Wildalpen

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Wildalpen
Wappen von Wildalpen
Wildalpen (Österreich)
Wildalpen
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Liezen
Kfz-Kennzeichen: LI
Fläche: 202,82 km²
Koordinaten: 47° 39′ N, 14° 59′ O47.6514.983333333333609Koordinaten: 47° 39′ 0″ N, 14° 59′ 0″ O
Höhe: 609 m ü. A.
Einwohner: 513 (1. Jän. 2013)
Bevölkerungsdichte: 2,5 Einw. pro km²
Postleitzahl: 8924
Vorwahl: 03636
Gemeindekennziffer: 6 12 51
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Wildalpen 91
8924 Wildalpen
Website: www.wildalpen.at
Politik
Bürgermeister: Karin Gulas (SPÖ)
Gemeinderat: (2010)
(9 Mitglieder)
6
3
Von 9 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Wildalpen im Bezirk Liezen
Admont Aigen im Ennstal Altenmarkt bei Sankt Gallen Ardning Donnersbach Donnersbachwald Gaishorn am See Gams bei Hieflau Hall Irdning Johnsbach Landl Lassing Liezen Oppenberg Palfau Pürgg-Trautenfels Rottenmann Sankt Gallen Selzthal Stainach Tauplitz Treglwang Trieben Weißenbach an der Enns Weißenbach bei Liezen Weng im Gesäuse Wildalpen Wörschach Steiermark Bezirk LiezenLage der Gemeinde Wildalpen im Bezirk Liezen (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Wildalpen001.jpg
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Wildalpen ist eine österreichische Gemeinde mit 513 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2013) im steirischen Gerichtsbezirk bzw. Bezirk Liezen.

Geografie[Bearbeiten]

Der Ort Wildalpen selbst liegt am Nordfuß des Hochschwabmassivs im Salzatal, direkt an der Salza. Die Ausdehnung der Gemeinde erreicht jedoch eine Fläche von über 200 km² (203,08 km²), was ungefähr der halben Stadt Wien entspricht, beiderseits der Salza, im Hochschwab wie in den Lassingalpen. Wildalpen ist ein berühmtes Jagd- und Forstgebiet. Es gibt (Hoch)-Wild verschiedener Arten.

In Wildalpen fand etwa 4000 v. Chr. der größte Bergsturz der Hochschwabgruppe statt. Eine gewaltige Felsmasse brach vom Ebenstein und Brandstein ab und sackte nach Norden ab. In weiterer Folge zerlegte sich die Sturzmasse und donnerte als Sturzstrom bis über den heutigen Ort Wildalpen hinaus in das Salzatal.[1][2]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Besiedelung erfolgte von dem im Jahr 1072 gegründeten Stift Admont aus. Die Eisenverarbeitung brachte dem Ort bis zum Abzug der Innerberger Hauptgewerkschaft 1838 Wohlstand. Die Aufhebung der Grundherrschaften erfolgte 1848. Die Ortsgemeinde als autonome Körperschaft entstand 1850. 1910 wurde die II. Wiener Hochquellenwasserleitung in Betrieb genommen. Nach der Annexion Österreichs 1938 kam die Gemeinde zum Reichsgau Steiermark. Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Schauspieler Hans Thimig, dessen Familie ein Sommerhaus in Wildalpen besaß, für kurze Zeit Bürgermeister der Gemeinde. Von 1945 bis 1955 war Wildalpen Teil der englischen Besatzungszone in Österreich. Im Jahre 2010 kam ein sensationeller Fund ans Tageslicht. In der Arzberghöhle in Wildalpen wurde eine Klinge aus Radiolarit, einem feuersteinähnlichen Gestein, gefunden. Diese wird, durch Radiokarbonbestimmungen an Höhlenbärenresten der Arzberghöhle, auf ein Alter von 29 000 bis 36 000 Jahren geschätzt. Dies beweist, dass der Mensch schon vor etwa 30 000 Jahren im Hochschwabgebiet unterwegs war.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung in der Gemeinde Wildalpen[4]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bekannt ist Wildalpen vor allem als Quellgebiet der II. Wiener Hochquellenwasserleitung. Deshalb ist mehr als die Hälfte des Gemeindegebietes als Quellschutzgebiet unter Naturschutz. Diese Fläche muss aufwendig beforstet werden. Dafür gibt es eigene Magistratsabteilungen der Stadt Wien.

Von hier aus fließen in freiem Gefälle täglich rund 220.000 m³ Wasser nach Wien. In der I. Wiener Hochquellenwasserleitung braucht das Wasser etwa 24 Stunden, in der Zweiten Wiener Hochquellenleitung 36 Stunden, bis es in Wien angelangt ist.

Die Gemeinde Wien ist durch das Wasserwerk und die damit verbundenen Forstbetriebe in der sonst strukturarmen Gegend ein wichtiger Arbeitgeber.

Neben der Gemeinde Wien wurde im Jahr 2002 die Wildalpen Wasserverwertungs GmbH gegründet, Quellwasser der Seisensteinquelle in Flaschen abfüllt und vermarktet. Obwohl die Quelle etwa 1,2 Millionen Liter Wasser pro Jahr liefert, werden dabei nur maximal 650.000 Liter abgefüllt und vermarktet.[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Wildalpen
  • Heimat-, Pfarr- und Wasserleitungsmuseum[6]
  • Wallfahrtskirche zur schmerzhaften Gottesmutter Maria
  • Kläfferquelle

Sport und Freizeit[Bearbeiten]

  • Freibad Hinterwildalpen
  • Hallenbad mit Sauna
  • Kajak
  • Rafting
  • Canyoning
  • zahlreiche, gut markierte Wanderwege
  • Kneippweg (beginnt neben dem Hallenbad)
  • Tennisplatz
  • Langlaufloipe im Ortsteil Hopfgarten
  • Eisstockschießen (Ortsteil Winterhöhe)
  • Schipiste mit Baby- und Familienlift
  • Radfahrmöglichkeiten (Alpentour)
  • Back Country
  • Schitouren
  • Schneeschuhtouren
  • Jagd
  • Schlitten fahren
  • Kutschen fahren

Vereine[Bearbeiten]

  • Berg- und Naturwacht
  • Bergrettungsdienst
  • Brauchtumsgruppe Teufelssee-Pass (Krampus)
  • Elektrizitätsgenossenschaft Wildalpen
  • Elternverein
  • Freiwillige Feuerwehr
  • Fremdenverkehrsverein Betriebe
  • Motorrad- u. Oldtimerclub
  • Museumsverein
  • Musikkapelle
  • Naturfreunde Österreich Ortsgruppe Wildalpen
  • Pensionistenverein
  • Schützengesellschaft Wildalpen
  • Skiverein Wildalpen
  • Sportklub Wildalpen
  • Steirischer Jagdschutzverein
  • Tourismusverband Wildalpen
  • Österr. Kameradschaftsbund Ortsverband Wildalpen
  • Österr. Rotes Kreuz

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wildalpen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kellerer-Pirklbauer et al. : Der Bergsturz von Wildalpen (Hochschwab, Steiermark): Neue dendrochronologische Ergebnisse eines Baumfragments aus der Bergsturzablagerung. 2009 (pdf), uibk.ac.at, abgerufen am 29. Okt. 2010
  2. Christof Kuhn: Bergstürze in den Alpen
  3. Sensationeller Fund im Naturpark Steirische Eisenwurzen: 30.000 Jahre alte Steinklinge in Wildalpen entdeckt, abgerufen am 13. März 2011
  4. http://www.statistik.at/blickgem/blick1/g61251.pdf (Link nicht abrufbar)
  5. Austria Forum:Wildalpen abgerufen am 23. März 2010
  6. Museum HochQuellenWasser Wildalpen, wien.gv.at/wienwasser