Hörselberg-Hainich

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hörselberg-Hainich
Hörselberg-Hainich
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hörselberg-Hainich hervorgehoben
50.99055555555610.433055555556285Koordinaten: 50° 59′ N, 10° 26′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Wartburgkreis
Höhe: 285 m ü. NHN
Fläche: 142 km²
Einwohner: 6244 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 44 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99820
Vorwahlen: 03622, 036254, 036920
Kfz-Kennzeichen: WAK, SLZ
Gemeindeschlüssel: 16 0 63 098
Gemeindegliederung: 17 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 90 B
99820 Hörselberg-Hainich
Webpräsenz: www.hoerselberg-hainich.de
Bürgermeister: Bernhard Bischof (CDU)
Lage der Gemeinde Hörselberg-Hainich im Wartburgkreis
Kaltennordheim Bad Liebenstein Bad Salzungen Barchfeld-Immelborn Berka/Werra Berka vor dem Hainich Bischofroda Brunnhartshausen Buttlar Creuzburg Dankmarshausen Dermbach Diedorf Dippach Krayenberggemeinde Ebenshausen Empfertshausen Ettenhausen an der Suhl Kaltennordheim Frankenroda Frauensee Geisa Gerstengrund Gerstungen Großensee Hallungen Hörselberg-Hainich Ifta Barchfeld-Immelborn Kaltennordheim Kaltennordheim Kaltennordheim Krauthausen Lauterbach Leimbach Marksuhl Vacha Krayenberggemeinde Mihla Moorgrund Nazza Neidhartshausen Oechsen Ruhla Schleid Bad Liebenstein Seebach Stadtlengsfeld Bad Liebenstein Tiefenort Treffurt Unterbreizbach Urnshausen Vacha Vacha Weilar Wiesenthal Vacha Wolfsburg-Unkeroda Wutha-Farnroda Zella ThüringenKarte
Über dieses Bild

Hörselberg-Hainich ist eine Gemeinde im nordöstlichen Wartburgkreis im Freistaat Thüringen, die zum 1. Dezember 2007 durch den freiwilligen Zusammenschluss der Gemeinden Behringen und Hörselberg gebildet wurde.[2][3]

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt zwischen Eisenach, Bad Langensalza und Gotha am Südrand des Hainichs und umschließt die namensgebenden Hörselberge. Mit 142 Quadratkilometern ist sie, nach Erfurt und Gera, Thüringens drittgrößte Gemeinde und damit größte Flächengemeinde ohne Stadtrecht. Mit 6276 Einwohnern belegt Hörselberg-Hainich Platz vier der bevölkerungsstärksten Gemeinden des Wartburgkreises.

Nachbargemeinden sind die kreisfreie Stadt Eisenach im Westen, Berka vor dem Hainich (Wartburgkreis) im Nordwesten, Mülverstedt, Weberstedt, Schönstedt und Bad Langensalza (alle Unstrut-Hainich-Kreis) im Norden, Wangenheim, Brüheim, Friedrichswerth, Haina, Hörsel und Waltershausen (alle Landkreis Gotha) im Osten bzw. Süden sowie Wutha-Farnroda im Südwesten.

Gewässer[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet wird von den Gewässern I. Ordnung Nesse und Hörsel jeweils von Ost nach West durchflossen. In Sättelstädt mündet von Süden die Emse in die Hörsel. Von Norden mündet in Großenlupnitz die Böber in die Nesse. Ein nördlicher Nesse-Zufluss, der Bieberbach, ist die Vorflut der nördlichen Ortsteile Behringen, Wolfsbehringen und Hütscheroda. Von Reichenbach nach Tüngeda verläuft in östliche Richtung der Mittagswassergraben, welcher noch in der Gemarkung Tüngeda den Stausee Wangenheim speist.[4]

In den Ortslagen Sondra und Sättelstädt wird aus mehreren Brunnen Grundwasser gefördert, das im Wasserwerk Sondra zu Trinkwasser aufbereitet wird. Von hier aus werden die Stadt Eisenach und ihre Ortsteile, die Gemeinde Wutha-Farnroda, Seebach (Wartburgkreis) und die südlichen Ortschaften Hörselberg-Hainichs über Fernleitungen versorgt. Große Flächen der Gemarkungen Sondra, Sättelstädt, Kälberfeld, Melborn, Wenigenlupnitz, Großenlupnitz und Bolleroda sind wegen der Wassergewinnung als Trinkwasserschutzgebiete ausgewiesen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Hörselberg-Hainich gehören 17 Ortschaften:

Ansichten der Ortsteile von Hörselberg-Hainich
Beuernfeld
Bolleroda
Burla
Craula
Ettenhausen Nesse
Großenlupnitz
Hastrungsfeld
Melborn
Oesterbehringen
Reichenbach
Sondra
Wenigenlupnitz
Wolfsbehringen
Industriegebiet Kindel
Ortsteil Höhe ü. NN Einwohner
(31. Dez. 2011)[3]
Behringen 282 1513
Beuernfeld 254 120
Bolleroda 260 93
Burla 287 94
Craula 432 328
Ettenhausen an der Nesse 253 156
Großenlupnitz 231 787
Hastrungsfeld 302 114
Hütscheroda 315 61
Kälberfeld 260 233
Melborn 238 183
Reichenbach 322 359
Sättelstädt 264 565
Sondra 275 151
Tüngeda 284 510
Wenigenlupnitz 234 630
Wolfsbehringen 290 465

Der Ort Behringen entstand durch den Zusammenschluss von Großenbehringen und Oesterbehringen in den 1950er Jahren. Die Kleinsiedlung Heßwinkel in der Gemarkung Großenbehringen wurde 1976 aufgegeben.

Geschichte[Bearbeiten]

Chronologie der Eingemeindungen
Übersicht zur Lage und Entwicklung der Ortsteile
Ausgangssituation zur DDR-Gründung (1949)
Eingemeindung von Oesterbehringen und Wolfsbehringen nach Behringen (1. Juli 1950).
Zusammenschluss von Hastrungsfeld mit Burla, Wiederaustritt von Wolfsbehringen aus Behringen (1. Januar 1957).
Eingemeindung von Sondra nach Sättelstädt und Melborn nach Wenigenlupnitz (1. April 1974).
Eingemeindung von Ettenhausen/Nesse nach Wenigenlupnitz (1. März 1994).
Bildung der Gemeinde Hörselberg aus Beuernfeld, Bolleroda, Großenlupnitz, Hastrungsfeld-Burla, Kälberfeld, Sättelstädt und Wenigenlupnitz (1. Januar 1996).
Zusammenschluss von Behringen mit Craula, Reichenbach, Tüngeda und Wolfsbehringen (1. Juli 1999).
Zusammenschluss der Gemeinden Behringen und Hörselberg (1. Dezember 2007).

Der Ortsteil Sättelstedt wird als Setinstete in einer Urkunde vom 30. Dezember (zwischen 1015 und 1018) genannt, in der Kaiser Heinrich dem Kloster zu Fulda den Wildbann in dem thüringischen Gau und der Mark Lupenzo (um Großenlupnitz) zueignet.[5]

Die Gemeinde Hörselberg entstand am 1. Januar 1996 durch den Zusammenschluss von fünf Gemeinden.[6] Die Gemeinde Behringen entstand zunächst am 1. Juli 1950 durch den Zusammenschluss dreier Gemeinden, von denen eine (Wolfsbehringen) 1957 wieder selbständig wurde.[7] Diese und weitere drei Gemeinden wurden am 1. Juli 1999 zur neuen Gemeinde Behringen zusammengeschlossen.[8] In der Zeit von 1957 bis 1994 wurden bereits kleinere Gemeinden aufgelöst.[7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl :

  • 2007: 6568
  • 2008: 6572
  • 2009: 6469
  • 2010: 6374
  • 2011: 6313
  • 2012: 6276
  • 2013: 6244
  • 2014:
Datenquelle: ab 1994 Thüringer Landesamt für Statistik - Werte vom 31. Dezember


Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Hörselberg-Hainich setzt sich aus dem Bürgermeister und 20 Gemeinderatsmitgliedern zusammen.

Partei / Liste Stimmenanteil 2014 Sitze 2014 Sitzgewinn/-verlust Stimmenanteil 2009 Sitze 2009
CDU / Bürger für Hörselberg-Hainich 46,7 % 9 +2 33,0 % 7
Bürgerinitiativen der Einheitsgemeinde (BI) 19,0 % 4 -3 32,3 % 7
Freie Wähler Hörselberg-Hainich 16,7 % 3 +1 10,8 % 2
Zukunft-Hörselberg-Hainich (ZHH) 17,6 % 4 +3 7,0 % 1
SPD nicht angetreten - - 6,3 % 1
Interessengemeinschaft Nessetal (IG) nicht angetreten - - 10,6 % 2

In der ersten Gemeinderatswahl am 10. Februar 2008 sind angetreten: CDU - Freie Wähler Hörselberg (8 Sitze), SPD (1 Sitz), Bürgerinitiativen der Einheitsgemeinde (9 Sitze) und die Interessengemeinschaft (IG) "Für bezahlbare Kommunalabgaben" - Wählergemeinschaft Nessetal (2 Sitze).[9]

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014[10] und Kommunalwahl am 7. Juni 2009)[11]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Zum hauptamtlichen Bürgermeister der Gemeinde wurde am 10. Februar 2008 Bernhard Bischof (parteilos, seit August 2013 CDU) mit 96,6 Prozent ohne Gegenkandidaten gewählt. Er ist Mitglied der Bürgerinitiative für bezahlbare Kommunalabgaben (Bürgerinitiativen der Einheitsgemeinde, kurz BI) und hat einen Sitz im Kreistag des Wartburgkreises (CDU Fraktion). Am 1. Dezember 2013 wurde er mit 96,7 Prozent der abgegebenen Stimmen für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt.[12]

Wappen[Bearbeiten]

Wappen von Hörselberg-Hainich
Blasonierung:

„„Geviert von Silber und Grün, Feld 1 und 4: ein schwarzer Bruchpfahl; Feld 2: ein goldener Ammonit (Ammonshorn); Feld 3: ein gezahntes goldenes Buchenblatt.““[13]

Beschreibung:

Die heraldische Figur eines schwarzen Bruchpfahls im silbernen Feld erzeugt den Initialbuchstaben H. Die beiden Buchstaben H-H (Hörselberg-Hainich) präsentieren den neuen Gemeindenamen. Der Ammonit ist ein Symbol für die Muschelkalklandschaft mit Trockenrasenflächen, Kerbtälern und periodischen Bachläufen, wo gelegentlich fossile Versteinerungen, darunter Muscheln oder Ammoniten zu finden sind. Das Laubblatt steht pars pro toto für den artenreichen Laubwald des Hainich.

Zur Motivfindung führte der Gemeinderat 2008 einen Ideenwettbewerb durch. Das Wappen wurde nach Auswertung der Vorschläge vom Heraldiker Uwe Reipert gestaltet und am 12. März 2010 vom Thüringer Landesverwaltungsamt genehmigt.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge der Gemeinde ist grün - gelb geviert und trägt mittig das Gemeindewappen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bekannte Sehenswürdigkeiten der Gemeinde Hörselberg-Hainich
Großer Hörselberg
Hainich (Nationalpark)
Am Schloss Behringen
Schloss Tüngeda
Schloss Neuscharfenberg
Lutherkirche Kälberfeld
Bockwindmühle Tüngeda

Denkmäler[Bearbeiten]

Ein archäologischer Fundplatz (Bodendenkmal) liegt östlich des Ortes Sättelstädt nahe der ehemaligen Autobahn in der Hörselniederung. Dort fand man spätbronzezeitliche Funde und Palisadenanlagen. Es wird vermutet, dass diese Anlagen kultischen Charakter hatten.[14] In der Umgebung der Orte Behringen, Wenigenlupnitz und Reichenbach befinden sich etwa 10 mittelalterliche Wüstungen, deren Lage bekannt ist sowie weitere ur- und frühgeschichtliche Fundplätze als Bodendenkmale.

In allen Ortsteilen befinden sich (meist bei der jeweiligen Kirche) Gefallenen-Denkmäler für die einheimischen Opfer der Kriege, sie wurden mehr oder weniger aufwändig gestaltet. Die Mehrzahl der bei Kampfhandlungen in den Ortsteilen der Gemeinde gefallenen Soldaten wurden auf die zentrale Gedenkstätte Dürrerhof bei Eisenach umgebettet. Auf dem Friedhof von Sättelstädt wurden acht deutsche Soldaten, die am 3. April 1945 bei der Besetzung durch US-amerikanische Truppen gefallen waren und ein weiterer Gefallener bestattet.

Vereine[Bearbeiten]

Die Gemeinde besitzt ein sehr reichhaltig ausgeprägtes Vereinsleben, das vielen Interessen und Bedürfnissen der Bewohner Rechnung trägt: Zu den ältesten Vereinen zählen Chöre, Schützen- und Sportverein mit zum Teil über 100-jähriger Tradition.

Orchester, Chöre und Sängergemeinschaften[Bearbeiten]

  • Musikverein Behringen
  • Gemischter Chor Behringen
  • Frauenchor Nessetal Großenlupnitz/Wenigenlupnitz
  • Männergesangsverein Wenigenlupnitz

Schützenvereine[Bearbeiten]

  • Schützengesellschaft 1853 e.V.
  • Schützenverein Craula 1990 e.V.
  • Schützenverein Emsetal e.V.
  • Kleinkaliberschützenverein Kälberfeld 1927 e.V.

Sportvereine[Bearbeiten]

  • Fußballsportverein Behringen e.V.
  • Golfclub Eisenach im Wartburgkreis e.V.
  • Gymnastikgruppe Wenigenlupnitz
  • Pferdesportverein Großenlupnitz
  • SG Nessetal Wenigenlupnitz
  • SV Blau-Weiß Tüngeda 1990 e.V.
  • SV Town & Country Behringen - Sonneborn e.V.

Kultur- Heimat- und Geschichtsvereine[Bearbeiten]

  • Hörselbergverein
  • Förderverein für die Kirchen Sättelstädt und Burla
  • Verein Behringen International.
  • Partnerschaftsverein Sättelstädt
  • Heimatverein Tüngeda
  • Heimatfreunde Behringen
  • Landfrauenvereine haben sich in Craula und Reichenbach gebildet.

Karnevals- und Kirmesvereine[Bearbeiten]

  • Behringer Karnevalsverein
  • Kirmesgesellschaften in Behringen, Wolfsbehringen, Craula, Reichenbach, Großenlupnitz, Wenigenlupitz-Melborn, Sättelstädt und Tüngeda

In fast allen Ortsteilen bestehen Garten- und Kleintierzuchtvereine sowie Feuerwehrvereine.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

In den Ortsteilen finden im Jahreslauf zahlreiche Veranstaltungen und Feste statt, die zum Teil in mittelalterlichem Brauchtum verwurzelt sind. [15]

