Hochdorf (bei Plochingen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hochdorf
Hochdorf (bei Plochingen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hochdorf hervorgehoben
Koordinaten: 48° 42′ N, 9° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Esslingen
Höhe: 292 m ü. NHN
Fläche: 7,75 km2
Einwohner: 4895 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 632 Einwohner je km2
Postleitzahl: 73269
Vorwahl: 07153
Kfz-Kennzeichen: ES, NT
Gemeindeschlüssel: 08 1 16 027
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchheimer Straße 53
73269 Hochdorf
Webpräsenz: www.hochdorf.de
Bürgermeister: Gerhard Kuttler
Lage der Gemeinde Hochdorf im Landkreis Esslingen
Alb-Donau-Kreis Landkreis Böblingen Landkreis Göppingen Landkreis Ludwigsburg Landkreis Reutlingen Landkreis Tübingen Rems-Murr-Kreis Stuttgart Aichtal Aichwald Altbach Altdorf (Landkreis Esslingen) Altenriet Altenriet Baltmannsweiler Bempflingen Beuren (bei Nürtingen) Bissingen an der Teck Deizisau Denkendorf (Württemberg) Dettingen unter Teck Erkenbrechtsweiler Esslingen am Neckar Filderstadt Frickenhausen (Württemberg) Großbettlingen Hochdorf (bei Plochingen) Holzmaden Kirchheim unter Teck Köngen Kohlberg (Württemberg) Kohlberg (Württemberg) Leinfelden-Echterdingen Lenningen Lichtenwald Neckartailfingen Neckartenzlingen Neidlingen Neuffen Neuhausen auf den Fildern Notzingen Nürtingen Oberboihingen Ohmden Ostfildern Owen Plochingen Reichenbach an der Fils Schlaitdorf Unterensingen Weilheim an der Teck Wendlingen am Neckar Wernau (Neckar) WolfschlugenKarte
Über dieses Bild

Hochdorf ist eine Gemeinde im Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg. Sie gehört zur Region Stuttgart (bis 1992 Region Mittlerer Neckar) und zur europäischen Metropolregion Stuttgart.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Siedlungskern Hochdorfs liegt in Richtung Ost-Süd-Ost ungefähr 13 km Luftlinie von der Kreisstadt Esslingen am Neckar und ungefähr 23 km von Stuttgart entfernt. Gelegen im Vorland der mittleren Schwäbischen Alb liegt der Ort mit weniger als zwei Kilometern sehr viel näher zum Tal der Fils im Norden und Nordwesten sowie dem jenseits dessen beginnenden Naturraum Schurwald, als zum Albtrauf im Südosten. Das Gemeindegebiet wird größtenteils vom durch den Hauptort fließenden Talbach zur Fils hin entwässert, dem am südlichen Dorfrand der Dammbach von rechts, im Ort der Tobelbach von links zuläuft. Drei noch kleinere Bäche münden direkt in die Fils.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angrenzende Kommunen sind reihum die Gemeinde Reichenbach an der Fils im Norden, die Stadt Ebersbach an der Fils im Osten, die Gemeinde Notzingen im Süden, die Stadt Wernau im Westen und die Stadt Plochingen im Nordwesten. Alle bis auf Ebersbach an der Fils, das dem Landkreis Göppingen angehört, liegen im eigenen Landkreis Esslingen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Hochdorf gehören das Dorf Hochdorf und das Haus Ziegelhof sowie die abgegangene Ortschaft Hinterburg.[2]

Flächenaufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochdorf 1683, Forstlagerbuch von Andreas Kieser

Hochdorf wurde 1189 erstmals urkundlich erwähnt, ist aber wohl bereits im 5. Jahrhundert nach Christus entstanden. Bis 1454 war der Ort im Besitz verschiedener Klöster, anschließend gehörte er zu Württemberg, das 1952 im neu gegründeten Südweststaat aufging.

Innerhalb Württembergs gehörte Hochdorf zunächst zum Oberamt Kirchheim und wurde 1485 dem Oberamt Göppingen zugeordnet. 1842 erfolgte die Rückgliederung nach Kirchheim, wo der Ort bis zur Neugliederung der Landkreise 1938 verblieb. Seither gehört Hochdorf zum Landkreis Esslingen.

Hochdorf Panoramaansicht

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Reformation ist Hochdorf vorwiegend evangelisch geprägt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes (nur Hauptwohnsitze).

