Wikipedia:Wie zitiert man Bibelstellen

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Diese Seite beschreibt die in der Wikipedia korrekte Methode, Bibelstellen zu zitieren. Dies ist aber keine Empfehlung, aus der Bibel zu zitieren. Es ist nur in sehr begrenztem Umfang sinnvoll und zulässig, in Wikipediaartikeln die Bibel oder andere Heilige Schriften zu zitieren.
  • Generell ist ein Bibelzitat nur dann erwägenswert, wenn relevante Sekundärliteratur zum Thema auch häufig auf diese Bibelstelle Bezug nimmt.
  • Auch in theologischen Themen hat die Auswahl von Bibelzitaten der Sekundärliteratur zu folgen.
  • Bibelzitate können notwendig sein, um religiöse Darstellungen erklären zu können.

Zitate[Bearbeiten]

Im Prinzip sind solche Quellenzitate auch nichts anderes als Zitate aus anderen Büchern; trotzdem sind erfahrungsgemäß einige Punkte besonders zu beachten.

  • Vollständiges Zitat. Es sollte darauf geachtet werden, dass das Zitat nicht die Bedeutung des Zitierten entstellt und in ein anderes Licht rückt.
  • Genaue Buch- und Versangaben sind wichtig. Alles andere ist unwissenschaftlich, und es erleichtert das Auffinden, wenn man das Zitat nachlesen will. Das Format hierbei sollte sein:
<Titel des Buches> <Kapitel>,<Vers(e)>
  • Die Versnummer wird dem zitierten Text (möglichst erhöht) vorangestellt. Zitiert man einzelne Verse, kann die Angabe der Verszahl im Zitat entfallen; beim Zitieren ganzer Textblöcke muss vor jedem Vers die Nummer angegeben werden.
  • Besonders wichtig: Quellenvermerk! Einerseits gibt es viele verschiedene Bibelübersetzungen mit unterschiedlicher Texttreue; andererseits sind viele Übersetzungen in den 70er- bis 80er-Jahren neu überarbeitet, modernisiert und in der Übersetzung verbessert worden, sodass hierauf noch ein Urheberrecht gilt (siehe Zitate und Urheberrecht). Das muss nicht für jede einzelne Stelle geschehen, eine Angabe z. B. am Anfang eines Artikels ist ausreichend: Hier und im folgenden wird (wenn nicht anders vermerkt) nach der <XYZ>übersetzung zitiert. Wenn ein einzelnes Zitat aus einer anderen Übersetzung stammt, muss man das allerdings wieder angeben.

Zur einfachen Angabe von Bibelzitaten in Wikipedia gibt es die Vorlage:Bibel, die auch eine automatische Verlinkung bereitstellt.

Eingabe Ergebnis
{{Bibel|Mt|25|29}} (Mt 25,29 EU)
{{Bibel|Mt|25|29|ELB}} (Mt 25,29 ELB)
{{Bibel|Mt|25|29|LUT}} (Mt 25,29 LUT)
{{Bibel|Mt|25|29|GNB}} (Mt 25,29 GNB)
{{Bibel|Mt|25|29|HFA}} (Mt 25,29 HFA)
{{Bibel|Mt|25|29|NGÜ}} (Mt 25,29 NGÜ)
{{B|Mt|25|29}} Mt 25,29 EU
{{BB|Mt|25|29}} 25,29 EU
{{Bpur|Mt|25|29}} EU

Bibelstellen als Belege[Bearbeiten]

Bibelstellen können durchaus Quellenangaben sein, wenn es um reine Textfragen geht, z. B. „das Gleichnis vom barmherzigen Samariter steht in Lukas 10“, „Emmaus ist in Kapitel xyz des Lukasevangeliums erwähnt“ oder auch „Im Lukasevangelium steht, dass Emmaus 60 Stadien von Jerusalem entfernt lag (Lk 24,13)“. Das sind Tatsachen, die jeder, ungeachtet seiner Einstellung zu Religion und Bibel, nachschauen kann, und die weder von Atheisten noch von Zeugen Jehovas noch von Vertretern der feministischen Theologie bestritten werden.

