Generali Deutschland

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Generali Deutschland Holding AG
Logo der Generali Deutschland Holding AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 2001
Sitz Köln, Deutschland[1]
Leitung Giovanni Liverani,
Vorsitzender des Vorstands
Mitarbeiter 14.518 (2012)[2]
Umsatz 17,1 Mrd (2012)[2]
Branche Versicherungswesen
Website www.generali-deutschland.de

Die Generali Deutschland (bis 2008: AMB Generali) ist eine große deutsche Versicherungsgruppe. Sie besteht aus der Dachgesellschaft Generali Deutschland Holding AG (bis 2008: AMB Generali Holding AG) unter der etwa zwanzig deutsche Versicherungsunternehmen angesiedelt sind.

Die Generali Deutschland ist nach der Allianz der zweitgrößte Erstversicherer in Deutschland.[3] Sie ist ihrerseits in mehrheitlichem Besitz der italienischen Assicurazioni Generali S.p.A. mit Sitz in Triest.

Kennzahlen[Bearbeiten]

Der Gewinn der Generali Deutschland lag im Geschäftsjahr 2011 bei 416 Mio. € (2010: 402 Mio. €). Einschließlich der betroffenen Lebensversicherungsprodukte sowie der Beiträge aus Investmentverträgen erzielte der Konzern Prämieneinnahmen in Höhe von rund 16,2 Mrd. €. Im Jahr 2012 lagen die Gesamtbeiträge bei 17,1 Mrd. Euro, das Konzernergebnis betrug 503,6 Mio. Euro.[2]

Bundesweit hat die Versicherungsgruppe 13,5 Mio. Kunden und verwaltet rund 34 Mio. Verträge. Zum 31. Dezember 2011 beschäftigte die Generali Deutschland an den verschiedenen Standorten in Deutschland 14.932 Mitarbeiter.[4] Daneben kümmern sich rund 73.000 Mitarbeiter im Außendienst bzw. als direkte Ansprechpartner vor Ort um die Bedürfnisse der Kunden.

Aktie[Bearbeiten]

Die Generali Deutschland Holding AG war als Inhaberaktie im Segment Prime Standard notiert. Im März 2011 wechselte die Aktie in den General Standard.

Die Assicurazioni Generali, Triest, als Mutterkonzern hielt im Juli 2013 einen Anteil von insgesamt 95,96 % an der Generali Deutschland.[5] Im Mai 2014 wurden die verbliebenen Minderheitsaktionäre per Squeeze-Out abgefunden und ausgeschlossen. Die Börsennotierung wurde kurze Zeit später eingestellt.[6]

Gremien[Bearbeiten]

Vorstand der Generali Deutschland Holding AG sind Giovanni Liverani (Vorsitzender des Vorstands), Rainer Sommer und Torsten Utecht.

Der Aufsichtsrat besteht aus Dietmar Meister (Vorsitzender), Rudolf Winkelmann (stellvertretender Vorsitzender /Arbeitnehmervertreter), Sergio Balbinot, Antoine Bernheim, Gerardo Broggini, Andreas Pohl, Valter Trevisani und Wilhelm Winterstein sowie als Arbeitnehmervertreter, Michael Karl Feulner, Karl-Rupert Hasenkopf, Maximilian Jetzlsperger, Martin Lemcke, Ralph Plaßmann, Rolf Stockem und Jörg Storch (Stand März 2011).

Beteiligungen[Bearbeiten]

Zu 100 % unter dem Dach der Generali Deutschland Holding AG arbeiten unter anderem folgende Versicherer und Finanzdienstleister:

Zudem besteht eine 30-%-Beteiligung an der Generali Investments S.p.A. in Triest, deren Tochtergesellschaft Generali Investments Deutschland Kapitalanlagegesellschaft mbH in Köln als Vermögensverwalter und Fondsgesellschaft für die Generali Gruppe agiert. Hinzu kommen die Generali Immobilien GmbH und die Generali Employee Benefits GmbH als nicht konsolidierte Gesellschaften und Mehrheitsbeteiligungen an der Generali Lloyd GmbH und der Generali Lloyd AG. Mit der Deutschen Vermögensberatung AG (DVAG) besteht eine Kooperationsvereinbarung, bei einer Beteiligung von 40 % minus zehn Aktien. Mit der Commerzbank bestand eine enge und langfristig ausgelegte gegenseitige Vertriebskooperation, 1998 hielt Generali 9,9 % der Commerzbank-Aktien. Zu weiteren Minderheitsbeteiligungen gehört die Allgemeine Wohnungsvermögens-Aktiengesellschaft (ALLWO).

Generali Zukunftsfonds[Bearbeiten]

Der Generali Zukunftsfonds geht zurück auf den Gründer der Aachener und Münchener Feuerversicherung, David Hansemann, der 1824 verfügt hatte, dass jeweils die Hälfte des jährlichen Gewinns für soziale und kulturelle Zwecke über den zu diesem Zweck gegründeten Aachener Verein zur Beförderung der Arbeitsamkeit eingesetzt werden solle.

Im Jahre 1858 überreichte auf Betreiben des Generaldirektors Friedrich Adolph Brüggemann zusammen mit seinem Verwaltungsratsvorsitzenden Robert von Görschen sowie Aachener Kaufleuten, Fabrikanten und reichen Privatiers der amtierende Aachener Regierungspräsident Friedrich von Kühlwetter an König Friedrich III. eine Spende der Aachener und Münchener Mobiliar-Feuer-Versicherungs-Gesellschaft für wohltätige Zwecke in Höhe von 5.000 Talern. Dies geschah anlässlich eines Zwischenstopps des Königs in Aachen während einer Rückreise von London nach Potsdam. Diese Spende wurde vom König angewiesen als Anschubfinanzierung für die Gründung einer polytechnischen Schule in Aachen, der späteren Rheinisch Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH Aachen). Daraus entstand 1865 im Sinne der Stiftungsverfügung von David Hansemann unter anderem die Idee der Gründung der Friedrich-Wilhelm-Stiftung[7], die jetzt unter dem Dach der Generali Deutschland angesiedelt ist. Die Zielsetzung dieser Stiftung ist, rund 40.000 Euro jedes Jahr an die neun Fakultäten der RWTH sowie bis zu 2.500 Euro an die 16 besten Diplom- oder Magisterarbeiten, die 15 besten Dissertationen und die zwei besten Habilitationen nach festgelegten Kriterien zu vergeben.

Ein weiterer Förderbereich des Zukunftsfonds ist die von Carl Arthur Pastor testamentarisch festgeschriebene und 1962 gegründete Carl-Arthur Pastor-Stiftung[8], deren Ziel es ist, besonders begabte Auszubildende und Studierende mit Stipendien zu unterstützen sowie Ingenieursleistungen durch den Preis der Aachener und Münchener für Technik und angewandte Naturwissenschaften in Höhe von 30.000 Euro zu fördern.

Ein dritter und nicht unwesentlicher Fördertopf steht den Bürgern für ihre Bildung, Gesundheit, Kultur und Umwelt zur Verfügung und bezieht sich ebenfalls auf das Vermächtnis von David Hansemann. So konnte in der Vergangenheit nicht nur der Bau des Polytechnikums bezuschusst werden, sondern auch der Neubau des Einhard-Gymnasiums Aachen (1886) und anderen Schulen, der Bau von Denkmälern (David Hansemann Monument und Bismarckturm in Aachen) und Wirtschaftsförderungsmaßnahmen beispielsweise für die Feuerspritzen- und Glockengießereifirma Joseph Beduwe sowie in der heutigen Zeit Projekte wie die Seniorenbildung EFI Deutschland (Erfahrungswissen für Initiativen) oder die Stiftung Bürger für Bürger und noch vieles mehr.[9]

Seit 2008 wird außerdem das bürgerschaftliche Engagement der so genannten Generation 50 plus gefördert. Das hierfür aufgelegte Corporate-Citizenship-Programm Bürger unternehmen Zukunft unterstützt lokale, regionale und bundesweite Projekte, in denen ältere Menschen freiwillige Hilfe leisten. Als wissenschaftliche Grundlage dient in erster Linie der Engagementatlas 2009. Die Studie analysiert Art und Umfang des bürgerschaftlichen Engagements in Deutschland wie auch dessen zukünftiges Potenzial.

Geschichte[Bearbeiten]

Historisches Logo bis Ende 2008

1998 erwarb die italienische Assicurazioni Generali eine Mehrheitsbeteiligung von gut 65 % an der AMB Aachener und Münchener Beteiligungs-AG, der heutigen Generali Deutschland Holding AG. In den Folgejahren wurden weitere deutsche Versicherungsunternehmen erworben, darunter auch die 1853 in Erfurt gegründete Thuringia-Versicherung AG. Diese war bereits 1924 per Aktienmehrheit durch die Aachener und Münchener Feuerversicherungs Gesellschaft übernommen worden, verschmolz 2003 zur Thuringia Generali Versicherung AG und firmierte ein Jahr später nur noch unter dem Namen Generali Versicherung AG.

Zusammen mit bereits bestehenden Beteiligungen wurden alle Versicherungen des Mutterkonzerns in die Holding eingegliedert[10]. Die Holding hat die Aufgabe, die deutschen Beteiligungen des Konzerns zu bündeln und produktübergreifend zu steuern. Im November 2002 wurde der frühere deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl in den Aufsichtsrat berufen. Im Januar 2004 verkaufte die Allianz AG ihren 9,5-prozentigen Aktienanteil. Über ihre Töchter hat die Generali Deutschland insgesamt 13,5 Millionen Kunden.

Ehemaliges „Commerzbank-Palais“

Im Juni 2009 verlegte sie ihren Firmensitz von Aachen nach Köln[1] und bezog dort den neu erbauten Bürokomplex „Dominium“. In den Komplex wurde auch das ehemalige „Commerzbank-Palais“ an der Straße Unter Sachsenhausen sowie eine Sandsteinfassade an der Komödienstraße integriert

Hinweis[Bearbeiten]

Es ist zwischen den folgenden drei Unternehmungen zu unterscheiden:

  • Assicurazioni Generali (Triest) – ist der italienische Mutterkonzern
  • Generali Deutschland Holding AG (Köln) – ist die deutsche Holdingsgesellschaft, unter der mehrere Versicherungsgesellschaften gebündelt sind
  • Generali Versicherungen (München) – sind die unter dem Namen Generali auf dem Markt auftretende Lebens- und Sachversicherung

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Generali Deutschland Holding AG eröffnet neue Konzernzentrale. Generali Deutschland Holding AG, 15. Juni 2009, abgerufen am 28. März 2013 (Pressemitteilung).
  2. a b c Kennzahlen 2012
  3.  AMB Generali überholt die Ergo. In: Börsen-Zeitung. 20. März 2008, S. 4 (boersen-zeitung.de).
  4. Konzern-Geschäftsbericht Generali Deutschland Gruppe 2011. Generali Deutschland Holding AG, abgerufen am 28. März 2013.
  5. Generali Deutschland Holding AG: Assicurazioni Generali S.p.A. stellt förmliches Squeeze-Out-Verlangen. Deutsche Gesellschaft für Ad-hoc-Publizität, 11. Juli 2014, abgerufen am 6. April 2015.
  6. Generali Deutschland Holding AG: Eintragung des Squeeze-Out-Beschlusses im Handelsregister. Deutsche Gesellschaft für Ad-hoc-Publizität, 7. Mai 2014, abgerufen am 6. April 2015.
  7. Verleihung der Friedrich-Wilhelm-Preise 2012. RWTH Aachen, 5. Dezember 2012, abgerufen am 5. Dezember 2012 (Pressemitteilung).
  8. Carl-Arthur Pastor-Stiftung: [1] und Carl-Arthur Pastor-Stipendien: [2]
  9. Zukunftsfonds Bürgerprojekte: [3]
  10. Information zu Thuringia-Versicherung. TARIFCHECK24 AG, abgerufen am 28. März 2013.