Stichtag Einwohnerzahl
1. Dezember 1871¹ 880
1. Dezember 1900¹ 1.051
17. Mai 1939¹ 1.225
13. September 1950¹ 1.785
6. Juni 1961¹ 2.436
27. Mai 1970¹ 3.541
25. Mai 1987¹ 4.115
31. Dezember 1995 4.492
31. Dezember 2000 4.720
31. Dezember 2005 4.690
31. Dezember 2010 4.693
31. Dezember 2015 4.895

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1920–1945 Eugen Güthle
  • 1945–1948 Hermann Weber
  • 1948–1978 Heinrich Traub
  • 1978–1986 Franz-Lothar Wirtgen
  • 1986–2009 Roland Erhardt
  • seit 2009 Gerhard Kuttler

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Hochdorf hat 14 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis:[4] Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
30
20
10
0
22,87 %
22,68 %
21,14 %
18,32 %
14,99 %
MITTE
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+2,85 %p
+2,15 %p
-3,19 %p
-4,78 %p
+2,96 %p
MITTE
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 22,87 3 20,02 3
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 22,68 3 20,53 3
FUW Freie Unabhängige Wählervereinigung Hochdorf 21,14 3 24,33 4
MITTE Die.Mitte 18,32 3 23,10 3
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 14,99 2 12,03 1
gesamt 100,0 14 100,0 14
Wahlbeteiligung 58,30 % 64,86 %

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber (weiß) auf grünem Dreiberg drei grüne Linden.“ (Bescheid von 1966)

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Hochdorf unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu Hochdorf in Thüringen, einem Ortsteil der Stadt Blankenhain im Landkreis Weimarer Land.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit den 1970er Jahren gibt es mit der Breitwiesenschule in Hochdorf nur noch eine Grundschule. Weiterführende Schulen werden in den Nachbarorten besucht. Des Weiteren bestehen zwei Kindergärten in der Gemeinde. Die Kinder- und Jugendbücherei umfasst einen Bestand von 4000 Medien.

Naturdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Gemarkung Hochdorf gibt es ein Einzel- und elf flächenhafte Naturdenkmale.

  • Lindengruppe (drei Winterlinden)
  • Kreuzeiche (1999 dem Orkan Lothar zum Opfer gefallen)
  • ein aufgelassener Angulatensandstein-Steinbruch
  • der Talbach mit dem Mühlkanal
  • verschiedene Feldhecken und Feldgehölze

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martini-Markt
  • Mehrtägiges Musikvereinfest
  • Bauernmarkt
  • Lichterfest
  • Feuerwehrfest
  • Reitturnier

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Traub, ehemaliger Bürgermeister

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die in Hochdorf gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Blickensdörfer (1923–1997), Sportjournalist und Schriftsteller, lebte zuletzt in Hochdorf
  • Rüdiger Kauf (* 1975), Fußballprofi beim VfB Stuttgart und Arminia Bielefeld, spielte in seiner Jugend beim TV Hochdorf
  • Siegmar Mosdorf, (* 1952), Politiker (SPD), Bundestagsabgeordneter (1990–2002) und Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie (1998–2002), Mitbegründer und langjähriger Leiter der Bürgerstiftung Hochdorf
  • Susanne Weber-Mosdorf, (* 1953), Politikerin (SPD), stellvertretende Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (2006–2011), Mitbegründerin der Bürgerstiftung Hochdorf, wohnt in Hochdorf[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Blickensdörfer: Die Baskenmütze. Heyne, München 1975, ISBN 3-453-00480-9.
  • Erich Roos: Dorf-Chronik Hochdorf 1900–1950. Geiger, Horb 2001, ISBN 3-89570-733-3.
  • Gemeinde Hochdorf (Hrsg.), Christof Drüppel: Hochdorf – Geschichte einer Gemeinde im Albvorland. Jan Thorbecke Verlag, Sigmaringen 1989.
  • Gemeinde Hochdorf (Hrsg.): Hochdorf in Bildern – Vorgestern, Gestern und Heute. Geiger, Horb 1982.
  • Der Landkreis Esslingen (Band 2). Hrsg. vom Landesarchiv Baden-Württemberg i. V. mit dem Landkreis Esslingen, Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2009, ISBN 978-3-7995-0842-1, Seite 17.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hochdorf (bei Plochingen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2, S. 243.
  3. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Hochdorf.
  4. Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart
  5. Weber-Mosdorf wechselt von Berlin nach Genf, Der Teckbote, Artikel vom 27. Dezember 2005