Gütenbach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Gütenbach in Baden-Württemberg, für den gleichnamigen Bach in Wien siehe Gütenbach (Wien)


Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Gütenbach
Gütenbach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Gütenbach hervorgehoben
48.0447222222228.1391666666667826Koordinaten: 48° 3′ N, 8° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Schwarzwald-Baar-Kreis
Höhe: 826 m ü. NHN
Fläche: 18,49 km²
Einwohner: 1174 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 63 Einwohner je km²
Postleitzahl: 78148
Vorwahl: 07723
Kfz-Kennzeichen: VS
Gemeindeschlüssel: 08 3 26 020
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 10
78148 Gütenbach
Webpräsenz: www.guetenbach.de
Bürgermeister: Rolf Breisacher
Lage der Gemeinde Gütenbach im Schwarzwald-Baar-Kreis
Schweiz Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Landkreis Emmendingen Landkreis Konstanz Landkreis Tuttlingen Landkreis Waldshut Ortenaukreis Landkreis Rottweil Bad Dürrheim Blumberg Bräunlingen Bräunlingen Brigachtal Dauchingen Donaueschingen Furtwangen im Schwarzwald Gütenbach Hüfingen Hüfingen Königsfeld im Schwarzwald Mönchweiler Niedereschach St. Georgen im Schwarzwald Schönwald im Schwarzwald Schonach im Schwarzwald Tuningen Triberg im Schwarzwald Unterkirnach Unterkirnach Unterkirnach Villingen-Schwenningen Villingen-Schwenningen Villingen-Schwenningen VöhrenbachKarte
Über dieses Bild
Gütenbach Ortsmitte mit der Firma Faller und Rathaus

Gütenbach ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg und gehört zum Schwarzwald-Baar-Kreis.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Luftaufnahme

Gütenbach liegt im mittleren Schwarzwald, etwa 7 km westlich von der Stadt Furtwangen im Schwarzwald, nahe der Wasserscheide Rhein-Donau (Rheinseite). Durch den Ort fließt der Teichbach, gebildet vom Vordertalbach und dem Hintertalbach, welche in der Ortsmitte zusammen fließen. Der Teichbach mündet nach Durchfließen der Teichschlucht bei der sogenannten Pfaffmühle in die Wilde Gutach.

Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine Höhenlage von 530 bis 1.120 Meter und weist eine hohe Reliefenergie auf. Die Siedlung Gütenbach ist ein Haufendorf in einem insgesamt ländlich geprägten Raum, das durch einen negativen Bevölkerungssaldo gekennzeichnet ist.

Die Böden setzen sich hauptsächlich aus weniger mächtigen Braunerden und Ranker zusammen, die sich auf dem variszisch gebildeten Grundgebirge, aus Graniten und Gneisen bestehend, entwickeln konnten. Dementsprechend liegen die Siedlungsleitlinien entlang von Kerbtälern bzw. Sohlenkerbtälern. Über 62 % der Gemarkungsfläche ist bewaldet, was eine starke Podsolierung der Böden zur Folge hat.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Osten an die Stadt Furtwangen, im Süden an St. Märgen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald und im Westen und Norden an Simonswald im Landkreis Emmendingen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Gütenbach gehören das Dorf Gütenbach, der Weiler Scherensäge, die Zinken Breiteck, Hintertal, Hübschental, Im Grund, Ladstatt, Langengrund, Teich und Vogtsgrund, Häuser und Höfe Oberkilpachtal und Oberlehmannsgrund, die Höfe Eckhöfe, Ettenberg, Gschwendhöfe, Heiligenhof, Leimgrubenhof, Obergrundhof, Scherenhof, Untergrundhof und Unterlehmannsgrund und die Wohnplätze Gaisberg, Gaisdobel, Ganterhäusle, Gutenhof, Neueck, Neueckhöhe, Sattelhof und Unterkilpachtal.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Gütenbach wurde im Jahre 1360 erstmals als Wuotenbach urkundlich erwähnt und damit in der hochmittelalterlichen Rodungsperiode gegründet. Zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert änderte sich die Bezeichnung in Wüttembach. Anfang des 17. Jahrhunderts kam das Dorf zur Herrschaft Triberg, die zu Vorderösterreich gehörte. 1806 wurde Gütenbach württembergisch, kam aber noch im selben Jahr zum neu geschaffenen Großherzogtum Baden.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Gütenbachs Bevölkerung schrumpft derzeit mit einer jährlichen Rate von etwa 1%, wie die nachfolgende Übersicht der vergangenen Jahre zeigt.

  • 31. Dezember 2011: 1187 Personen
  • 31. Dezember 2010: 1194 Personen
  • 31. Dezember 2007: 1260 Personen
  • 31. Dezember 2006: 1296 Personen
  • 31. Dezember 2005: 1322 Personen
  • 31. Dezember 2004: 1328 Personen

Religionen[Bearbeiten]

Kath. Kirche St. Katharina, im Hintergrund links die Altkatholische Kirche
Ev. Kirche

Katholische Kirche[Bearbeiten]

Gütenbach ist eine traditionell katholische Gemeinde. Die Pfarrkirche 1963-65 nach Plänen von Lothar Schmitt erbaut, ist der Heiligen Katharina geweiht. 1972 wurde die Orgel von der Firma Johannes Klais eingebaut. Der Kreuzweg wurde von Josef Wagenbrenner aus Rastatt gemalt.[3] Die Pfarrgemeinde ist seit 2007 Teil der „Seelsorgeeinheit Oberes Bregtal“.

Evangelische Kirche[Bearbeiten]

Die evangelische Pfarrgemeinde Gütenbach ist die kleinste Pfarrgemeinde der Evangelischen Landeskirche in Baden. Die Seelsorge erfolgt von der Pfarrgemeinde Furtwangen aus.

Alt-Katholische Kirche[Bearbeiten]

Gütenbach gehörte mit Neukirch und Furtwangen zu einem Zentrum der alt-katholischen Bewegung nach 1870. Heute ist Gütenbach nach wie vor eine eigenständige Kirchengemeinde, die aber von der alt-katholischen Pfarrgemeinde Furtwangen versorgt wird.

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeinde gehört einer Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft mit der Stadt Furtwangen an.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 führte bei einer Wahlbeteiligung von 57,0 % (-0,3) zu folgendem Ergebnis:[4]

Partei / Liste Stimmenanteil +/- Sitze +/-
CDU/Freie Wähler 64,4 % - 8,2 5 - 1
Wir in Gütenbach 35,6% + 35,6 3 + 3
Andere 0,0 % - 27,4 0 -2

Wappen[Bearbeiten]

Die offizielle Beschreibung des Wappens lautet: „In Silber ein zerbrochenes schwarzes Rad mit spitzen Zacken“. Es wurde 1899 vom damaligen Generallandesarchiv vorgeschlagen und vom Gemeinderat angenommen. Das Rad ist das Symbol der Patronin der Pfarrkirche Gütenbach, der Hl. Katharina von Alexandrien.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Altes Schulhaus mit dem Dorf- und Uhrenmuseum

Der Ort liegt an der Deutschen Uhrenstraße und am Schwarzwald-Querweg Schwarzwald–Kaiserstuhl–Rhein, die beide an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführen.

Theater[Bearbeiten]

In freigewordenen Räumen der Uhrenfabrik Hanhart hat sich 1994 das hanh-art Kunstprojekt mit Kleinkunstbühne, Galerie und Ateliers angesiedelt.[5]

Museen[Bearbeiten]

Im kleinen Dorfmuseum in der ehemaligen Schule finden sich viele Ausstellungsstücke zur Geschichte von Gütenbach, vor allem auch sehr schöne antike Uhren. Eine 2011 neu eingerichtete Ausstellung der Firma Faller-Modellbau in der Ortsmitte zeigt eine Vielzahl von Miniaturwelten.

Musik[Bearbeiten]

Gütenbach verfügt über einen Musikverein und einen Akkordeonspielring.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Eine wichtige Rolle spielt die Fasnet. In Gütenbach existieren hier vor allem in der Narrengesellschaft Gütenbach die Narrenfigur des Jockele und des Platte-Wiebli.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Uhrenfabrik Hanhart mit Kunstprojekt hanh-art
Katholische Kirche St. Katharina mit Grundschule und Kindergarten

Früher wurden hier, wie in vielen Schwarzwalddörfern, im Winter auf den Bauernhöfen Uhren hergestellt. Später etablierte sich auch eine bescheidene Uhrenindustrie in Gütenbach. Heute wird die Uhrenindustrie von der Uhrenmanufaktur Hanhart am Ortseingang von Simonswald her repräsentiert, darüber hinaus haben sich Spielwarenhersteller und Sondermaschinenbau angesiedelt.

Verkehr[Bearbeiten]

Gütenbach liegt an der Landstraße L 173 und es bestehen Verbindungen mit den Linien 7270 und 7272 der Südbadenbus GmbH über Simonswald nach Waldkirch und Furtwangen nach Triberg. Der ÖPNV wird vom Verkehrsverbund Schwarzwald-Baar gewährleistet. Seit 2011 ist Gütenbach als Tarifpunkt des RVF auch mit der Regio-Karte von Freiburg i. Br. aus erreichbar.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Der größte Arbeitgeber im Ort ist Rena, ein Anbieter von Prozesstechnologie für nasschemische Anwendungen. Der Ort beheimatet außerdem die Modellbaufirma Faller. Ebenso produziert hier die Firma Hanhart als eine der letzten Uhrenfabriken in der ehemaligen Uhrmacher-Region vor allem Stoppuhren sowie exklusive Fliegeruhren. Aus der Blütezeit im 17. Jahrhundert ist von der Uhrenindustrie im Ort nur dieses Unternehmen übrig geblieben.

Bildung[Bearbeiten]

In Gütenbach gibt es eine Grundschule. Weiterführende Schulen befinden sich in Furtwangen. Für die jüngsten Einwohner gibt es einen römisch-katholischen Kindergarten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 573
  3. Kirchenführer der Kath. Pfarrkirche St. Katharina in Gütenbach/Schwarzwald, Fachverlag für Kirchenfotografie EK SERVICE Porth GmbH, Saarbrücken, 2000
  4. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
  5. hanh-art. Abgerufen am 12. Dezember 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gütenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien