Untereisesheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Untereisesheim
Untereisesheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Untereisesheim hervorgehoben
49.2105555555569.2019444444444158Koordinaten: 49° 13′ N, 9° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Heilbronn
Höhe: 158 m ü. NHN
Fläche: 3,67 km²
Einwohner: 4143 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1129 Einwohner je km²
Postleitzahl: 74257
Vorwahl: 07132
Kfz-Kennzeichen: HN
Gemeindeschlüssel: 08 1 25 096
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstraße 1
74257 Untereisesheim
Webpräsenz: www.untereisesheim.de
Bürgermeister: Bernd Bordon (parteilos[2])
Lage der Gemeinde Untereisesheim im Landkreis Heilbronn
Abstatt Abstatt Bad Friedrichshall Bad Rappenau Bad Wimpfen Beilstein Beilstein Beilstein Brackenheim Cleebronn Eberstadt Ellhofen Ellhofen Eppingen Erlenbach Flein Gemmingen Güglingen Gundelsheim Hardthausen am Kocher Heilbronn Ilsfeld Ittlingen Jagsthausen Jagsthausen Kirchardt Langenbrettach Lauffen am Neckar Lauffen am Neckar Lehrensteinsfeld Leingarten Löwenstein Löwenstein Löwenstein Massenbachhausen Möckmühl Neckarsulm Neckarwestheim Neudenau Neuenstadt am Kocher Nordheim Obersulm Oedheim Offenau Pfaffenhofen Roigheim Schwaigern Siegelsbach Talheim Untereisesheim Untergruppenbach Weinsberg Widdern Wüstenrot ZaberfeldKarte
Über dieses Bild
Der Neckar bei Untereisesheim

Untereisesheim ist eine Gemeinde im Landkreis Heilbronn in Baden-Württemberg.

Geografie[Bearbeiten]

Untereisesheim liegt nördlich von Heilbronn am Neckar.

Nachbarstädte[Bearbeiten]

Die drei Nachbarstädte Untereisesheims sind (im Uhrzeigersinn, beginnend im Süden): Neckarsulm (mit dem Stadtteil Obereisesheim), Bad Wimpfen und Bad Friedrichshall. Alle gehören zum Landkreis Heilbronn. Mit Neckarsulm und Erlenbach ist Untereisesheim eine Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft eingegangen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zu Untereisesheim gehören keine weiteren Ortsteile oder Orte im geographischen Sinne.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Untereisesheim wird 767 als Eisesheim im Lorscher Codex erstmals erwähnt. 1243 werden Herren von Eisesheim als Lehnsleute der Herren von Weinsberg genannt. Auf sie geht das heutige Gemeindewappen zurück. 1461 kaufen die Herren von Lomersheim Untereisesheim. 1529 schließen diese sich samt ihren Untertanen der Reformation an.

Im Dreißigjährigen Krieg findet am 6. Mai 1622 zwischen Bad Wimpfen und Untereisesheim die Schlacht bei Wimpfen mit Tausenden von Toten statt. Unter anderem fällt auch der württembergische Herzog Magnus auf Seiten der evangelischen Unionstruppen. 1655 wird der Ort an den Herzog von Württemberg verkauft.

Noch 1925 werden nur ca. 600 Einwohner gezählt, 1939 sind es 692 und Ende 1945 sind es 790.[4] Im Jahr 1959 gibt es rund 1000 Einwohner. Mit der Errichtung von großflächigen Neubaugebieten ab ca. 1960 steigt die Bevölkerung signifikant an: 1973 zweitausend, 1985 dreitausend und 2005 schließlich viertausend Einwohner. In der Kommunalreform der 1970er-Jahre kann Untereisesheim seine Selbstständigkeit bewahren.

