Bad Aussee

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Bad Aussee
Wappen von Bad Aussee
Bad Aussee (Österreich)
Bad Aussee
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Liezen
Kfz-Kennzeichen: LI (ab 1.7.2013; alt BA)
Fläche: 81,86 km²
Koordinaten: 47° 37′ N, 13° 47′ O47.6113.782777777778659Koordinaten: 47° 36′ 36″ N, 13° 46′ 58″ O
Höhe: 659 m ü. A.
Einwohner: 4.779 (1. Jän. 2014)
Postleitzahl: 8990
Vorwahl: 03622
Gemeindekennziffer: 6 12 07
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 48
8990 Bad Aussee
Website: www.badaussee.at
Politik
Bürgermeister: Franz Frosch (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(25 Mitglieder)
12
10
2
1
12 10 
Von 25 Sitzen entfallen auf:
Lage der Stadt Bad Aussee im Bezirk Liezen
Altaussee Bad Aussee Bad Mitterndorf Grundlsee Pichl-Kainisch Steiermark Bezirk LiezenLage der Gemeinde Bad Aussee in der Expositur Bad Aussee (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Bad Aussee ist eine Kurstadt mit 4779 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) in der Steiermark, im steirischen Salzkammergut, Bezirk Liezen und Gerichtsbezirk Liezen. Bad Aussee gilt als der Hauptort des Ausseerlandes.

Die Stadt wurde zur Alpenstadt des Jahres 2010 gekürt.

Geographie[Bearbeiten]

Bad Aussee bildet den geographischen Mittelpunkt Österreichs (Mittelpunktstein im Stadtkurpark), liegt am Zusammenfluss der Quellflüsse der Traun und verdankt seine Entstehung dem Salzbergwerk bei Altaussee und den damit verbundenen Salinen (noch vor 1300). Bad Aussee ist mit Oberösterreich über zwei Pässe verbunden, den Pötschenpass und den Koppenpass. Im Gemeindegebiet liegt der Sommersbergsee.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 11 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Anger (462)
  • Bad Aussee (1075)
  • Eselsbach (486)
  • Gallhof (231)
  • Gschlößl (170)
  • Lerchenreith (772)
  • Obertressen (635)
  • Reitern (357)
  • Reith (274)
  • Sarstein (136)
  • Unterkainisch (281)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Bad Aussee, Obertressen, Reitern und Straßen.


Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Altaussee Grundlsee
Bad Goisern OÖ Nachbargemeinden Bad Mitterndorf
Obertraun OÖ Gröbming Pichl-Kainisch
Der Ort um 1830, Maria Susanna Laimer, Lith. Anstalt J.F. Kaiser, Graz

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Nennung des Namens aussee erfolgte im Jahr 1265. Bis ins 15. Jahrhundert war das Salzkammergut samt Aussee und dem Ausseerland direktes Eigentum des Kaisers (Kammergut). Durch einen Streit bezüglich des Salzabbaus kam das Ausseerland an die Steiermark. Eine Religions-Reformations-Kommission setzte im protestantisch gewordenen Ausseerland ab 1599 die Gegenreformation durch.

1850 erfolgte die Errichtung eines k.k. Bezirksgerichtes, Steueramtes und Gendarmeriepostens. 1868 wurde Aussee zum Kurort erklärt[2], 1877 folgte die Eröffnung der Salzkammergutbahn. 1911 erhielt Aussee den Titel „Bad“. Während der Zeit des Anschlusses Österreichs wurde das Ausseerland in die Verwaltungseinheit Oberdonau (Oberösterreich) ausgegliedert. 1942 wurden die bisher selbständigen Gemeinden Reitern und Strassen sowie der Ortsteil Obertressen der Gemeinde Grundlsee zu Bad Aussee eingemeindet.

Am 1. Juli 1948 kam der Ort zurück an die Steiermark. Mit Beschluss der Steirischen Landesregierung vom 22. November 1993 erfolgte 1994 die Stadterhebung. Die zahlreichen Villen der Region, die meisten von ihnen wurden im 19. Jahrhundert erbaut, zeugen vom Reichtum des steirischen Salzkammerguts.

Bad Aussee hatte aufgrund des traditionellen Status als Handelsstadt, den topographischen Bedingungen und auch den Eigenheiten seiner Bevölkerung eine besondere Stelle in der staatlichen Verwaltung. So war in Bad Aussee im 19. und im 20. Jahrhundert ein Finanzamt ansässig, es gab bis 2005 ein Bezirksgericht und bis 2011 eine Bezirksverwaltungsbehörde (Politische Expositur Bad Aussee mit dem auslaufenden Autokennzeichen BA). Letztere wird seit 2012 als Außenstelle der Bezirkshauptmannschaft Liezen geführt.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2010
Wahlbeteiligung: 75,55 % (+0,43 Pp.)
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
45,07 %
(-17,34 %p)
39,70 %
(+7,83 %p)
9,00 %
(n. k.)
6,23 %
(n. k.)
keine
(-5,72 %p)
2005

2010

Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
e 2005: Narren & Visionäre

Bürgermeister ist Franz Frosch (ÖVP). Der Gemeinderat mit 25 Mitgliedern setzt sich wie folgt zusammen: 12 SPÖ, 10 ÖVP, 2 FPÖ, 1 Grüne

Sudhäuser um 1912
Der Fisch-Brunnen auf dem Kurhaus-Platz
Der Kammerhof, jetzt Heimatmuseum
Alte Steinmühle mit Sgraffito-Dekoration
Die Frauenkapelle in der Pfarrkirche „Pauli Bekehrung“
Mercedes-Brücke
Erzherzog-Johann-Denkmal

Stadtpartnerschaften[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Die Verleihung des Gemeindewappens erfolgte mit Wirkung vom 1. Juni 1994.
Blasonierung (Wappenbeschreibung): „In geteiltem Schild oben in Rot nebeneinander zwei an den Rändern gekerbte goldene Salzkufen, unten in goldgeflutetem Blau ein links schwimmender goldener Saibling.“[3]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

In Bad Aussee befindet sich mit dem Kammerhofmuseum das zentrale Museum der Region. Es besitzt umfangreiche Sammlungen zur Geschichte und Volkskultur des Ausseerlandes. Die Sammlung setzt Schwerpunkte auf Archäologie, Salz- und Ortsgeschichte, Tracht, Volksmusik, Brauchtum, Fossilien und Höhlenkunde. Der Alpengarten Bad Aussee präsentiert klassische Alpenflora und Pflanzen aus anderen hochalpinen Regionen der Welt.[4] Das private Lotus-Museum in Bad Aussee bietet Einblick in die Welt des Automobilherstellers Lotus.[5]

Weitere Museen im Ausseerland sind das Literaturmuseum Altaussee, sowie die Salzwelten Altaussee, das Schaubergwerk des Altausseer Salzbergwerks. In Räumlichkeiten des Schaubergwerks Altaussee findet in den Sommermonaten jeweils die Ausstellungsreihe Kunst am Steinberg statt. Der Kaiserliche Stall in Grundlsee wird in den Sommermonaten ebenfalls für Ausstellungen genutzt.

2005 wurde in Bad Aussee die steirische Landesausstellung unter dem Motto „Narren und Visionäre – mit einer Prise Salz“ veranstaltet. Der Titel spielt auf das vielfältige Brauchtum an, so wie zum Beistpiel die Trommelweiber während der Faschingszeit.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Architektur[Bearbeiten]

Der Kammerhof wurde 1395 erstmals urkundlich erwähnt und war bis 1926 der Amtssitz des Salzamtes. Eine Besonderheit des Kammerhofs ist der Kaisersaal mit seinen Freskomalereien (1740-1756), in dem Kaiser Friedrich III. und Kaiser Maximilian übernachtet haben.

