Unabhängige Olympiateilnehmer

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Meist wird für unabhängige Olympiateilnehmer die Olympische Flagge gehisst

Der Begriff unabhängige Olympiateilnehmer (englisch Independent Olympic Athletes oder Independent Olympic Participants) wird bei Olympischen Spielen verwendet, um ein Team oder einzelne Sportlerinnen oder Sportler zu bezeichnen, die antreten, ohne eine Nation zu repräsentieren. Dies kann theoretisch vorkommen, wenn ihr Herkunftsland unbekannt ist oder wenn es von der Teilnahme an Olympischen Spielen ausgeschlossen ist. Das Mannschaftskürzel für diese Teilnehmer ist „IOP“ (Independent Olympic Participants) oder „IOA“ (Independent Olympic Athletes bzw. bei den Spielen 2000 Individual Olympic Athletes).

Olympische Sommerspiele 1992 (IOP)[Bearbeiten]

Bei den Olympischen Sommerspielen 1992 in Barcelona stand Jugoslawien, das nur noch aus den Republiken Serbien und Montenegro bestand, unter Sanktionen der Vereinten Nationen. Diese verboten die Teilnahme von „Personen […] die […] Jugoslawien repräsentieren“ an Sportwettkämpfen. Dennoch einigten sich IOC und NOK darauf, dass einzelne jugoslawische Sportlerinnen und Sportler als „unabhängige Teilnehmer“ antreten durften. Dies wurde von der UNO akzeptiert. Insgesamt starteten 58 unabhängige Teilnehmer (39 Männer und 19 Frauen) aus dem ehemaligen Jugoslawien.

Drei unabhängige Athleten gewannen Medaillen bei Schießwettbewerben:

Olympische Sommerspiele 2000 (IOA)[Bearbeiten]

An den Olympischen Sommerspielen 2000 in Sydney nahmen vier Sportler (drei Männer und eine Frau) aus Osttimor teil. Da das Gebiet noch unter Verwaltung der UNO stand, und der Staat erst 2002 anerkannt wurde, marschierten sie als vorletzte Mannschaft unter der Flagge des IOC, die vom Boxer Victor Ramos getragen wurde, ein.

Olympische Sommerspiele 2012 (IOA)[Bearbeiten]

Bei den Olympischen Sommerspielen 2012 in London ergab sich in zwei Fällen eine Situation, die zum Status unabhängiger Teilnehmer führte. Dem NOK der Niederländischen Antillen war durch die Eingliederung der Inselgruppe in die Niederlande die Rechtsgrundlage entzogen. Jedoch konnten insgesamt drei Athleten, die sich für die Olympischen Spiele qualifiziert hatten, an diesen teilnehmen.

In dem 2011 unabhängig gewordenen Staat Südsudan bestanden noch keine Sportinfrastruktur und kein Nationales Olympisches Komitee. Der in den USA lebende Marathonläufer Guor Marial hatte sich jedoch für die Wettkämpfe in London qualifiziert und startete als unabhängiger Teilnehmer.

Olympische Winterspiele 2014 (IOP)[Bearbeiten]

Bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi gingen die indischen Teilnehmer als unabhängige Teilnehmer an den Start. Diese Situation ergab sich, weil das dortige Nationale Olympische Komitee durch das IOC suspendiert wurde, um Einmischungen durch die Politik zu ahnden.[1] Am 11. Februar 2014 wurde die Suspendierung mit sofortiger Wirkung aufgehoben, sodass die Athleten in den weiteren Wettkämpfen unter der Fahne Indiens starten durften.[2] Das war das erste Mal, dass das IOC die Suspendierung eines Nationalen Olympischen Komitees während Olympischer Spiele aufgehoben hat.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. http://zeenews.india.com/sports/others/sochi-games-four-indian-skiers-to-go-as-independent-athletes_777046.html
  2. http://www.sueddeutsche.de/news/sport/olympia-indien-wieder-teil-der-olympischen-familie-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-140211-99-00906: Indien wieder Teil der olympischen Familie