Wüstenrot

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Wüstenrot, zu gleichnamigen Unternehmen siehe Wüstenrot (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wüstenrot
Wüstenrot
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wüstenrot hervorgehoben
49.0921944444449.4773055555556495Koordinaten: 49° 6′ N, 9° 29′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Heilbronn
Höhe: 495 m ü. NHN
Fläche: 30,02 km²
Einwohner: 6522 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 217 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 71543,
71577 (Hals)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 07945, 07194 (Neulautern)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: HN
Gemeindeschlüssel: 08 1 25 107
Gemeindegliederung: 5 Ortschaften
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Eichwaldstraße 19
71543 Wüstenrot
Webpräsenz: www.gemeinde-wuestenrot.de
Bürgermeister: Timo Wolf (parteilos)
Lage der Gemeinde Wüstenrot im Landkreis Heilbronn
Abstatt Abstatt Bad Friedrichshall Bad Rappenau Bad Wimpfen Beilstein Beilstein Beilstein Brackenheim Cleebronn Eberstadt Ellhofen Ellhofen Eppingen Erlenbach Flein Gemmingen Güglingen Gundelsheim Hardthausen am Kocher Heilbronn Ilsfeld Ittlingen Jagsthausen Jagsthausen Kirchardt Langenbrettach Lauffen am Neckar Lauffen am Neckar Lehrensteinsfeld Leingarten Löwenstein Löwenstein Löwenstein Massenbachhausen Möckmühl Neckarsulm Neckarwestheim Neudenau Neuenstadt am Kocher Nordheim Obersulm Oedheim Offenau Pfaffenhofen Roigheim Schwaigern Siegelsbach Talheim Untereisesheim Untergruppenbach Weinsberg Widdern Wüstenrot ZaberfeldKarte
Über dieses Bild
Blick von Norden auf das Zentrum von Wüstenrot

Wüstenrot ist eine Gemeinde im Mainhardter Wald mit etwa 6600 Einwohnern, mehr als die Hälfte davon in eingemeindeten kleineren Dörfern. Der Ort ist der Gründungsort der gleichnamigen Bausparkasse.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Wüstenrot liegt im Mainhardter Wald im Südosten des Landkreises Heilbronn im Naturraum Schwäbisch-Fränkische Waldberge.[2] Im Gemeindegebiet entspringt die Rot, die das zentrale Gemeindegebiet entwässert. Der Norden des Gemeindegebiets um Maienfels entwässert zur Brettach, während Neulautern im Lautertal liegt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbarstädte und -gemeinden Wüstenrots sind (im Uhrzeigersinn, beginnend im Westen): die Städte Beilstein und Löwenstein (beide Landkreis Heilbronn), Bretzfeld (Hohenlohekreis), Mainhardt (Landkreis Schwäbisch Hall), Großerlach und Spiegelberg (beide Rems-Murr-Kreis) sowie Oberstenfeld (Ortsteil Prevorst, Landkreis Ludwigsburg).

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Wüstenrot besteht aus den fünf Ortschaften (und ehemaligen Gemeinden) Wüstenrot, Finsterrot, Maienfels, Neuhütten und Neulautern. Zu Wüstenrot selbst gehören die Weiler Bernbach, Greuthof, Hasenhof, Schmellenhof, Spatzenhof, Stangenbach, Stollenhof und Weihenbronn sowie die Wohnplätze Chausseehaus, Hals, Horkenbrück und Lohmühle, zu Finsterrot die Wohnplätze Berg, Binsenhof und Dörfle, zu Maienfels die Weiler Berg, Busch, Kreuzle, Oberheimbach, Ochsenhof, Schweizerhof und Walklensweiler sowie die Höfe Blindenmannshäusle und Happbühl, zu Neuhütten die Weiler Bärenbronn, Kühhof, Lauxenhof und Plapphof sowie der Wohnplatz Jägerhaus im Kreuzle, zu Neulautern die Weiler Altlautern und Buchenbach sowie der Wohnplatz Lautertal.[3]

