmondkette am Hals der Bestie und trennt sie mit ihrem Dolch ab. Somit kann der Fluch gebrochen werden, an dem der König durch Clementianna leidet, und er kehrt - ohne Erinnerungen an die Zeit, in der er eine Bestie war - wieder zurück.

Währenddessen bezahlt Clementianna den Preis für die Hexereien des Zauberspiegels, indem sie alt und hässlich wird.

Nachdem der König den tapferen Zwergen und dem Prinzen einen Wunsch gewährt, hält Alcott um Schneewittchens Hand an. Die beiden heiraten, und die nun gealterte Stiefmutter Schneewittchens versucht, ihre Stieftochter mit einem vergifteten Apfel zu töten. Schneewittchen durchschaut jedoch die List und isst den Apfel nicht. Zum Abschluss sieht man die Zwerge, wie sie ihre alten Berufe wieder ausüben, und Schneewittchen beginnt das Lied I Believe in Love zu singen und im Bollywood-Stil zu tanzen.

Produktion[Bearbeiten]

Anfang Juni 2010 wurde bekannt, dass Relativity Media eine Neuverfilmung des Märchens Schneewittchen drehen will.[3]

Der Film hatte ein Budget von 85 Millionen US-Dollar. Drehbeginn war am 20. Juni 2011 in Québec unter dem Arbeitstitel Untitled Snow White Project.[4] und dauerten bis Mitte September 2011.[5] Am 4. November 2011 wurde der Film als Mirror Mirror betitelt.[6] Der erste Trailer war ab dem 30. November 2011 zu sehen.[7]

Der Film erschien wenige Monate vor Snow White and the Huntsman, einem Film, der ebenfalls auf dem Märchen Schneewittchen basiert, und wenige kurze Zeit nach Grimm’s Snow White, einem Mockbuster zu beiden Filmen. Somit erschienen 2012 mindestens drei Schneewittchenfilme in den USA.

Besetzung[Bearbeiten]

Als erste Darstellerin konnte Julia Roberts als böse Königin Clementianna verpflichtet werden.[8] Am 26. Mai 2011 wurde Armie Hammer für die Rolle des Prinzen gecastet.[9] Er konnte damit James McAvoy und Alex Pettyfer ausstechen, die sich auch für die Rolle beworben hatten.[10] Die Rolle der Schneewittchen ging am 26. Mai 2011 an Lily Collins,[11] nachdem ursprünglich Saoirse Ronan für die Rolle vorgesehen war. Letzten Endes war den Produzenten jedoch der Altersunterschied zwischen ihr und Armie Hammer zu groß (er war 24 und sie war 17). Auch Felicity Jones wurde die Rolle angeboten, die sie aber ablehnte.[12]

Synchronisation[Bearbeiten]

Synchronsprecher sind unter anderen:[13]

Rolle Darsteller Deutsche Sprecher
Königin Clementianna Julia Roberts Daniela Hoffmann
Schneewittchen Lily Collins Victoria Frenz
Prinz Alcott Armie Hammer Sascha Rotermund
Bäckerin Margaret Mare Winningham Cathlen Gawlich
Brighton Nathan Lane Lutz Schnell
Charles Renbock Robert Emms Konrad Bösherz

Veröffentlichung[Bearbeiten]

Der Film erschien am 5. April 2012 in Deutschland und zuvor am 30. März in seinem Herkunftsland, den Vereinigten Staaten. Am 15. März erschien der Film bereits auf den Philippinen, in Israel, Ungarn und Slowenien.

Rezeption[Bearbeiten]

Erfolg[Bearbeiten]

Bei Produktionskosten von 85 Millionen US-Dollar spielte der Film bis zum 16. August 2012 etwa 163 Millionen US-Dollar wieder ein.[14] Am Eröffnungstag spielte der Film in den USA 11 Millionen US-Dollar ein[15] Der Film landete auf dem vierten Platz hinter Die Tribute von Panem – The Hunger Games, American Pie: Das Klassentreffen und Titanic 3D.

Am Startwochenende sahen den Film 170.000 Zuschauer in den deutschen Kinos. Er belegte damit nach Die Tribute von Panem – The Hunger Games, Türkisch für Anfänger, Titanic 3D und Ziemlich beste Freunde den fünften Platz.[16]

Kritik[Bearbeiten]

„Gute und teilweise unverbrauchte Schauspieler, herrlich witzige Dialoge, gute, handgemachte Action und wunderbare Bilder und Kostüme sprechen für diesen unkonventionellen Märchenfilm. „Spieglein, Spieglein“ legt die interne Schneewittchen-Messlatte hoch und entlässt die märchenaffinen Zuschauer mit einem breiten Lächeln. Der Film kommt am 5. April in die deutschen Kinos. „Snow White & The Huntsman“ mit Charlize Theron als Königin, Kristen Stewart als Snow White und Chris Hemsworth als Jäger kommt am 31. Mai 2012 als Kontrast zu dieser Version in die Kinos. Allerdings muss sich der Film durch den gewählten düsteren und ernsthafteren Grundtenor gegen diese fröhliche und beschwingte Gute-Laune-Version von „Spieglein, Spieglein“ und Regisseur Singh erst noch beweisen. Auf dem Papier und durch die involvierten Schauspieler hat „Snow White & The Huntsman“ wahrscheinlich kommerziell die Nase vorn - das macht „Spieglein, Spieglein“ aber nicht weniger sehenswert.“

Filmjunkies.de[17]

„Augenscheinlich geht es um Schönheit, tatsächlich aber um Schnelligkeit in Singhs verspielter, vorwiegend heiterer Adaption, die acht Wochen früher als "Snow White and the Huntsman", die deutlich düsterer und als Franchise angelegte Action- und Fantasyvariante des Grimmschen Bausatzes, in die Kinos kommt und nicht zuletzt zur Einhaltung dieses Zeitvorteils die ursprünglich geplante Dreidimensionalität aufgegeben hat. Motor des neuen Märchenbooms ist Disneys Megahit "Rapunzel – Neu verföhnt", der wohl auch die selbstbewusstere und kämpferische Titelheldin, dargestellt von Musiker Phil Collins' Tochter Lily, inspiriert hat. Die wahre Geschichte von Schneewittchen entfernt sich von der Vorlage, macht den Prinzen zum gut gebauten, im Wirkungsgrad aber überschaubar maskulinen Ken-Klon, die sieben Zwerge zu lustigen Räubern im Geiste von Terry Gilliams "Time Bandits", benutzt die Grimmschen Motive von Neid und Eifersucht, verzichtet aber auf Todesschlaf und andere Horrorelemente des Klassikers. Das reduziert familienfreundlich den Schrecken, aber auch die Intensität der Emotionen bei dieser Neuinterpretation, die zwischen entspannt und manchmal auch albern immer Komödie bleibt.“

Kino.de[18]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabe der FSK
  2. Freigabe der Jugendmedienkommission
  3. http://www.cinefacts.de/kino-news/21774-regisseur-brett-ratner-dreht-schneewitchen-neu.html Regisseur Brett Ratner dreht "Schneewittchen" neu.
  4. http://blogs.orlandosentinel.com/entertainment_movies_blog/2011/06/relativity-starts-shooting-its-snow-white-on-monday.html (19. März 2012)
  5. http://www.themoviepool.com/audience/newsroom/item/1679-mirror-mirror-the-official-title-of-tarsem-singhs-snow-white-movie.html (19. März 2012)
  6. Tarsem's Snow White Film Officially Gets a Name (Version vom 15. Juli 2012 im Webarchiv Archive.today)
  7. http://trailers.apple.com/trailers/independent/mirrormirror/ (19. März 2012)
  8. Julia Roberts soll die Böse Königin in "Snow White" spielen
  9. Armie Hammer cast as prince in 'Snow White'
  10. Mirror Mirror (2012) NEWS
  11. Tarsem Singhs "Snow White" wird besetzt
  12. Felicity Jones: rising star
  13. Spieglein Spieglein - Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen. Spielfilm (2012). Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 21. März 2012.
  14. Mirror Mirror. Box Office Mojo, abgerufen am 26. Oktober 2012.
  15. Kinocharts US: Die Tribute von Panem siegen auch am dritten Wochenende
  16. "Titanic 3D" dampft auf Platz drei der Kino-Charts
  17. Spieglein, Spieglein – Review. Filmjunkies.de, abgerufen am 14. April 2012.
  18. Kritik zu "Spieglein, Spieglein - Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen". Kino.de, abgerufen am 14. April 2012.