Johann Herberger

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Johann Herberger
Spielerinformationen
Geburtstag 9. November 1919
Geburtsort WiesentalDeutsches Reich
Sterbedatum 13. Juni 2002
Sterbeort AltbachDeutschland
Position Mittelfeld
Vereine in der Jugend
1927–1936 FV 1912 Wiesental
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1936–1939
1939–1940
1940
1940
1941–1942
1942
1942–1943
1943
1943–1945
1945–1946
1946
1946
1946–1947
1947–1949
1949–1953
Phönix Karlsruhe
Eintracht Frankfurt
CSC 03 Kassel
SG Anspach 1862
Blau-Weiß 90 Berlin
Militärmannschaft "Rote Jäger"
Phönix Karlsruhe
FV Saarbrücken
1. FC Nürnberg
FC Bayern München
Phönix Karlsruhe
1. FC Saarbrücken
Karlsruher FV
VfB Stuttgart
Stuttgarter Kickers
0
4 0(1)
0
0
0
0
0
0
0
4 0(0)
3 0(0)
2 0(0)
28 0(0)
62 0(8)
103 (14)
Stationen als Trainer
1954
1956–1964
1957–1970
1960–

0000–1964
1964
1965
SC Geislingen(Spielertrainer)
DSC Brooklyn (Spielertrainer)
Deutsch-Amerikanischer Fußballverband
Junior All-Stars New York (Auswahlmannschaft)
New York Hota
Hakoah All-Stars New York
US-Nationalmannschaft
New York Americans (Auswahlmannschaft)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Johann Herberger (* 9. November 1919 in Wiesental; † 13. Juni 2002 in Altbach) war ein deutscher Fußballspieler und -trainer.

Spielerkarriere[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

Herberger begann siebenjährig mit dem Fußballspielen. Beim FV 1912 Wiesental, dem in seinem Geburtsort ansässigen Fußballverein, durchlief er bis zum 16. Lebensjahr alle Altersklassen, bevor er 1936 von Phönix Karlsruhe verpflichtet wurde.

Seine erste Spielzeit im Seniorenbereich bestritt er in der zweitklassigen Bezirksliga, in die die Karlsruher zuvor abgestiegen waren; der Aufstieg in die Gauliga Baden erfolgte nach nur einjähriger Abstinenz 1937.

In der seinerzeit höchsten deutschen Spielklasse bestritt Herberger bis November 1939 Punktspiele. Herberger, der 1939 zur Wehrmacht eingezogen wurde, schloss sich aufgrund der ständig wechselnden Stationierungsorte, den jeweils ansässigen Vereinen, teils als Gastspieler, an. Im Dezember 1939 und am 7. Januar 1940 bestritt er vier Punktspiele, in denen ihm ein Tor gelang, für die in der Sportbereichsklasse Südwest, Staffel Mainhessen, spielende Frankfurter Eintracht, schloss sich im Februar 1940 der Fußballabteilung des CSC 03 Kassel in der Sportbereichsklasse Hessen an, deren Meister er mit der Mannschaft wurde. Für die Kasseler absolvierte er von April bis Juni 1940 alle sechs Endrundenspiele um die Deutsche Meisterschaft, belegte mit ihnen jedoch nur den vierten und letzten Platz in der Gruppe.

Wenig später, noch im Jahr 1940, bestritt er einige Gastspiele für die Fußballabteilung der SG Anspach 1862. 1941 war er in der Gauliga Berlin-Brandenburg für Blau-Weiß 90 Berlin tätig, wurde mit dem Verein Gauligameister und drang mit ihm bis ins Halbfinale der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft vor. Mit dem 4:0-Sieg gegen Kickers Offenbach, bei dem er den Führungstreffer in der 18. Minute erzielte, wurde er Dritter der Meisterschaft.

Im Spätsommer 1941 wirkte er als Nebendarsteller während der Dreharbeiten zu dem am 10. Juli 1942 in den Berliner Kinos Capitol am Zoo uraufgeführten Film “Das große Spiel” mit.[1]

1942 bestritt er einige Freundschaftsspiele für die Roten Jäger, einer von Luftwaffenoffizier Hermann Graf während des Zweiten Weltkriegs gegründeten Militärmannschaft. Im Spätsommer desselben Jahres war er wieder für den Phönix Karlsruhe aktiv, anschließend für den FV Saarbrücken, mit dem er 1943 das Finale um die Deutsche Meisterschaft mit 0:3 gegen den Dresdner SC verlor.

Von 1943 bis 1945 bestritt er 50 Pflichtspiele für den 1. FC Nürnberg und belegte mit dem Club 1944 kampflos den dritten Platz der Deutschen Meisterschaft, nachdem der HSV Groß Born verzichtet hatte.

In der Oberliga-Saison 1945/46 kam er zu vier Punktspielen für den FC Bayern München, wo er unter anderem an der Seite von Nationalspieler Jakob Streitle, der seinerzeit als bester deutscher Spieler galt, agierte. Sein Debüt für die Bayern gab er am 4. November 1945 (1. Spieltag) bei der 1:2-Niederlage im Auswärtsspiel gegen den 1. FC Nürnberg. Beim 5:3-Sieg am 16. Dezember 1945 (7. Spieltag) im Auswärtsspiel gegen Phönix Karlsruhe und am 6. Januar 1946 (10. Spieltag) beim 1:1-Unentschieden im Auswärtsspiel gegen den Karlsruher FV war er ebenfalls eingesetzt.

Im Februar 1946 kehrte er abermals zu Phönix Karlsruhe zurück, fiel im April 1946, nachdem er einige Spiele absolviert hatte, aufgrund einer erlittenen Verletzung für ein halbes Jahr aus gesundheitlichen Gründen aus, und war im Oktober 1946 in zwei Spielen für den 1. FC Saarbrücken aktiv. Im Dezember 1946 kehrte er nach Karlsruhe zurück und schloss sich diesmal dem Karlsruher FV an, für den er bis Ende der Saison 1946/47 28 Punktspiele bestritt.

1947 gelangte er nach Stuttgart und war dort Spieler des VfB. Nach zwei Spielzeiten, in denen er 62 Punktspiele bestritten hatte, wechselte er zur Saison 1949/50 zum Lokalrivalen der Kickers. Nach seiner ersten Spielzeit musste er mit der Mannschaft am Saisonende als Sechzehnter in die 2. Oberliga Süd absteigen. Nach nur einjähriger Abwesenheit kehrte er mit ihr als Erstplatzierter in die Oberliga Süd zurück und schloss die Saison 1951/52 als Süddeutscher Meister ab. 1952/53 bestritt er seine letzte Saison in der Oberliga Süd und beendete am 26. April 1953 (30. Spieltag) bei der 0:2-Niederlage gegen die bereits als Absteiger feststehende Fußballabteilung der TSG Ulm 1846 sein letztes Spiel als aktiver Fußballer.

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Für die A-Nationalmannschaft bestritt Herberger nie ein Länderspiel, obwohl er von 1937 bis 1944 regelmäßig an Lehrgängen dieser teilnahm. Sepp Herberger, sein Onkel zweiten Grades soll einmal über seinen Neffen gesagt haben: „Wenn ich dich aufstelle, dann heißt es gleich, das ist doch sein Neffe. Deshalb musst du doppelt so gut sein wie die anderen“. Auch wegen der Einstellung des internationalen Spielbetriebes gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde ihm die Möglichkeit genommen.

Trainerkarriere[Bearbeiten]

Herbergers erstes Traineramt nahm er in Geislingen an der Steige beim dort ansässigen SC Geislingen wahr, dessen Spieler er in Personalunion auch war. 1956 wanderte er in die Vereinigten Staaten nach New York aus. Für den Stadtbezirksverein DSC Brooklyn war er zunächst Spieler, später Spielertrainer – bis 1964.

Im Jahr 1960 betreute er mehrere Auswahlmannschaften New Yorks, so die Junior All Stars, die Hota und die New York Hakoah sowie zuletzt, 1965 die New York Americans, mit denen er Zweiter der ISL, der ersten US-amerikanischen Fußball-Profiliga, wurde, da das Finale gegen Polonia Bytom nach Hin- und Rückspiel mit 1:7 verloren ging.

Für ein Länderspiel betreute er auch die US-amerikanische Nationalmannschaft, die am 26. Mai 1964 in New York in einem Freundschaftsspiel gegen die Auswahl Englands mit 0:10 verlor.

Von 1957 bis 1970 engagierte er sich für den Deutsch-Amerikanischen Fußballverband, deren hauptamtlicher Trainer er war, und kehrte Ende 1970 nach Deutschland zurück. In Altbach im Landkreis Esslingen im Regierungsbezirk Stuttgart lebte er mit seiner Frau bis zu seinem Tod am 13. Juni 2002.

Erfolge[Bearbeiten]

als Spieler[Bearbeiten]

als Trainer[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das große Spiel auf imdb.com