Der zu Wüstenrot gehörende ehemalige Wohnplatz Neuhütte im Joachimstal ist seit 1999 eine Wüstung.[4]

Die Gemeinde Wüstenrot hat (Ende 2006) 4.971 Einwohner, von denen 2.952 im Ortsteil Wüstenrot, 1.675 in Neuhütten, 1.098 in Maienfels, 605 in Neulautern und 467 in Finsterrot leben.[5]

Geschichte[Bearbeiten]

Ersterwähnung Stangenbachs im Codex Eberhardi (ungefähr in der Bildmitte)

In der Nähe der heutigen Gemeinde liegt der Obergermanische Limes, dennoch wurde die Gegend zu römischer Zeit noch nicht besiedelt. Die erste überlieferte Erwähnung einer Ortschaft im Gemeindegebiet ist 779 die Schenkung eines Besitzes in Stangenbach an das Kloster Fulda. Wüstenrot wurde erst 1325 erstmals erwähnt.

Während des 11. und 12. Jahrhunderts gehörte die Gegend den Grafen von Löwenstein. 1277, nach dem Ende der Staufer, erwarben die Grafen von Hohenlohe, die Herren von Weinsberg und die Schenken von Limpurg Einfluss. Die Burg Maienfels über dem Brettachtal fiel an die Herren von Weinsberg, die auch die nahe Burg Böhringsweiler (auf heutiger Gemarkung von Großerlach) besaßen.

Im 14. Jahrhundert besaß ein Rittergeschlecht, das sich nach der Burg benannte, Maienfels. Noch im 14. Jahrhundert starben die Ritter von Maienfels aus, und die Burg fiel 1390 an Wolf von Wunnenstein, genannt „Gleißender Wolf“. Dessen Sohn unternahm Raubzüge gegen reichsstädtische Handelszüge, bis er durch die Stadt Rothenburg gefangen genommen wurde.

Wüstenrot fiel 1504 an Württemberg, während das um 1511 gegründete Finsterrot zu Hohenlohe gehörte. Das Dorf entstand in einer Rodung, die Wendel Hipler, hohenlohischer Kanzler, vornehmen ließ. Zu dieser Zeit gewann die Glasherstellung, die sich der reichen Holzvorräte der umliegenden Wälder bediente, an Bedeutung. Ortsnamen wie Neuhütten erinnern noch heute an diesen Wirtschaftszweig, der bis in das 19. Jahrhundert bestand. Im Dreißigjährigen Krieg wurden die Orte im Mainhardter Wald wie in ganz Württemberg stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Bevölkerung ging teils auf die Hälfte zurück und erreichte erst Jahrzehnte später wieder den alten Stand.

Karte Wüstenrots im Jahr 1765

1772/73 erfasste ein „Silberrausch“ Wüstenrot und Umgebung. Dem naturwissenschaftlich interessierten Prälaten Oetinger aus dem nahen Murrhardt waren Erzproben aus der Wüstenroter Pfaffenklinge überbracht worden. Ein selbsternannter betrügerischer „Bergrat Riedel“ aus Sachsen, der sich damals bei Oetinger aufhielt, behauptete, diese hätten einen hohen Silbergehalt, und konnte Oetinger davon überzeugen, sich für den Betrieb eines Bergwerks an dieser Stelle einzusetzen. Durch den Einsatz Oetingers wurde das Bergwerk namens Unverhofftes Glück genehmigt, der Verkauf von Kuxen finanzierte es. Riedel gelang es, Offiziere und Soldaten aus Ludwigsburg, darunter Schillers Vater Johann Kaspar Schiller, zur Finanzierung eines weiteren Stollens neben dem ersten zu gewinnen, der den Namen Soldatenglück erhielt. Auch in den benachbarten Orten Erlach und Neulautern legte man Silberbergwerke an. Silberfunde blieben jedoch überall aus, und trotz einer Bergwerkspredigt Oetingers am 25. Juli 1773, die zum Ausharren ermahnte, wuchsen die Zweifel an Riedel, der schließlich in Löwenstein verhaftet wurde. Der Betrieb der Bergwerke wurde eingestellt, das Inventar verkauft. Seit 1986 steht die Pfaffenklinge mit den Stollen als flächenhaftes Naturdenkmal unter Schutz.[6]

