Sean Bean

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Sean Bean (* 17. April 1959 in Sheffield, England als Shaun Mark Bean) ist ein britischer Schauspieler.

Beans künstlerische Tätigkeit erstreckt sich auf Theater, Radio, Musikvideos, Fernsehen und Film. Sein Markenzeichen sind zwielichtige, meist sehr facettenreiche und komplexe Charaktere und der häufige Tod seiner Rollen.

Werdegang[Bearbeiten]

Sean Bean wurde in Sheffield als Sohn des Eigentümers eines großen Metallverarbeitungsbetriebes geboren. Mit einer jüngeren Schwester wuchs Bean in gutbürgerlichen Verhältnissen im Sheffielder Stadtteil Handsworth auf. 1975 verließ er die Gesamtschule mit zwei O Levels in Englisch und Kunst. Bevor er Schauspieler wurde, arbeitete Bean in der Firma seines Vaters und in einem Supermarkt als Käseverkäufer. 1981 wurde Bean in London bei der Royal Academy of Dramatic Art als Stipendiat ausgewählt und schloss hier seine Ausbildung 1983 mit Auszeichnung ab.

Seinen ersten Bühnenauftritt hatte er 1983 im Watermill Theatre in Newbury, Berkshire, als Tybalt in Romeo und Julia. Als Mitglied der Royal Shakespeare Company folgten zahlreiche weitere Theaterrollen und 1986 seine erste Filmrolle in dem Film Caravaggio. Seit den späten 1980er und den frühen 1990er Jahren wurde er ein aktiver Fernsehdarsteller und spielte unter anderem mehrfach in Produktionen von BBC mit. 1996 spielte er in dem Sportdrama Immer wieder samstags die Hauptrolle des Fußballspielers Jimmy Muir, was auch damit zusammenhing, dass Bean ursprünglich selber Profifußballer werden wollte.

Bekanntheit erlangte Bean auch durch die Hauptrolle des Richard Sharpe, die er seit 1993 in der ITV-Serie Die Scharfschützen verkörperte. Die Serie wurde besonders in Großbritannien mit großem Erfolg ausgestrahlt. Bean selbst verbindet nach eigener Aussage sehr viel mit der Rolle, auch wenn er zwischenzeitlich so sehr mit ihr identifiziert wurde, dass seine sonstige Karriere ins Stocken geriet.[1]

Den Eintritt nach Hollywood schaffte Bean 1994 mit der amerikanischen Serie Scarlett. Bereits 1992 verkörperte er in Die Stunde der Patrioten die Rolle des Hauptschurken in Form eines irischen Terroristen an der Seite von Harrison Ford. 1995 spielte er dann in Goldeneye erneut die Rolle des Bösewichts Alec Trevelyan, womit ihm der endgültige Durchbruch gelang. Die Jahre danach war Sean Bean in Filmen wie Ronin, Sag kein Wort, Das Vermächtnis der Tempelritter und Die Insel in weiteren Hauptrollen, zumeist wieder die des Gegenspielers, zu sehen.

Seine bisher wohl bekannteste Rolle spielte er als Boromir in Peter Jacksons Filmtrilogie Der Herr der Ringe nach den Büchern von J.R.R. Tolkien. Wie der Großteil des restlichen Schauspielerteams ließ auch Bean sich ein Tattoo in Form des Wortes „nine“ an der Schulter anbringen. 2004 spielte er in Wolfgang Petersen Epos Troja die Rolle des Odysseus.

Im Winter 2002/2003 kehrte er in einer Aufführung des Shakespeare-Stücks Macbeth im Londoner West End auf die Bühne zurück. Er hatte auch einen Auftritt im Musikvideo zu We Are All Made of Stars von Moby; in diesem Video sitzt er in einem DeLorean-Sportwagen.

2008 kehrte Bean auf die Fernsehbildschirme zurück. Bereits abgedreht ist eine neue Folge der in England erfolgreichen Sharpe-SerieSharpe's Peril. In der US-amerikanischen Neuverfilmung des Klassikers Robinson Crusoe, der als TV-13-Teiler konzipiert ist, spielt Bean Crusoes Vater. Im Sommer 2009 filmte Bean den Mittelalter-Horror-Thriller Black Death in Deutschland. Außerdem spielte er 2011 die Hauptrolle des Eddard Stark in der ersten Staffel der US-Serie Game of Thrones. Im Mai 2012 bekam er die Rolle eines Naziwissenschaftlers in Robert Shaun Smiths Nazi-Horrorkomödie The 4th Reich.

In der deutschen Synchronisation wird Bean meistens von Torsten Michaelis synchronisiert.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Für seine Darstellung in Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs gewann Sean Bean 2004 drei Awards von der Screen Actors Guild, der National Board of Review und der Broadcast Film Critics Association.

Von den Hochschulen seiner Geburtsstadt, der Sheffield Hallam University und der University of Sheffield, bekam Bean bereits zweimal den Ehrendoktor-Titel verliehen. 1997 bei der ersten und 2007 bei der zweiten für Englische Literatur. Zudem gilt er nach dem Fußballer Gordon Banks als zweitwichtigste Berühmtheit seiner Heimatstadt.

Persönliches[Bearbeiten]

Bean war viermal verheiratet und hat drei Töchter.

  • Seine erste, 1981 geschlossene Ehe mit Debra James blieb kinderlos.
  • Mit der Schauspielkollegin Melanie Hill war er von Februar 1990 bis August 1997 verheiratet; sie spielte in Immer wieder samstags seine Schwester. Aus dieser Ehe stammen zwei Töchter.
  • Mit Schauspielkollegin Abigail Cruttenden war Bean von November 1997 bis Juli 2000 verheiratet, aus dieser Ehe stammt eine Tochter. Bean und Cruttenden hatten sich 1996 bei den Dreharbeiten zu der TV-Serie Die Scharfschützen kennengelernt, bei der sie in vier Episoden gemeinsam vor der Kamera standen.
  • Im Februar 2008 heiratete er seine Schauspielkollegin Georgina Sutcliffe. Die Trennung erfolgte im Sommer 2010 und ein Londoner Gericht sprach am 21. Dezember desselben Jahres die Scheidung aus. Die Ehe kriselte schon nach acht Monaten und Bean war verhaftet worden, weil aus einem Streit eine Prügelei geworden war.[2][3]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sean Bean – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 'I felt like a has-Bean without Sharpe': Sean Bean returns to the TV colonel which made his name. dailymail.co.uk, 30. Oktober 2008, abgerufen am 3. Dezember 2014 (englisch).
  2. Sean and Georgina finally wed in low-key London ceremony. Hello-Magazine.com, 20. Februar 2008, abgerufen am 4. Januar 2011 (englisch).
  3. Sean Bean: Scheidung zu Weihnachten. ProSieben, 21. Dezember 2010, abgerufen am 4. Januar 2011.