  • Das Maienfest in Großenlupnitz wird traditionell durch die örtliche Freiwillige Feuerwehr ausgerichtet. Zum Programm gehören ein Umzug durch das Dorf, Musik und Tanzveranstaltungen sowie ein sportlicher Wettkampf mit benachbarten Feuerwehren.
  • Das Fest der tausend Lichter wird alljährlich im Juni in Wenigenlupnitz am Ufer der Nesse gefeiert. Es wurde erstmals 1965 begangen. Die traditionelle Veranstaltung wurde zunächst vom Dorfclub und dem ortsansässigen Landwirtschaftsbetrieb organisiert. Inzwischen hat diese Aufgabe der Förderverein Nessetal e. V. übernommen. Sportliche Wettkämpfe, Tanz und Musik sowie verschiedene Belustigungen für Kinder und Jugendliche gehören zum Standardprogramm. Höhepunkt ist stets ein Ochse am Spieß, was der Veranstaltung den Beinamen „Lupser Ochsenfest“ einhandelte.
  • Das Erhard-Schall-Fußballgedenkturnier findet wiederum in Wenigenlupnitz im Juni statt und wird von der Sportgemeinschaft Nessetal ausgerichtet. Nach dem Turnier, zu dem auch Damen- und Jugendmannschaften antreten, folgt traditionell der Sportlerball.
  • Das Laubmannsfest ist im Ortsteil Hastrungsfeld-Burla beheimatet. Jeweils im Juni findet ein Umzug des Laubmanns mit seinem Gefolge durch das Dorf statt. Ursprünglich diente der Umzug als Natur- und Erntefest.
  • Ebenfalls in Hastrungsfeld-Burla wird in der Weihnachtszeit das Frau-Holle-Fest im Gemeindezentrum, dem Frau-Holle-Haus, veranstaltet.
  • Auf dem Sondraer Festplatz findet alljährlich ein Heimatfest der Bevölkerung von Sättelstädt und Sondra mit ihren Gästen, zu denen auch Besucher aus der irischen Partnergemeinde gehören statt.

Religion[Bearbeiten]

In den Ortsteilen von Hörselberg-Hainich bestehen 15 evangelisch-lutherische Kirchen. Die Gotteshäuser entstanden teilweise bereits im Spätmittelalter oder ersetzen einen älteren Vorgängerbau. Romanische Architekturmerkmale zeigen noch die Kirchen in Hastrungsfeld und Craula. Die beiden jüngsten Kirchen stehen in Großenbehringen (1846 erbaut) und in Kälberfeld (1905 geweiht). Die historisch gewachsene Struktur zeigt sich auch bei den fünf Pfarrsprengeln:

  • Evangelisches Pfarramt Behringen - zuständig für die Kirchgemeinden in Craula, Hütscheroda, Großenbehringen, Oesterbehringen und Wolfsbehringen
  • Evangelisches Pfarramt Großenlupnitz - zuständig für die Kirchgemeinden Beuernfeld und Großenlupnitz
  • Evangelisches Pfarramt Melborn - zuständig für die Kirchgemeinden Burla, Ettenhausen/Nesse, Hastrungsfeld, Melborn, Sättelstädt und Wenigenlupnitz
  • Evangelisches Pfarramt Schönau a.d. Hörsel - zuständig für die Kirchgemeinde Kälberfeld
  • Evangelisches Pfarramt Wangenheim - zuständig für die Kirchgemeinden Reichenbach und Tüngeda.[3]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Gewerbe und Industrie[Bearbeiten]

Neben den traditionellen ortsansässigen Gewerbebetrieben wurden nach 1990 drei große Gewerbegebiete und ein Industriegebiet erschlossen und teilweise besiedelt. Mittlerweile sind die im Industriegebiet Kindel, im Gewerbegebiet Behringen und im Gewerbegebiet Großenlupnitz angesiedelten Firmen die größten Arbeitgeber der Region. Ein weiteres Gewerbegebiet mit vorwiegend Kleinindustrie und mittelständischen Betrieben sowie ein Handwerkerhof befinden sich im Ortsteil Sättelstädt. Auch im Umfeld des Verkehrslandeplatzes Kindel wurden ab 2006 Gewerbeflächen erschlossen. Dort haben sich einige luftfahrtypische Kleinbetriebe angesiedelt.[3]

Verkehr[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet wird von der Bundesautobahn 4 auf 14,4 km Länge durchschnitten und von den Bundesstraßen 7 und 84, den Landesstraßen 1029, 2113, 2120, 2122 und 3007 sowie den Kreisstraßen 1, 1a, 2a, 7, 503 und 515 erschlossen.

Abfahrt Sättelstädt an der A4 an der Hörseltalbrücke (2010)

Mit der Inbetriebnahme des Nordverlegung der A 4, die im Rahmen der Verkehrsprojekt Deutsche Einheit (VDE Nr. 15) realisiert wurde, erhielt die Gemeinde zwei Anschlussstellen. Bei Großenlupnitz ist die neue Anschlussstelle Eisenach-Ost über die Landesstraße 2113 an die Bundesstraße 84 angebunden. An der Anschlussstelle Sättelstädt, unweit des gleichnamigen Ortsteils beginnt die Bundesstraße 7 in Richtung Osten. Über die ebenfalls hier beginnende Landesstraße 3007 (zur Landesstraße abgestufter Abschnitt der vormaligen Bundesstraße 7 nach Eisenach) werden die südlichen Ortsteile sowie der Verkehrsraum Wutha-Farnroda erschlossen. Die umverlegte Autobahn führt für die Ortsteile Beuernfeld, Bolleroda, Ettenhausen, Großenlupnitz und Hastrungsfeld zu starken Belastungen durch Lärm und Luftverunreinigungen. Der Bauauftrag für die Umverlegung der A 4 wurde im Rahmen einer Öffentlich-Privaten Partnerschaft (ÖPP) im September 2007 vergeben. Für die 22,5 km lange, sechsstreifige Strecke wurde zu Beginn mit einer dreijährigen Bauzeit gerechnet. Seit dem 6. Januar 2010 ist die Neubautrasse, zunächst mit Einschränkungen, in Betrieb.[16]

Außerdem durchquert die Bahnstrecke Halle (Saale) – Erfurt – Gerstungen, mit einem Haltepunkt und einem Betriebsbahnhof in Sättelstädt, die südlichen Ortsteile im Hörseltal. Der Eisenbahnanschluss zum Bahnhof Kindel wurde mit der Stilllegung der Nessetalbahn Bufleben – Friedrichswerth am 28. September 1995 funktionslos und 2007 abgebaut

Dem regionalen Luftverkehr dient der Flugplatz Eisenach-Kindel in der Gemarkung des Ortsteiles Wenigenlupnitz.

Freiwillige Feuerwehren, Rettungsdienst[Bearbeiten]

LF 16 der FF Großenlupnitz

Der Brand- und Katastrophenschutz der Gemeinde Hörselberg-Hainich wird durch die Freiwillige Feuerwehr Hörselberg-Hainich mit 10 Ortsteilfeuerwehren in Behringen, Craula, Ettenhausen, Großenlupnitz, Kälberfeld, Reichenbach, Sättelstädt/Sondra, Tüngeda, Wenigenlupnitz und Wolfsbehringen, unter Leitung eines Ortsbrandmeisters organisiert. Die Ortsteilfeuerwehren haben einen eigenen Wehrführer und tragen weiterhin die Bezeichnung Freiwillige Feuerwehr. Schwerpunktfeuerwehren mit Technikstandorten sind dabei die FF Behringen mit Löschgruppenfahrzeug LF 10/6, Tanklöschfahrzeug TLF 16/24-Tr, Vorausrüstwagen VRW, Mannschaftstransportfahrzeug MTF, die FF Großenlupnitz mit Löschgruppenfahrzeug LF 16/12 und Vorausgerätewagen VGW für den nördlichen Bereich und die umverlegte BAB 4 sowie die FF Sättelstädt mit einem Löschgruppenfahrzeug LF 10/6 und einem Sonder-Tanklöschfahrzeug für den südlichen Teil der Gemeinde. Alle anderen verfügen als Feuerwehren mit Grundausstattung über Kleinlöschfahrzeuge (KLF Thüringen) oder Tragkraftspritzenfahrzeuge TSF-W. Die Alarmierungen und Einsätze koordiniert die zuständige Leitstelle des Wartburgkreises (IlSt) in Eisenach. Der Feuerwehrverein Sättelstädt unterhält eine Sammlung verschiedener, betriebsfähiger historischer Feuerwehrfahrzeuge und -spritzen.

Medizinische- und soziale Versorgung[Bearbeiten]

  • In der Gemeinde sind drei Allgemeinmediziner (Wenigenlupnitz, Behringen und Sättelstädt), 3 Zahnarztpraxen (Wenigenlupnitz und Behringen), eine Apotheke (Behringen) sowie zwei Physiotherapeuten (Behringen undWenigenlupnitz) tätig.
  • Für die Akut- und Notfallversorgung sowie spezielle Behandlungen und Therapien sind die Kliniken in Bad Langensalza und Eisenach zuständig.
  • Für die Betreuung von Senioren und Menschen mit psychisch schwierigen Lebensbedingungen sowie Menschen mit geistiger Behinderung wurden zwei Wohnheime in Behringen und Wenigenlupnitz eingerichtet. Weitere Seniorenpflegeheime befinden sich in der benachbarten Stadt Eisenach und in Bad Langensalza.
  • Ein Jugendsozialbetreuer ist am Kinder- und Jugendzentrum Krokotreff in Behringen tätig.[3]

Bildung[Bearbeiten]

In den Ortsteilen der Gemeinde bestehen folgende Bildungsangebote und Schulen:

  • Staatliche Grundschule "Nessetal" Wenigenlupnitz
  • Staatliche Grundschule "Am Hainich" Behringen
  • Staatliche Regelschule "Am Rennstieg" Behringen

Kindergärten befinden sich in

  • Behringen (Kindertagesstätte "Regenbogen")
  • Großenlupnitz (Kinderarche "Kastanienbaum")
  • Reichenbach (Kindertagesstätte "Pusteblume", ehemals "Zwergenland")
  • Sättelstädt (Kinderarche "Haus der fröhlichen Kinder")
  • Wenigenlupnitz (Kinderarche)
  • Wolfsbehringen (Kindertagesstätte "Villa Kunterbunt")

Im Gewerbegebiet Großenlupnitz ist eine Fahrschule und beim Verkehrslandeplatz Kindel eine Flugschule sowie ein Verkehrssicherheitszentrum angesiedelt.[3]

Töchter und Söhne der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Therese Blase (* 6. Mai 1873 in Craula; † 2. Mai 1930 in Mannheim), Sozialpolitikerin (SPD)
  • Otto Schiek (* 5. Oktober 1898 in Großenlupnitz; † 4. März 1980 in Weimar), Politiker (KPD)
  • Dagmar Schipanski (* 3. September 1943 in Sättelstädt), Wissenschaftlerin, Politikerin (CDU)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2007
  3. a b c d e f  Gemeindeverwaltung (Hrsg.): Hörselberg-Hainich - sagenumwobene Vielfalt. SonsDruck, Bad Langensalza 2012, S. 48.
  4. Topografische Karte 1:25000, Blatt 4928 und 5028, Thüringer Landesvermessungsamt, 1997
  5. Dr. August Beck: Die Geschichte des Gothaischen Landes, Band I, Geschichte der Regenten, Gotha, 1868. S. 38
  6. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1996
  7. a b Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  8. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  9. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatMeldung der Gemeindeverwaltung zur Gemeinderatswahl 2008. Gemeinde Hörselberg-Hainich, abgerufen am 5. November 2014 (HTML).
  10. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatKommunalwahlen in Hörselberg-Hainich (Thüringen) am 25. Mai 2014. Der Landeswahlleiter, abgerufen am 30. Mai 2014 (HTML;).
  11. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatKommunalwahlen in Thüringen am 7. Juni 2009. Wahlen der Gemeinde- und Stadtratsmitglieder. Vorläufige Ergebnisse. Der Landeswahlleiter, abgerufen am 6. Februar 2010 (PDF; 1,9 MB).
  12. Birgit Schellbach: Bernhard Bischof (CDU) ist weiter Bürgermeister von Hörselberg-Hainich. Thüringer Allgemeine, 1. Dezember 2013, abgerufen am 2. Dezember 2013.
  13. Hauptsatzung Hörselberg-Hainich - Änderung 1
  14. Michael Köhler: Heidnische Heiligtümer. Jenzig-Verlag, 2007, ISBN 978-3-910141-85-8 S. 231.
  15.  Rolf Herm: Die Vereine der Gemeinde Hörselberg. In: Hörselbergverein e. V. (Hrsg.): Hörselbergbote. Heft 33, Wutha-Farnroda 1998, S. 35–39.
  16. Pressemeldung von Eurovia, 18. Dezember 2009

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hörselberg-Hainich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien