Baltmannsweiler

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Baltmannsweiler
Baltmannsweiler
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Baltmannsweiler hervorgehoben
Koordinaten: 48° 45′ N, 9° 27′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Esslingen
Höhe: 453 m ü. NHN
Fläche: 18,54 km2
Einwohner: 5646 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 305 Einwohner je km2
Postleitzahl: 73666
Vorwahl: 07153
Kfz-Kennzeichen: ES, NT
Gemeindeschlüssel: 08 1 16 007
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 1
73666 Baltmannsweiler
Webpräsenz: www.baltmannsweiler.de
Bürgermeister: Simon Schmid (parteilos)
Lage der Gemeinde Baltmannsweiler im Landkreis Esslingen
Alb-Donau-KreisLandkreis BöblingenLandkreis GöppingenLandkreis LudwigsburgLandkreis ReutlingenLandkreis TübingenRems-Murr-KreisStuttgartAichtalAichwaldAltbachAltdorf (Landkreis Esslingen)AltenrietAltenrietBaltmannsweilerBempflingenBeuren (bei Nürtingen)Bissingen an der TeckDeizisauDenkendorf (Württemberg)Dettingen unter TeckErkenbrechtsweilerEsslingen am NeckarFilderstadtFrickenhausen (Württemberg)GroßbettlingenHochdorf (bei Plochingen)HolzmadenKirchheim unter TeckKöngenKohlberg (Württemberg)Kohlberg (Württemberg)Leinfelden-EchterdingenLenningenLichtenwaldNeckartailfingenNeckartenzlingenNeidlingenNeuffenNeuhausen auf den FildernNotzingenNürtingenOberboihingenOhmdenOstfildernOwenPlochingenReichenbach an der FilsSchlaitdorfUnterensingenWeilheim an der TeckWendlingen am NeckarWernau (Neckar)WolfschlugenKarte
Über dieses Bild

Baltmannsweiler ist eine Gemeinde im Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg. Sie gehört zur Region Stuttgart (bis 1992 Region Mittlerer Neckar) und zur europäischen Metropolregion Stuttgart.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das waldreiche Gemeindegebiet Baltmannsweiler liegt auf etwa 290 bis 465 m ü. NN Höhe im Schurwald. Die Ortsmitte des namengebenden Teilorts ist in Luftlinie rund viereinhalb Kilometer nordöstlich von der Plochingens entfernt und etwa zehn Kilometer östlich vom Zentrum der Kreisstadt Esslingen am Neckar. Die beiden Orte der Gemeinde liegen in gemeinsamer Rodungsinsel auf einem Bergrücken, der vom Reichenbach am Ortsrand der Gemeinde und vom Lützelbach an deren Südwestrand zur Fils entwässert wird sowie im Westen und Nordwesten von Oberläufen des Schweizerbachs zur Rems.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden sind reihum im Nordwesten die Stadt Weinstadt, im Norden und Nordosten die Gemeinde Winterbach, beide im Rems-Murr-Kreis. Im Osten liegt die Gemeinde Lichtenwald, im Süden die Gemeinde Reichenbach an der Fils, im Südwesten die Stadt Plochingen, im Westen auf nur kurzem Abschnitt die Kreisstadt Esslingen am Neckar und im Westen die Gemeinde Aichwald; die fünf letztgenannten gehören alle dem eigenen Landkreis Esslingen an.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baltmannsweiler besteht aus den beiden Ortsteilen Baltmannsweiler und Hohengehren, jeweils nur aus dem gleichnamigen Hauptort bestehend. Das Gebiet der Ortsteile ist identisch mit dem der ehemals selbstständigen Gemeinden gleichen Namens. Die offizielle Benennung des Ortsteils Hohengehren lautet Baltmannsweiler-Hohengehren.[2] Auf dem Gebiet des Ortsteils Baltmannsweiler liegen die abgegangenen Ortschaften Balzschmied, Holdermannshofstatt, Oberweiler und Steinenbach. Auf dem Gebiet des Ortsteils Hohengehren liegen die abgegangenen Ortschaften Burg, Borgenhardt, Holdesteiningen, Katzenlohe, Steinenbach, Witzlingsweiler und Katzenbachhof.[3]

Flächenaufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[4]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner¹
1871 1.310
1880 1.335
1890 1.191
1900 1.171
1910 1.184
1925 1.230
1933 1.274
Jahr Einwohner¹
1939 1.333
1950 1.963
1961 2.688
1970 3.944
1975 4.599
1980 5.143
1985 5.206
Jahr Einwohner¹
1990 5.307
1995 5.425
2000 5.520
2005 5.552
2010 5.554
2015 5.646

¹laut Statistisches Landesamt Baden-Württemberg; bis 1970 Volkszählungsergebnisse, ab 1975 Fortschreibungen jeweils zum 31. Dezember des Jahres.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 1998 hatte die Gemeinde 1275 Einwohner, die römisch-katholisch, und 2998 Einwohner, die evangelisch waren.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baltmannsweiler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baltmannsweiler wurde 1299 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort gehörte ursprünglich den Zähringern und kam dann zu Württemberg. Dort war es ab 1381 dem Amt, später Oberamt Schorndorf zugeordnet. Seit 1938 gehört Baltmannsweiler zum Landkreis Esslingen. Der von den autochthonen Bewohners des Dorfes heute verwendete Name für das Dorf ist „Baltemore“.[5]

Hohengehren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hohengehren wurde bereits vor Baltmannsweiler, nämlich 1275, urkundlich erwähnt. Die Landeszugehörigkeit entspricht der von Baltmannsweiler.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baltmannsweiler 1683/1685 im Kieserschen Forstlagerbuch
Hohengehren 1683/1685 im Kieserschen Forstlagerbuch

Das heutige Baltmannsweiler wurde am 1. Januar 1975 im Rahmen der baden-württembergischen Gebietsreform aus den bis dahin selbständigen Gemeinden Baltmannsweiler und dem nördlich gelegenen Hohengehren gebildet.[6]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im März 2015 wurde Simon Schmid gegen drei Konkurrenten im ersten Wahlgang zum Nachfolger von Martin König gewählt.[7]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Baltmannsweiler hat 14 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis:[8] Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
30
20
10
0
23,91 %
20,77 %
20,10 %
14,78 %
10,91 %
9,53 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
+4,90 %p
+3,77 %p
+1,77 %p
-1,44 %p
+0,05 %p
-9,04 %p
FWV Freie Wählervereinigung 23,91 3 19,01 3
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 20,77 3 17,00 2
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 20,10 3 18,33 3
UB Unabhängige Bürger 14,78 2 16,22 2
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 10,91 2 10,86 1
NFL Neue Freie Liste 9,53 1 18,57 3
gesamt 100,0 14 100,0 14
Wahlbeteiligung 55,29 % 58,88 %

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen der Gemeinde Baltmannsweiler
Blasonierung: „Unter silbernem (weißem) Schildhaupt darin drei gestaffelt, durchgehend blaue Berge in Gold (gelb), darunter eine blaue Scheibe, belegt mit einem silbernen (weißen) Leistenkreuz, unten anhängend ein blauer Haken.“[9]
Wappenbegründung: Das Wappen der Gemeinde Baltmannsweiler wurde im Oktober 1979 verliehen. Es ist eine Verbindung der beiden Wappen der früheren Gemeinden Baltmannsweiler und Hohengehren.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Hohengehren ist mit dem Schneider Verlag ein Fachbuchverlag ansässig.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grundschule Baltmannsweiler mit acht Schulklassen, in denen etwa 160 Schüler unterrichtet werden
  • Grundschule Hohengehren mit sieben Schulklassen, in denen etwa 130 Kinder unterrichtet werden

Außerdem verfügt Baltmannsweiler über vier Kindergärten.

  • Die Gemeinde Baltmannsweiler betreibt auch eine eigene Volkshochschule.[10]

Abfallentsorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Abfallentsorgung ist der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Esslingen zuständig.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Baltmannsweiler organisiert jedes Jahr fünf bis acht kulturelle Veranstaltungen wie Kabarett und Theater, Konzerte und mobiles Kino im Kulturzentrum Baltmannsweiler. Das Kulturzentrum hat ein Foyer mit Bar, in dem es Platz für Feiern mit bis zu 120 Personen gibt. Daneben gibt es einen großen Saal für 300 bis 500 Personen.

Im ehemaligen Wildpark stand bis 1839 das Jagdschloss Hohengehren. Dieses wurde von der Gemeinde Altbach erworben, dort als Rathaus wieder aufgebaut und bis 1975 in dieser Funktion verwendet.

In Baltmannsweiler befindet sich eine spätgotische Westturmkirche (ev.)[11] sowie in Hohengehren eine spätgotische Kirche (ev.)[12].

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Landesarchiv Baden-Württemberg i. V. mit dem Landkreis Esslingen (Hrsg.): Der Landkreis Esslingen. Band 1. Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2009, ISBN 978-3-7995-0842-1, S. 313.
  • Klaus Merker: Baltmannsweiler 1299–1999. ein Streifzug durch die Ortsgeschichte in Bildern und Anekdoten. Hrsg. von der Gemeinde Baltmannsweiler und der Evangelischen Kirchengemeinde Baltmannsweiler. Klaus Merker u. a. Baltmannsweiler 1999, ISBN 3-89570-511-X.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Baltmannsweiler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Baltmannsweiler vom 22. Mai 2001. In: baltmannsweiler.de, abgerufen am 3. Juni 2017 (PDF; 22 kB).
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2, S. 241–242.
  4. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Baltmannsweiler. In: statistik-bw.de, abgerufen am 3. Juni 2017.
  5. news:de.etc.sprache.deutsch Message-ID: <8i5mwl85iz1l.1eonglq92qz08$.dlg@40tude.net> [1] abgerufen am 3. Juni 2017.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 461.
  7. Jürgen Veit: Baltmannsweiler. Der neue Bürgermeister heißt Simon Schmid. In: stuttgarter-zeitung.de. Stuttgarter Zeitung, 22. März 2015, abgerufen am 20. August 2017.
  8. Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart. In: kdrs.de, abgerufen am 3. Juni 2017.
  9. Die drei „Kaiserberge“ (Hohenstaufen, Rechberg und Stuifen) sowie ein Pflugrad mit Pflughaken (laut einer Deutung) oder ein symbolisches Garnknäuel mit abgewickeltem Faden (nach anderer Deutung); beide Symbole aus den Wappen der beiden früheren Gemeinden. Siehe Wappen. Verbindung früherer Wappen. Deutung. In: baltmannsweiler.de, abgerufen am 3. Juni 2017.
  10. Volkshochschule Baltmannsweiler. In: baltmannsweiler.de, abgerufen am 3. Juni 2017.
  11. Baltmannsweiler. Landwirtschaftlich geprägt. In: baltmannsweiler.de, abgerufen am 3. Juni 2017.
  12. Hohengehren. Entwicklung. In: baltmannsweiler.de, abgerufen am 3. Juni 2017.