Zu den unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden gehört die Alte Steinmühle, deren Bau vor 1500 begonnen wurde. Eine Besonderheit ist die Sgraffito-Dekoration, die aus der Zeit um 1600 stammt. Im 18. Jahrhundert gehörte das Gebäude dem aus Bad Aussee stammenden Josef Fröhlich, der am Hof von August dem Starken, dem König von Sachsen, Taschenspieler wurde.

In Bad Aussee findet man zwei römisch katholische und eine evangelische Kirche. Sehenswert sind die Pfarrkirche St. Paul, erstmals erwähnt um 1300, mit einer gotischen Marienstatue vom Typus „Schöne Madonna“ und einem Sakramentshäuschen aus dem frühen 16. Jahrhundert, außerdem die „Heiligen Geist Kirche“, die dem ehemaligen Salinenspital als Kapelle diente, mit einem von Kaiser Friedrich III. gestifteten Flügelaltar.

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Bad Aussee

Sonstiges[Bearbeiten]

Im Frühjahr 2005 wurde die über dem Zusammenfluss der Grundlseer- und Altausseertraun errichtete begehbare Brücke in Form eines Mercedes-Sternes eröffnet, die Mercedes-Brücke.

Sehenswert ist auch der Chlumeckyplatz (auch Oberer Markt). Hier findet einmal wöchentlich (Ende März bis Ende November) ein kleiner Markt statt.

Einladend ist zudem auch der Kurpark. In diesem Park befinden sich ein bunter Fisch-Brunnen und das Erzherzog-Johann-Denkmal. Bad Aussee wird im Allgemeinen als der geografische Mittelpunkt Österreichs genannt, der Mittelpunkt-Stein steht ebenfalls im Stadtkurpark.

Bad Aussee erhielt den Titel Alpenstadt des Jahres 2010. Bad Aussee wird damit als Mittlerin zwischen Stadt und dem Umland im Salzkammergut und für ihre aktive Wahrnehmung der Alpenkonvention ausgezeichnet.[6]

Von der Tressensteinwarte, welche 2013 am Gipfel des zentral zwischen Altausseer See und Bad Aussee gelegenen Tressensteins errichtet wurde, bietet sich ein ausgezeichneter Blick auf Bad Aussee, sowie ein Rundblick über das gesamte Ausseerland.

Sport[Bearbeiten]

Wichtigster Vertreter des Ausseer Sports war lange Zeit der Fußballklub SV Bad Aussee. Dieser 1932 gegründete Verein stieg im Jahr 2007 von der Regionalliga Mitte in die Erste Liga auf, und feierte damit den größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Heimstadion ist das Panoramastadion in der Nähe des Bahnhofs. Letzter Präsident des SV Bad Aussee war der deutsche Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt. Der SV Bad Aussee war zur Zeit der Zugehörigkeit zur Ersten Liga der größte Werbeträger der Stadtgemeinde Bad Aussee mit einem Werbewert von etwa 1,9 Millionen Euro. Nach Ausgleich und Auflösung des Vereines entstand in Kooperation mit dem FC Altaussee der FC Ausseerland als neuer Verein in Bad Aussee. Das Präsidium besteht aus dem Industriellen Hans Christof und dem ehemaligen steirischen Landesrat Günter Dörflinger.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wesentlicher Wirtschaftsfaktor ist der Tourismus: klassische Sommerfrische, (Kurort seit 1868, Titel „Bad“ seit 1911, Soleheilbad, Grundlsee und Altausseer See) und Wintersport (Schigebiet Loser). Ende Mai findet das Narzissenfest statt, zu dem jährlich ca. 25.000 Besucher kommen.

Bad Aussee ist seit jeher vom sanften Tourismus geprägt. Für die gesamte Region kennzeichnend ist die immer größer gewordene Anzahl an Zweitwohnsitzen (so kommt es, dass Bad Aussee ca. 2700 Zweitwohnsitze aufweist – auf einen Hauptwohnsitz kommen somit schon 0,5 Zweitwohnsitze).

Einer der größten Arbeitgeber der Gemeinde ist die Rigips Austria, die in Bad Aussee ihre Österreichzentrale hat.

Der Handel ist in erster Linie durch selbstständige Handelsgeschäfte geprägt, die sich fast alle im Ortskern mit überwiegend sehr kleinflächigen Geschäftslokalen präsentieren.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Persönlichkeiten[Bearbeiten]

In Bad Aussee geboren[Bearbeiten]

Mit Bad Aussee verbunden[Bearbeiten]

  • Eduard von Feuchtersleben (1798–1857), österr. Bergbauingenieur und Literat, in Bad Aussee verstorben
  • Joseph von Schmerling (1806–1884), österr. Offizier, in Bad Aussee verstorben
  • Marie von Najmájer (1844–1904), österr. Schriftstellerin, in Bad Aussee verstorben
  • Clara Schreiber (1848–1905), wirkte entscheidend mit bei der Gründung und Leitung des Sanatoriums Alpensee
  • Adolf A. Friedländer (1870–1949), österr. Neurologe, in Bad Aussee verstorben
  • Oskar Strnad (1879–1935), österr. Architekt, Designer und Bühnenbildner, in Bad Aussee verstorben
  • Heinz Hanus (1882–1972), österr. Spielfilmregisseur und Drehbuchautor, in Bad Aussee verstorben
  • Rudolf Forster (1884–1968), österr. Schauspieler, in Bad Aussee gestorben und begraben
  • Friedrich Czermak (1890–1960), österr. Geologe, in Bad Aussee verstorben
  • Emmy Haesele (1894–1987), österr. Grafikerin und Malerin, in Bad Aussee verstorben
  • Werner Ostendorff (1903–1945), deutscher SS-Offizier, in Bad Aussee verstorben
  • Erich Bielka (1908–1992), österr. Diplomat und Politiker, in Bad Aussee verstorben
  • Herbert von Karajan (1908–1989), österr. Dirigent, lebte u.a. in Bad Aussee
  • Hans Bürkle (1919–1993), österr. Politiker (ÖVP), in Bad Aussee verstorben
  • Jutta Bornemann (1920–1999), österr. Schauspielerin und Drehbuchautorin, in Bad Aussee verstorben
  • Josef Hans Grafl (1921–2008), österr. Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, lebte und verstarb in Bad Aussee
  • Dieter Hundt (* 1938), deutscher Unternehmer, Arbeitgeberfunktionär und Fußballfunktionär, lebt u.a. in Bad Aussee und war Präsident des SV Bad Aussee

Literatur[Bearbeiten]

  • Bad AUSSEE. Kapitel in: Andreas Lippert (Hrsg.): Reclams Archäologieführer Österreich und Südtirol. Philipp Reclam jun., Stuttgart 1985, ISBN 3-15-010333-9
  • Stephen Sokoloff: "Goldene Wege", Kultur- und Naturschätze im Inneren und Steirischen Salzkammergut, Verlag Neumedia, 2008
  • Migros-Genossenschafts-Bund (Hrsg.): Feste im Alpenraum. Migros-Presse, Zürich, 1997. ISBN 3-9521210-0-2, Seite 103

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bad Aussee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Bad Aussee – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Geltende Fassung: Verordnung der Steiermärkischen Landesregierung vom 30.Mai 1980 über die Festsetzung des Kurbezirkes Bad Aussee Vorlage:§§/Wartung/RIS-Suche Stammfassung: LGBl. Nr. 52/1980
  3. Mitteilungen des Steiermärkischen Landesarchivs 47, 1997, S. 35
  4. Naturerlebniszentrum Alpengarten Bad Aussee. Abgerufen am 20. Mai 2014.
  5. Club Lotus Austria: Das Museum. Abgerufen am 20. Mai 2014.
  6. Medienmitteilung zur Bekanntgabe von Bad Aussee als Alpenstadt des Jahres 2010 (PDF; 41 kB)