Plochingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Plochingen
Plochingen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Plochingen hervorgehoben
Koordinaten: 48° 43′ N, 9° 25′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Esslingen
Höhe: 276 m ü. NHN
Fläche: 10,65 km2
Einwohner: 13.997 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 1314 Einwohner je km2
Postleitzahl: 73207
Vorwahl: 07153
Kfz-Kennzeichen: ES, NT
Gemeindeschlüssel: 08 1 16 056
Adresse der
Stadtverwaltung:
Schulstraße 5–7
73207 Plochingen
Webpräsenz: www.plochingen.de
Bürgermeister: Frank Buß (unabhängig)
Lage der Stadt Plochingen im Landkreis Esslingen
Alb-Donau-Kreis Landkreis Böblingen Landkreis Göppingen Landkreis Ludwigsburg Landkreis Reutlingen Landkreis Tübingen Rems-Murr-Kreis Stuttgart Aichtal Aichwald Altbach Altdorf (Landkreis Esslingen) Altenriet Altenriet Baltmannsweiler Bempflingen Beuren (bei Nürtingen) Bissingen an der Teck Deizisau Denkendorf (Württemberg) Dettingen unter Teck Erkenbrechtsweiler Esslingen am Neckar Filderstadt Frickenhausen (Württemberg) Großbettlingen Hochdorf (bei Plochingen) Holzmaden Kirchheim unter Teck Köngen Kohlberg (Württemberg) Kohlberg (Württemberg) Leinfelden-Echterdingen Lenningen Lichtenwald Neckartailfingen Neckartenzlingen Neidlingen Neuffen Neuhausen auf den Fildern Notzingen Nürtingen Oberboihingen Ohmden Ostfildern Owen Plochingen Reichenbach an der Fils Schlaitdorf Unterensingen Weilheim an der Teck Wendlingen am Neckar Wernau (Neckar) WolfschlugenKarte
Über dieses Bild

Plochingen ist eine Kleinstadt im baden-württembergischen Landkreis Esslingen am Zufluss der Fils in den Neckar. Sie gehört zur Region Stuttgart (bis 1992 Region Mittlerer Neckar) und zur europäischen Metropolregion Stuttgart.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Plochingen ist etwa 9 km ostsüdöstlich von der Kreisstadt Esslingen am Neckar entfernt und in selber Richtung etwa 19 km von der Landeshauptstadt Stuttgart. Die Kleinstadt liegt an den rechten Ufern von Fils und abfließendem Neckar, der hier an der Mündung des ersten seiner vier großen Nebenflüsse das charakteristische Plochinger Neckarknie zeigt, an welchem er von langem Nordost- für eine kurze Strecke auf Westnordwestlauf wechselt. Im Gebiet der Stadt stoßen drei Naturräume zusammen, das Vorland der mittleren Schwäbischen Alb im Südosten, der Unterraum Schurwald des Naturraums Schurwald und Welzheimer Wald im Nordosten und der zu der Filder gerechnete Unterraum Nürtinger-Esslinger Neckartal entlang dem größeren der beiden Flüsse im Westen. Der niedrigste Punkt im Stadtgebiet liegt ganz im Westen am Ausfluss des Neckars auf wenig über 247 m ü. NN, der höchste ganz im Norden beim Weißen Stein auf dem Schurwaldkamm auf etwa 448 m ü. NN, von dem herab Forstflächen einen großen Teil des Stadtgebietes bedecken.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angrenzende Kommunen sind reihum im Westen die Gemeinde Altbach, im Nordwesten die Kreisstadt Esslingen am Neckar, im Nordosten die Gemeinde Baltmannsweiler, im Osten die Gemeinde Reichenbach an der Fils, im Südosten kurz die Gemeinde Hochdorf, im Süden die Stadt Wernau (Neckar), im Südwesten die Gemeinde Deizisau, die alle ebenfalls dem Landkreis Esslingen angehören.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Plochingen gehören die Stadt Plochingen und der nordöstlich der Stadt liegende Stadtteil Stumpenhof.[2]

Flächenaufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Plochingen 1683/1685 im Kieserschen Forstlagerbuch
Die Evangelische Stadtkirche liegt auf einem Hügel über der Altstadt

