Altbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Altbach
Altbach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Altbach hervorgehoben
Koordinaten: 48° 43′ N, 9° 23′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Esslingen
Höhe: 247 m ü. NHN
Fläche: 3,35 km2
Einwohner: 6043 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 1804 Einwohner je km2
Postleitzahl: 73776
Vorwahl: 07153
Kfz-Kennzeichen: ES, NT
Gemeindeschlüssel: 08 1 16 004
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Esslinger Straße 26
73776 Altbach
Webpräsenz: www.altbach.de
Bürgermeister: Martin Funk
Lage der Gemeinde Altbach im Landkreis Esslingen
Alb-Donau-KreisLandkreis BöblingenLandkreis GöppingenLandkreis LudwigsburgLandkreis ReutlingenLandkreis TübingenRems-Murr-KreisStuttgartAichtalAichwaldAltbachAltdorf (Landkreis Esslingen)AltenrietAltenrietBaltmannsweilerBempflingenBeuren (bei Nürtingen)Bissingen an der TeckDeizisauDenkendorf (Württemberg)Dettingen unter TeckErkenbrechtsweilerEsslingen am NeckarFilderstadtFrickenhausen (Württemberg)GroßbettlingenHochdorf (bei Plochingen)HolzmadenKirchheim unter TeckKöngenKohlberg (Württemberg)Kohlberg (Württemberg)Leinfelden-EchterdingenLenningenLichtenwaldNeckartailfingenNeckartenzlingenNeidlingenNeuffenNeuhausen auf den FildernNotzingenNürtingenOberboihingenOhmdenOstfildernOwenPlochingenReichenbach an der FilsSchlaitdorfUnterensingenWeilheim an der TeckWendlingen am NeckarWernau (Neckar)WolfschlugenKarte
Über dieses Bild

Altbach ist eine Gemeinde im Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg. Sie gehört zur Region Stuttgart (bis 1992 Region Mittlerer Neckar) und zur europäischen Metropolregion Stuttgart.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altbach liegt am Südhang des Schurwaldes ins Tal des Neckars hinab auf 450 bis 242 m ü. NN zwischen Plochingen flussauf- und Esslingen am Neckar flussabwärts. Durchs Gemeindegebiet, das bis ans rechte Ufer des heutigen Flusslaufes reicht, zieht in einem Bogen am rechten Prallhang der Alte Neckar, über dem die vom Altbach zum Altarm hin durchlaufenen Wohngebiete liegen, während auf der flachen Flussinsel zwischen den Läufen größtenteils Industrieflächen des Neckartals liegen.

Die Gemarkung ist quellenreich, und so kann die Gemeinde 45 % ihres Trinkwasserbedarfes aus eigenen Brunnen decken.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Altbach gehören außer dem Dorf Altbach keine weiteren Orte.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden sind reihum die Städte Esslingen am Neckar im Westen und Norden, Plochingen im Osten sowie die Gemeinde Deizisau im Süden. Alle Städte gehören dem Landkreis Esslingen an.

Flächenaufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altbach 1683/1685 im Kieserschen Forstlagerbuch

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Funde von Reihengräberfeldern und die frühe urkundliche Erwähnung deuten auf eine frühmittelalterliche Gründung der Siedlung. Altbach wurde erstmals 783 im Lorscher Codex erwähnt. Im 13. Jahrhundert (Alpach) erwarben die Grafen von Aichelberg den Ort, verkauften ihn aber stückweise an das Kloster Adelberg. Mit der Reformation (1535) kam die Landesherrschaft an Württemberg, Altbach blieb Bestandteil des Klosteramts Adelberg. Ab 1806 gehörte Altbach im Königreich Württemberg zum Oberamt Eßlingen. 1819 wurde Altbach vom Nachbarort Zell, heute ein Stadtteil von Esslingen, getrennt und besteht seitdem als selbständige Gemeinde. Im Jahre 1846 erhielt Altbach einen Bahnhof, wodurch Voraussetzungen für eine Industrialisierung geschaffen worden sind.