Anders ist es, wenn Bibelstellen als „Beweis“ für eine bestimmte theologische Sicht oder Auslegung aufgeführt werden, z. B. Johannes 1,1 als Beleg für oder gegen die Dreieinigkeit. Hier genügt die Bibelstelle allein nicht, weil sie von den verschiedenen Richtungen unterschiedlich interpretiert wird. Auch wenn eine Bibelstelle noch so „offensichtlich“ als „Beweis“ die calvinistische Theologie/darbyistischen Endzeitvorstellungen/Ablehnung von homosexuellen Beziehungen/etc. untermauert, gibt es in jedem dieser Fälle auch Leute, für die das alles andere als offensichtlich ist – es handelt sich in solchen Fällen also nicht um Tatsachen, sondern um Standpunkte gemäß unserem Grundsatz der Neutralität. In solchen Fällen braucht es einen Beleg dafür, dass diese Bibelstelle als Argument für eine bestimmte Sichtweise aufgeführt wird, z. B. „Gregor von Nazianz/der Katechismus der katholischen Kirche/Adolf Ernst Knoch führt in seinem Werk xyz Johannes 1,1 als Argument für/gegen die trinitarische Gottesvorstellung auf.“

Das entscheidende Kriterium ist, ob es sich bei der Aussage, die mit der Bibel belegt werden soll, um eine unbestrittene Tatsache handelt oder ob es unterschiedliche Meinungen dazu gibt – bei unterschiedlichen Meinungen braucht es gemäß NPOV eine Zuschreibung zu einer Person oder Gruppe, die dann als solche belegt werden muss.

Bibelübersetzungen[Bearbeiten]

Es gibt verschiedene Übersetzungen, die alle ihre Besonderheiten haben. Unter dem Artikel über Bibelübersetzung findet man sie erschöpfend behandelt. Hier werden nur die wichtigsten deutschen Übersetzungen aufgelistet, die mit der Bibelvorlage adressierbar sind:

  1. Die Elberfelder Bibel (Kürzel für die Vorlage: ELB) gilt als die am weitesten verbreitete deutsche Übersetzung mit dem Anspruch, die Originalsprachen möglichst genau wiederzugeben. Sie wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts u. a. von Carl Brockhaus und John Nelson Darby erarbeitet und erschien erstmals vollständig 1871. 1985 wurde sie grundlegend revidiert. Ziel der Übersetzung war und ist es, „den des Urtextes Unkundigen … mit wenigen Kosten eine möglichst treue und genaue Darstellung des Wortes Gottes in ihrer eigenen Sprache darzureichen“ (aus dem Vorwort der ersten Ausgabe). Damit eignet sie sich ganz besonders gut zum Zitieren; allerdings bietet die Elberfelder nur die im Hebräischen Original des Alten Testaments vorliegenden Texte. Die Apokryphen oder Deuterokanonischen Schriften wird man also aus einer anderen Übersetzung übernehmen müssen.
  2. Die Lutherbibel (Kürzel: LUT) ist der Klassiker unter den deutschen Bibeln und die maßgebliche Übersetzung für die Evangelischen Kirchen in Deutschland. Damit bildet sie einen guten Kompromiss zwischen literarischem Anspruch und Textnähe. Neubearbeitungen erschienen 1975 und 1984.
  3. Die Einheitsübersetzung (Kürzel: EU) ist die verbindliche Übersetzung für alle deutschsprachigen römisch-katholischen Bistümer (daher der Namensbestandteil „Einheit“); Neues Testament und Psalter werden auch von der evangelischen Kirche mitgetragen und gelten damit als ökumenisch. Die Übersetzung wurde von römisch-katholischen und evangelischen Theologen angefertigt. Sie steht dem Urtext nahe, ist aber für den Gebrauch in der Liturgie optimiert, um dort auch gesungen werden zu können. Das Neue Testament wurde 1972, das Alte 1980 abgeschlossen.
  4. Die Gute Nachricht Bibel (GNB) ist eine interkonfessionelle Übertragung (sinngemäße Übersetzung) in modernes, einfaches Deutsch, das so weit wie möglich auf eine biblische Sondersprache verzichtet. Das Neue Testament erschien 1968, und wurde 1971 revidiert. 1982 wurde die Übersetzung des Alten Testaments abgeschlossen. Eine Gesamtrevision kam 1997 heraus. Damit eignet sich die Gute Nachricht für Zitate, in denen es auf flüssige Lesbarkeit ankommt.
  5. Die Hoffnung für Alle (HFA) ist eine sogenannte kommunikative Bibelübersetzung.

Welches ist die richtige Übersetzung?[Bearbeiten]

Hier hat jeder seine eigenen Präferenzen, und jeder wird auch ein Zitat in seiner „Hausbibel“ nachschlagen wollen. Deshalb ist eine Angabe von Buch und Vers wichtig. Da alle Übersetzungen durch ihre Neubearbeitungen noch dem Urheberrecht unterliegen, ist die Angabe der verwendeten Übersetzung unbedingt nötig. Ganz besonders wichtig ist dies für die alttestamentlichen Spätschriften, die sich nur in der Septuaginta erhalten haben. Einheitsübersetzung und Gute Nachricht folgen hier einer anderen Textbasis als die Lutherbibel.

Beispiele[Bearbeiten]

Dieser Wikipedia-Artikel selbst zitiert, wenn nicht anders angegeben, die Einheitsübersetzung.

Versangaben[Bearbeiten]

1 Mose 3,23
Genesis 3,23 f.
Gen 3,22–24
Gen 7,12.17 (Kapitel 7, Verse 12 und 17)
Gen 8,21 f.;9,11 (Kapitel 8, Verse 21 bis 22 und Kapitel 9, Vers 11)
Zu beachten ist, dass auf das Komma und die anderen Satzzeichen in diesem Fall kein Leerzeichen folgt.
Die üblichen Abkürzungen sollten in der Wikipedia nur verwendet werden, wenn sie auf das entsprechende Buch mit einem Wikilink verweisen oder eindeutig erkennbar sind (wenn man z. B. wiederholt Genesis zitiert): Einige Leser hatten die Bibel schon längere Zeit nicht mehr in der Hand.

Versnummern[Bearbeiten]

  • Zitiert man ganze Textblöcke, kann folgendes Format benutzt werden:
Genesis 3,23–24: gleich auf den ersten Seiten der Bibel wird berichtet, dass Gott den Menschen aus dem Paradies vertrieb, zur Strafe, dass er vom Baum der Erkenntnis des Bösen und des Guten gegessen hatte:
23 Gott, der Herr, schickte ihn aus dem Garten von Eden weg, damit er den Ackerboden bestellte, von dem er genommen war. 24 Er vertrieb den Menschen und stellte östlich des Gartens von Eden die Kerubim auf und das lodernde Flammenschwert, damit sie den Weg zum Baum des Lebens bewachten.
Versnummern erfolgen dabei durch Hochstellung z. B. <sup>23</sup> = 23. Wichtig ist ein Leerraum nach der Versnummer.
  • Wenn Text in gebundener Sprache (Psalmen, Lieder, Gedichte) zitiert wird, sollte das auch erkennbar gemacht werden. Ein Beispiel von Liebeslyrik aus Hoheslied 5,2–8:
2 Ich schlief, doch mein Herz war wach.
Horch, mein Geliebter klopft:
Mach auf, meine Schwester und Freundin,
meine Taube, du Makellose!
Mein Kopf ist voll Tau,
aus meinen Locken tropft die Nacht.
3 Ich habe mein Kleid schon abgelegt –
wie soll ich es wieder anziehen?
Die Füße habe ich gewaschen –
soll ich sie wieder beschmutzen?
4 Mein Geliebter streckte die Hand durch die Luke;
da bebte mein Herz ihm entgegen.
5 Ich stand auf, dem Geliebten zu öffnen.
Da tropften meine Hände von Myrrhe
am Griff des Riegels.
6 Ich öffnete meinem Geliebten:
Doch der Geliebte war weg, verschwunden.
Mir stockte der Atem: Er war weg.
Ich suchte ihn, ich fand ihn nicht.
Ich rief ihn, er antwortete nicht.
7 Da fanden mich die Wächter
bei ihrer Runde durch die Stadt;
sie schlugen, sie verletzten mich.
Den Mantel entrissen sie mir,
die Wächter der Mauern.
8 Ich beschwöre euch, Jerusalems Töchter:
Wenn ihr meinen Geliebten findet,
sagt ihm,
ich bin krank vor Liebe.

Abkürzungen biblischer Bücher[Bearbeiten]

Die Bezeichnungen der biblischen Bücher und damit auch ihre Abkürzungen (Sigeln) sind unterschiedlich – zum Beispiel heißt das „1. Buch Mose“ für die Juden „Bereshit“ („Im Anfang“) nach dem ersten Wort, mit dem es beginnt. In der lateinischen Bibelübersetzung heißt es „Genesis“, weil es mit der Schöpfungsgeschichte beginnt. Im deutschsprachigen Raum haben sich jedoch heute die im ökumenischen Dialog gewonnenen Abkürzungen nach den Loccumer Richtlinien weitgehend durchgesetzt, die auch der Einheitsübersetzung der Bibel zu Grunde liegen:

Ferner sind häufig gebrauchte Abkürzungen in der Sekundärliteratur zur Bibel ebenfalls nach diesen Richtlinien vereinheitlicht worden, zum Beispiel:

Siehe auch[Bearbeiten]