Tata Nano
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| Tata | |
|---|---|
| Nano | |
| Hersteller: | Tata |
| Produktionszeitraum: | unbekannt–heute |
| Klasse: | Kleinstwagen |
| Karosserieversionen: | Steilheck, fünftürig |
| Motoren: | 623 cm³ Hubraum (Benziner 24 kW Diesel 20 kW) |
| Länge: | 3.100 mm |
| Breite: | 1.500 mm |
| Höhe: | 1.600 mm |
| Radstand: | 2.230 mm |
| Leergewicht: | ca. 700 kg |
| Vorgängermodell: | keines |
| Nachfolgemodell: | keines |
Der Tata Nano ist ein viersitziger Kleinstwagen des indischen Automobilherstellers Tata Motors. Er wurde auf der 9. New Delhi Auto Expo am 10. Januar 2008 vorgestellt und soll voraussichtlich im September 2008 in Indien auf den Markt kommen.
Das Fahrzeug soll mit einem Kaufpreis von 100.000 Rupien (ca. 1.700 €) das billigste Auto der Welt werden.[1] Dementsprechend war es vor Bekanntgabe seines Markennamens auch als One Lakh Car (Einhunderttausend-Auto) bekannt.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Technik
Es ist mit einem Zweizylinder-Motor im Heck ausgerüstet. Die Benzinversion hat einen Hubraum von 623 cm³ und entwickelt eine Leistung von 24 kW (33 PS), der Dieselmotor hat denselben Hubraum, jedoch nur 20 kW (28 PS); dem Vernehmen nach sind beide wassergekühlt[2]. Das Getriebe hat vier Gänge und stammt von dem indischen Zweiradhersteller Kinetic. Eine Version mit stufenlosem Getriebe desselben Herstellers ist auch vorgesehen, gilt als billige Lösung und hält den Motor in einem günstigen Drehzahlbereich.[3][4][5] Laut Angaben des Herstellers soll er die Euro-IV-Norm erfüllen und es werde auch ein Export nach Europa überlegt.[6] Externen Experten scheint ein Export nach Westeuropa allerdings nicht wahrscheinlich, da die dort vorgeschriebenen Sicherheitsstandards zumindest zu diesem Preis nicht eingehalten werden können.[7] Spekulationen der Fachzeitschrift Autobild sprechen von einer möglichen Markteinführung in Europa mit Hilfe des italienischen Autobauers Fiat.[8]
Ausrüster bzw. Teilelieferanten:
- Bosch liefert die Einspritztechnik, Bremssysteme und Teile der Autoelektrik, [9]
- Freudenberg die Motoraufhängung,[10]
- Mahle liefert die Nockenwelle,[11]
- Sekurit sämtliche Scheiben, [12]
- ZF Friedrichshafen die Spurstangen.
- Kinetic Getriebe
Der Verbrauch soll bei der Benzinversion (24 kW) bei etwa 5 l/100 km [13] liegen und das Fahrzeug zu einer Höchstgeschwindigkeit von über 100 km/h befähigen. Das Auto ist 3,10 m lang, 1,50 m breit und 1,60 m hoch.[1] Der Kofferraum, welcher „Platz für eine Aktentasche“ bietet, befindet sich vor der Vorderachse.[14]
Ermöglicht wird der günstige Preis hauptsächlich durch folgende Faktoren:
- Kein Einbau von Komfortelementen (Servolenkung, zweiter Seitenspiegel, Klimaanlage, Autoradio, elektrische Fensterheber)
- Verzicht auf einige Sicherheitstechnologien (Airbags, ABS)
- Größtmöglicher Anteil an Kunststoff- statt Metallblechverarbeitung
- Geklebte anstelle geschweißter Chassis- und Karosserieverbindungen
- Geringe Arbeits- und Materialkosten im Produktionsland Indien
Tata Motors erwartet eine Nachfrage von jährlich einer Million Fahrzeugen und möchte zum Verkaufsstart 250.000 Wagen herstellen.[1]
[Bearbeiten] Kontroversen
Kritiker meinen, dass der Tata Nano durch seinen außerordentlich niedrigen Preis eine Massenmotorisierung in Indien und weiteren Schwellenländern ermöglichen werde, was den Ausstoß an Treibhausgasen erhöhen und damit zum Klimawandel beitragen werde. So meinte der Inder und Vorsitzende des IPCC Rajendra Pachauri, dass ihm der Tata Nano „Albträume bereite“. Demgegenüber meint Tata Motors, dass der Treibstoffverbrauch des vollbesetzten Wagens kaum höher sei als bei den ansonsten hauptsächlich gekauften Motorrädern. Auch dürfe man Entwicklungs- und Schwellenländern das Recht auf motorisierte Mobilität nicht absprechen, solange die Industrieländer diese in viel größerem Ausmaß in Anspruch nehmen.
Die Fabrik für den Tata Nano sollte in Singur in Westbengalen entstehen. Nach Protesten der Bevölkerung stellte das Unternehmen die Bauarbeiten für das Werk Ende August 2008 ein und prüfte die Möglichkeit anderer Standorte.[15]. Am 3. Oktober 2008 erklärte Tata, den Standort in Singur endgültig aufzugeben[16][17][18].
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ a b c Tata Nano: Das „Volksauto“ ist da sueddeutsche.de, 10.01.2008
- ↑ http://www.tata.com/tata_motors/media/20080121.htm
- ↑ http://www.alle-autos-in.de/tata/tata_nano__a23179.shtml
- ↑ http://www.indiacar.net/news/n65880.htm
- ↑ http://autos.maxabout.com/cvid0000548/tata_jeh_1_lakh_rupee_car_petrol.aspx
- ↑ http://www.autobild.de/artikel/billigauto-tata-nano_523613.html
- ↑ Deutsche Autobauer dürfen Trend nicht verschlafen sueddeutsche.de 09.01.2008
- ↑ http://www.autobild.de/artikel/billigauto-tata-nano_523613.html
- ↑ Bosch liefert Teile
- ↑ Motoraufhängung von Freudenberg
- ↑ Stuttgarter Zeitung vom 19.05.2008, S.11
- ↑ http://motorzeitung.de/6591/news/saint-gobain-sekurit-liefert-die-scheiben-fuer-den-tata-nano/
- ↑ Tata Motors: "Ratan Tata's speech at the unveiling ceremony of the 'Nano'"
- ↑ http://www.nytimes.com/2008/01/08/business/worldbusiness/08indiacar.html?_r=2&oref=slogin&oref=slogin
- ↑ n-tv.de, Nano ohne Produktionsstätte - Tata stoppt Werksbau, 3. Sept. 2008
- ↑ http://www.welt.de/wirtschaft/article2526746/Tata-gibt-Fabrik-fuer-Billig-Auto-Nano-auf.html
- ↑ http://www.autocar.co.uk/News/NewsArticle/AllCars/235270/
- ↑ http://economictimes.indiatimes.com/Singur_exit_Tata_not_to_reconsider_decision/articleshow/3557557.cms
[Bearbeiten] Weblinks
- Offizielle Website des Tata Nano
- Indischer Konzern Tata stellt das billigste Auto der Welt vor auf heise online vom 10. Januar 2008
- Nachrichtenmeldung im ORF
- Englischer Versionsvergleich
- Spiegel.de über Tata Nano und Umweltaspekte
- Dietmar H. Lamparter: Bosch macht die Inder stark in der Zeit vom 15. Mai 2008