Religionen[Bearbeiten]

Untereisesheim ist seit der Reformation traditionell evangelisch geprägt. Es gibt eine eigene evangelische Kirchengemeinde, ihre Pfarrkirche ist die Kunibert-Kirche. Für die katholischen Christen ist die Katholische Kirchengemeinde St. Dionysius in Neckarsulm zuständig. Seit 1992 gibt es im Ort mit der Kirche St. Franziskus auch ein katholisches Kirchengebäude.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Am 25. März 2012 wurde im zweiten Wahlgang Bernd Bordon mit 48,98 Prozent der Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Seine achtjährige Amtszeit begann am 1. Juni 2012.[5] Die letzten Amtsjahre seines Vorgängers Jens Uwe Bock waren von Auseinandersetzungen zwischen Bürgermeister und Gemeinderat geprägt.[6]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Rathaus in Untereisesheim

Der Gemeinderat hat 14 Mitglieder. Die letzten Kommunalwahl am 7. Juni 2009 brachte folgendes Ergebnis:

  FWV     6 Sitze  (38,7 %)
  SPD     4 Sitze  (25,6 %)
  UBU1     2 Sitze  (18,6 %)
  CDU     2 Sitze  (17,2 %)

1Unabhängige Bürger Untereisesheim

Die Wahlbeteiligung lag bei 54,76 %.

Weiteres Mitglied des Gemeinderates und dessen Vorsitzender ist der Bürgermeister.

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Wappen Untereisesheims

Die Blasonierung des Untereisesheimer Wappens lautet: In Schwarz zwei schräg gekreuzte silberne Hellebarden. Die Flagge der Gemeinde ist Weiß-Schwarz.

Die Untereisesheimer Dienstsiegel zeigten ab etwa 1820 im Wappenschild neben den drei württembergischen Hirschstangen ein Hufeisen, das wohl als redendes Wappen den Ortsnamen symbolisieren sollte. Auch auf dem Brunnen von 1865 vor dem Rathaus ist das Hufeisen als Ortswappen angebracht. Die württembergische Archivdirektion schlug der Gemeinde 1918 das neue Wappen vor, die es seit 1946 führt. Vorbild des Wappens ist ein Siegel des Wilhelm von Eisesheim von 1382. Wappen und Flagge wurden der Gemeinde am 4. März 1963 vom baden-württembergischen Innenministerium verliehen.[7]

Partnergemeinde[Bearbeiten]

Partnergemeinde Untereisesheims ist seit 1995 die Gemeinde Durtal im Département Maine-et-Loire, Frankreich.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kunibert-Kirche
  • Die evangelische Kunibert-Kirche ist seit dem späten Mittelalter urkundlich belegt. Ihr Turm stammt von 1561, das Kirchenschiff wurde 1738 neu errichtet. Die Kunstschätze der schlichten Kirche sind einige historische Grabplatten der Herren von Lomersheim sowie ein schmuckvolles neuzeitliches Altarfenster. Das benachbarte Pfarrhaus wurde 1771 neu errichtet.
  • Die katholische Kirche St. Franziskus am Kelterplatz wurde 1992 erbaut. Am Kelterplatz befinden sich außerdem ein Figurenbrunnen von Karl-Ulrich Nuss und die im Jahr 2000 aufgestellte Stahlskulptur Kleine Europa des Künstlers Wolfgang Thiel.[8]
  • Das Rathaus entstand in seiner heutigen Form im Zuge des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Dorfbrunnen beim Rathaus wurde 1865 errichtet und seitdem mehrfach erneuert.
  • Das Kriegerdenkmal zeigt die Namen der Gefallenen von 1914 bis 1918 und wurde nach 1945 um die Namen der Gefallenen und Vermissten 1939 bis 1945 ergänzt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Industrie und Gewerbe[Bearbeiten]

Figurenbrunnen am Kelterplatz

Untereisesheim ist überwiegend Wohngemeinde. Schwerpunkte der Arbeitsplätze der Einwohner sind Heilbronn und Neckarsulm. Seit ca. 1985 haben sich im Gewerbegebiet Kressgraben eine Reihe von mittelständischen Unternehmen angesiedelt.

Landwirtschaft[Bearbeiten]

Die etwas über 200 ha an landwirtschaftlich genutzter Fläche werden zu ca. 90 % als Ackerland genutzt. Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe im Ort ging von 1979 bis 2007 von 16 auf sechs zurück. Davon sind (Stand 2007) zwei Haupterwerbsbetriebe und vier Nebenerwerbsbetriebe.[9]

Untereisesheim ist auch ein traditioneller Weinbauort, dessen Lagen zur Großlage Staufenberg im Bereich Württembergisch Unterland  des Weinbaugebietes Württemberg gehören. Die Anbaufläche ist mit ca. 7 ha jedoch sehr klein.

Verkehr[Bearbeiten]

Untereisesheim liegt unweit der Bundesautobahn 6 (SaarbrückenWaidhaus), Anschlussstelle Heilbronn-Untereisesheim. Mit einem Verkehrsaufkommen von mehr als 10000 Fahrzeugen pro Tag stellt die Ortsdurchfahrt (Landesstraße 1100) eine enorme Belastung für die Gemeinde dar.[10][11] Die geplante Umgehungsstraße wurde vom Regierungspräsidium Stuttgart aus finanziellen Gründen zunächst auf unbestimmte Zeit zurückgestellt.[12]

Der Öffentliche Nahverkehr wird durch Busse abgedeckt, ein Bahnanschluss ist nicht vorhanden.

Medien[Bearbeiten]

Über das Geschehen in Untereisesheim berichtet die Tageszeitung Heilbronner Stimme in ihrer Ausgabe NM, Nord-Mitte. Das wöchentliche Mitteilungsblatt der Gemeinde erscheint im Verlag Nussbaum Medien, Bad Friedrichshall.

Bildung[Bearbeiten]

In Untereisesheim bestehen zwei gemeindliche Kindergärten.

Eine Grundschule befindet sich am Ort. Weiterführende Schulen, die von Schulbussen angefahren werden, sind in Obereisesheim (Hauptschule), Neckarsulm (Realschule, Gymnasium) und Bad Wimpfen (Gymnasium).

Die Gemeindebücherei von Untereisesheim verfügt über einen Bestand von 10000 Medien.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wolfram Angerbauer, Robert Koch: Geschichte von Untereisesheim. Gemeinde Untereisesheim, Untereisesheim 1976

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Alexander Klug: Beim Spaziergang Witterung aufgenommen. In: Heilbronner Stimme. 12. Januar 2012 (bei stimme.de, abgerufen am 27. Juni 2012).
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 119–120
  4. Mitteilungen des Württ. und Bad. Statistischen Landesamtes Nr. 1: Ergebnisse der Einwohnerzählung am 31. Dezember 1945 in Nordwürttemberg
  5.  Friedhelm Römer: Bordon neuer Bürgermeister von Untereisesheim. In: Heilbronner Stimme. 25. März 2012 (bei stimme.de, abgerufen am 27. Juni 2012).
  6.  Alexander Klug: Gemeinsame Beschwerde gegen den Bürgermeister. In: Heilbronner Stimme. 29. Februar 2012 (bei stimme.de, abgerufen am 27. Juni 2012).
  7. Quellen für den Abschnitt Wappen und Flagge:
    Heinz Bardua: Die Kreis- und Gemeindewappen im Regierungsbezirk Stuttgart. Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0801-8 (Kreis- und Gemeindewappen in Baden-Württemberg, 1). S. 132
    Eberhard Gönner: Wappenbuch des Stadt- und des Landkreises Heilbronn mit einer Territorialgeschichte dieses Raumes. Archivdirektion Stuttgart, Stuttgart 1965 (Veröffentlichungen der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg, 9). S. 143
  8. Kleine und große Neuigkeiten zwischen Neckarsteg und Mühlbachsee, Jahr 2000 auf michls.de (abgerufen am 26. Oktober 2008)
  9. Online-Angebot des Stat. Landesamts Baden-Württemberg, Stand 2007
  10. Verkehrswirtschaftliche Untersuchung „Umfahrung Gemeinde Untereisesheim und Stadt Bad Wimpfen“, Analyse 2002, Planungsbüro Bender+Stahl, Ludwigsburg. Verkehrsaufkommen am Ortseingang aus Richtung Obereisesheim: 16803 Fahrzeuge in 24h
  11. Einzelzählung 2008: 11.000 Fahrzeuge, davon 45 % Lkw. Quelle:  Rudolf Landauer: Verkehrsschau stellt Gefahrenzonen in der Hauptstraße fest. In: Heilbronner Stimme. 2. Mai 2008 (bei stimme.de, abgerufen am 5. Juli 2009).
  12. Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 27. Juni 2006

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Untereisesheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien