Samnaun
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| Samnaun | |
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| Basisdaten | |
| Kanton: | Graubünden |
| Bezirk: | Inn |
| BFS-Nr.: | 3752 |
| PLZ: | 7563 |
| Koordinaten: | (821653 / 202140)Koordinaten: 46° 56′ 0″ N, 10° 21′ 0″ O; CH1903: (821653 / 202140) |
| Höhe: | 1'846 m ü. M. |
| Fläche: | 56.18 km² |
| Einwohner: | 809
(31. Dezember 2006) |
| Website: | www.gemeindesamnaun.ch |
| Karte | |
Samnaun (romanisch Samingnun) ist eine politische Gemeinde im Kreis Ramosch, Bezirk Inn am Ostrand des Kantons Graubünden in der Schweiz. Die Gemeinde besteht aus den fünf Fraktionen Compatsch, Laret, Plan, Ravaisch und Samnaun. Samnaun ist Zollausschlussgebiet.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Wappen
Beschreibung: In Rot ein durchgehendes silbernes (weisses) Kreuz, oben begleitet von zwei silbernen Muscheln.Die Muscheln als Symbol des Heiligen Jakobus des Älteren, des Patrons der Pfarrkirche von Compatsch, sind verbunden mit dem Kreuz als Hinweis auf die Grenzgemeinde.
[Bearbeiten] Tourismus
Samnaun betreibt ein über den Berggrat und die Grenze zusammengeschlossenes Skigebiet mit der Gemeinde Ischgl im Bundesland Tirol, Österreich. Es ist eines der grössten Skigebiete der Ostalpen.
[Bearbeiten] Wirtschaft
Durch die geographische Lage bedingt, führte bis 1905 die einzige Zufahrtsstrasse über österreichischen Boden. Deshalb wurde Samnaun Schweizer Zollausschlussgebiet. Am Grenzübergang steht nur der österreichische Zoll. Der zollfreie Einkauf in Samnaun lohnt sich vor allem für Benzin, Zigarren, hochwertige Spirituosen, Kosmetikwaren, Schmuck, Butter, Zucker und Parfüm. Das Dorf ist nebst den Winterattraktionen auch deshalb sehr bekannt und zu einer Touristenattraktion geworden. Touristen aus der Schweiz müssen Waren, welche die Freigrenzen überschreiten, beim Grenzübertritt in Martina deklarieren und verzollen.
Die Lieferanten müssen die Ware bei der Einfuhr nach Samnaun nicht verzollen und können diese entsprechend günstiger an die einheimischen Wiederverkäufer weiterverkaufen. Allerdings erhebt die Gemeinde eigene Abgaben, die jedoch wesentlich tiefer liegen als die schweizerischen Zollsätze. Ein Klage gegen diese Abgaben wurde vom Schweizerischen Bundesgericht abgewiesen.
Bei der Einführung der schweizerischen Mehrwertsteuer zum 1. Januar 1995 wurde die Abschaffung des Zollfreistatus von Samnaun diskutiert. Aufgrund eines Gutachtens, das die Gemeinde bei der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich in Auftrag gegeben hatte, und das die negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Arbeitsplätze in dieser strukturschwachen Gegend aufgezeigt hat, und weil der Zollfrei-Tourismus dann vermutlich nach Livigno abgewandert wäre, wurde der Zollfreistatus zwar beibehalten, aber die schweizerische MwSt mit einem Normalsatz von derzeit 7,6% und den ermässigten Sätzen von 3,6% für Hotels und 2,4% für Lebensmittel, Bücher usw. wurde auch in Samnaun eingeführt. Um nicht Millionen von Franken in den Bau neuer Zollanlagen investieren zu müssen, werden die Erträge in Höhe einstelliger Millionenbeträge geschätzt und von der Gemeinde aus den Erträgen aus den Abgaben auf Zollfrei-Produkte pauschal an die Eidgenössische Steuerverwaltung in Bern abgeführt. Im Gegensatz dazu wird im nicht weit entfernten italienischen Zollfreigebiet Livigno keine MwSt erhoben.
[Bearbeiten] Verkehr
Die 1905 ab Vinadi über schweizerischen Boden nach Samnaun führende Strasse ist sehr eng. Schwere Motorwagen können diese Strasse nicht benutzen. Problematisch ist beispielsweise das Zusammentreffen von zwei Gespannen in den einspurigen Tunneln. Der Hauptzufahrtsweg ist die besser ausgebaute Strasse auf Tiroler Boden über Spiss.
[Bearbeiten] Sprachen der einheimischen Bevölkerung
Die besondere topographische Lage und Beziehung zum benachbarten Tirol führte im 18. und 19. Jahrhundert dazu, dass die Samnauner Bewohner ihre einstige angestammte bündnerromanische Muttersprache Vallader aufgaben und den Oberinntaler Dialekt, eine Mundart Tirols, annahmen. Der Wortschatz des 'Samnauner Dialektes' wird daher im Wörterbuch der bairischen Mundarten in Österreich erfasst. Die Anzahl der Bevölkerungsgruppen sind in der folgenden Tabelle von 1980 bis 2000 erfasst:
| Sprachen in Samnaun | ||||||
| Sprachgruppe | Volkszählung 1980 | Volkszählung 1990 | Volkszählung 2000 | |||
| Anzahl | Anteil | Anzahl | Anteil | Anzahl | Anteil | |
| Deutsch | 569 | 95,31 % | 619 | 97,02 % | 695 | 93,54 % |
| Rätoromanisch | 4 | 0,67 % | 10 | 1,57 % | 6 | 0,81 % |
| Italienisch | 1 | 0,17 % | 3 | 0,47 % | 6 | 0,81 % |
| Einwohner | 597 | 100 % | 638 | 100 % | 743 | 100 % |
In Samnaun sind inzwischen auch Portugiesen und Serbokroaten zugewandert. Ihr Bevölkerungsanteil in Samnaun betrug im Jahr 2000 etwa je 2 %.
[Bearbeiten] Religionen und Konfessionen
Seit 1530 gab es in Samnaun Anhänger der Reformation. Da sich aber nur ein Teil der Bürger dieser Lehre anschloss, war Samnaun mehrere Jahrhunderte lang eine so genannte Paritätische Gemeinde (Reformierte und Katholiken im gleichen Ort). Um 1800 war die reformierte Minderheit durch den Einfluss der Kapuziner und Tirols abgewandert oder katholisch geworden.
[Bearbeiten] Herkunft und Nationalität
Von den Ende 2005 824 Bewohnern waren 675 (= 82 %) Schweizer Staatsangehörige.
[Bearbeiten] Kultur
Samnaun war lange Zeit ein beliebtes Ziel für Schmuggler. In Ischgl gibt es deshalb heute noch einen Schmuggelverein, der die Tradition aufrecht erhält.
[Bearbeiten] Weblinks
- Offizielle Website der Gemeinde Samnaun
- Touristische Website von Samnaun
- Artikel Samnaun im Historischen Lexikon der Schweiz
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