Generali Deutschland

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Generali Deutschland AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1979
Sitz München, Deutschland
Leitung Giovanni Liverani,
Vorsitzender des Vorstands
Mitarbeiter 13.000
Umsatz 17,8 Mrd
Branche Versicherungswesen
Website www.generali-deutschland.de

Die Generali Deutschland ist eine große deutsche Versicherungsgruppe. Sie besteht aus der Generali Deutschland als Dachgesellschaft und rund zwanzig deutschen Versicherungsunternehmen. Die Generali Deutschland ist mit rund 17,8 Mrd. € Beitragseinnahmen und mehr als 13,5 Millionen Kunden nach der Allianz der zweitgrößte Erstversicherer in Deutschland und die viertgrößte Versicherungsgruppe. [1] [2] Sie ist ihrerseits im vollständigem Besitz der italienischen Assicurazioni Generali S.p.A. mit Sitz in Triest. Diese ist heute in 68 Ländern der Welt aktiv und steht auf Platz 48 der Liste der größten Unternehmen der Welt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der historische Ursprung der Generali Deutschland AG geht auf das Jahr 1824 zurück, als die Aachener Feuer-Versicherungs-Gesellschaft gegründet wurde. 1831 erfolgte die Umbenennung in Aachen Münchener Feuer-Versicherungs-Gesellschaft (Aachen Münchener), die im 19. bzw. 20. Jahrhundert kontinuierlich wuchs und ihre Geschäftstätigkeit ausbaute. Seit 1923 bietet beispielsweise die Aachen Münchener auch Haftpflicht-, Unfall, Kraftfahrt- und Transportversicherungen an. Infolge der widrigen wirtschaftlichen Umstände schlossen sich in den 20er Jahren viele Versicherungsgesellschaften zusammen. Kapitalverflechtungen führten zu Gruppenbildungen in der deutschen Assekuranz. Im Zuge dieser Entwicklung übernahm die kapitalstarke Aachen Münchener 1924 die 1853 in Erfurt gegründete Thuringia-Versicherung AG. Nach den dunklen Jahren der Weltwirtschaftskrise und insbesondere der NS-Zeit sowie des Zweiter Weltkrieg stand die Aachen Münchener vor einem Neubeginn. Die Einführung der D-Mark wurde zu einer Initialzündung, in deren Folge auch die deutsche Assekuranz wieder auflebte. Es folgten weitere Übernahmen wie etwa die der Oldenburger Versicherungs-Gesellschaft 1964 und der Cosmos Allgemeine Versicherungs-AG 1972, die bereits 1982 in den Direktvertrieb einstieg. Bereits 1970 war die Aachen Münchener Feuer-Versicherungs-Gesellschaft in Aachen Münchener Versicherungs AG umgewandelt worden. Ende der 70er Jahre wurden die ersten rechtlichen Fundamente für die heutige Konzern-Struktur gelegt. Die Aachen Münchener Versicherungs AG wurde in die AMB Aachen Münchener Beteiligungs-AG und in eine Holding-Gesellschaft umgewandelt, die vom operativen Geschäft getrennt ist.[3]

Historisches Logo bis Ende 2008

1998 erwarb die italienische Assicurazioni Generali eine Mehrheitsbeteiligung von gut 65 % an der AMB Aachener und Münchener Beteiligungs-AG, die sie in der Folgezeit kontinuierlich ausbaute.[4] Damit gelangten auch die Generali Versicherungen in den Konzern. Es folgten weitere Umfirmierungen und Fusionen, so verschmolzen 2003 die Thuringia-Versicherung AG und die Generali Versicherung AG zur Thuringia Generali Versicherung AG und firmierte ein Jahr später nur noch unter dem Namen Generali Versicherung AG. Zusammen mit bereits bestehenden Beteiligungen wurden alle Versicherungen des Mutterkonzerns in die Holding eingegliedert. [5]. Im November 2002 wurde der frühere deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl in den Aufsichtsrat berufen. Im Januar 2004 verkaufte die Allianz AG ihren 9,5-prozentigen Aktienanteil.[6]

Ehemaliges „Commerzbank-Palais“

Im Juni 2009 verlegte sie ihren Firmensitz von Aachen nach Köln [7] und bezog dort den neu erbauten Bürokomplex „Dominium“. In den Komplex wurde auch das ehemalige „Commerzbank-Palais“ an der Straße Unter Sachsenhausen sowie eine Sandsteinfassade an der Komödienstraße integriert.

Die größte Veränderung der letzten Jahre stellt die Berufung von Giovanni Liverani zum CEO dar. Er verkündete im Mai 2015 seine neue Strategie für die Generali Deutschland: Diese sieht die Zusammenlegung der Generali Deutschland und der Generali Versicherungen, ein neues Geschäftsmodell in der Lebensversicherung, einen stärkeren Fokus auf Kunden und Vertriebe sowie eine moderne und schlankere operative Plattform vor. In diesem Zusammenhang verkündete das Unternehmen auch die Einführung sogenannter Smart-Insurances-Produkte. Am 11. August 2015 folgte die Umbenennung der Holding in „Generali Deutschland AG (GD AG)“. Des Weiteren beschloss das Unternehmen, der Gesellschaft von Köln nach München zu verlegen, was am 15. September 2015 mit Eintragung in das Handelsregister erfolgte. [8]

Für die Einführung eines Programms, das für den Besuch von Fitnessstudios Vergünstigungen beim Einkauf von bestimmten Produkten bietet, wurde die Gesellschaft 2016 mit dem Negativ-Preis Big Brother Award „ausgezeichnet“.[9]

Geschäftstätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem Dach der Generali Deutschland AG arbeiten zahlreiche Versicherer und Finanzdienstleistungsunternehmen wie die Generali Versicherungen, AachenMünchener, CosmosDirekt, Central Krankenversicherung, Advocard Rechtsschutzversicherung, Deutsche Bausparkasse Badenia und Dialog, die das ganze Spektrum der Finanzdienstleistung anbieten. Hierzu gehören Lebens-, Kranken-, Sach- und Rechtsschutzversicherungen, Baufinanzierungen und weitere Dienstleistungen, wie beispielsweise die Kapitalanlage für Dritte und Immobilienvermittlung. [10]

Kennzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Operating Result der Generali in Deutschland lag im Geschäftsjahr 2015 bei 792 Mio. € (+5,0 % GJ 2014). Die Gesamtbeiträge lagen 2015 bei 17,8 Mrd. Bundesweit hat die Versicherungsgruppe 13,5 Mio. Kunden. Zum 31. Dezember 2015 beschäftigte die Generali Deutschland an den verschiedenen Standorten in Deutschland rund 13.000 Mitarbeiter. [11]

Aktie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Generali Deutschland Holding AG war als Inhaberaktie im Segment Prime Standard notiert. Im März 2011 wechselte die Aktie in den General Standard. Die Assicurazioni Generali, Triest, als Mutterkonzern hielt im Juli 2013 einen Anteil von insgesamt 95,96 % an der Generali Deutschland.[12] Im Mai 2014 wurden die verbliebenen Minderheitsaktionäre per Squeeze-Out abgefunden und ausgeschlossen. Die Börsennotierung wurde kurze Zeit später eingestellt.[13]

Gremien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorsitzender des Vorstand ist Giovanni Liverani. Der 1964 in Udine geborene Liverani studierte Ingenieurwissenschaften in Mailand und ist seit 1991 im Konzern in verschiedenen Positionen tätig.[14] Weiterhin im Vorstand sind Claudia Andersch, Nora Gürtler, Ulrich C. Nießen, Monika Sebold-Bender, Rainer Sommer und Torsten Utecht.[15]

Der Aufsichtsrat besteht aus Dietmar Meister (Vorsitzender), Karl-Rupert Hasenkopf, (stellvertretender Vorsitzender /Arbeitnehmervertreter), Berthold Bose, Michael Karl Feulner (Arbeitnehmervertreter), Gerd Geib, Maximilian Jetzlsperger (Arbeitnehmervertreter), Martin Lemcke (Arbeitnehmervertreter), Dott. Alberto Minali, Ralph Plaßmann (Arbeitnehmervertreter), Andreas Pohl, Reinfried Pohl Jr., Marlies Pörtner (Arbeitnehmervertreter), Elisabeth Prinzessin zu Sayn-Wittgenstein, Carsten Schildknecht, Hans-Joachim Schroeder (Arbeitnehmervertreter) sowie Dott. Valter Trevisani.[16]

Beteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu 100 % unter dem Dach der Generali Deutschland AG arbeiten unter anderem folgende Versicherer und Finanzdienstleister:[17] [18]

Zudem besteht eine 30-%-Beteiligung an der Generali Investments S.p.A. in Triest, deren Tochtergesellschaft Generali Investments Deutschland Kapitalanlagegesellschaft mbH in Köln als Vermögensverwalter und Fondsgesellschaft für die Generali Gruppe agiert. Hinzu kommen die Generali Immobilien GmbH und die Generali Employee Benefits GmbH als nicht konsolidierte Gesellschaften und Mehrheitsbeteiligungen an der Generali Lloyd GmbH und der Generali Lloyd AG.

Mit der Deutschen Vermögensberatung AG (DVAG) besteht eine Kooperationsvereinbarung bei einer Beteiligung von 40 % minus zehn Aktien. Mit der Commerzbank bestand eine enge und langfristig ausgelegte gegenseitige Vertriebskooperation (1998 hielt Generali 9,9 % der Commerzbank-Aktien), die allerdings wieder beendet wurde. Zu weiteren Minderheitsbeteiligungen gehört die Allgemeine Wohnungsvermögens-Aktiengesellschaft (ALLWO).

Generali Zukunftsfonds[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Der Generali Zukunftsfonds geht zurück auf den Gründer der Aachener und Münchener Feuerversicherung, David Hansemann, der 1824 verfügt hatte, dass jeweils die Hälfte des jährlichen Gewinns für soziale und kulturelle Zwecke über den zu diesem Zweck gegründeten Aachener Verein zur Beförderung der Arbeitsamkeit eingesetzt werden solle.

Im Jahre 1858 überreichte auf Betreiben des Generaldirektors Friedrich Adolph Brüggemann zusammen mit seinem Verwaltungsratsvorsitzenden Robert von Görschen sowie Aachener Kaufleuten, Fabrikanten und reichen Privatiers der amtierende Aachener Regierungspräsident Friedrich von Kühlwetter an König Friedrich III. eine Spende der Aachener und Münchener Mobiliar-Feuer-Versicherungs-Gesellschaft für wohltätige Zwecke in Höhe von 5.000 Talern. Dies geschah anlässlich eines Zwischenstopps des Königs in Aachen während einer Rückreise von London nach Potsdam. Diese Spende wurde vom König angewiesen als Anschubfinanzierung für die Gründung einer polytechnischen Schule in Aachen, der späteren Rheinisch Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH Aachen). Daraus entstand 1865 im Sinne der Stiftungsverfügung von David Hansemann unter anderem die Idee der Gründung der Friedrich-Wilhelm-Stiftung[19], die jetzt unter dem Dach der Generali Deutschland angesiedelt ist. Die Zielsetzung dieser Stiftung ist, rund 40.000 Euro jedes Jahr an die neun Fakultäten der RWTH sowie bis zu 2.500 Euro an die 16 besten Diplom- oder Magisterarbeiten, die 15 besten Dissertationen und die zwei besten Habilitationen nach festgelegten Kriterien zu vergeben.

Ein weiterer Förderbereich des Zukunftsfonds ist die von Carl Arthur Pastor testamentarisch festgeschriebene und 1962 gegründete Carl-Arthur Pastor-Stiftung[20] und die Carl-Arthur Pastor-Stipendien[21], deren Ziel es ist, besonders begabte Auszubildende und Studierende mit Stipendien zu unterstützen sowie Ingenieursleistungen durch den Preis der Aachener und Münchener für Technik und angewandte Naturwissenschaften in Höhe von 30.000 Euro zu fördern.

Ein dritter und nicht unwesentlicher Fördertopf steht den Bürgern für ihre Bildung, Gesundheit, Kultur und Umwelt zur Verfügung und bezieht sich ebenfalls auf das Vermächtnis von David Hansemann. So konnte in der Vergangenheit nicht nur der Bau des Polytechnikums bezuschusst werden, sondern auch der Neubau des Einhard-Gymnasiums Aachen (1886) und anderen Schulen, der Bau von Denkmälern (David Hansemann Monument und Bismarckturm in Aachen) und Wirtschaftsförderungsmaßnahmen beispielsweise für die Feuerspritzen- und Glockengießereifirma Joseph Beduwe sowie in der heutigen Zeit Projekte wie die Seniorenbildung EFI Deutschland (Erfahrungswissen für Initiativen) oder die Stiftung Bürger für Bürger und noch vieles mehr.[22]

Seit 2008 wird außerdem das bürgerschaftliche Engagement der so genannten Generation 50 plus gefördert. Das hierfür aufgelegte Corporate-Citizenship-Programm Bürger unternehmen Zukunft unterstützt lokale, regionale und bundesweite Projekte, in denen ältere Menschen freiwillige Hilfe leisten. Als wissenschaftliche Grundlage dient in erster Linie der Engagementatlas 2009. Die Studie analysiert Art und Umfang des bürgerschaftlichen Engagements in Deutschland wie auch dessen zukünftiges Potenzial.

Hinweis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es ist zwischen den folgenden drei Unternehmungen zu unterscheiden:

  • Assicurazioni Generali (Triest) – ist der italienische Mutterkonzern
  • Generali Deutschland AG (München) – ist die deutsche Holdingsgesellschaft, unter der mehrere Versicherungsgesellschaften gebündelt sind
  • Generali Versicherungen (München) – sind die unter dem Namen Generali auf dem Markt auftretende Lebens- und Sachversicherung

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.generali-deutschland.de/de/presse-und-medien/pressemitteilungen/generali-in-deutschland-steigert-ergebnis-neue-strategie-gut-unterwegs-1233074/
  2. http://de.statista.com/statistik/daten/studie/1901/umfrage/top-20-der-deutschen-versicherungen/
  3. http://www.lebensversicherung.cc/aachener-muenchener-lebensversicherung.html
  4. http://www.sammleraktien-online.de/html/de/details-artid-4522.html
  5. Information zu Thuringia-Versicherung. TARIFCHECK24 AG, abgerufen am 28. März 2013.
  6. http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/wir-haben-einen-buchgewinn-gemacht-allianz-gibt-amb-generali-anteil-ab/2298790.html
  7. Generali Deutschland Holding AG eröffnet neue Konzernzentrale. Generali Deutschland Holding AG, 15. Juni 2009, abgerufen am 25. November 2015 (Pressemitteilung).
  8. Sitzverlegung nach München und Umbenennung in „Generali Deutschland AG“ beschlossen. Generali Deutschland AG, 11. August 2015, abgerufen am 25. November 2015 (Pressemitteilung).
  9. Verbraucherschutz: die Generali Versicherung – BigBrotherAwards. In: bigbrotherawards.de. 22. April 2016, abgerufen am 23. April 2016.
  10. https://www.generali-deutschland.de/de/konzernunternehmen
  11. https://www.generali-deutschland.de/de/presse-und-medien/pressemitteilungen/generali-in-deutschland-steigert-ergebnis-neue-strategie-gut-unterwegs-1233074/
  12. Generali Deutschland Holding AG: Assicurazioni Generali S.p.A. stellt förmliches Squeeze-Out-Verlangen. Deutsche Gesellschaft für Ad-hoc-Publizität, 11. Juli 2014, abgerufen am 6. April 2015.
  13. Generali Deutschland Holding AG: Eintragung des Squeeze-Out-Beschlusses im Handelsregister. Deutsche Gesellschaft für Ad-hoc-Publizität, 7. Mai 2014, abgerufen am 6. April 2015.
  14. https://www.generali-deutschland.de/de/generali-deutschland-ag/giovanni-liverani-ceo-1151770/
  15. https://www.generali-deutschland.de/de/generali-deutschland-ag/vorstand-308430/
  16. https://www.generali-deutschland.de/de/generali-deutschland-ag/aufsichtsrat-309174/
  17. https://www.generali-deutschland.de/de/konzernunternehmen/
  18. https://www.generali-deutschland.de/de/service-und-dienstleister/
  19. Verleihung der Friedrich-Wilhelm-Preise 2012. RWTH Aachen, 5. Dezember 2012, abgerufen am 5. Dezember 2012 (Pressemitteilung).
  20. Dr. Carl-Arthur Pastor-Stiftung im Stiftungsverzeichnis NRW
  21. Carl Arthur Pastor-Stipendien
  22. Zukunftsfonds Bürgerprojekte: [1]