Während der Umordnung der Region zu Napoleons Zeit kamen die Orte Finsterrot, Maienfels, Neuhütten und Neulautern an Württemberg. Im Laufe der Märzrevolution 1848 kam es in der Ritterschaft Maienfels, die zwar keine hoheitlichen Rechte mehr hatte, jedoch als Landbesitzerin immer noch Abgaben von den Bauern erheben konnte, zu Aufständen. Not, Elend und Misswirtschaft der Orts-Schultheißen trieben die Einwohner zur Auswanderung und führten dazu, dass 1855/56 alle fünf Gemeinden unter Staatsaufsicht gestellt wurden, die in Wüstenrot bis 1864 andauerte, in Neulautern bis 1876. Ende des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Industrieansiedlungen errichtet, die neben der Landwirtschaft, der Glasherstellung und der Holzwirtschaft für weitere Erwerbsmöglichkeiten in der Region sorgten.

1921 gründete Georg Kropp in Wüstenrot die Bausparkasse Gemeinschaft der Freunde, aus der sich die spätere Wüstenrot Bausparkasse entwickelte. Schon 1930 siedelte das Unternehmen nach Ludwigsburg über, behielt aber den Namen Wüstenrot bei. Die daraufhin von einem ehemaligen Kropp-Mitarbeiter 1931 in Wüstenrot gegründete Bausparkasse Deutsche Erde erwies sich als kurzlebig und wurde 1933 wieder aufgelöst.

Zum 1. Januar 1973 wurde im Rahmen der Gemeinde- und Verwaltungsreform die Gemeinde Neulautern nach Wüstenrot eingemeindet. Am 1. Januar 1974 schlossen sich dann die Gemeinden Neuhütten, Maienfels (beide früher Landkreis Öhringen), Wüstenrot (mit Neulautern, beide Landkreis Heilbronn) und Finsterrot (Landkreis Schwäbisch Hall) zur neuen Großgemeinde Wüstenrot im Landkreis Heilbronn zusammen. Damit waren die fünf Orte, die schon zuvor bis 1926 zum damaligen Oberamt Weinsberg gehört hatten, nicht mehr auf verschiedene Landkreise verteilt. Als Name der neuen Gemeinde waren auch Weihenbronn oder Neurot im Gespräch. Schließlich einigte man sich nach anfänglichem Widerstand Neuhüttens doch auf den Namen Wüstenrot, wofür der Bekanntheitsgrad der gleichnamigen Bausparkasse den Ausschlag gab. Ein gemeinsames Rathaus wurde im geographischen Mittelpunkt der Gemeinde nahe Weihenbronn gebaut.

Am 8. Dezember 1975 entschieden sich die Bürger des Maienfelser Ortsteils Brettach für die Trennung von Wüstenrot und die Eingemeindung nach Bretzfeld im benachbarten Hohenlohekreis, die zum 1. Januar 1977 wirksam wurde.

Religionen[Bearbeiten]

Wüstenrot ist mehrheitlich evangelisch. In Maienfels, Neuhütten, Neulautern und Wüstenrot gibt es evangelische Kirchengemeinden mit jeweils eigenem Kirchengebäude. Die Evangelisch-methodistische Kirchengemeinde Wüstenrot-Neuhütten verfügt über zwei Kirchengebäude in Neuhütten und Wüstenrot. Für die katholischen Christen ist die Katholische Kirchengemeinde in (Obersulm)-Affaltrach zuständig, in Neuhütten gibt es ein Kirchengebäude. Neuapostolische Kirchengemeinden gibt es in Wüstenrot und Neulautern, jeweils mit eigenem Kirchengebäude. Seit 2001 gibt es die evangelisch-freikirchliche Gemeinschaft Internationale Christus Gemeinde Wüstenrot.[7] In Neuhütten ist zudem seit Mitte des 19. Jahrhunderts die Evangelische Täufergemeinde Neuhütten vertreten.[8]

Politik[Bearbeiten]

Das Wüstenroter Rathaus im Ortsteil Weihenbronn

Gemeinderat und Ortschaftsräte[Bearbeiten]

Der Gemeinderat Wüstenrots hat nach der Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 17 Sitze (zuvor 16). Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

  • FWV 66,9 % (+ 1,5) – 12 Sitze (+ 1)
  • SPD 33,1 % (− 1,5) – 5 Sitze (=)

Weiteres Mitglied des Gemeinderates und dessen Vorsitzender ist der Bürgermeister.

In jeder der fünf Ortschaften Finsterrot, Maienfels, Neuhütten, Neulautern und Wüstenrot gibt es zudem einen Ortschaftsrat, der jeweils sechs Mitglieder hat. Auf ihren Vorschlag hin wählt der Gemeinderat für jede Ortschaft einen ehrenamtlichen Ortsvorsteher. Diese Gremien sind zu wichtigen die Ortschaft betreffenden Angelegenheiten zu hören.

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1974–1990: Ernst Schlagenhauf
  • 1990–2006: Roland Awe
  • 2006–2014: Heinz Nägele
  • seit 2014: Timo Wolf

Bei der Bürgermeisterwahl am 26. März 2006 setzte sich der der aus der Nachbargemeinde Mainhardt (Ortsteil Ammertsweiler) stammende Herausforderer Heinz Nägele gegen den wieder antretenden Amtsinhaber durch und gewann die Wahl mit 66,01 % der Stimmen; der bisherige Amtsinhaber erhielt 32,27 %. Der neue Bürgermeister trat sein Amt am 3. Mai 2006 an.

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Wappen Wüstenrots
Altes Wappen Wüstenrots

Die Blasonierung des Wüstenroter Wappens lautet: In Rot unter einem silbernen Glasgefäß ein erniedrigter silberner Wellenbalken, belegt mit einem blauen Fisch. Die Flagge der Gemeinde ist Weiß-Rot.

Vor der Kommunalreform hatte Wüstenrot ein Wappen geführt, dessen Blasonierung In Rot ein silbernes Kelchglas lautet. Dieses Wappen ging auf einen um 1930 verwendeten Schultheißenamtsstempel zurück, der das Kelchglas-Wappen in der Art eines Familienwappens mit Helm, Helmzier und Helmdecken enthielt und seinerseits auf ein in farbigem Glas gefertigtes Wappen von 1720 im Rathaus zurückging, das einem Johann Jakob Wenzel gehörte. Die württembergische Archivdirektion lehnte dieses Wappen zunächst als beziehungslos ab, ließ es dann aber (ohne Oberwappen) doch zu, nachdem die Gemeinde das Kelchglas als Hinweis auf die früher in Wüstenrot betriebene Glasherstellung verstanden haben wollte. Die Farben wurden von der Archivdirektion festgelegt. Das Wappen und die Flaggenfarben Weiß-Rot wurden der Gemeinde am 22. Februar 1963 vom baden-württembergischen Innenministerium verliehen.

Nach der Gemeindereform nahm die neue Gemeinde Wüstenrot auf Vorschlag des Hauptstaatsarchivs ein neues Wappen an. Das nach einem Fund bei Neuhütten gezeichnete Glasgefäß erinnert an die früheren Glashütten im Gemeindegebiet, während der Fisch im Wellenbalken die Gewässer Rot, Lauter und Brettach symbolisiert. Wappen und Flagge wurden der Gemeinde am 17. März 1975 vom baden-württembergischen Innenministerium verliehen.[9]

Partnerschaft[Bearbeiten]

Wüstenrot ist seit 1989 verschwistert mit der Gemeinde Solymár in Ungarn. Die Partnerschaft geht zurück auf ungarndeutsche Flüchtlinge, die nach dem Zweiten Weltkrieg nach Neuhütten kamen, die Beziehungen in die alte Heimat aber aufrechterhielten und pflegten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wüstenrot liegt an der Idyllischen Straße, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.

Museen[Bearbeiten]

In Wüstenrot gibt es das Bauspar-Museum sowie ein Glas- und Heimatmuseum.

Bauwerke[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der Baudenkmale in Wüstenrot

Ortsmitte von Wüstenrot mit evang. Kilianskirche
Altes Rathaus Wüstenrot

In der Ortsmitte von Wüstenrot befindet sich die evangelische Kilianskirche, die ihre heutige Gestalt durch Erweiterung im Jahr 1732 erhielt und die auch im Inneren eine barocke Ausstattung aufweist, darunter die Orgel von 1784. Das alte Rathaus (heute: Bürgerhaus) wurde 1780 erbaut und 1997 bis 1999 renoviert, es beherbergt heute das Glas- und Heimatmuseum. Das alte Forsthaus in der Ortsmitte wurde ebenfalls im 18. Jahrhundert erbaut. Die alte Schule von 1909/10 ist seit 1980 Kindergarten. Das Haus Haller Straße 3, ein Fachwerkhaus von etwa 1750, in dem Georg Kropp seine erste Bausparkasse gründete, beherbergt heute das Bauspar-Museum.

Im Ortsteil Maienfels befindet sich die 1302 erstmals erwähnte Burg Maienfels, seit dem 15./16. Jahrhundert im Besitz verschiedener Zweige der Familie von Gemmingen, die sie nach über 100 Jahren Leerstand und Verfall seit 1930 auch wieder bewohnen. Unterhalb der Burg befindet sich die 1433 erbaute und seitdem mehrfach erneuerte Schlosskirche, die bei einer Renovierung 1914/15 im Inneren im Stil des Jugendstils ausgestaltet wurde. In Maienfels sind außerdem Überreste der mittelalterlichen Stadtmauer erhalten. Das alte Rathaus wurde 1825 als Schulhaus erbaut und ab 1912 als Rathaus verwendet; das Gebäude befindet sich seit 1989 in Privatbesitz. Das ehemalige Neue Schulhaus wurde 1912 erbaut und 1981 privatisiert.

In den Ortsteilen Neuhütten und Neulautern befinden sich evangelische Pfarrkirchen aus der Zeit des Historismus, jeweils erbaut von Albert Barth 1862 bzw. 1865. In Neuhütten erinnert das ehemalige Hütthaus aus der Zeit um 1600 an die einstige Glasverhüttung, das Jägerhaus ist das einstige Gemmingensche Forsthaus von 1761. Das Pfarrhaus stammt von 1863, das Schulhaus von 1872, außerdem gibt es noch das Backhaus um 1850. In Neulautern wurde das Schul- und Rathaus 1838 errichtet, das Pfarrhaus 1865. Außerhalb des Ortes befindet sich die historische Fabrikanlage Lautertal, die 1850 als Steingutfabrik errichtet und nach Konkurs 1852 u. a. als Weberei, Luftkurhaus und Möbellager genutzt wurde.

Im Ortsteil Finsterrot befindet sich das historische Gasthaus Waldhorn, das im 17. Jahrhundert als hohenlohisches Zollhaus errichtet wurde. Die evangelische Kirche von 1981 steht an der Stelle eines Vorgängerbaus, der 1857 durch Umbau des einstigen Schul- und Rathauses zu einer Kirche entstanden war.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Der Ortsteil Maienfels ist ein Weinbauort, dessen Lagen zur Großlage Lindelberg im Bereich Württembergisch Unterland des Weinbaugebietes Württemberg gehören.

