Schonach im Schwarzwald

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schonach im Schwarzwald
Schonach im Schwarzwald
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schonach im Schwarzwald hervorgehoben
48.1430555555568.2881Koordinaten: 48° 9′ N, 8° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Schwarzwald-Baar-Kreis
Höhe: 881 m ü. NHN
Fläche: 36,71 km²
Einwohner: 3987 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 109 Einwohner je km²
Postleitzahl: 78136
Vorwahl: 07722
Kfz-Kennzeichen: VS
Gemeindeschlüssel: 08 3 26 055
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 21
78136 Schonach
Webpräsenz: www.schonach.de
Bürgermeister: Jörg Frey
Lage der Gemeinde Schonach im Schwarzwald im Schwarzwald-Baar-Kreis
Schweiz Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Landkreis Emmendingen Landkreis Konstanz Landkreis Tuttlingen Landkreis Waldshut Ortenaukreis Landkreis Rottweil Bad Dürrheim Blumberg Bräunlingen Bräunlingen Brigachtal Dauchingen Donaueschingen Furtwangen im Schwarzwald Gütenbach Hüfingen Hüfingen Königsfeld im Schwarzwald Mönchweiler Niedereschach St. Georgen im Schwarzwald Schönwald im Schwarzwald Schonach im Schwarzwald Tuningen Triberg im Schwarzwald Unterkirnach Unterkirnach Unterkirnach Villingen-Schwenningen Villingen-Schwenningen Villingen-Schwenningen VöhrenbachKarte
Über dieses Bild

Schonach im Schwarzwald ist eine Gemeinde im mittleren Schwarzwald im Nordwesten des Schwarzwald-Baar-Kreises. Der Luftkurort ist auch als ein Zentrum des Wintersports bekannt.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Schonach liegt nordöstlich von Freiburg im Breisgau, etwa fünf Kilometer von Triberg entfernt in einem Hochtal, das eine Verbindung zum benachbarten Elztal im Landkreis Emmendingen hat. Im Norden grenzt der Ort an den Ortenaukreis. Die drei Landkreise treffen sich am Dreikreiseck, einem Startplatz für Drachenflieger, das eine Aussicht ins untere Kinzigtal, die Oberrheinebene bei Offenburg und bei klarer Sicht zu den Vogesen bietet. Auf der Gemarkung Schonach bildet ein Nebengipfel des Rohrhardsberg in der Nähe des Griesbacher Ecks auf dem Farnberg-Plateau mit 1.163 m Höhe den höchsten Punkt des Schwarzwald-Baar-Kreises.

Ansicht von Süden

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Osten an Triberg, im Süden an Schönwald im Schwarzwald (beide Schwarzwald-Baar-Kreis), im Westen an Simonswald und Elzach (beide Landkreis Emmendingen) und im Norden an Hornberg (Ortenaukreis).

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Schonach im Schwarzwald mit der früher selbstständigen Gemeinde Rohrhardsberg gehören 81 Dörfer, Weiler, Zinken, Höfe und Wohnplätze.

In der Gemeinde Schonach im Schwarzwald im Gebietsstand von 1970 liegt die abgegangene Ortschaft Riediswald.[2]

Das Gemeindegebiet war in die Ortsteile Schonach im Schwarzwald (Hauptort), Rohrhardsberg und Schonachbach gegliedert, die zugleich Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung bildeten.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Der alte Thomas-Frieder-Hof, abgebrannt 1906
Urtümliche Tradition: die Faschingsfigur des Geissenmeckerers aus Schonach

Der Name des Ortes stammt aus dem Althochdeutschen und bedeutet hell fließendes Gewässer. Urkundlich erstmals erwähnt wurde er 1275, eine Besiedlung wird aber seit Beginn des 12. Jahrhunderts vermutet.

In seiner Ortschronik von Schonach aus dem Jahre 1925 schrieb der damalige Hauptlehrer a. D. A. Hodapp: „Es sollen im Schonachtal ursprünglich 3 Höfe gestanden sein, einer davon der Friederhof des Augustin Hör im Obertal gewesen und als Zeit der Erbauung auf einem Balken die Jahreszahl 1111 aufwies.“

Kuckucksuhr in Schonach, erbaut etwa im Maßstab 50:1

Um das Jahr 1000 nahmen die Klöster die wirtschaftliche Erschließung auch der schmäleren Täler und der rauheren Höhen in Angriff, auch das Gebiet von Schonach machten sie für menschliche Ansiedlungen urbar. Nach und nach entstand aus den einzelnen Höfen das „Meiertum“ oder die „Vogtei“ Schonach, die in den Jahren 1100 bis 1200 mit zehn weiteren Gemarkungen zum Althornbergischen Herrschaftsgebiet gehörte.

Die Urbarmachung begann immer zunächst mit einem Kahlhieb; es folgte das Niederbrennen der Holzmassen am Boden, zuletzt kam das Ausgraben der Stockwurzeln bis genügend Waldboden für eine Ansiedlung, Hofstatt, Wiese, einen Acker und ein Weidefeld nutzbar gemacht war.

Bei zahlreichem Vorkommen von Bären, Wölfen und Wildschweinen war die Wald- und Feldarbeit und das Viehhüten mit Gefahren für das Leben der Menschen und Tiere verbunden.

Das Ende dieses Siedlungswerkes ist nicht genau bekannt, urkundlich ist jedoch sicher, dass im Jahre 1275 Schonach schon eine Pfarrkirche besaß. (Quelle: Chronik der Gemeinde Schonach im Schwarzwald, von Werner Hamm).

