Sterne der Satire – Walk of Fame des Kabaretts

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Walk of Fame des Kabaretts)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Stern der Satire in Mainz
„Stern der Satire – Walk of Fame des Kabaretts – Seit 2004“

Sterne der Satire – Walk of Fame des Kabaretts“ ist der Name eines Stücks Fußgängerzone entlang des Proviantamts in Mainz. Es verbindet die in dem alten Festungsgebäude beherbergte Stiftung Deutsches Kabarettarchiv mit dem unterhaus – Mainzer Forum-Theater und mit der Schillerstraße. Mit jeweils einem bronzenen Stern mit sieben geschwungen gezeichneten Spitzen werden die Namen bedeutender deutschsprachiger Kabarettisten verewigt, zusammen mit dem Namen des jeweiligen Stifters. Auf diesem Weg am Romano-Guardini-Platz sind zurzeit 74 Sterne eingelassen (Stand: 6. Mai 2012). Zusätzlich sind sieben vorbereitete Leerplätze für weitere Sterne vorhanden.

Inhaltsverzeichnis

Entstehungsgeschichte [Bearbeiten]

Eingerichtet wurde der „Walk of Fame des Kabaretts“ mit dem Umzug des Kabarettarchivs in das historische Proviant-Magazin im Juli 2004. Am 16. Juli wurde die Installation unter Anwesenheit der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Christina Weiss, und Kurt Beck, Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, eröffnet. Die Sterne bestehen aus Bronze. Im Stern ist der Name des Künstlers in Großbuchstaben eingelassen, ein Edelstahlstern in der Mitte enthält ihre persönliche Unterschrift.

Durch eine Expertengruppe wurden 80 berühmte Künstler, aus dem Bereich Kabarett und Satire, für den „Walk of Fame“ ausgewählt. Jeder Stern hat einen Stifter (Spender/Sponsor), die zusammen den „Verein Sterne der Satire“ bilden. Ziel des Vereins war es ursprünglich, bis zum 110. Geburtstag des deutschen Kabaretts im Jahr 2011 alle 80 „Sterne“ auf den Weg zu bringen.

Details über die so Geehrten können in der benachbarten Stiftung Deutsches Kabarett in Erfahrung gebracht werden. Mehr als achtzig künstlerisch-dokumentarische Nachlässe und Materialien zu über achtzigtausend Namen aus der Geschichte des Kabaretts und seiner historischen Vorläufer bilden inzwischen den Kernbestand des Kabarettarchivs, das auf eine private Initiative Reinhard Hippens 1961 zurückgeht. Sein Pendant findet der „Walk of Fame“ in der „Hall of Fame“ im Schloss Bernburg in Bernburg (Saale). Zahlreiche Archivalien erinnern auch dort an die „Unsterblichen“ des Kabaretts.

Initiator der Sterne der Satire ist der jetzige Geschäftsführer der Stiftung Deutsches Kabarettarchiv, Jürgen Kessler, der über Jahrzehnte Manager von Hanns Dieter Hüsch war.

Sterne der Satire [Bearbeiten]

Die nachfolgende Tabelle enthält die Namen der geehrten Kabarettisten, sowie - wenn vorhanden - die Stifter der einzelnen Sterne. Es folgt das Datum der Enthüllung des Sterns auf dem Walk of Fame. Ein *) hinter dem Namen bedeutet, dass die Verleihung zu Lebzeiten geschehen ist.

# Stern für: Stifter Tag der Stiftung Bild
1. Werner Finck Gestiftet von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (Christina Weiss)[1] 16. Juli 2004[2]
2. Hugo Ball Kurt Beck, Ministerpräsident Rheinland-Pfalz 16. Juli 2004
3. Jürgen von Manger ZDF 16. Juli 2004
4. Kurt Tucholsky Stadt Mainz 16. Juli 2004
5. Wolfgang Neuss Südwestrundfunk Landessender Rheinland-Pfalz 16. Juli 2004
6. Otto Grünmandl Unterhaus Mainzer Forum-Theater (keine Stifterinschrift) 16. Juli 2004
7. Blandine Ebinger Deutsches Kabarettarchiv (keine Stifterinschrift) 16. Juli 2004
8. Erich Kästner Hilton Mainz City 16. Juli 2004
9. Claire Waldoff Sparkasse Mainz 16. Juli 2004
10. Hugo Wiener Fromm Maurer 16. Juli 2004
11. Ortrud Beginnen Unterhaus Mainzer Forum-Theater (keine Stifterinschrift) 16. Juli 2004
12. Kurt Gerron Deutsches Kabarettarchiv (keine Stifterinschrift) 16. Juli 2004
13. Wolfgang Gruner Köbig GmbH 16. Juli 2004
14. Lore Lorentz Commerzbank Mainz 16. Juli 2004
15. Walter Mehring Stadtwerke Mainz AG 16. Juli 2004
16. Kaspar Fischer Unterhaus Mainzer Forum-Theater (keine Stifterinschrift) 16. Juli 2004
17. Klabund Deutsches Kabarettarchiv (keine Stifterinschrift) 16. Juli 2004
18. Matthias Beltz Saarländischer Rundfunk 16. Juli 2004
19. Trude Hesterberg Stadt Mainz 16. Juli 2004
20. Curt Bry Deutsches Kabarettarchiv 16. Juli 2004
21. Eckart Hachfeld (Stifterinschrift wurde entfernt) 16. Juli 2004
22. Helen Vita Frank Golischewski 16. Juli 2004
23. Heinz Erhardt Bierbaum - Aichele - Landschaftsarchitekten 16. Juli 2004
24. Valeska Gert Bauunternehmung K. Gemünden 16. Juli 2004
25. Friedrich Hollaender Ulrike Neradt und Alfons Nowacki 16. Juli 2004
26. Georg Kreisler *) Stadt Mainz und Deutsches Kabarettarchiv 28. Okt. 2004[3]
27. Hanns Dieter Hüsch *) Johannes Rau, Bundespräsident a. D. 27. Apr. 2005 Hannsdieterhuesch-mz.jpg
28. Klaus Peter Schreiner *) Kurt Beck, Ministerpräsident Rheinland-Pfalz 27. Apr. 2005
29. Karl Valentin entega Vertrieb GmbH & Co. KG 27. Apr. 2005
30. Christian Morgenstern RÖLO Wohn Art 27. Apr. 2005
31. Erich Mühsam Franky Heinz und Christian Kußmaul 27. Apr. 2005
32. Ursula Herking FLO-SERVICE Thomas Spanier und Tim Sandrock 27. Apr. 2005
33. Gerhard Polt *) Gerhard Schröder, Bundeskanzler 17. Aug. 2005[4] [5]
34. Dieter Hildebrandt *) Gerhard Schröder, Bundeskanzler 07. Sep. 2005 Dieterhildebrandt-mz.jpg
35. Gisela May *) Deutsches Kabarettarchiv 06. Okt. 2005
36. Günter Neumann Christoph Böhr 06. Okt. 2005
37. Mischa Spoliansky Mainzer Aufbaugesellschaft 06. Okt. 2005
38. Erika Mann Deutsche Bundesbank 06. Okt. 2005
39. Rudolf Nelson Musik Alexander, Mainz 06. Okt. 2005
40. Joachim Ringelnatz EWS Werkzeugfabrik, Uhlingen 06. Okt. 2005
41. Fritz Grünbaum Israelitische Kultusgemeinde Wien 06. Okt. 2005
42. Otto Reutter Sozialdemokratische Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK) 11. Dez. 2005
43. Herbert Bonewitz *) Stadt Mainz 07. Juli 2006
44. Dietrich Kittner *) Herbert Schmalstieg, Oberbürgermeister von Hannover 05. Okt. 2006
45. Edgar Külow *) Lachmesse Leipzig e. V. 05. Okt. 2006
46. Martin Morlock Kay S. Lorentz, Düsseldorfer Kom(m)ödchen 05. Okt. 2006
47. Werner Richard Heymann Deutsches Kabarettarchiv 05. Okt. 2006
48. Kate Kühl Rose-Marie und Dr. Heinz Schöffler, Darmstadt 05. Okt. 2006
49. Karl Farkas Österreichisches Kabarettarchiv und Thomas Sessler Verlag, Wien 05. Okt. 2006
50. Peter Hammerschlag Prof. Peter Voß, Intendant des SWR 05. Dez. 2006[6][7]
51. Frank Wedekind Christian Ude, Oberbürgermeister von München 11. Sep. 2007
52. Helmut Qualtinger Robert Graßl 11. Sep. 2007
53. Liesl Karlstadt Gudrun und Manfred Kirchner, Walchensee 06. Mai 2008[8]
54. Heino Jaeger Saarländischer Rundfunk 06. Mai 2008
55. Rosa Valetti Doris Ahnen, Kulturministerium Rheinland-Pfalz 06. Mai 2008
56. Joachim Hackethal Dr. Eleonore Lenz, München 06. Mai 2008
57. Paul Graetz Jens Beutel, Oberbürgermeister von Mainz 06. Mai 2008
58. Rodolphe Salis Reinhard Hippen, Gründer des Deutschen Kabarettarchivs 06. Mai 2008
59. Ernst Busch Stadt Bernburg (Saale), Oberbürgermeister Henry Schütze und Kulturdezernent Paul Kolter 06. Mai 2008
60. Werner Schneyder *) ZDF (Markus Schächter)[9] 14. Okt. 2008
61. Peter Ensikat *) Frank-Walter Steinmeier, Bundesaußenminister 01. Mai 2009[10]
62. Wolfgang Schaller *) Frank-Walter Steinmeier, Bundesaußenminister 01. Mai 2009[10]
63. Emil Steinberger *) Bernd Neumann, Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien 08. Juni 2009[10][11] EmilSteinberger2009.jpg
64. Loriot *) Bernd Neumann, Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien 08. Juni 2009[10]
65. Klaus Staeck *) Michael Sommer, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes 13. Apr. 2010[12]
66. Rainer Otto *) Paul Koller, Kulturdezernent der Stadt Bernburg (Saale) 12. Apr. 2011[13]
67. Trude Kolman Marianne Grosse, Kulturdezernentin der Stadt Mainz 12. Apr. 2011[13]
68. Hanne Wieder Walter Schumacher, Staatssekretär für Kultur von Rheinland-Pfalz 12. Apr. 2011[13]
69. Aristide Bruant Institut Francais de Mayence, Leiterin Isabelle Farcat 12. Apr. 2011[13]
70. Peter Wehle Thomas Sessler Verlag (Wien), Professor Ulrich N. Schulenburg 12. Apr. 2011[13]
71. Jura Soyfer Thomas Sessler Verlag (Wien), Professor Ulrich N. Schulenburg 12. Apr. 2011[13]
72. Alfred Rasser Peter Boudgoust, Intendant des SWR 12. Apr. 2011[13]
73. Franz Hohler *) Peter Boudgoust, Intendant des SWR 12. Apr. 2011[13]
74. Marlene Dietrich Simone Sanftenberg, Landessenderdirektorin des SWR Rheinland-Pfalz 06. Mai 2012

Statistik [Bearbeiten]

Von den bisher 74 der insgesamt 80 Sterne gingen 58 an Männer (davon 16 an zum Zeitpunkt der Verleihung lebende Künstler). Erst 16 Sterne wurden an Frauen vergeben (davon eine lebende Künstlerin).

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Sterne der Satire – Walk of Fame des Kabaretts – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Christina Weiss wurde nicht namentlich auf dem Stern erwähnt, sondern nur ihre damalige Funktion
  2. kabarett-news.de vom März 2004: Den ersten Stern soll Werner Fink bekommen
  3. Verleihung des ersten Satirestern zu Lebzeiten
  4. Bundeskanzler Gerhard Schröder enthüllt 33. Stern der Satire im Beisein des geehrten Kabarettisten Gerhard Polt
  5. Kanzler hielt die Laudatio im Kabarettarchiv – Stern Nummer 33 gehört Gerhard Polt
  6. Jubiläum: 50. Stern der Satire
  7. 50. Stern der Satire für Peter Hammerschlag
  8. Neue Namen auf dem Mainzer „Walk of Fame“ - Sieben Kabarettisten mit „Stern der Satire“ geehrt vom 6. Mai 2008
  9. Markus Schächter hielt die Laudatio für Werner Schneyer, wurde aber namentlich nicht auf dem Stern erwähnt
  10. a b c d Allgemeine Zeitung Mainz, 17. April 2009, S. 11
  11. "Stern der Satire" für Emil Steinberger und Loriot rlp.de (Rheinland-Pfalz: Die Landesregierung) vom 8. Juni 2009
  12. Satire-Stern für Staeck in der Allgemeinen Zeitung Mainz vom 4. Februar 2010
  13. a b c d e f g h Zuwachs auf dem etwas anderen «Walk of Fame» in Mainz am Rhein: acht neue Sterne der Satire Presseinformation der Stadt Mainz vom 24. März 2011

49.998898.26543Koordinaten: 49° 59′ 56″ N, 8° 15′ 55,55″ O