Verkehr[Bearbeiten]

Wüstenrot liegt an der Bundesstraße 39 von Frankenstein (Pfalz) nach Mainhardt. Der Öffentliche Personennahverkehr wird mit Bussen vom Heilbronner Hohenloher Haller Nahverkehr und dem Wüstenroter Unternehmen Omnibusverkehr Zügel bedient. Die nächsten Bahnhaltestellen befinden sich an der Bahnstrecke Heilbronn–Crailsheim in Obersulm-Willsbach, in Bretzfeld und in Schwäbisch Hall. Zu allen Bahnhöfen bestehen direkte Busverbindungen, nach Obersulm und Bretzfeld häufiger als nach Schwäbisch Hall.

Medien[Bearbeiten]

Über das Geschehen in Wüstenrot berichtet die Tageszeitung Heilbronner Stimme in ihrer Ausgabe für das Weinsberger Tal (WT).

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt in Wüstenrot zwei Schulen: in Neuhütten die Grundschule Neuhütten, in Wüstenrot die Georg-Kropp-Schule (bis Mai 2012 Grund- und Werkrealschule Wüstenrot, GWRS).[10] Die Georg-Kropp-Schule Wüstenrot ist eine der 34 Starterschulen, die ab dem Schuljahr 2012/2013 die ersten baden-württembergischen Gemeinschaftsschulen sein werden.[11] Die Bücherei Wüstenrot steht den Einwohnern der Gemeinde und Feriengästen zur Verfügung.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Naturräume Baden-Württembergs. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Stuttgart 2009
  3. Quellen für den Abschnitt Gemeindegliederung: Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 150–153 sowie Nachträge in Bd. VIII, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-008113-6, S. 662
    Wüstenroter Heimatbuch (s. Literatur), S. 9, 84f.
  4. Das Forsthaus Joachimstal. Ordnung und Freiheit, Natur und Ökonomie. Hohenloher Freilandmuseum, Schwäbisch Hall 2006, ISBN 3-9806793-6-5 (Häuser, Menschen und Museum, 3). S. 15
  5. Quelle: Zahlen, Daten, Fakten auf wuestenrot4u.de, Stand: 30. November 2006, abgerufen am 24. Dezember 2007
  6. Steckbrief des Naturdenkmals Pfaffenklinge mit Silberstollen "..u.Soldatenglück bei der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg
  7. Website der Internationalen Christus Gemeinde Wüstenrot e. V. (abgerufen am 5. Februar 2012)
  8. Die Geschichte auf der Website der Evangelischen Täufergemeinde Neuhütten (abgerufen am 29. August 2009)
  9. Quellen für den Abschnitt Wappen und Flagge:
    Heinz Bardua: Die Kreis- und Gemeindewappen im Regierungsbezirk Stuttgart. Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0801-8 (Kreis- und Gemeindewappen in Baden-Württemberg, 1). S. 145
    Eberhard Gönner: Wappenbuch des Stadt- und des Landkreises Heilbronn mit einer Territorialgeschichte dieses Raumes. Archivdirektion Stuttgart, Stuttgart 1965 (Veröffentlichungen der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg, 9). S. 156
  10.  Sabine Friedrich: Startschuss für ein Mammutprojekt. In: Heilbronner Stimme. 26. Mai 2012 (bei stimme.de unter dem Titel Viele Veränderungen an Wüstenroter Schule, abgerufen am 27. Mai 2012).
  11. Gesamtliste der Starterschulen der Gemeinschaftsschule bei kultusportal-bw.de (PDF; 39 kB; abgerufen am 11. März 2012)

Literatur[Bearbeiten]

  • Wüstenroter Heimatbuch. Gemeindeverwaltung Wüstenrot, Wüstenrot 1979
  • Wüstenrot. Geschichte einer Gemeinde im Schwäbisch-Fränkischen Wald. Gemeinde Wüstenrot, Wüstenrot 1999, ISBN 3-00-005408-1 (Gemeinde im Wandel. Band 8)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wüstenrot – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien