Urdorf

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Urdorf
Wappen von Urdorf
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich (ZH)
Bezirk: Dietikonw
BFS-Nr.: 0250i1f3f4
Postleitzahl: 8902
UN/LOCODE: CH URD
Koordinaten: 674687 / 24892847.3869448.427779416Koordinaten: 47° 23′ 13″ N, 8° 25′ 40″ O; CH1903: 674687 / 248928
Höhe: 416 m ü. M.
Fläche: 7.62 km²
Einwohner: 9259 (31. Dezember 2011)[1]
Einwohnerdichte: 1215 Einw. pro km²
Website: www.urdorf.ch
Reformierte Kirche

Reformierte Kirche

Karte
Kanton Aargau Bezirk Meilen Zürichsee Bezirk Affoltern Bezirk Dielsdorf Bezirk Horgen Bezirk Zürich Kanton Aargau Aesch ZH Birmensdorf ZH Dietikon Geroldswil Oberengstringen Oetwil an der Limmat Schlieren Uitikon Unterengstringen Urdorf Weiningen ZHKarte von Urdorf
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Urdorf ist eine politische Gemeinde im Bezirk Dietikon des Kantons Zürich in der Schweiz.

Inhaltsverzeichnis

Wappen [Bearbeiten]

Blasonierung

In Silber ein hersehender schwarzer Stierkopf

Die älteste erhaltene Darstellung des Urdorfer Symbols, dem Ur, zeigt der Viergemeinde-Grenzstein von 1778 im Sandloch.

Geographie [Bearbeiten]

Urdorf liegt südwestlich der zur Siedlungsfläche der Stadt Zürich zu zählenden Gemeinde Schlieren in einer durch den Reussgletscher geformten Talmulde. Findlinge aus rötlichem Gestein beweisen, dass auch ein Arm des Linthgletschers zeitweise bis in diese Gegend vorgestossen sein muss. Durch den abgelagerten Moränenschutt wusch die Reppisch hinter dem Hohneret und der Egg einen Einschnitt aus, das Reppischtal. Von der Gemeindefläche sind 32.2 % landwirtschaftliche Nutzflächen, 32.2 % ist Wald, 26.4 % ist Siedlungsfläche und 8.1 % dienen dem Verkehr, 0.3 % sind Gewässer und 0.8 sind unproduktive Flächen (Stand 2007).

Bevölkerung [Bearbeiten]

  • Bevölkerungsdichte: 1186.1 Einw./km2
  • Anzahl Haushalte: 4406 (Stand: 2010)
  • Konfessionszugehörigkeit: 34,7 % evangelisch-reformiert, 35,5 % römisch-katholisch, 29,8 % andere oder keine konfessionelle Zugehörigkeit (Stand: 2010)[2]

Politik [Bearbeiten]

Die SVP hat 33.7 %, die SP 18.9 %, die FDP 9.2 %, die GLP 9.1 %, die CVP 6.9 %, die Grüne 5.3 %,und die EVP 2.4 % der Wählerstimmen.

Gemeindeprädidentin ist seit 2010 Sandra Rottensteiner (EVP).

Geschichte [Bearbeiten]

Eine bronzezeitliche Siedlung am Rainweg (Moosmatt) und das Herrenhaus eines römischen Gutshofs (Heidenkeller, Oberurdorf) aus dem 1. Jahrhundert deuten auf eine frühe Besiedlung hin. Die keltischen Helvetier bewohnten diese Gegend bevor sie Teil des römischen Reiches wurde.

Der Ortsname Urdorf erscheint in der heutigen Schreibweise erstmals in einer Urkunde von 1124. Im Jahr 1179 wird in der Stiftungsurkunde des Klosters Engelberg durch Konrad von Sellenbüren neben anderen Ortschaften auch Urdorf erwähnt. Über die Kapelle St. Georg im Reppischtal (in der Reformationszeit aufgegeben) wurde 1173 und die Kapelle St. Niklaus (heute alte reformierte Kirche) in Oberurdorf 1184 erstmals berichtet.

Oberurdorf bestand im Spätmittelalter aus dem Meierhof des Klosters St. Blasien, der Mühle am Römerenbach (Schäflibach) und einer Taverne während Niederurdorf lediglich ein kleiner Weiler war. 1526 baute der Zürcher Bürgermeister Hans Steiner die heutige Wirtschaft zur Sonne als Bade- und Kurhaus. Mit dem Landbad erlebte Oberurdorf im 17. Jahrhundert eine gewisse Blütezeit. Die Grafschaft Baden übte das Hochgericht über das ganze Gebiet aus, verlieh diese aber als Gerichtsvogtei an die Regensberger und bis 1384 an Habsburg-Laufenburg.

Ab 1487 erwarb die Stadt Zürich sukzessive diese Lehen und fügte sie in ihre Obervogtei Birmensdorf ein. Das Niedergericht wurde von den Habsburger bis ca. 1450 an die Herren von Schönenwerd verliehen, wechselte mehrmals die Hand und gelangte von 1620-1798 in den Besitz der Familie Steiner von Uitikon. Seit dem 14. Jahrhundert fassten Dorfoffnungen die geltenden Vorschriften und Normen zusammen und galten bis 1798 als verbindliche Rechtssatzungen.

Bereits 1830 wollte der Zürcher Grosse Rat Ober- und Niederurdorf zusammenschliessen. Die Gemeinde Niederurdorf wehrte sich und argumentierte, das Dorf zähle "achtzig stimmfähige Bürger und in ihrer Mitte verständige Männer genug, um die Gemeindeämter mit denselben besetzen zu können". Zürich gab schliesslich nach. Erst hundert Jahre später, 1930, beschlossen die Stimmbürger von Ober- und Niederurdorf, sich zur Gemeinde Urdorf zusammenzuschliessen, was 1931 vollzogen wurde. Ursprünglich waren Ober- und Niederurdorf dem Bezirk Horgen zugeteilt, 1803 fand ein Wechsel zum Bezirk Zürich statt und am 1. Juli 1989 wurde Urdorf dem neu gegründeten Bezirk Dietikon zugeteilt.[3]

Die Bevölkerung nahm von 1467 mit ca. 80 bis 1634 mit 581 Einwohnern stetig zu und blieb anschliessend praktisch konstant (1850 mit 770, 1900 mit 711). In den 1950er (1'929) und 1960er (3'909) Jahren begann der Wachstumsschub als Agglomerationsgemeinde der Stadt Zürich (1980 8'589, 2000 9'417).

Mit dem Bau der Kantonsstrasse Dietikon-Birmensdorf von 1848-50 verlagerte sich die Siedlungsentwicklung vom Dorfbach zur neuen Verkehrsader. Die Eisenbahnlinie Zürich-Affoltern am Albis-Zug, die sogenannte Ämtlerbahn oder Knonauerstrecke, nahm 1864 den Betrieb unter anderen mit dem - in der Nachbargemeinde Schlieren gelegenen – Bahnhof Urdorf auf.

Mit dem Bevölkerungswachstum wurden die mannigfaltigen Bindungen zu Dietikon wurden schrittweise aufgelöst:

Pfarrer Ernst Sieber betrieb 1996-2009 in Urdorf eine offene Suchthilfeeinrichtung für Drogenabhängige. Im Industriegebiet von Urdorf, im Grenzdreieck zu Schlieren und Dietikon, befindet sich die 1977 eröffnete Kantonsschule Limmattal, deren Einzugsgebiet den Bezirk Dietikon und das Säuliamt umfasst.

Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

Die Urdorfer Senke wurde im Zweiten Weltkrieg zusammen mit dem Ortsstützpunkt Oberurdorf als Teil der Limmatstellung befestigt. Sie bildete eine wichtige Sperrstelle um ein Vordringen des Gegners ins Reusstal Richtung Gotthard zu verhindern. Der drei Kilometer breite Abschnitt der 6. Division zwischen Uetliberg, Waldegg und Urdorfer Senke bestand aus einem tiefgestaffelten System von Wechselstellungen, das an der Limmat begann und hinter der Reppisch aufhörte. Durch die offene Urdorfer Senke verlief eine Tanksperre mit 18 betonierten Waffenständen, die heute noch vorhanden sind.

Bilder [Bearbeiten]

Literatur [Bearbeiten]

  • Elisabeth Lüchinger-Grob: Urdorf in alten Ansichten. Europäische Bibliothek 2002, ISBN 978-90-288-6701-7 [4]
  • Die Kunstdenkmäler der Schweiz: Band 88. Zürich 9. Der Bezirk Dietikon, 1997, 338-366 ISBN: 3-909164-57-9

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Urdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter
  2. Statistisches Amt des Kantons Zürich - Datenbank (Gemeindeporträts). abgerufen am 12. April 2011
  3. Gemeindeportrait: : Ausführliche Geschichte von Urdof
  4. http://www.europese-bibliotheek.nl/en/books/Urdorf_in_alten_Ansichten/100-208010/Article