Altbach

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Dieser Artikel befasst sich mit der Gemeinde in Baden-Württemberg. Weitere Bedeutungen finden sich unter Altbach (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Altbach
Altbach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Altbach hervorgehoben
Koordinaten: 48° 43′ N, 9° 23′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Esslingen
Höhe: 247 m ü. NHN
Fläche: 3,35 km²
Einwohner: 5974 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 1783 Einwohner je km²
Postleitzahl: 73776
Vorwahl: 07153
Kfz-Kennzeichen: ES, NT
Gemeindeschlüssel: 08 1 16 004
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Esslinger Straße 26
73776 Altbach
Webpräsenz: www.altbach.de
Bürgermeister: Wolfgang Benignus
Lage der Gemeinde Altbach im Landkreis Esslingen
Alb-Donau-Kreis Landkreis Böblingen Landkreis Göppingen Landkreis Ludwigsburg Landkreis Reutlingen Landkreis Tübingen Rems-Murr-Kreis Stuttgart Aichtal Aichwald Altbach Altdorf (Landkreis Esslingen) Altenriet Altenriet Baltmannsweiler Bempflingen Beuren (bei Nürtingen) Bissingen an der Teck Deizisau Denkendorf (Württemberg) Dettingen unter Teck Erkenbrechtsweiler Esslingen am Neckar Filderstadt Frickenhausen (Württemberg) Großbettlingen Hochdorf (bei Plochingen) Holzmaden Kirchheim unter Teck Köngen Kohlberg (Württemberg) Kohlberg (Württemberg) Leinfelden-Echterdingen Lenningen Lichtenwald Neckartailfingen Neckartenzlingen Neidlingen Neuffen Neuhausen auf den Fildern Notzingen Nürtingen Oberboihingen Ohmden Ostfildern Owen Plochingen Reichenbach an der Fils Schlaitdorf Unterensingen Weilheim an der Teck Wendlingen am Neckar Wernau (Neckar) WolfschlugenKarte
Über dieses Bild

Altbach ist eine Gemeinde im Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altbach liegt in 245 bis 450 Meter Höhe zwischen Plochingen und Esslingen am Neckar im Neckartal am Südhang des Schurwaldes.

Die Gemarkung ist quellenreich und so kann die Gemeinde 45 % ihres Trinkwasserbedarfes aus eigenen Brunnen decken.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Altbach gehören außer dem Dorf Altbach keine weiteren Orte.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden sind Esslingen am Neckar im Westen und Norden, Plochingen im Osten und Deizisau im Süden (alle Kreis Esslingen).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altbach 1683/1685 im Kieserschen Forstlagerbuch

Funde von Reihengräberfeldern und die frühe urkundliche Erwähnung deuten auf eine frühmittelalterliche Gründung der Siedlung. Altbach wurde erstmals 783 im Lorscher Codex erwähnt. Im 13. Jahrhundert (Alpach) erwarben die Grafen von Aichelberg den Ort, verkauften ihn aber stückweise an das Kloster Adelberg. Mit der Reformation (1535) kam die Landesherrschaft an Württemberg, Altbach blieb Bestandteil des Klosteramts Adelberg.

Ab 1806 gehörte Altbach im Königreich Württemberg zum Oberamt Eßlingen.

1819 wurde Altbach vom Nachbarort Zell, heute ein Stadtteil von Esslingen, getrennt und besteht seitdem als selbständige Gemeinde. Im Jahre 1846 erhielt Altbach einen Bahnhof, wodurch Voraussetzungen für eine Industrialisierung geschaffen worden sind.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes (nur Hauptwohnsitze).

Stichtag Einwohnerzahl
1. Dezember 1871¹ 572
1. Dezember 1900¹ 828
17. Mai 1939¹ 1662
13. September 1950¹ 2579
6. Juni 1961¹ 4168
27. Mai 1970¹ 4917
25. Mai 1987¹ 5559
31. Dezember 1995 5586
31. Dezember 2000 5551
31. Dezember 2005 5740
31. Dezember 2010 5840
31. Dezember 2014 5974

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Altbach hat 18 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis.[2] Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
40
30
20
10
0
39,13 %
32,19 %
28,68 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
+4,53 %p
-1,41 %p
-3,22 %p
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FW Unabhängige Wählervereinigung Altbach e.V. 39,13 7 34,6 7
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 32,19 6 33,6 6
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 28,68 5 31,9 5
gesamt 100,0 18 100,0 18
Wahlbeteiligung 48,1 % 56,9 %

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1819–1830: Johann Georg Reyer
  • 1830–1857: Georg Friedrich Barth
  • 1857–1889: Michael Frick
  • 1890–1896: Johannes Hermann
  • 1896–1901: Heinrich Utz
  • 1901–1945: Louis Friedrich Raith
  • 1945–1946: Albert Schloz
  • 1946–1948: Willy Burgenmeister
  • 1948–1966: Wilhelm Römer
  • 1966–2001: Walter Stetter
  • seit 2002: Wolfgang Benignus

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: in Rot ein aufwärts gebogener silberner (weißer) Schrägbalken

Das Wappen wurde ursprünglich vom Ortsadelsgeschlecht von Altbach geführt. Die Flaggenfarben sind Weiß-Rot. Wappen und Flaggenfarben wurden der Gemeinde 1954 von der Landesregierung verliehen.


Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Peoplemover

Altbach ist an die B 10 (StuttgartUlm) angebunden und im Schienenverkehr mit der Filstalbahn (Stuttgart–Ulm), S-Bahnlinie S1 in den Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) eingebunden.

Am 19. Dezember 2006 wurde der weltweit erste Peoplemover, der Bahngleise überquert, in Altbach in Betrieb genommen.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altbach verfügt über eine Grund- und Werkrealschule[3], vier Kindergärten und eine Ortsbücherei.

Kraftwerk Altbach/Deizisau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kraftwerk

Das Kraftwerk Altbach/Deizisau wird von der EnBW betrieben und gilt als eines der modernsten deutschen Kohlekraftwerke. Es liegt auf einer Neckarinsel und zur Hälfte auf der Gemarkung der Nachbargemeinde Deizisau, weshalb der volle Name auch Kraftwerk Altbach/Deizisau lautet. Die beiden Schornsteine sind höher als die Schurwaldhöhen und die Filder und damit weithin sichtbar.

Seit 1899 wurde der Neckar durch eine der damals größten Wasserkraftanlagen Württembergs zur Energiegewinnung genutzt. Die Gebäude wurden 1998 abgerissen und zu einem Park umgestaltet.

Abfallentsorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Abfallentsorgung ist der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Esslingen zuständig. Es bestehen getrennte Sammlungen für Biomüll, Hausmüll und Papier. Verpackungen werden im Rahmen des Grünen Punktes in sogenannten gelben Säcken gesammelt. Sperrmüll wird gegen Abgabe eines von zwei Gutscheinen jährlich kostenlos abgeholt oder kann zu einer Entsorgungsstation gebracht werden. Bei den Entsorgungsstationen können auch Elektro- und Metallschrott sowie andere wiederverwertbare Stoffe abgegeben werden. Für Sondermüll wie Leuchtstofflampen und Lacke gibt es besondere Problemstoffsammlungen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindehalle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altbach besitzt eine Gemeindehalle, in der regelmäßig Theater, Konzerte, Ehrungen, Feste und sonstige Veranstaltungen der Altbacher Kulturreihe durchgeführt werden. Die Halle wird nicht nur Altbachern zur Verfügung gestellt.

Altes Rathaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Alte Rathaus war ursprünglich ein Jagdschloss im ehemaligen Wildpark von Hohengehren. Das Jagdschloss wurde 1839 von Altbach erworben, abgebaut und als Rathaus im selben Jahr wieder aufgebaut.

Die Ulrichskirche

Christuskirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Christuskirche wurde zwischen 1959 und 1960 nach Plänen Seytters errichtet und am 24. Juli 1960 eingeweiht.[4] Die Kirche wurde von Helmuth Uhrig mit Kunstwerken geschmückt. Die Christusfigur an der Wand, der Taufstein und das Michaelfenster sind von seiner Hand.

Ulrichskirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1353 ist in Altbach eine Ulrichskapelle belegt, sie erhielt ihren Namen vom Schutzpatron Ulrich des Klosters Adelberg. 1514, 1599 und 1748 wurde an- und umgebaut, 1736 erhielt sie einen neuen Turm. 1817 kam ein Sakristeianbau hinzu, in den 1920er Jahren wurde der Innenraum zweimal gründlich renoviert; die am Marktplatz gelegene Kirche wurde an die bürgerliche Gemeinde verpachtet, 1978–1980 einer Innen- und Außenrenovierung unterzogen und bietet nun Raum für kulturelle Zwecke.

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Altbach existieren über 20 Vereine mit einem vielfältigen Angebot, unter anderem der Turnverein, der Radfahrerverein, der Sportclub, der Tennisclub (zusammen mit Esslingen-Zell) und der Tischtennisverein. In gemeinsamer Arbeit organisieren die Vereine mit Unterstützung der Gemeinde und den Kirchengemeinden ein vielseitiges Kinderferienprogramm.

Angesiedelte Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Decoma (Germany) GmbH, eine Tochter der Magna Holding, produziert Kunststoffteile für die Automobilindustrie

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Dorffest findet jedes Jahr am vorletzten Wochenende vor Beginn der Sommerferien statt.
  • Der Weihnachtsmarkt findet jedes Jahr am zweiten Samstag im Dezember statt.
  • Jedes zweite Jahr findet in Altbach ein Nachtumzug der Altbacher Narren statt.
  • Jedes Jahr, meistens im Mai, findet das Altbacher Volksradfahren statt, welches vom Radfahrverein Altbach organisiert wird. Die oertlichen Vereine stellen die Teilnehmer.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere mit Altbach verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Siegfried Häußler (1917–1989), Arzt, Verbandsvertreter und Hochschullehrer, lebte von 1945 bis zu seinem Tod in Altbach

Bekannte Sportler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Herberger (1919–2002), Fußballspieler und Trainer, lebte und starb in Altbach.
  • Serdar Tasci (* 1987), ehemaliger Fußballspieler beim VfB Stuttgart, seit Januar 2016 beim FC Bayern München, begann seine Karriere beim SC Altbach.

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Zentrum der Evangelischen Kirchengemeinde Altbach ist die 1960 erbaute Christuskirche.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto Wurster: Eßlinger Heimatbuch für Stadt und Umgebung. Eßlingen 1931. Darin: Altbach (S. 267 f.).
  • Der Landkreis Esslingen – Hrsg. vom Landesarchiv Baden-Württemberg i. V. mit dem Landkreis Esslingen, Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2009, ISBN 978-3-7995-0842-1, Band 1, Seiten 274–284.


Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart
  3. GWRS Altbach - Grund- und Werkrealschule: GWRS - Grund- und Werkrealschule Altbach. In: www.ghsaltbach.de. Abgerufen am 2. März 2016.
  4. Christuskirche in Altbach

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Altbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien