Wiesenthal (Thüringen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wiesenthal
Wiesenthal (Thüringen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wiesenthal hervorgehoben
50.710.166666666667380Koordinaten: 50° 42′ N, 10° 10′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Wartburgkreis
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Dermbach
Höhe: 380 m ü. NHN
Fläche: 13,57 km²
Einwohner: 779 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 57 Einwohner je km²
Postleitzahl: 36466
Vorwahl: 036964
Kfz-Kennzeichen: WAK, SLZ
Gemeindeschlüssel: 16 0 63 086
Adresse der Verbandsverwaltung: Hinter dem Schloss 1
36466 Dermbach
Webpräsenz: www.wiesenthal.info
Bürgermeister: Sven Hollenbach
Lage der Gemeinde Wiesenthal im Wartburgkreis
Kaltennordheim Bad Liebenstein Bad Salzungen Barchfeld-Immelborn Berka/Werra Berka vor dem Hainich Bischofroda Brunnhartshausen Buttlar Creuzburg Dankmarshausen Dermbach Diedorf Dippach Krayenberggemeinde Ebenshausen Empfertshausen Ettenhausen an der Suhl Kaltennordheim Frankenroda Frauensee Geisa Gerstengrund Gerstungen Großensee Hallungen Hörselberg-Hainich Ifta Barchfeld-Immelborn Kaltennordheim Kaltennordheim Kaltennordheim Krauthausen Lauterbach Leimbach Marksuhl Vacha Krayenberggemeinde Mihla Moorgrund Nazza Neidhartshausen Oechsen Ruhla Schleid Bad Liebenstein Seebach Stadtlengsfeld Bad Liebenstein Tiefenort Treffurt Unterbreizbach Urnshausen Vacha Vacha Weilar Wiesenthal Vacha Wolfsburg-Unkeroda Wutha-Farnroda Zella ThüringenKarte
Über dieses Bild

Die Gemeinde Wiesenthal eine Gemeinde im Wartburgkreis und liegt in den nordöstlichen Vorbergen der Rhön in einer weiten Talaue.

Geschichte[Bearbeiten]

795 wurde das Dorf erstmals in einer Schenkungsurkunde des Klosters Fulda erwähnt. Der Ort gehörte über Jahrhunderte zum Amt Fischberg, welches sich zeitweise im Besitz der Herren von Neidhartshausen, der Herren von Frankenstein, der Grafen von Henneberg-Schleusingen, des Klosters Fulda und verschiedener Ernestinischer Herzogtümer befand.

1616 brannte das Dorf. Im Dreißigjährigen Krieg litten die Bewohner schwer. Wiesenthal war 1603-1699 von Hexenverfolgung betroffen. Neun Menschen gerieten in Hexenprozesse, eine Frau starb unter der Folter, drei Frauen wurden verbrannt.[2]

Durch den „Fischberger Rezess“ von 1764 kam der Ort vom Bistum Fulda an Sachsen-Weimar-Eisenach (Amt Kaltennordheim). Nachdem durch den Wiener Kongress 1815 auch das restliche Amt Fischberg/Dermbach an Sachsen-Weimar-Eisenach kam, wurde der Ort diesem wieder angegliedert.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Kirche St. Jacobus von 1722, der Turm ist jedoch älter. Die Innenausstattung ist schlicht, die Kanzel ist mit Evangelistenfiguren ausgestattet, der Taufstein stammt von 1599. Der Kirchhof war einst befestigt. Die Kirchhofsmauer weist noch Schießscharten auf.[3]
  • „Schranshaus“ ist ein 1903 erbautes Haus mit ehemaligem Dorfladen, der von Mitgliedern des Wiesenthaler Heimat- und Geschichtsvereins zum Domizil gewählt wurde. Es ist beabsichtigt, in dem Haus ein kulturelles Dorfzentrum und Heimatmuseum einzurichten.[4]
  • Von der ehemaligen Befestigung des Wehrhaften Friedhofs ist nur der Rest eines Rundturms erhalten.
Wiesenthal und der Nebelberg
Wacholderhang in der Wiesenthaler Schweiz

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

  • Das Naturschutzgebiet Wiesenthaler Schweiz wurde erstmals am 12. September 1990 ausgewiesen und hat eine Gesamtfläche von 34 Hektar. Besonderheit ist ein großflächiger Wacholderhang.[5]
  • Schon seit hunderten von Jahren ist der „Iben“- oder Eibengarten am Neuberg als eine botanische Besonderheit weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt. Immer wieder ist der Eibenhain Anziehungspunkt für Naturfreunde und Wanderer. Auch die Fach- und Forstleute haben ihre helle Freude an diesem geschlossenen Eibenvorkommen, das im deutschen wie im thüringischen Raum zu den größten zählt. Der Eibengarten erstreckt sich ca. 1,25 km in der Länge des Berghanges von Nord nach Süd und ca. 0,25 km in der Breite von Ost nach West. Auf einer Fläche von 4,5 ha ist dies mit einem Bestand von 425 Bäumen, die mit 22–62 cm Durchmesser und einer Höhe von 4–12 m eines der größten geschlossenen Eibenvorkommen. Von den mitteldeutsch-thüringischen Eibenvorkommen sollen hier die ältesten Eiben stehen. Man schätzt ihr Alter auf ca. 450 Jahre. Da Wiesenthal gemeinsam mit seinen Nachbarorten im Biosphärenreservat Rhön liegt, ist auch der Ibengarten als bestehendes Naturschutzgebiet in dieses übernommen worden, die Gesamtfläche beträgt 57,79 Hektar, die Erstausweisung erfolgte bereits am 24. Januar 1932.[5]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Wiesenthal setzt sich aus acht Gemeinderatsmitgliedern zusammen.

  • Pro Wiesenthal (4 Sitze)
  • FFw Wiesenthal (2 Sitze)
  • Verein Heimat- und Ortsgeschichte (2 Sitze)

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)[6]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der ehrenamtliche Bürgermeister Sven Hollenbach wurde am 6. Juni 2010 wiedergewählt.[7]

Persönlichkeiten des Ortes[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Hjalmar Carlsson, E. Winter (Hrsg.): Wiesenthal in der Rhön. Ein Heimatbuch. Verlag der Herrnhuter Gesellschaft, 1940, S. 240.
  •  Bruno Kühn: Die Geschichte des Amtsbezirks Dermbach. In: Zeitschrift des Vereins für Thüringische Geschichte und Alterthumskunde. Band 1, Friedrich Frommann, Jena 1854, S. 249–296.
  •  Adalbert Schröter: Land an der Straße. Die Geschichte der katholischen Pfarreien in der thüringischen Rhön. St.Benno, Leipzig 1989, ISBN 3-7462-0430-5, S. 77–80.
  •  A.Schubert: Der Ibengarten. Ein Eibenhain im Neuberg bei Glattbach. Rainer Hartmann, Sondheim v.d. Rhön (Reprint Dermbach a.d.Rhön) 1993, ISBN 3-926523-33-6, S. 20.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wiesenthal (Thüringen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Kai Lehmann: Ausstellung „Luther und die Hexen“, Bereich Wiesenthal, Bibliothek Museum Schloss Wilhelmsburg Schmalkalden, 2012; Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland, Band 2, Hamburg 2003, S. 234f. und 236f
  3. Michael Köhler:Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze,Jenzig-Verlag,2001, ISBN 3-910141-43-9, S.274/275
  4. Stufe für Stufe dem Museum näher. Südthüringer Zeitung, Lokalseite Bad Salzungen, 21. April 2012, abgerufen am 21. April 2012: „Über viele Jahre war das Gebäude vom Verfall bedroht. Mittlerweile ist das Fachwerkhaus aus dem Jahr 1903 zu einem Schmuckstück geworden. Zumindest äußerlich. Innen gibt es noch sehr viel zu tun. Doch auf das, was bisher geschafft wurde, können die Mitglieder des Vereins für Heimat- und Ortsgeschichte sehr stolz sein. … Heute zählen 32 Mitglieder dazu, die ein großes Ziel haben: das Schranshaus nach der aufwendigen Sanierung zum Dorfmuseum zu machen, zu einem Aktivmuseum mit wechselnden Ausstellungen und kleinen Veranstaltungen.“
  5. a b  Klaus Schmidt: Der Wartburgkreis. Natur und Landschaft. In: Wartburgkreis (Hrsg.): Naturschutz im Wartburgkreis. 7, Druck und Verlagshaus Frisch, Eisenach und Bad Salzungen 1999, S. 87-88.
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatGemeinderatswahl 2014 in Thüringen - vorläufiges Ergebnis. Der Landeswahlleiter, abgerufen am 17. Juni 2014.
  7. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatKommunalwahlen in Thüringen am 6. Juni 2010. Wahlen der Gemeinde- und Stadtratsmitglieder. Vorläufige Ergebnisse. Der Landeswahlleiter, abgerufen am 6. Juni 2010.