Ab dem 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1904 wurde Altbach ans Stromnetz gebunden, ein Jahr später folgte der Bau einer Wasserleitung. Zwischen 1922 und 1923 trennt sich die Gemeinde kirchlich vom Mutterort Zell und besaß eine Pfarrverweserei bis 1931. Während des Zweiten Weltkrieg wurden etwa 10 bis 12 Häuser beschädigt und zwei Zivilisten getötet. 1984 feierte Altbach das 1200-jährige Bestehen. Von 1999 bis zum 15. Dezember 2000 baute man das Neubaugebiet Egertenäcker.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes (nur Hauptwohnsitze).

Stichtag Einwohnerzahl
1. Dezember 1871¹ 572
1. Dezember 1900¹ 828
17. Mai 1939¹ 1.662
13. September 1950¹ 2.579
6. Juni 1961¹ 4.168
27. Mai 1970¹ 4.917
25. Mai 1987¹ 5.559
31. Dezember 1995 5.586
31. Dezember 2000 5.551
31. Dezember 2005 5.740
31. Dezember 2010 5.840
31. Dezember 2015 6.043

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Altbach hat 18 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis.[4] Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
40
30
20
10
0
39,13 %
32,19 %
28,68 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
+4,53 %p
-1,41 %p
-3,22 %p
FW Unabhängige Wählervereinigung Altbach e.V. 39,13 7 34,6 7
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 32,19 6 33,6 6
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 28,68 5 31,9 5
gesamt 100,0 18 100,0 18
Wahlbeteiligung 48,1 % 56,9 %

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1819–1830: Johann Georg Reyer
  • 1830–1857: Georg Friedrich Barth
  • 1857–1889: Michael Frick
  • 1890–1896: Johannes Hermann
  • 1896–1901: Heinrich Utz
  • 1901–1945: Louis Friedrich Raith
  • 1945–1946: Albert Schloz
  • 1946–1948: Willy Burgenmeister
  • 1948–1966: Wilhelm Römer
  • 1966–2001: Walter Stetter
  • 2002–2017: Wolfgang Benignus
  • seit 1. Januar 2018: Martin Funk

Im Dezember 2017 wurde der Bürgermeister von Ohmden, Martin Funk zum Nachfolger des aus Altersgründen ausscheidenden Wolfgang Benignus gewählt.[5] Funk erhielt im zweiten Wahlgang 38,08 % der Stimmen.[6]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: in Rot ein aufwärts gebogener silberner (weißer) Schrägbalken

Das Wappen wurde ursprünglich vom Ortsadelsgeschlecht von Altbach geführt. Die Flaggenfarben sind Weiß-Rot. Wappen und Flaggenfarben wurden der Gemeinde 1954 von der Landesregierung verliehen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Peoplemover

Altbach ist an die B 10 (StuttgartUlm) angebunden und im Schienenverkehr mit der Filstalbahn (Stuttgart–Ulm), S-Bahnlinie S1 in den Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) eingebunden.

Am 19. Dezember 2006 wurde der weltweit erste Peoplemover, der Bahngleise überquert, in Altbach in Betrieb genommen.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altbach verfügt über eine Grund- und Werkrealschule[7], vier Kindergärten und eine Ortsbücherei.

Kraftwerk Altbach/Deizisau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kraftwerk

Das Kraftwerk Altbach/Deizisau wird von der EnBW betrieben und gilt als eines der modernsten deutschen Kohlekraftwerke. Es liegt auf einer Neckarinsel und zur Hälfte auf der Gemarkung der Nachbargemeinde Deizisau, weshalb der volle Name auch Kraftwerk Altbach/Deizisau lautet. Die beiden Schornsteine sind höher als die Schurwaldhöhen und die Filder und damit weithin sichtbar.

Seit 1899 wurde der Neckar durch eine der damals größten Wasserkraftanlagen Württembergs zur Energiegewinnung genutzt. Die Gebäude wurden 1998 abgerissen und zu einem Park umgestaltet.

Abfallentsorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Abfallentsorgung ist der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Esslingen zuständig. Es bestehen getrennte Sammlungen für Biomüll, Hausmüll und Papier. Verpackungen werden im Rahmen des Grünen Punktes in sogenannten gelben Säcken gesammelt. Sperrmüll wird gegen Abgabe eines von zwei Gutscheinen jährlich kostenlos abgeholt oder kann zu einer Entsorgungsstation gebracht werden. Bei den Entsorgungsstationen können auch Elektro- und Metallschrott sowie andere wiederverwertbare Stoffe abgegeben werden. Für Sondermüll wie Leuchtstofflampen und Lacke gibt es besondere Problemstoffsammlungen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindehalle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altbach besitzt eine Gemeindehalle, in der regelmäßig Theater, Konzerte, Ehrungen, Feste und sonstige Veranstaltungen der Altbacher Kulturreihe durchgeführt werden. Die Halle wird nicht nur Altbachern zur Verfügung gestellt.

Altes Rathaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Alte Rathaus war ursprünglich ein Jagdschloss im ehemaligen Wildpark von Hohengehren. Das Jagdschloss wurde 1839 von Altbach erworben, abgebaut und als Rathaus im selben Jahr wieder aufgebaut.

Die Ulrichskirche

Christuskirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Christuskirche wurde zwischen 1959 und 1960 nach Plänen Seytters errichtet und am 24. Juli 1960 eingeweiht.[8] Die Kirche wurde von Helmuth Uhrig mit Kunstwerken geschmückt. Die Christusfigur an der Wand, der Taufstein und das Michaelfenster sind von seiner Hand.

Ulrichskirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1353 ist in Altbach eine Ulrichskapelle belegt, sie erhielt ihren Namen vom Schutzpatron Ulrich des Klosters Adelberg. 1514, 1599 und 1748 wurde an- und umgebaut, 1736 erhielt sie einen neuen Turm. 1817 kam ein Sakristeianbau hinzu, in den 1920er Jahren wurde der Innenraum zweimal gründlich renoviert; die am Marktplatz gelegene Kirche wurde an die bürgerliche Gemeinde verpachtet, 1978–1980 einer Innen- und Außenrenovierung unterzogen und bietet nun Raum für kulturelle Zwecke.

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Altbach existieren über 20 Vereine mit einem vielfältigen Angebot, unter anderem der Turnverein, der Radfahrerverein, der Sportclub, der Tennisclub (zusammen mit Esslingen-Zell) und der Tischtennisverein. In gemeinsamer Arbeit organisieren die Vereine mit Unterstützung der Gemeinde und den Kirchengemeinden ein vielseitiges Kinderferienprogramm.

Angesiedelte Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Decoma (Germany) GmbH, eine Tochter der Magna Holding, produziert Kunststoffteile für die Automobilindustrie

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Dorffest findet jedes Jahr am vorletzten Wochenende vor Beginn der Sommerferien statt.
  • Der Weihnachtsmarkt findet jedes Jahr am zweiten Samstag im Dezember statt.
  • Jedes zweite Jahr findet in Altbach ein Nachtumzug der Altbacher Narren statt.
  • Jedes Jahr, meistens im Mai, findet das Altbacher Volksradfahren statt, welches vom Radfahrverein Altbach organisiert wird. Die örtlichen Vereine stellen die Teilnehmer.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere mit Altbach verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Siegfried Häußler (1917–1989), Arzt, Verbandsvertreter und Hochschullehrer, lebte von 1945 bis zu seinem Tod in Altbach

Bekannte Sportler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Herberger (1919–2002), Fußballspieler und Trainer, lebte und starb in Altbach.
  • Serdar Tasci (* 1987), ehemaliger Fußballspieler beim VfB Stuttgart, seit Januar 2016 beim FC Bayern München, begann seine Karriere beim SC Altbach.

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Zentrum der Evangelischen Kirchengemeinde Altbach ist die 1960 erbaute Christuskirche.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto Wurster: Eßlinger Heimatbuch für Stadt und Umgebung. Eßlingen 1931. Darin: Altbach (S. 267 f.).
  • Der Landkreis Esslingen – Hrsg. vom Landesarchiv Baden-Württemberg i. V. mit dem Landkreis Esslingen, Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2009, ISBN 978-3-7995-0842-1, Band 1, Seiten 274–284.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Altbach.
  3. http://altbach.de/index.php?id=9 Geschichte Altbachs
  4. Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart
  5. http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.buergermeisterwahl-in-altbach-martin-funk-zieht-ins-rathaus.105269b6-1177-496c-a362-7cd27f7f3bac.html
  6. Der Teckbote, Ausgabe 4. Dezember 2017, Seite 15
  7. GWRS Altbach - Grund- und Werkrealschule: GWRS - Grund- und Werkrealschule Altbach. In: www.ghsaltbach.de. Abgerufen am 2. März 2016.
  8. Christuskirche in Altbach

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Altbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien