Olympische Geschichte Neuseelands

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Olympische Ringe

NZL

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Goldmedaillen Silbermedaillen Bronzemedaillen
42 19 39

Neuseeland, dessen NOK, das New Zealand Olympic Committee, 1911 gegründet wurde, nahm an allen Sommerspielen seit 1920 teil, wobei 1908 und 1912 australische und neuseeländische Athleten zusammen unter der Bezeichnung Australasien antraten. Bei den Winterspielen war Neuseeland erstmals 1952 vertreten. Bis auf 1956 und 1964 wurden neuseeländische Sportler zu allen folgenden Winterspielen geschickt. Neuseelands Teilnahme an den Sommerspielen 1976 führte zu einem Boykott von 16 afrikanischen Ländern, weil die neuseeländische Rugby-Union-Nationalmannschaft gegen den internationalen Sportbann gegen den Apartheid-Staat Südafrika verstieß und dort antrat.

Insgesamt wurden 1188 Teilnehmer entsandt, davon 379 Frauen. 1900 nahm der Schwimmer Victor Lindberg in einer gemischten Mannschaft am Wasserballturnier teil und gewann mit seinem Team die Goldmedaille. Neuseeländische Sportler gewannen insgesamt 100 Medaillen, davon eine Silbermedaille bei Winterspielen.

Erster Medaillengewinner war der Ruderer Darcy Hadfield. Am 29. August 1920 gewann er Bronze im Einer. Erster Olympiasieger wurde am 11. August 1928 der Boxer Ted Morgan im Weltergewicht. Bei den Frauen wurde Yvette Williams am 23. Juli 1952 im Weitsprung erste neuseeländische Medaillengewinnerin und zugleich Olympiasiegerin. Die Skirennläuferin Annelise Coberger gewann 1992 mit ihrer Silbermedaille im Slalom als erster Teilnehmer der südlichen Erdhalbkugel eine Medaille bei Winterspielen.

Mit vier Olympiasiegen ist der Kanute Ian Ferguson der erfolgreichste Teilnehmer Neuseelands. Der Vielseitigkeitsreiter Mark Todd ist im Hinblick auf die Medaillenausbeute (sechs Medaillen: zwei Gold-, eine Silber- und drei Bronzemedaillen) noch erfolgreicher. Erfolgreichste Frauen sind die Doppelolympiasiegerinnen Valerie Adams im Kugelstoßen sowie die Zwillingsschwestern Caroline und Georgina Evers-Swindell im Rudern. Von der Medaillenanzahl her erfolgreicher ist die Windsurferin Barbara Kendall mit jeweils einer Gold-, Silber- und Bronzemedaille.

Der jüngste Teilnehmer in der olympischen Geschichte Neuseelands war 1976 die Schwimmerin Rebecca Perrott, die im Alter von 15 Jahren über 100, 200 und 400 Meter Freistil an den Start ging. Über 400 Meter wurde sie im Finale Vierte. Ältester Athlet war 1956 der Segler William Swinnerton, der im Alter von 56 Jahren Crewmitglied auf der Red Dragon war, die in der Drachen-Klasse den 12. Platz belegte.

Übersicht[Bearbeiten]

Jahr Flaggenträger Teilnehmer Männer Frauen Sportarten Goldmedaillen Silbermedaillen Bronzemedaillen Gesamt
1920 Antwerpen Harry Wilson 4 3 1 3 1 1
1924 Paris Arthur Porritt 4 3 1 3 1 1
1928 Amsterdam Arthur Porritt 9 6 3 3 1 1
1932 Los Angeles John Macdonald 21 20 1 4 1 1
1936 Berlin Jack Lovelock 7 7 0 3 1 1
1948 London Harry Nelson 7 6 1 5
1952 Oslo Austin Hayward 3 2 1 1
1952 Helsinki Harold Cleghorn 14 12 2 5 1 2 3
1956 Melbourne Richie Johnston 51 43 8 9 2 2
1960 Squaw Valley Bill Hunt 4 2 2 1
1960 Rom Les Mills 37 33 4 9 2 1 3
1964 Tokio Peter Snell 64 56 8 11 3 2 5
1968 Grenoble Thomas Huppert 6 4 2 1
1968 Mexiko-Stadt Don Oliver 52 47 5 8 1 2 3
1972 Saporro Alan Ward 2 2 0 1
1972 München Les Mills 89 82 7 14 1 1 1 3
1976 Innsbruck Stuart Blakely 5 3 2 1
1976 Montreal David Aspin 80 71 9 13 2 1 1 4
1980 Lake Placid Stuart Blakely 5 3 2 1
1980 Moskau Brian Newth 4 4 0 2
1984 Sarajewo Markus Hubrich 6 4 2 1
1984 Los Angeles John Walker 130 98 32 18 8 1 2 11
1988 Calgary Simon Lyle Wi Rutene 9 7 2 3
1988 Seoul Ian Ferguson 83 67 16 16 3 2 8 13
1992 Albertville Chris Nicholson 6 5 1 2 1 1
1992 Barcelona Mark Todd 134 92 42 17 1 4 5 10
1994 Lillehammer Tony Lee Smith 7 5 2 2
1996 Atlanta Barbara Kendall 95 66 29 15 3 2 1 6
1998 Nagano Peter Henry 8 4 6 6
2000 Sydney Blyth Tait 147 77 70 18 1 3 4
2002 Salt Lake City Angie Paul 10 7 3 5
2004 Athen Beatrice Faumuina 148 81 67 18 3 2 5
2006 Turin Sean Becker 15 10 5 5
2008 Peking Mahé Drysdale 178 96 82 17 3 2 4 9
2010 Vancouver Juliane Bray 16 9 7 8
2012 London Nick Willis 178 96 82 16 6 2 5 13

Weblinks[Bearbeiten]

  • Neuseeland in der Datenbank von Sports-Reference.com (englisch)
  • Neuseeland auf Olympic.org - The Official website of the Olympic movement (englisch)