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Plochingen wurde im Jahr 1146 als Blochingen erstmals in einer Urkunde des Königs Konrad III. von Hohenstaufen erwähnt. Es gab in Plochingen zwei Burgen, von denen jedoch nichts mehr übrig ist[4]. Plochingen wurde 1698 Poststation auf der kaiserlichen Postlinie zwischen Antwerpen und Venedig. 1846 kam die Filstalbahn bis nach Plochingen, nur ein Jahr nachdem in Württemberg auf der Strecke zwischen Cannstatt und Untertürkheim zum ersten Mal ein Zug gefahren war. 1888 wurde in der Gaststätte Waldhorn der Schwäbische Albverein gegründet.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juni 1913 zerstörte ein Tornado zahlreiche Gebäude in Plochingen.[5] Am 13. April 1948 wurde die Gemeinde Plochingen zur Stadt erhoben. Am 12. Juli 1968 erfolgte die Einweihung des Neckarhafens Plochingen. Seit Beginn des S-Bahn-Betriebes im Großraum Stuttgart am 1. Oktober 1978 werden die Fahrzeuge im Bahnbetriebswerk Plochingen technisch gewartet und gereinigt.

1998 war Plochingen Gastgeber der Landesgartenschau Baden-Württemberg.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Reformation ist Plochingen evangelisch geprägt. Neben der evangelischen Kirchengemeinde Plochingen gibt es aber auch wieder eine römisch-katholische Kirchengemeinde. In den letzten Jahren entstanden auch eine evangelisch-methodistische und eine neuapostolische Gemeinde.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohnerzahlen sind Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes (nur Hauptwohnsitze).

Stichtag Einwohnerzahl
1618 1.320
1635 250
1. Dezember 1871 ¹ 1.881
1. Dezember 1900 ¹ 2.413
17. Mai 1939 ¹ 5.446
13. September 1950 ¹ 8.148
6. Juni 1961 ¹ 11.358
27. Mai 1970 ¹ 12.953
25. Mai 1987 ¹ 12.140
31. Dezember 1995 13.085
31. Dezember 2000 14.191
31. Dezember 2005 14.319
31. Dezember 2010 14.209
31. Dezember 2015 13.997

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwaltungsverband[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Plochingen bildet mit Altbach und Deizisau den Gemeindeverwaltungsverband Plochingen.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • bis 1969: Emil Hartung
  • 1969–2008: Eugen Beck
  • seit 2008: Frank Buß (* 1964)

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Plochingen hat 22 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis[6]. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
40
30
20
10
0
30,75 %
29,78 %
20,41 %
19,06 %
n. k.
OGL
BL
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+1,95 %p
+2,40 %p
+0,53 %p
+2,69 %p
-4,37 %p
OGL
BL
CDU-WG Christlich Demokratische Union Deutschlands–Wahlgemeinschaft 30,75 7 28,80 7
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 29,78 7 27,38 6
FW Freie Wähler Plochingen e.V. 20,41 4 19,88 4
OGL Offene Grüne Liste Plochingen e.V. 19,06 4 16,37 4
Bürgerliste Bürgerliste Plochingen 4,37 1
gesamt 100,0 22 100,0 22
Wahlbeteiligung 47,01 % 51,19 %

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadtwappen ist fünfmal schräglinks geteilt von Blau und Gold. Die Stadtfarben sind Blau-Gelb.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnerstädte von Plochingen sind

  • SchwedenSchweden Landskrona in Südschweden seit 1971,
  • OsterreichÖsterreich Zwettl im niederösterreichischen Waldviertel seit 1993 und
  • UngarnUngarn Oroszlány in Ungarn seit 2010

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Neckarhafen mit Ansiedlung von rund 20 Unternehmen und etwa 1.400.000 Tonnen Jahresumschlag
  • Seit einigen Jahren wird in Plochingen wieder Wein angebaut. Die Plochinger Lagen gehören zur Großlage Weinsteige im Bereich Remstal-Stuttgart.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Plochingen

Die Stadt ist mit dem Auto über die Bundesstraße 10 von Stuttgart aus in etwa 25 Minuten zu erreichen. Bei Plochingen zweigt zudem die B 313 Richtung Tübingen und Stockach von der B 10 ab.

Der Plochinger Bahnhof ist Verkehrsknotenpunkt der Deutschen Bahn an der Neckar-Alb-Bahn (Stuttgart–TübingenHorb am Neckar) und der Filstalbahn (Stuttgart–UlmMünchen). Er wird von Fernverkehrszügen, Regionalzügen und der Linie S1 der S-Bahn Stuttgart bedient. Die Wartung der Triebwagen der S-Bahn Stuttgart findet im S-Bahnbetriebswerk Plochingen statt.

Fußgängerbrücke über den Neckar zum Wohn- und Erholungsgebiet Bruckenwasen

Der Neckarhafen in Plochingen ist seit 12. Juli 1968 Endpunkt des schiffbaren Neckars. Er wurde als Hafen für die gewerbliche Binnenschifffahrt ausschließlich für den reinen Gütertransport ohne Personenschifffahrt konzipiert. Das Hafengelände erstreckt sich entlang zweier Hafenbecken. Verantwortlich für die Konzeption, Realisation und Entwicklung war von 1954 bis 1992 Hafendirektor Dr. rer. pol. Heinz Kreeb. Seit 1992 ist mit der Geschäftsführung Hafendirektor Eberhard Weiß betraut. Im Neckarhafen haben sich knapp 20 Unternehmen mit einem Investitionsvolumen von etwa 100.000.000 EUR angesiedelt. Hauptumschlaggüter sind Eisen-/Stahlprodukte/Schrott, Futtermittel/Getreide, Mineralöl und Holz. Der Güterumschlag pro Jahr beträgt über 1.300.000 Tonnen.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gewerbegebiet Fabrikstraße mit der Robert Bosch GmbH und der CeramTec GmbH

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Plochingen verfügt über ein Gymnasium (Gymnasium Plochingen), eine Realschule, eine Grund- und Werkrealschule, eine Förderschule und eine reine Grundschule. Darüber hinaus gibt es neun Kindergärten in der Stadt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hundertwasserhaus

Plochingen liegt an der Württemberger Weinstraße mit vielen Sehenswürdigkeiten.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Marktplatz mit Fachwerkhäusern, darunter das Alte Rathaus (1530)
  • Die gotische Stadtkirche St. Blasius (1488)
  • Die Ottilienkapelle (1328)
  • Das Haus Gablenberg (1799)
  • Das Hundertwasserhaus „Wohnen unterm Regenturm“ (1991–1994)
  • Das heutige Rathaus (1900) mit der Städtischen Galerie
  • Die katholische Kirche St. Konrad (1929)
  • Das Weinbergtürmle
  • Der Aussichtsturm auf dem Stumpenhof
  • Das von Tomi Ungerer entworfene öffentliche Toilettenhaus „Les Toilettes“ (2007) neben der Ottilienkapelle
Bühleiche am Stumpenhof

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Bühleiche beim Stumpenhof

Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Parkbahn in den Neckarauen ist eine insgesamt 1,5 Kilometer lange Parkbahnanlage, die vom Ostermontag bis Oktober an jedem Wochenende betrieben wird.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen mit Bezug zu Plochingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto Löffler (1871–1949), Komponist, Chorleiter, Dirigent und Musikverleger

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Karl-May-Verfilmungen „Die Pyramide des Sonnengottes“ und „Der Schatz der Azteken“, deren Handlung 1864 spielt, gibt der Handelsreisende Andreas Hasenpfeffer – treuer Begleiter Dr. Sternaus – an, aus „Plochingen am Neckarstrand“ zu stammen. Er stellt sich mit den Worten „Andreas Hasenpfeffer aus dem schönen Plochingen am Neckarstrand, 2.413 Einwohner, darunter 99 Katholiken.“ vor.

Die Wasserführung des Neckars wird durch den Pegel Plochingen angezeigt. Dieser lag als einziger Pegel des Neckar nach Zufluß der Fils im freien Gefälle des Flußes, bis 1962 das Wehr Deizisau errichtet wurde. Um die Stauschwankungen fernzuhalten, wurde eine Schwelle rund 100 m unterhalb der Straßenbrücke Plochingen gebaut und der Pegel dorthin verlegt. Bei dem großen Hochwasser im Februar 1970 wurde die Schwelle aus Schüttsteinen zerstört. Da der Bau einer neuen Schwelle aus Beton zu teuer war, wird die Wasserführung nur noch rechnerisch ermittelt. Die Abflusswerte von Wendlingen am Neckar und von Reichenbach an der Fils werden an einen Rechner übertragen und addiert. Daraus wird der theoretische Wasserstand für den verlegten Pegel Plochingen errechnet und veröffentlicht.[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto Wurster: Heimatgeschichte Plochingen (Herausgeber: Stadt Plochingen 1949)
  • Otto Wurster: Eßlinger Heimatbuch für Stadt und Umgebung. Eßlingen 1931. Darin: Plochingen (S. 259–267, mit Stadtplan).
  • Landesarchiv Baden-Württemberg, Landkreis Esslingen (Hrsg.): Der Landkreis Esslingen. Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2009, ISBN 978-3-7995-0842-1, Band 2, Seite 377.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Plochingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2, S. 236–237.
  3. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Plochingen.
  4. Burgen und Schlösser des Landkreises Esslingen
  5. Stadt Plochingen – Aus der Geschichte. Abgerufen am 15. Januar 2013.
  6. Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart
  7. Der Pegel Plochingen beim Elektronischen Wasserstraßen-Informationssystem (ELWIS)