Schonach gehörte von Anfang an zur Herrschaft Triberg, die sich nach vielen Besitzwechseln 1640 Österreich unterstellte und bis 1806 vorderösterreichisch blieb, als auch dieses Gebiet an das neu entstandene Großherzogtum Baden fiel.

Religionen[Bearbeiten]

Schonach blieb auch nach der Reformation römisch-katholisch geprägt. Auch heute gibt es lediglich eine katholische Gemeinde im Ort. Die evangelischen Gläubigen sind nach Triberg eingepfarrt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Rohrhardsberger Wappen Rohrhardsberg wurde am 1. Januar 1971 nach Schonach im Schwarzwald eingemeindet.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[4]
Wbt.: 61,9 % (2004: 62,0 %)
 %
50
40
30
20
10
0
49,1 %
26,0 %
24,9 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
+4,9 %p
-3,7 %p
-1,1 %p

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 brachte folgendes Ergebnis:

  • CDU 49,1 % – 6 Sitze (+1)
  • SPD 26,0 % – 3 Sitze (–1)
  • FWV 24,9 % – 3 Sitze (±0)

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber eine aus einer goldenen Mondsichel wachsende goldbekrönte Muttergottes mit goldenem Ringnimbus, blauem Gewand und rotem Schleier, in der Rechten ein goldenes Szepter, in der Linken das Jesuskind mit rotem Gewand, goldenem Ringnimbus und goldener Weltkugel in der linken Hand.“

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Über die Gemarkung führt die Linie der Schwarzwaldbahn (OffenburgKonstanz), der nächste Bahnhof befindet sich in Triberg, der zur Hälfte auf Schonacher Gemarkung liegt. Von Triberg aus ist Schonach über die B 33 auch mit der A 5 in Offenburg sowie dem Bodenseeraum im Süden verbunden. In Triberg beginnt auch der südliche Abschnitt der Schwarzwaldhochstraße bis zum Hochrhein in Waldshut. Den ÖPNV gewährleistet der Verkehrsverbund Schwarzwald-Baar.

Bildung[Bearbeiten]

Mit der Dom-Clemente-Schule gibt es in Schonach eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. Diese bietet auch Ganztagsbetreuung an. Für die jüngsten Einwohner gibt es einen römisch-katholischen Kindergarten.

Tourismus[Bearbeiten]

Schonacher Tracht
Schonacher Trachtenbrunnen

Der seit 1972 staatlich anerkannte Luftkurort mit etwa 130.000 Übernachtungen pro Jahr ist vor allem bekannt für seine touristischen Sehenswürdigkeiten, wie die weltgrößte originale Kuckucksuhr (und dies gleich zweimal), und als Zentrum einiger Wintersportarten.

Seit einigen Jahren kümmert sich die Ferienland GmbH um die Entwicklung des Tourismus. In der GmbH konzentrieren die Orte Schonach, Schönwald, Triberg, Furtwangen, St. Georgen und Unterkirnach ihre Kräfte.

Energie[Bearbeiten]

Windkraftanlage Schonach

In Schonach gibt es 3 Windkraftanlagen: eine Nordex S77 mit 90 m Nabenhöhe, 77 m Rotordurchmesser und 1,5 MW-Leistung auf dem Gitschbühl, welche 2001 in Betrieb ging [1], eine Südwind S 77 mit 96,5 m Nabenhöhe, 77 m Rotordurchmesser und 2 MW-Leistung, welche 2002 in Betrieb ging und einer Enercon E-70 mit 98 m Nabenhöhe, 70 m Rotordurchmesser und 2 MW-Leistung, welche 2006 in Betrieb ging.

Siehe auch[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In Schonach beginnt der 100 Kilometer lange Fernskiwanderweg Schonach–Belchen, der längste Skiwanderweg im Schwarzwald. Durch Schonach führt der Fernwanderweg Westweg des Schwarzwaldvereins. Der Ort liegt an der Deutschen Uhrenstraße. Alle diese Wege führen an diversen Sehenswürdigkeiten vorbei.

Bauwerke[Bearbeiten]

Natursehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sport[Bearbeiten]

Schonacher Langenwaldschanze

Wintersportarten, wie die Nordische Kombination und der Skilanglauf, haben in Schonach große Bedeutung. Zu Beginn jedes Jahres ist Schonach Austragungsort des FIS Weltcups der Nordischen Kombination um den Schwarzwaldpokal. 1981 und 2002 war Schonach Austragungsort der FIS-Junioren-Weltmeisterschaft in den nordischen Sportarten.

In Schonach startet auch der 100-Kilometer-Rucksacklauf um den „Wäldercup“ nach Multen am Belchen, mit der Variante des Kleinen Rucksacklaufs nach Hinterzarten (im Februar), auf der Strecke des Fernskiwanderwegs Schonach–Belchen.

Bekannte Skisportler aus Schonach (Olympiasieger, Weltmeister, Olympiateilnehmer und ähnliches) sind zum Beispiel in der nordischen Kombination Urban Hettich, Hans-Peter Pohl, Christian Dold, Georg Hettich und die Skispringer Hansjörg Jäkle und Alexander Herr.

Seit 2002 findet im September auf einer Kreisstraße in der Nähe der Schanze die Slalom Trophy Schöne Aussicht, ein Autorennen mit Tourenwagen-Klassikern, statt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schonach im Schwarzwald – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 586–587
  3. Hauptsatzung der Gemeinde Schonach im Schwarzwald vom 4. Mai 1999, zuletzt geändert am 18. November 2003
  4. http://www.statistik.baden-wuerttemberg.de/Wahlen/Kommunalwahlen_2009/GTabelle.asp?G=GE326055